Darstellung von Identität und Migration in "The Adjuster" von Atom Egoyan


Hausarbeit, 2016

15 Seiten, Note: 12


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ATOM EGOYAN IM KONTEXT DES ANGLO-KANDADISCHEN FILMS/ EINORDNUNG VON EGOYAN IM ANGLO-KANADISCHEN FILM
2.1 Der Anglo kanadische Film
2.2 Atom Egoyan als Vertreter des Anglo kanadischen Films

3 DARSTELLUNG VON IDENTITÄT UND MIGRATION IN THE ADJUSTER
3.1 Der Begriff der Identität in THE ADJUSTER
3.2 Identität im Migrationskontext

4 FAZIT

I. LITERATURVERZEICHNIS

II. QUELLENVERZEICHNIS

III. FILMVERZEICHNIS

IV. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 Einleitung

Fremd im eigenen Land. So etwa könnte ein Film von Atom Egoyan heißen. Jedoch bedient sich der Anglo-Kanadische Filmemacher einer weitaus abstrak- teren Sprache. Zwar stellt Egoyan mit seinen Filmen, wenn auch zugespitzt, die kulturelle Heimatlosigkeit dar, so ist eine der wichtigsten Fragen in seinen Fil- men aber die nach der Identität.

In dieser Arbeit wird das Thema der Identität und Migration am Beispiel von dem Film THE ADJUSTER untersucht. Vorab wird ein kurzer Abriss der kanadi- schen Filmlandschaft gemacht um Egoyans Bedeutung in dieser greifbar zu machen. Was ist kennzeichnend für das Kandische Kino? Welche sind die be- sonderen Merkmale? In diesem Kontext wird ebenso die Rolle des Anglo- Kanadischen Films dargestellt und der Frage nachgegangen, inwieweit dieser identitätsstiftend für die Kanadische Filmkultur ist.

Darauf folgend wird der Anglo-Kanadische Film mit dem Fokus auf den Ka- nadischen Filmemacher Atom Egoyan betrachtet. Es wird sowohl auf seine, nicht zuletzt biografisch bedingte Motivation eingegangen, die er in seine Fil- me einfließen lässt, als auch die Werte, die er hier widerspiegelt. Dabei wird der Fokus stets auf den Begriff der Identität gerichtet. Nach einer kurzen, zum weiteren Verständnis notwendige Darstellung des Inhalts von THE ADJUSTER, werden die verschiedenen Charaktere unter dem Kontext der Identität und Migration in zwei Abschnitten genauer betrachtet und einander entgegenge- setzt. Für die Betrachtung der Identität bzw. der Identität im Kontext der Mig- ration im Film THE ADJUSTER, werden die dafür ausschlaggebenden Elemente und Schauplätze mit einbezogen.

Welche Schwierigkeiten haben die Figuren? Was kennzeichnet sie? Wie stellt Egoyan die Personen mit und wie die ohne Migrationshintergrund dar?

2 At om Ego yan im Kontext des Anglo - kandadischen Fil ms/ Einordnung von Ego yan im An glo-kanadischen Film

Im Folgenden wird ein Blick auf das Anglo-Kanadische Kino geworfen. Es werden wichtige Merkmale herausgestellt und in einen Zusammenhang mit dem Thema der Identität gebracht. Kern dieses Kapitels ist die Zuordnung von Atom Egoyan als Vertreter des Anglo-Kanadische Kinos. Wichtig für diese Zuordnung Egoyans im Anglo-Kanadischen Film ist es zu begreifen was die- sen ausmacht.

