Welchen Nutzen haben Apps wie Runtastic im Alltag?


Hausarbeit, 2016

10 Seiten, Note: 12


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quantified-Self und Self-Tracking
2.1 Quantified-Self-Bewegung
2.2 Self-Tracking

3. Self-Tracking anhand von Runtastic
3.1 Runtastic
3.2 Positive und negative Aspekte der App-Nutzung

4. MoglicherAnreiz zur Selbstvermessung

5. Fazit

I. Literaturverzeichnis

II. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Nutzung des Smartphones und den dazugehorigen Apps ist heute kaum noch aus unserer Gesellschaft wegzudenken. Es dient nicht nur der Kommunikation und der Informationsbeschaffung sondern auch der Selbstoptimierung. Einen Trend, der zur Selbstoptimierung verhelfen soil, stellen die so genannten Fitness- Oder Gesundheitsapps dar. Mittlerweile gibt es in diesem Bereich mehrals 100.000 Apps fur Android- und iOS Gerate.1

Doch welche Chancen, beziehungsweise Risikien bringt die Vermessung des eigenen Korpers mit sich? Welche selbst- Oder fremdinduzierte Motivation haben Menschen sich selbst zu vermessen? Um auf diese Frage naher eingehen zu konnen wird eine genauere Betrachnung der Quantified-Self- Bewegung und des Self-Tracking Begriffes benotigt.

Im ersten Teil der Arbeit wird die Quantified-Self-Bewegung und der daraus entstandene Begriff des Self-Tracking behandelt. Da das Angebot von Self- Tracking-Apps sehr vielfaltig ist, wird der Fokus zur weiteren Darstellung des Self-Trackings auf die App Runtastic gelegt. Nach einer kurzen Erlauterung sowohl der Bewegung des Quantified-Self als auch des Self-Tracking Begriffes im ersten Teil, wird im Weiteren die App Runtastic und ihre Nutzung erlautert. Sowohl auf die positiven als auch negativen Aspekte der eigenen Korpervermessung wird anhand dieser App eingegangen. Im letzten Kapitel wird der spielerische Aspekt und einer der moglichen Faktoren, der die Menschen dazu bringt sich selbst zu vermessen, beleuchtet.

2. Quantified-Self und Self-Tracking

Es folgt eine nahere Betrachtung der Quantified-Self-Bewegung und eine Erlauterung des Self-Trackings.

2.1 Quantified-Self-Bewegung

Die Website quantifieldself.com wurde 2007 von dem amerikanischen Journalisten Gary Wolf und Kevin Kelly in der San Francisco Bay Area gegrundet. Quantified-Self ist ein Netzwerk aus Usern und Anbietern, deren Hauptziel darin besteht unter anderem personliche, gesundheitliche und sportliche Erkenntnisse zu gewinnen. Wolf bezeichnet das Erfassen von Daten von sich selbst, als Spiegel um sich selbst zu erkennen und zu verbessern.2

Das Leitmotto der Quantified-Self lautet: ,,Self knowledge Through Numbers"3, also die Selbsterkenntnis durch Zahlen. Seit 2008 versammelten sich einige Anhanger um ihre Erfahrungen im Bereich des Self-Trackings zu diskutieren. Seither werden die Erfahrungsberichte und Prasentationen auf Websites veroffentlicht. In den nachfolgenden Jahren entstanden weitere Quantified-Self -Gruppen auf der ganzen Welt, die sich auf Blogs und auf jahrlichen Konferenzen in regelmaftigen Abstanden in sogenannten meetups austauschen.

Diese Meetups verfolgen das Ziel, dass innerhalb der Teilnehmerschaft Erfahrungen von sportlichen und gesundheitlichen Entwicklungen ausgetauscht werden konnen.4 So ist das

„Ziel dieser Gemeinschaft (...) der Austausch von Wissen uber die Nutzung personlicher Daten. Im Vordergrund stehen jedoch die personlichen Erkenntnisse, welche aus den Daten abgeleitet werden konnen, sowie die Veranderungen welche sich mitihnen nachvollziehen lassen"[5].

