In dieser Arbeit wird das Thema der Identität und Migration am Beispiel von dem Film "The Adjuster" untersucht. Vorab wird ein kurzer Abriss der kanadischen Filmlandschaft gemacht um Atom Egoyans Bedeutung in dieser greifbar zu machen. Was ist kennzeichnend für das kanadische Kino? Welche sind die besonderen Merkmale? In diesem Kontext wird ebenso die Rolle des Anglo-Kanadischen Films dargestellt und der Frage nachgegangen, inwieweit dieser identitätsstiftend für die kanadische Filmkultur ist.
Hierfür wird der Anglo-Kanadische Film mit dem Fokus auf den kanadischen Filmemacher Atom Egoyan betrachtet. Es wird sowohl auf seine, nicht zuletzt biografisch bedingte, Motivation eingegangen, die er in seine Filme einfließen lässt, als auch auf die Werte, die er hier widerspiegelt. Dabei wird der Fokus stets auf den Begriff der Identität gerichtet. Nach einer Darstellung des Inhalts von "The Adjuster" werden die verschiedenen Charaktere unter dem Kontext der Identität und Migration betrachtet und einander entgegengesetzt. Für die Betrachtung der Identität beziehungsweise der Identität im Kontext der Migration werden die dafür ausschlaggebenden Elemente und Schauplätze miteinbezogen.
Welche Schwierigkeiten haben die Figuren? Was kennzeichnet sie? Wie stellt Egoyan die Personen mit und wie die ohne Migrationshintergrund dar? Fremd im eigenen Land. So etwa könnte ein Film von Atom Egoyan heißen. Jedoch bedient sich der Anglo-Kanadische Filmemacher einer weitaus abstrakteren Sprache. Zwar stellt Egoyan mit seinen Filmen, wenn auch zugespitzt, die kulturelle Heimatlosigkeit dar, so ist eine der wichtigsten Fragen in seinen Filmen aber die nach der Identität.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ATOM EGOYAN IM KONTEXT DES ANGLO-KANDADISCHEN FILMS/ EINORDNUNG VON EGOYAN IM ANGLO-KANADISCHEN FILM
2.1 Der Anglo kanadische Film
2.2 Atom Egoyan als Vertreter des Anglo kanadischen Films
3 DARSTELLUNG VON IDENTITÄT UND MIGRATION IN THE ADJUSTER
3.1 Der Begriff der Identität in THE ADJUSTER
3.2 Identität im Migrationskontext
4 FAZIT
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die Darstellung von Identität und Migration am Beispiel des Films THE ADJUSTER (1991) von Atom Egoyan. Ziel ist es, die filmische Umsetzung von Identitätskrisen und Entfremdung sowohl im Kontext der kanadischen Filmkultur als auch unter Berücksichtigung der biografischen Hintergründe des Regisseurs zu beleuchten und dabei die Bedeutung von Migration für die Identitätsfindung der Figuren zu untersuchen.
- Die Rolle des Anglo-kanadischen Kinos und seine Identitätsstiftung.
- Atom Egoyans spezifische Handschrift und Themenwahl im Autorenfilm.
- Die Bedeutung von Symbolen (wie Feuer) und Setting für die Identitätssuche.
- Die Untersuchung der Identitätsentwicklung bei Figuren mit und ohne Migrationshintergrund.
- Die kritische Reflexion des Identifikationsentzugs durch eine bewusste filmische Montage.
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Begriff der Identität in THE ADJUSTER
Noah ist wie bereits beschrieben ein Versicherungsvertreter, der versucht nach einem Brandfall den Besitz seiner Klienten zu rekonstruieren und den Wert dessen zu schätzen. Feuer stellt sich als eines der wichtigen Bestandteile im Films dar. Denn Symbolisch bedeutet Feuer nicht nur Wärme und Geborgenheit, sondern hat vor allem einen zerstörerischen, alles vernichtenden Charakter. Im Fall von THE ADJUSTER zerstört das Feuer komplette Existenzen und ihre materiellen Bestände, mit denen sie sich identifizieren und somit immer auch ein Teil ihrer Identität. Es zeigt sich, dass Noah einen essentiellen Part bei der Wiederherstellung von fremden Identitäten einnimmt. Doch auch Noah selbst ist sich seiner Identität, wie sich bereits zu Beginn des Films zeigt, nicht sicher.