2.1 Der Anglo-kanadische Film

Das Kanadische Kino im Allgemeinen ringt nach internationaler Anerkennung und möchte sich unabhängig von Hollywood darstellen. Doch fehlt es an ent- sprechenden Fördermitteln und wirklichen Originalen. Wd Kanada auf keine ver- gleichbare Filmtradition zurückblicken. Es Fehlte ein gemeinsamer Stil und die Passende Haltung. 1 Der Kanadische Film ist weitestgehend vom US- amerikanischen Film geprägt. Denn erst durch ihn, konnte sich Kanada eine produktive Filmlandschaft aufbauen.2 Eine Filmförderung sollte bei dem Auf- bau eines eigenständigen Filmmarkts helfen, dies führte in Kanada zu einem kurzweiligen Hoch an kanadischen Produktionen. Doch kleinere Produktionen hatte keine Chance, da der Großteil der Kinolandschaft in amerikanischer Hand lag. Das meiste Geld der Kinokassen, wurde nicht zum Aufbau einer kanadi- schen Filminfrastruktur genutzt, sondern ging direkt in die amerikanische Film- industrie.3 'HVKDOE VLQG Ä)UHPGEHVWLPPXQJ, Abhängigkeit und Marginalisie- UXQJ(«)GLH 0HUNPDOH, («)GHV .DQDGLVFKHQ )LOPV(«)³.4.Dennoch ist Kanada bemüht, sich in seinen Filmen der Bevölkerung und der Welt als eigenständig darzustellen und eine eigene Identität zu übermitteln. 5 Doch gerade Anglo- kanadische Filme werden durch Ihre Sprache und durch die Aufmachung für US-amerikanische Produktionen gehalten.6 Schaut man jedoch genauer hin, so fällt auf, dass sie sich eindeutig vom US-amerikanischen Markt unterscheiden. Geht man von sich wiederholenden Mustern aus die in diesen Filmen auftau- chen so kann gesagt werden, ist es die Suche nach einer Position in einer mul- tikulturellen Gesellschaft die versucht eine Identität zu entwickeln. 7 Auch Atom Egoyan übernimmt in seinen Filmen diese Muster und gilt als einer der markantesten Anglo-Kanadischen Regisseure.

2.2 Atom Egoyan als Vertreter des Anglo-kanadischen Films

Atom Egoyan ist einer der renommiertesten Vertreter des Anglo-kanadischen Autorenfilms. Egoyan wurde in Kairo Geboren, seine Familie Floh mit Ihm als er 3 Jahre alt war aus Kairo nach Kanada. Er verlernte seine Muttersprache und hat sich mit der Zeit, in die Kanadische Kultur integriert.8 Diese kulturelle Ver- schiebung hat großen Einfluss auf seine späteren Werke. Denn in seinen Fil- men behandelt Egoyan wiederkehrend Themen wie die der Entfremdung oder das vergebliche Streben nach emotionaler Erfüllung. Dies kann als Versuch Egoyans gedeutet werden, den Zustand der kulturellen Verschiebung auszu- drücken und zu verarbeiten.9 Im Zentrum seiner Filme steht die Montage und nicht die Narration, durch diese de-zentrierung bewirkt Egoyan das eine Identi- fikation mit den Protagonisten nicht möglich wird.10 Als filmisches Beispiel wird in dieser Arbeit THE ADJUSTER herangezogen. Es fällt auf, dass dem Zu- schauer keinerlei Hinweise über Herkunft oder einer Backstorywound der Pro- tagonisten gegeben wird. Somit bleibt dem Zuschauer eine Identifikation mit den Protagonisten verwehrt. Auch eine explizite Helden- Reise kann in THE ADJUSTER nicht ausgemacht werden.11 Unter dem Begriff der Heldenreise wird unter Regisseuren und Drehbuchautoren die Reise des Protagonisten in der Narration bezeichnet. Diese Reise wird für den Aufbau der Story und für die Dramaturgie benötigt. Sie gibt dem Film die Struktur und ist für die Situations- abläufe und den Aufbau des Filmes wichtig. Diese Struktur ermöglicht und vereinfacht das Erzählen von Geschichten und das Verstehen dieser für den Zuschauer. Der Fokus in Egoyans Werk THE ADJUSTER liegt nicht auf einer klassischen Heldenreise, sondern vielmehr auf den einzelnen Schicksalen sei- ner Figuren. Seine Figuren versuchen sich während des Films eine Identität anzueignen und Ihr eigenes Leben zu konstruieren. 12 Als Regisseur behält Egoyan eine strenge Form in seinen Filmen bei, Sie geben dem Betrachter eine Art Puzzle das es zu lösen und deuten gilt.13 Er entwickelt diese Geschichten in einer abstrakten und teilweise konfusen Form, um, wie es Alexander Bohr in- terpretiert, Ä(«)QLFKW VR leicht angreifbar zu sein.³14 Egoyan transformiert also seine Emotionalität auf eine höhere Ebene, um sich selbst zu schützen.15 Diese Selbstreflexivität die er in seinen Filmen bearbeitet, lässt sich wie oben be- schrieben auf die Verarbeitung der kulturellen Verschiebung beziehen. Denn auch die Charaktere in seinen Filmen sind, wenn auch nur abstrakt dargestellt, auf der Suche nach einer Identität. Er stellt als Thema nicht explizit die Migra- tion in den Fokus, sondern die Identifikationsproblematik, sowohl durch Mig- ration, als auch Identitätsorientierung. Nicht nur Egoyan behandelt das Thema GHV 0XOWLNXOWXUDOLVPXV XQG GHU 6XFKH QDFK HLQHU ,GHQWLWlW, GHQQ Ä 'LH ]HQWUa- len Charaktere kanadischer Filme sind häufig als außerhalb des kulturellen Mainstreams angesiedelt erkennbar, sie sind Fremde im eigenen Land.³16 Ka- nada gilt als Land einer Multikulturellengesellschaft und kann stellvertretend, als wichtiger Einfluss für Egoyans Werke gesehen werden, denn auch Egoyan selbst ist, wie oben beschrieben, aus seinem Heimatland nach Kanada geflohen. Im Folgenden wird ein Blick auf einzelne Charaktere im Film THE ADJUSTER von Atom Egoyan geworfen werden. Begriffe wie die der Identität und Migra- tion sollen in Bezug auf den Film geklärt werden.