2.2 Self-Tracking

Ausgehend von der Quantified-Self-Bewegung enstand der Trend des Self­Trackings. Self-Tracking meint das Erfassen von korperbezogenen Daten.

Ziel des Self-Trackings ist es, durch Messen von Herzfrequenz, Schrittanzahl, Schlafrhythmus Oder Kalorienverbrauch, sportliche sowie gesundheitliche Gewohnheiten zu analysieren und auszuwerten.6 Der Mensch wird als Gestalter gesehen, der sich und seinen Korper optimiert.7 Die Moglichkeiten des Self­Trackings sind vielfaltig. Man findet sie im Bereich des Lifestyles, der Ernahrung, der Fitness und Gesundheit sowie im Bereich der Produktivitat und Arbeit wieder. Diese Daten werden mithilfe des Smartphones und den dazugehorigen Apps (z.B. Runtastic) aufgezeichnet. Es konnen nicht nur gesundheitsbezogene Daten, sondern zugleich Informationen aus anderen alltaglichen Bereichen (z.B. Fernsehkonsum) erhoben werden.

Eine spielerische Komponente verschafft dem User, neben dem reinen Nutzen der App, einen zusatzlichen Anreiz. Uber die positive Ruckmeldung seitens einer Community, eines Belohnungssystems (z.B. Ranking, Punkte) Oder der strukturierenden Wirkung der Apps, wird die Bindung zwischen dem User und den Apps verstarkt. Dies passiert am effektivsten in spielerischer Form, da diese als angenehm und anregend empfunden wird. Unter anderem nutzen Apps zur Gewichtsreduzierung dieses Prinzip.8 Der Nutzer "soil sich spielend optimieren und dabei schlechte Gewohnheiten ablegen"9.

3. Self-Tracking anhand von Runtastic

Im Folgenden wird das Self-Tracking anhand der App Runtastic aufgezeigt und aufdie verschiedenen Moglichkeiten dieser eingegangnen.

3.1 Runtastic

Runtastic zeichnet sowohl Lauf, Fahrradaktivitaten sowie Krafttraining auf. Die Nutzung von Runtastic erfolgt zunachst uber eine Registrierung, uber Facebook, Google+ Oder ein Online-Anmeldeformular. Um die App nutzen zu konnen werden nach derAnmeldung Herkunft, GroRe und Gewicht eingegeben. Sie misst die gelaufenen Kilometer, zeigt die bisher verbrauchten Kalorien an und gibt Auskunft uber die Dauer des aktuellen Laufes. Die App selbst schickt in regelmassigen Intervallen eine Push Nachricht auf das Smartphone, in der sie den User motiviert bzw. auffordert einer sportlichen Aktivitat nachzugehen.10 Um diese Punkte genauer zu beschreiben, wird sich im Folgendem auf einen Selbsttest und auf die Auftendarstellung der App Runtastic bezogen. Grundsatzlich wird die App sehr positiv bewertet. Auf einer Funf-Sterne-Skala befindet sich Runtastic mit einer Bewertung von 4,5 Sternen im oberen Bereich. Die App wird durch die Nutzer auch in den Kommentaren positiv bewertet. In der Auftendarstellung wirbt Runtasic vor allem mit der Optimierung der eigenen Leistung und Motivierung aufgrund der erfassten Daten. Weiter besteht die Moglichkeit sich Live-Tracken zu lassen und durch Freunde uber Facebook motiviert zu werden, sowie die Moglichkeit der Nachverfolgung der Strecke durch die Anfeuernden. Durch Buttons mit unterschiedlichen Tonsquenzen (z.B. Klatschen und Jubeln) kann dem Nutzer eine positive Unterstutzung und Ansporn gegeben werden. Ebenfalls ist es moglich den Nutzer in Echtzeit bei seinem Lauf via GPS zu beobachten. In Zusammenarbeit mit Google Maps und Google Earth gibt es unter anderem die Moglichkeit die eigene Laufstrecke in 3D nachzuvollziehen. Hierbei ist die GPS Funktion erforderlich.11

