In einer pluralistischen Gesellschaft wie man sie in Deutschland findet, existieren viele verschiedene Weltanschauungen, welche die Rolle von Religion und Wissenschaft in der Welt unterschiedlich definieren. Nicht nur in den Medien, wird die Kollision verschiedener Weltbilder oftmals angesprochen und nicht selten auch als ein Problem dargestellt, auch in den deutschen Schulen ist dieses Thema nach wie vor präsent. Die allgemein verbreitete Uneinigkeit spiegelt sich bei Kindern und Jugendlichen in der Schule wieder, welche aus heterogenen Gruppen bestehen und zu Themen, wie beispielsweise zur Entstehung der Welt, die unterschiedlichsten Vorstellungen besitzen können. Die Schöpfungslehre im Speziellen, kann sich, insbesondere bei der Gegenüberstellung mit der Evolutionstheorie, als eine komplizierte Thematik herausstellen, da das Aufeinandertreffen von Religion und Naturwissenschaften ebenfalls zu einem Aufeinandertreffen von Weltsichten zwischen Schülern und Schülerinnen führt. Der Unterricht zu Thema wie diesen, erfordert daher selbstverständlich nicht nur Neutralität und eine adäquate Wortwahl seitens der Lehrkraft, sondern auch geeignetes Arbeitsmaterial. In wie weit wird jedoch eine streng religiöse Weltsicht im Unterrichtsmaterial thematisiert und wie verhält es sich ebenso mit einer rein wissenschaftlichen Sichtweise? Im Folgenden, wird sich der Fragestellung gewidmet: "Inwiefern wird der Kreationismus und Szientismus in Schulbüchern, für das Fach Religion behandelt und welche didaktischen Probleme können dabei auftreten?"
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodisches Vorgehen
3 Definitionen
3.1 Kreationismus
3.2 Szientismus
4 Gegenüberstellung des Kreationismus und Szientismus
5 Der Kreationismus und Szientismus in Schulbüchern
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Kreationismus und der Szientismus in Religionsschulbüchern thematisiert werden und welche didaktischen Herausforderungen bzw. Probleme bei dieser Darstellung auftreten können, wobei der Fokus insbesondere auf der Vermittlung von komplementärem Denken liegt.
- Grundlagendefinition von Kreationismus und Szientismus
- Konfliktanalyse zwischen religiösen und naturwissenschaftlichen Weltbildern
- Untersuchung von Schulbuchinhalten anhand des Beispiels „Blickpunkt – Religion und Kultur“
- Reflektion didaktischer Probleme bei der Behandlung radikaler Positionen
- Erläuterung des Konzepts des komplementären Denkens im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.1 Kreationismus
Der Kreationismus, welcher seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten hat, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von konservativen Protestanten ins Leben gerufen und fungierte als Gegenbewegung zum Fortschrittsglauben und dem Liberalismus1. Kreationisten vertreten einen Schöpfungsglauben, welcher die naturalistische Evolutionstheorie ablehnt.2 Sie sind grundsätzlich der Auffassung, dass alle Arten von Lebewesen, durch den Eingriff von Gott, in sechs Tagen entstanden sind und halten an einer wörtlichen Interpretation der Schöpfungserzählungen im Buch Genesis fest. Dementsprechend werden die Schöpfungserzählungen als Lehre zur Entstehung der Welt angesehen und Gott als „Primärursache der Welt“3.
Zu der Zeit der Entstehung des Kreationismus haben Fundamentalisten den Darwinismus zu diskreditieren versucht und die Heilige Schrift gewann immer mehr an Einfluss in der Politik. Sie soll beispielsweise bei der Beantwortung von rechtlichen und moralischen Fragen als Grundlage gedient haben und die Ideologie des Kreationismus wurde zeitgleich als eine alternative Wissenschaft dargestellt.4 Problematisch wurde hierbei jedoch die Tatsache, dass mehrere kreationistische Gruppierungen existierten, die die Bibel unterschiedlich interpretierten. Die bekanntesten Gruppen unter ihnen waren die sogenannten Langzeit-Kreationisten, Vorzeit-Kreationisten und Kurzzeit-Kreationisten. Letztlich wurde ebenfalls das Intelligent-Design populär, diese Gruppierung entstand jedoch erst später im Jahr 1990.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die pluralistische Gesellschaft und den damit verbundenen Konflikt zwischen religiösen und wissenschaftlichen Weltbildern in Schulen ein, woraus die Forschungsfrage der Arbeit abgeleitet wird.