3 Darstellung von Identität und Migration in THE ADJUS TE R

Kurzinhalt:

Der Film THE ADJUSTER handelt von einem Versicherungsvertreter Noah Ren- der, der speziell für Brandfälle zuständig ist. Kommt es zu einem Brandfall, fährt dieser zu seinen Kunden und versucht in den völlig zerstörten Häusern die Leben der Kunden zu rekonstruieren. Die Frau des Hauptdarstellers, Hera, ar- beitet bei einer Firma die Pornofilme zensiert. Hera filmt für Ihre Schwester verbotenerweise diese Filme ab. Im weiteren Verlauf lernen wir Bubba und Mimi kennen, zwei so wie es scheint, wohlhabende Personen, die immer auf der Suche nach Situationen und Orten sind, an denen sie ihren sexuellen Fanta- sien freien Lauf lassen können. Bubba und Mimi stoßen im Laufe des Films auf Noah und seine Familie und quartieren sich für einen ihrer Drehs in das Haus der Familie ein. Während dieser Dreharbeiten zieht die Familie in das Motel in das Noah immer seine Klienten nach einem Brand einquartiert. In dem besagten Motel kommt es während des Aufenthalts von Noah und seiner Familie immer wieder zu unangenehmen Begegnungen mit seinen Klienten. Als er abends zu seinem Haus fährt, um seine Familie zu suchen, die kurz zu- vor mit dem Auto weggefahren ist, sieht Noah das Bubba dabei ist im Haus einen Benzin-Kanister zu leeren und das Haus anzuzünden. Noah läuft scho- ckiert aus dem Haus und hindert ihn nicht daran das Haus seiner Familie zu verbrennen. Ebenso anzumerken ist die offensichtlich gescheiterte bzw. un-glückliche Beziehung die Noah und Hera führen. Immer wieder geht er mit seinen Klienten in dem oben genannten Motel ins Bett. Auch seine Frau Hera lässt sich auf einen Flirt sowohl mit Ihrem Arbeitskollegen, der ihr während der Arbeit mit der Hand zwischen die Beine fährt, als auch mit ihrem Arzt, ein. Jedoch bleibt sie bei diesem Flirt und geht nicht, im Gegensatz zu Noah, darüber hinaus. Im Weiteren soll analysiert werden wie die Begriffe der Identität an sich und im Multikulturellem Kontext, in dem Film THE ADJUSTER, von Atom Egoyan thematisiert und umgesetzt wird.