3.2 Positive und negative Aspekte der App-Nutzung

Gerade der Datenschutz stellt einen wichtigen Bereich des Self-Trackings dar. Durch die Nutzung von Self-Tracking-Apps geben immer mehr Nutzer meist freiwillig, aber auch als Zugangsberechtigung, eigene Daten Preis und stellen sie den Anbietern zur Verfugung. Dies birgt Risiken fur den Einzelnen und bedeutet, dass durch "[u]mfassende digitale Lebensprotokollierung (...) immer auch (...) die letzten Zonen der Intransparenz verschwinden"12.

Krankenkassen wie z.B die Daimler-Betriebskrankenkasse locken ihre Mitglieder mit attraktiven Pramien. Mitglieder dieser Krankenkasse, die nachweisen konnen, dass sie im Jahr mindestens 100 Kilometer gelaufen sind, erhalten eine 100 Euro Pramie.13 Mithilfe der Runtastic-kpp sollen diese Daten erhoben und an die Daimler-Betriebskrankenkasse weitergegeben werden.

Dies ist bedenklich, da hier nicht nur personenbezogene Daten fur solche Unternehmen zur Verfugung gestellt werden, sondern sich auch ein Nachteil fur diejenigen ergibt, die ihre Sportaktivitaten nicht mit solch einer App erfassen.14

[...]


1 Vgl. httDs://www.test.de/Gesundheits-ADDS-lch-weiss-wie-viel-du-wiegst-4622985-0/ (letzterZugriffam 26.02.2016)

2 Vgl. httD://www.ted.com/sDeakers/garv wolf (letzter Zugriff: am 22.02.2016)

3 httD://www.ted.com/sDeakers/garv wolf (letzter Zugriff am 22.02.2016)

4 Vgl. httD://gsdeutschland.de/info/ (letzterZugriff am22.02.2016)

5 Ebd.

6 Vgl. httD://www.guantified-self.de/ (letzer Zugriff am 26.02.2016)

7 Vgl. Weise, Silvia 2015: Bewusstsein durch Selbstvermessung? in: feldenkrais zeit - Journal fursomatisches Lernen. Loeper Literaturverlag, Karlsruhe: S. 2

8 Vgl. Selke, Stefan 2014: Lifelogging. Wie die digitale Selbstvermessung unsere Gesellschaft verandert. Berlin: Econ: S. 210-211

9 Selke 2014:S.211

10 Anmerkung: Eigene Anmeldung am 03.02.2016

11 Anmerkung: Die aufgezeigten Informationen in diesem Absatz beziehen sich auf den Google Play Store von Android und die dort zur Verfugung gestellten Daten bezuglich Runtastic. Quelle: httDs://Dlav.aooale.com/store/aDDs/details?id=com.runtastic.android&hl=de (letzter Zugriff10.02.2016) 12Selke 2O14:S.2O

12 Selke 2014: s. 20

13 Vgl. http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6783208-glaeserne-gesundheit- krankenkassen-fitness-apps-zunutze (letzter Zugriff 26.02.2016)

14 Vgl. http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article128208548/Kassen-nutzen-Fitness-Apps- zur-Datensammlung.html (letzter Zugriff 03.03.2016)

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Welchen Nutzen haben Apps wie Runtastic im Alltag?
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Medienwissenschaften)
Veranstaltung
Medien des Alltags
Note
12
Autor
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V537114
ISBN (eBook)
9783346127440
Sprache
Deutsch
Schlagworte
apps, Medien, selftracking, quantifiedself, medienwissenschaften, quantified, self
Arbeit zitieren
Florian Windel (Autor), 2016, Welchen Nutzen haben Apps wie Runtastic im Alltag?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537114

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Welchen Nutzen haben Apps wie Runtastic im Alltag?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden