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Die juristische Elite der Bundesrepublik Deutschland

Titre: Die juristische Elite der Bundesrepublik Deutschland

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 18 Pages , Note: 2

Autor:in: Christoph Färber (Auteur)

Sociologie - Travail, Education, Organisation
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Wir beschäftigen uns in dieser Arbeit mit der juristischen Elite der Bundesrepublik Deutschland. Es soll ein Überblick über die Geschichte, die Zusammensetzung, die Rekrutierung und die charakteristischen Merkmale gegeben werden. Besondere Bedeutung kommt der juristischen Elite schon aufgrund der Tatsache zu, dass sie eine der drei klassischen Staatsgewalten im Sinne der Theorien von Montesquieu bzw. Locke darstellt und als solche auch im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert ist. Alleine dem Bundesverfassungsgericht kann eine nicht unbedeutende Rolle in der Gesellschaft zugesprochen werden, so hat es durch seine Urteile immer wieder bei Gesetzgebungen eine maßgebliche Rolle gespielt, wie z.B. bei seinem Urteil bezüglich des Zuwanderungsgesetzes vom 18.12.2002. Aber auch in den soziologischen Elitetheorien hat die juristische Elite selbstverständlich einen festen Platz gefunden und ist bei Dahrendorf eine der sieben funktionalistischen Eliten (vergl. Dahrendorf, 1961) und mit dieser Arbeit soll speziell die Gruppe der juristischen Elite nochmals näher betrachtet werden. Aufgrund des Umfangs wird sich diese Arbeit nicht mit der allgemeinen Diskussion über die verschiedenen Elitentheorien befassen, sondern speziell die juristische Elite unter die Lupe nehmen.

Wir werden in der Arbeit feststellen, dass die Eliten allgemein und speziell die juristische Elite einer exklusiven Auswahl und Zusammensetzung unterliegen und keineswegs der Bevölkerungszusammensetzung entsprichen. Auch werden wir die Mechanismen dieser Auswahl näher betrachte und u.A. den Blick etwas näher auf das juristische Studium konzentrieren. Im späteren Verlauf der Arbeit wird es schließlich noch um die Frage der Besonderheiten der juristischen Elite gehen und was diese von anderen Eliten der Bundesrepublik unterscheidet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Historischer Überblick

3.) Die juristische Elite heute

3.1) Definition der juristischen Elite

3.2) Zugangswege zur juristischen Elite

3.3) Die Zusammensetzung der juristischen Elite

3.4) Besonderheiten der juristischen Elite

4.) Zusammenfassung und Diskussion

Anlage 1: Herkunftsgruppen der Studierenden

Anlage 2: Aufbau des deutschen Gerichtswesens

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die juristische Elite der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ziel, einen Überblick über deren historische Entwicklung, Rekrutierungsmechanismen und charakteristische Merkmale zu geben. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die soziale Zusammensetzung dieser Elite exklusiven Auswahlprozessen unterliegt und welche Rolle der juristische Habitus spielt.

  • Historische Entwicklung des Juristenstandes in Deutschland
  • Soziologische Definition und Abgrenzung der juristischen Elite
  • Strukturelle Barrieren und Zugangswege zum juristischen Beruf
  • Die Bedeutung von sozialer Herkunft und Berufsvererbung
  • Der Einfluss von Habitus und konservativen Werthaltungen

Auszug aus dem Buch

3.2) Zugangswege zur juristischen Elite

Der Zugang zur juristischen Elite ist im Gegensatz zu allen anderen Eliten an ein bestimmtes Studienfach gebunden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist die einzige Zugangsmöglichkeit in der höheren Justiz ein Jurastudium, denn für deutsche Gerichte ist das erfolgreich absolvierte Jurastudium neben der deutschen Staatsangehörigkeit eine unumstößliche Barriere, lediglich die Patentgerichte und Justizministerien erlauben andere Zugangswege.

