Welche Chancen und Risiken bringt die Vermessung des eigenen Körpers mit sich? Welche selbst- oder fremdinduzierte Motivation haben Menschen, sich selbst zu vermessen? Um auf diese Fragen näher eingehen zu können, wird eine genauere Betrachtung der Quantified-Self-Bewegung und des Self-Tracking-Begriffes benötigt.
Die Nutzung des Smartphones und der dazugehörigen Apps ist heute kaum noch aus unserer Gesellschaft wegzudenken. Es dient nicht nur der Kommunikation und der Informationsbeschaffung, sondern auch der Selbstoptimierung. Einen Trend, der zur Selbstoptimierung verhelfen soll, stellen die so genannten Fitness- oder Gesundheitsapps dar. Mittlerweile gibt es in diesem Bereich mehr als 100.000 Apps für Android- und iOS Geräte.
Im ersten Teil der Arbeit wird die Quantified-Self-Bewegung und der daraus entstandene Begriff des Self-Tracking behandelt. Da das Angebot von Self-Tracking-Apps sehr vielfältig ist, wird der Fokus zur weiteren Darstellung des Self-Trackings auf die App Runtastic gelegt. Nach einer kurzen Erläuterung sowohl der Bewegung des Quantified-Self als auch des Self-Tracking-Begriffes im ersten Teil, werden im Weiteren die App Runtastic und ihre Nutzung erläutert. Sowohl auf die positiven als auch negativen Aspekte der eigenen Körpervermessung wird anhand dieser App eingegangen. Im letzten Kapitel wird der spielerische Aspekt und einer der möglichen Faktoren, der die Menschen dazu bringt, sich selbst zu vermessen, beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Quantified-Self und Self-Tracking
2.1 Quantified-Self-Bewegung
2.2 Self-Tracking
3. Self-Tracking anhand von Runtastic
3.1 Runtastic
3.2 Positive und negative Aspekte der App-Nutzung
4. Möglicher Anreiz zur Selbstvermessung
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Self-Trackings im Alltag, beleuchtet dessen Ursprung in der Quantified-Self-Bewegung und analysiert anhand der App Runtastic sowohl die praktischen Funktionen als auch die damit einhergehenden Chancen und Risiken für den Nutzer.
- Ursprung und Definition der Quantified-Self-Bewegung
- Funktionsweise und Anwendung von Self-Tracking-Apps
- Analyse der App Runtastic als Fallbeispiel
- Positive Aspekte der Nutzermotivation und spielerische Elemente (Gamification)
- Kritische Reflexion von Datenschutzaspekten und Risiken der Selbstvermessung
Auszug aus dem Buch
2.1 Quantified-Self-Bewegung
Die Website quantifiedself.com wurde 2007 von dem amerikanischen Journalisten Gary Wolf und Kevin Kelly in der San Francisco Bay Area gegründet. Quantified-Self ist ein Netzwerk aus Usern und Anbietern, deren Hauptziel darin besteht unter anderem persönliche, gesundheitliche und sportliche Erkenntnisse zu gewinnen. Wolf bezeichnet das Erfassen von Daten von sich selbst, als Spiegel um sich selbst zu erkennen und zu verbessern. Das Leitmotiv der Quantified-Self lautet: „Self knowledge Through Numbers“, also die Selbsterkenntnis durch Zahlen. Seit 2008 versammelten sich einige Anhänger um ihre Erfahrungen im Bereich des Self-Trackings zu diskutieren. Seither werden die Erfahrungsberichte und Präsentationen auf Websites veröffentlicht. In den nachfolgenden Jahren entstanden weitere Quantified-Self-Gruppen auf der ganzen Welt, die sich auf Blogs und auf jährlichen Konferenzen in regelmäßigen Abständen in sogenannten meetups austauschen.
Diese Meetups verfolgen das Ziel, dass innerhalb der Teilnehmerschaft Erfahrungen von sportlichen und gesundheitlichen Entwicklungen ausgetauscht werden können. So ist das „Ziel dieser Gemeinschaft (...) der Austausch von Wissen über die Nutzung persönlicher Daten. Im Vordergrund stehen jedoch die persönlichen Erkenntnisse, welche aus den Daten abgeleitet werden können, sowie die Veränderungen welche sich mit ihnen nachvollziehen lassen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die allgegenwärtige Nutzung von Fitness- und Gesundheits-Apps ein und benennt das Ziel der Arbeit, die Chancen und Risiken der digitalen Körpervermessung kritisch zu betrachten.
2. Quantified-Self und Self-Tracking: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Quantified-Self-Bewegung und der Begriff des Self-Trackings als Methode zur Erfassung körperbezogener Daten definiert.
3. Self-Tracking anhand von Runtastic: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der spezifischen App Runtastic und diskutiert dabei sowohl die positiven Aspekte als auch datenschutzrechtliche Bedenken.
4. Möglicher Anreiz zur Selbstvermessung: Der Fokus liegt hier auf dem psychologischen Faktor der Gamification, der dazu dient, Nutzer durch Spielmechanismen dauerhaft an die App-Nutzung zu binden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor einem unreflektierten Umgang mit Gesundheitsdaten, während es gleichzeitig das Potenzial zur Motivationssteigerung anerkennt.
Schlüsselwörter
Self-Tracking, Quantified-Self, Runtastic, Gesundheits-Apps, Fitness, Gamification, Selbstvermessung, Datenschutz, digitale Gesundheit, Selbstoptimierung, Körperdaten, Lebensprotokollierung, App-Nutzung, Motivation, Sport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zunehmenden Verbreitung von Fitness-Apps und dem Trend, den eigenen Alltag und Körper mithilfe von digitalen Werkzeugen zu vermessen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Quantified-Self-Bewegung, die Funktionsweise von Self-Tracking-Applikationen und die Auswirkungen solcher Systeme auf den Nutzer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Nutzen und die Risiken der Selbstvermessung durch Apps wie Runtastic im täglichen Leben wissenschaftlich zu beleuchten und kritisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf der Untersuchung von Fachliteratur sowie der Fallbeispielanalyse der App Runtastic basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Quantified-Self-Bewegung, eine praktische Vorstellung der App Runtastic und eine Untersuchung motivationaler sowie datenschutzrechtlicher Aspekte.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Besonders prägend sind Begriffe wie Self-Tracking, Quantified-Self, Gamification, Selbstoptimierung und Datenschutz.
Wie trägt Gamification zur Bindung bei Runtastic bei?
Durch spielerische Elemente wie Rankings und Belohnungssysteme wird die App-Nutzung als unterhaltsam empfunden, was den Nutzer dazu bewegt, kontinuierlich Daten zu sammeln.
Welche Bedenken bezüglich des Datenschutzes werden geäußert?
Die Arbeit thematisiert, dass Nutzer oft unreflektiert Zugriffsberechtigungen erteilen und die erhobenen Daten potenziell von Dritten, etwa Krankenkassen, zu anderen Zwecken genutzt werden könnten.
- Citation du texte
- Florian Windel (Auteur), 2016, Welchen Nutzen haben Apps wie Runtastic im Alltag?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537114