Nach einem nächtlichen Anruf bei dem er zu einem ausgebrannten Haus gerufen wird, steigt Noah in sein Auto und ruft aus diesem seine Frau an um sich zu vergewissern ob das eigene Haus noch existiert. Dieser Kontrollanruf bei seiner Frau Hera kann im metaphorischen Sinne als Zweifel an der eigenen Identität gedeutet werden. Noah erscheint unsicher in seinen Rollen als vermeintlicher Vater, als Retter und Geliebter von seinen Klienten. Er springt zwischen den Identitäten und spielt verschiedene Rollen. Eine Selbst-Vergewisserung über die Existenz der selbst-erschaffenen Identität, kann als ein Markenzeichen Egoyans gedeutet werden. Denn in seinen Filmen geht es häufig um ein kulturelles Gedächtnis oder die ethnische Spannung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der kulturellen Heimatlosigkeit und Identitätssuche in Egoyans Filmen ein und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 ATOM EGOYAN IM KONTEXT DES ANGLO-KANDADISCHEN FILMS/ EINORDNUNG VON EGOYAN IM ANGLO-KANADISCHEN FILM: Dieses Kapitel verortet Atom Egoyan innerhalb des kanadischen Films und untersucht die spezifischen Merkmale sowie die Einflüsse auf seine filmische Ästhetik.
3 DARSTELLUNG VON IDENTITÄT UND MIGRATION IN THE ADJUSTER: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Identitätssuche der Hauptcharaktere unter Einbeziehung symbolischer Motive und der speziellen Migrationskontexte im Film.
4 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass die Identitätsproblematik in THE ADJUSTER über den reinen Migrationshintergrund hinausgeht und eine universelle menschliche Erfahrung darstellt.
Schlüsselwörter
Atom Egoyan, THE ADJUSTER, Identität, Migration, Anglo-kanadischer Film, Identitätssuche, Entfremdung, Symbolik, Filmanalyse, kulturelle Identität, Selbstreflexivität, Montage, Fremdheit, Musterhaus, Versicherungsvertreter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Identität und Migration im Film THE ADJUSTER (1991) von Atom Egoyan inszeniert werden.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Identität im kanadischen Kino, der filmischen Darstellung von Heimatlosigkeit und der Identifikationsproblematik der Filmfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll analysiert werden, wie Egoyan die Suche nach einer stabilen Identität in einer multikulturellen Gesellschaft durch visuelle Mittel und eine de-zentrierte Narration ausdrückt.
Welche methodische Herangehensweise wird in der Arbeit verfolgt?
Der Autor führt eine filmwissenschaftliche Analyse durch, die den theoretischen Kontext des kanadischen Kinos mit einer detaillierten Szenenanalyse von THE ADJUSTER verbindet.
Was wird im Hauptteil des Textes behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Rolle von Noah als Versicherungsvertreter im Kontext seiner Identität als auch die spezifische Situation der Figuren mit Migrationshintergrund, wie Hera und Seta, analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Identität, Migration, Atom Egoyan, Anglo-kanadischer Film und Entfremdung definieren.
Welche besondere Bedeutung hat das Element "Feuer" im Film für die Identitätsfrage?
Feuer fungiert als zerstörerisches Element, das existenzielle Sicherheiten und dingliche Identitätszuweisungen auslöscht, gleichzeitig aber den Prozess der Identitätssuche und einen möglichen Neuanfang anstößt.
Warum entzieht Egoyan dem Zuschauer die Identifikation mit den Protagonisten?
Durch den Fokus auf Montage statt klassischer Narration sowie durch eine künstliche, bühnenhafte Inszenierung soll der Zuschauer in eine Distanz gebracht werden, die zur kritischen Reflexion über die eigene Identitätskonstruktion anregt.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Figuren mit und ohne Migrationshintergrund?
Während Egoyan die Identitätsproblematik bei allen Figuren thematisiert, zeigt er durch die Charaktere mit Migrationshintergrund besonders die Schwierigkeiten der kulturellen Integration, während die westlich geprägten Figuren durch eine "künstliche" Suche nach Sinn auffallen.
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- Florian Windel (Author), 2016, Darstellung von Identität und Migration in "The Adjuster" von Atom Egoyan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537116