Das Jurastudium selbst gliedert sich zum einen in die Studienzeit bis zum ersten Staatsexamen und die Referendariatszeit bis zum Abschluss des zweiten Staatsexamens. Der erste Studienabschnitt umfasst in der Regel acht Semester und die Zeit des Referendariats nochmals vier, damit liegt die Regelstudienzeit bei 12 Semestern, was durchaus dem Durchschnitt anderer Studienfächer entspricht. Eine Besonderheit des Jurastudiums ist allerdings das Repetitorium im letzten Studienjahr zur Vorbereitung auf das erste Staatsexamen. Diese Einrichtung, in anderen Studienfächern nahezu unbekannt, ist eine spezielle Vorbereitungsmöglichkeit auf die anstehende Prüfung und wird in aller Regel privat getragen. Das bestehen des ersten Staatsexamens ohne das Repetitorium gilt in der Regel als sehr schwierig bis aussichtslos und auch die gelegentlich staatlich angebotenen Repetitorien sollen, nach Meinung vieler Studenten, in der Vorbereitung wenig hilfreich sein. Ca. 90% aller Studenten nutzen die, im Bereich von 120-170€ pro Monat liegenden Repetitorien für die Vorbereitung und zahlen damit alleine für die Examensvorbereitung Beträge um die 1.500€. Weiterhin gilt es als äußerst schwierig neben der Examensvorbereitung noch arbeiten zu gehen, was wiederum eine starke finanzielle Unterstützung durch die Eltern oder eigene Reserven verlangt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der juristischen Elite als eine der klassischen Staatsgewalten ein und umreißt den Fokus der Arbeit auf deren Rekrutierung und charakteristische Merkmale.

2.) Historischer Überblick: Das Kapitel beleuchtet den historischen Stellenwert von Juristen an deutschen Universitäten und zeigt die Exklusivität des Jurastudiums sowie dessen historische Dominanz durch Adel und Bürgertum auf.

3.) Die juristische Elite heute: Hier werden Daten ab 1970 analysiert, wobei Schwerpunkte auf der Definition der Elite, den formalisierten Zugangswegen, der starken sozialen Ungleichverteilung sowie dem spezifischen Beamtenhabitus liegen.

4.) Zusammenfassung und Diskussion: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur exklusiven Rekrutierung und den konservativen Prägungen zusammen und diskutiert die Herausforderungen einer soziologischen Untersuchung dieses Feldes.

Schlüsselwörter

Juristische Elite, Elitesoziologie, Jurastudium, Berufsvererbung, Sozialstruktur, Rekrutierung, Beamtenhabitus, Justizwesen, Rechtsstaat, Staatsgewalt, Konservatismus, soziale Herkunft, Elitebildung, Richteramt, Leistungselite.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die juristische Elite der Bundesrepublik Deutschland aus soziologischer Perspektive und untersucht deren historische Entwicklung sowie ihre aktuelle Zusammensetzung.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche soziale Herkunft, Rekrutierungsprozesse, den Zugang zum Jurastudium sowie den spezifischen Habitus der juristischen Elite.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die juristische Elite einer exklusiven Auswahl unterliegt und keineswegs die gesellschaftliche Bevölkerungszusammensetzung widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte soziologische Arbeit, die auf empirischen Sekundärdaten und Elitetheorien (insbesondere von Hartmann und Dahrendorf) aufbaut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die Definition des Elitebegriffs, die formalisierten Zugangswege über das Jurastudium sowie die Beobachtung der sozialen Sesshaftigkeit und Berufsvererbung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Elitesoziologie, soziale Exklusivität, Berufsvererbung und juristischer Beamtenhabitus geprägt.

Wie spielt die "Berufsvererbung" für die juristische Elite eine Rolle?

Laut der Studie stammen überproportional viele Angehörige der juristischen Elite aus Beamtenhaushalten, was eine erstaunliche Kontinuität der Selbstrekrutierung belegt.

Welchen Einfluss haben Richterwahlausschüsse auf die Zusammensetzung der Elite?

Diese Gremien verstärken die Formalisierung der Auswahlprozesse, bei denen oft Kriterien angelegt werden, die das "Suchen von seinesgleichen" durch bereits etablierte Richter begünstigen.

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Résumé des informations

Titre
Die juristische Elite der Bundesrepublik Deutschland
Université
Technical University of Darmstadt  (Institut für Soziologie)
Cours
Einführung in die Elitesoziologie
Note
2
Auteur
Christoph Färber (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
18
N° de catalogue
V53723
ISBN (ebook)
9783638490931
ISBN (Livre)
9783638751803
Langue
allemand
mots-clé
Elite Bundesrepublik Deutschland Einführung Elitesoziologie Juristen juristische Jura
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Färber (Auteur), 2006, Die juristische Elite der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53723
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Extrait de  18  pages
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