[...]


1 Vgl. Heide, Markus; Kotte, Claudia (2006): Kanadischer Film. Geschichte, Themen, Tenden- zen Konstanz: S. 148

2 Vgl. Kraus, Matthias: Bild- Erinnerung- Identität. Die Filme des Kanadiers Atom Egoyan, Marburg: Schüren. S. 28

3 Vgl. Heide, Markus; Kotte, Claudia (2006): Kanadischer Film. Geschichte, Themen, Tenden- zen Konstanz: S. 145

4 Kraus, Matthias: Bild- Erinnerung- Identität. Die Filme des Kanadiers Atom Egoyan, Mar- burg: Schüren. S. 28

5 Vgl. Ebd. S. 29

6 Vgl. http://www.artechock.de/film/text/artikel/2004/04_28_maple_movies.htm (letzter Zu- griff 27.08.2016)

7 Vgl. Ebd. (letzter Zugriff am 27.08.2016)

8 Vgl. Kraus, Matthias: Ä(ULQQHUXQJ- Image- ,GHQWLWlW³. In: Felix, Jürgen; Giesenfeld, Günter (Hg.) (1998): Neues kanadisches Kino. Marburg: Schüren (Augen-Blick, 27). S. 30

9 Vgl. http://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/atom-egoyan/ (letzter Zugriff am 15.08.16)

10 Vgl. Kraus, Matthias: Bild- Erinnerung- Identität. Die Filme des Kanadiers Atom Egoyan, Marburg Schüren. S. 71

11 Vgl. Krützen, Michaela: Ä'UDPDWXUJLH GHV )LOPV: :LH +ROO\ZRRG HU]lKOW³, Frankfurt am Main 2011, S. 98-99

12 Vgl. Kraus, Matthias: Ä,QWHUHVVDQWH 6WLPPHQ LP LQWHUQDWLRQDOHQ &KRU GHU )LOPHPDFKHU³. In: Felix, Jürgen; Giesenfeld, Günter (Hg.) (1998): Neues kanadisches Kino. Marburg: Schüren (Augen-Blick, 27). S. 33

13 Vgl. Bohr. Alexander: Ä,QWHUHVVDQWH 6WLPPHQ LP LQWHUQDWLRQDOHQ &KRU GHU )LOPHPDFKHU³. In: Felix, Jürgen; Giesenfeld, Günter (Hg.) (1998): Neues kanadisches Kino. Marburg: Schüren (Augen-Blick, 27). S. 9

14 Bohr. Alexander: Ä,QWHUHVVDQWH 6WLPPHQ LP LQWHUQDWLRQDOHQ &KRU GHU )LOPHPDFKHU³. In: Felix, Jürgen; Giesenfeld, Günter (Hg.) (1998): Neues kanadisches Kino. Marburg: Schüren (Augen-Blick, 27). S. 9

15 Vgl. Ebd. S. 9

16 Kraus, Matthias: Bild- Erinnerung- Identität. Die Filme des Kanadiers Atom Egoyan, Mar- burg: Schüren. S. 70

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Darstellung von Identität und Migration in "The Adjuster" von Atom Egoyan
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Medienwissenschaften)
Veranstaltung
Multiculturalism in Canadian Television
Note
12
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V537116
ISBN (eBook)
9783346127273
ISBN (Buch)
9783346127280
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration, Atom Egoyan, The Adjuster, Medienwissenschaften, Identität, Multiculturalism, Kanada, Television
Arbeit zitieren
Florian Windel (Autor), 2016, Darstellung von Identität und Migration in "The Adjuster" von Atom Egoyan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537116

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