2 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erläutert, dass zur Beantwortung der Fragestellung eine begriffliche Definition, eine inhaltliche Gegenüberstellung sowie eine Analyse eines Schweizer Religionsschulbuchs durchgeführt werden.
3 Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe Kreationismus und Szientismus definiert und in ihre verschiedenen Strömungen bzw. historischen Kontexte eingeordnet.
4 Gegenüberstellung des Kreationismus und Szientismus: Dieses Kapitel stellt die Argumente beider Positionen einander gegenüber und beleuchtet den Konflikt anhand historischer und zeitgenössischer Debatten, etwa durch Richard Dawkins.
5 Der Kreationismus und Szientismus in Schulbüchern: Anhand von Kapitelausschnitten aus dem Schulbuch „Blickpunkt – Religion und Kultur“ wird analysiert, wie das Thema didaktisch aufbereitet wird und welche Herausforderungen dabei entstehen.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Behandlung der Themen im Schulbuch zwar lückenhaft ist, aber durch den Fokus auf die Vermittlung komplementären Denkens dennoch einen wertvollen Beitrag zur Verhältnisbestimmung von Religion und Naturwissenschaft leistet.
Schlüsselwörter
Kreationismus, Szientismus, Religionsunterricht, Evolutionstheorie, Schöpfungslehre, komplementäres Denken, Naturwissenschaften, Weltbilder, Schulbücher, Intelligenz-Design, Fundamentalismus, Weltanschauung, Didaktik, Urknall, Religion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Thematisierung der Weltbilder Kreationismus und Szientismus innerhalb des Religionsunterrichts, speziell anhand der Analyse von Schulbuchmaterial.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Kreationismus und Szientismus, der historische und aktuelle Konflikt zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube sowie die didaktische Umsetzung dieser Thematik in der Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, inwiefern diese zwei gegensätzlichen Weltanschauungen in Religionsschulbüchern behandelt werden und welche didaktischen Probleme sich dabei für Lehrkräfte und Schüler ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Begriffsdefinition sowie eine fachdidaktische Analyse spezifischer Ausschnitte aus dem Schulbuch „Blickpunkt – Religion und Kultur“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe definiert, anschließend die Positionen in einer Gegenüberstellung analysiert und schließlich das konkrete Schulbuchmaterial auf seine didaktische Zielsetzung hin untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kreationismus, Szientismus, Religionsunterricht, Evolutionstheorie und komplementäres Denken.
Was versteht die Arbeit unter „komplementärem Denken“?
Es bezeichnet die Fähigkeit, zwei unterschiedliche Perspektiven – hier Religion und Naturwissenschaft – gleichzeitig als eigenständige, aber sich ergänzende Sichtweisen auf die Welt zu verstehen.
Warum wird der Szientismus im untersuchten Schulbuch kaum erwähnt?
Die Arbeit begründet dies mit der Seltenheit des Begriffs in der heutigen Zeit sowie seiner historischen Belastung, da er in der Vergangenheit oft negativ verwendet wurde.
Welche spezifische Kritik äußert die Autorin am Schulbuch?
Die Autorin kritisiert, dass das Buch kaum zwischen verschiedenen kreationistischen Gruppierungen unterscheidet und den Eindruck erwecken könnte, radikale Positionen fänden sich vornehmlich im religiösen Spektrum.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Thematisierung von Szientismus und Kreationismus in Schulbüchern für den Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537201