Einfluss von Overconfidence auf das Investitionsverhalten


Seminararbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen Overconfidence
2.1 Definition und Kategorisierung von Overconfidence
2.2 Indikatoren und mögliche Verfahren zur Messung der Manager-Selbstüberschätzung
2.3 Traditionelle Gründe für Investitionsverzerrungen und Herleitung der Hypothese

3. Experimentelles Design
3.1 Konzeption des Experiments
3.2 Unabhängige Variable - Ermittlung der Overconfidence der Experimentteilnehmer
3.3 Abhängige Variable - Erhebung des Investitionsverhaltens unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem ersten Schritt
3.4 Betrachtung ausgewählter Validitätskriterien und mögliche Kritik am Experimentaufbau

4. Zusammenfassung

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bereits im Jahr 1982 behauptete der weltbekannte und sehr erfolgreiche Investor Warren Buffet im Chairman's Letter seines Unternehmens Berkshire Hathaway, dass viele Manager ihre Fä­higkeiten überschätzen. Mit einem teilweise belustigenden Vergleich konstatierte er, dass viele Entscheidungsträger bereit sind zu hohe Prämien für ihre Zielunternehmen zu bezahlen, da sie sich für fähig genug halten diese durch eine Erhöhung der Profitabilität des übernommenen Unternehmens schnell wieder zu erwirtschaften. Seinen Beobachtungen zur Folge scheiterte dieses Unterfangen jedoch in vielen Fällen.1 Die bisher eher durch Misserfolge geprägte Über­nahme von Monsanto durch die Bayer AG aus dem Jahr 2018 ist nur eins von vielen Beispielen welches verdeutlicht, dass das Thema Manager-Overconfidence und die damit womöglich ein­hergehenden Über- bzw. Fehlinvestitionen auch heutzutage kaum an Brisanz verloren zu haben scheint. Während sich die einfache Behauptung, dass das Selbstbewusstsein eines Managers als eher stark ausgeprägt einzustufen ist noch kaum als Diskussionsgrundlage eignet, bedarf die Annahme, dass eigene Fähigkeiten überschätzende Entscheidungsträger zu Überinvestitionen neigen bereits durchaus einer eingehenden Untersuchung. Das primäre Ziel dieser Arbeit be­steht in der Ausarbeitung eines Experiments zur Analyse des Einflusses von Overconfidence auf das Manager-Investitionsverhalten. Im anfänglichen Kapitel werden dabei zunächst theore­tische Hintergründe zu Overconfidence erörtert und eine für die Arbeit gültige Definition eben­dieser festgelegt. Anschließend werden gängige Verfahren zu ihrer Identifikation und Messung vorgestellt, ehe im letzten Kapitel des zweiten Abschnitts die zu prüfende Hypothese hergeleitet wird. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit dem experimentellen Design und ist v. a. durch die zwei aufeinanderfolgenden Schritte - Overconfidence-Ermittlung und Erhebung des Inves­titionsverhaltens - gekennzeichnet. Bevor eine Zusammenfassung die Arbeit abrundet, wird in Kapitel 3.4 u. a. die Einhaltung ausgewählter Validitätskriterien diskutiert.

2. Das Phänomen Overconfidence

2.1 Definition und Kategorisierung von Overconfidence

Overconfidence bzw. Hybris kann vereinfacht gesagt als Selbstüberschätzung, oder auch als das von der betroffenen Person in einem bestimmten Situationskontext praktizierte, selbstüberschätzende Verhalten, bezeichnet werden. Genauer betrachtet stellt Overconfidence eine kognitive Verzerrung dar, welche zur Folge haben kann, dass Individuen eine objektive und exakte Bewertung betrachteter Sachverhalte, zugunsten ihrer eigenen subjektiven Beurtei­lung dieser, aufgeben.2 Dabei kann in Anbetracht der vorhandenen Literatur eine Kategorisie­rung in verschiedene Konzepte der Verzerrungseffekte unternommen werden. Eine mögliche Konzeption ist die miscalibration, im Rahmen derer Personen dazu neigen ein zu hohes Ver­trauen in die Richtigkeit der ihnen vorliegenden Informationen zu setzen, was letztlich in der Überschätzung der eigenen Fähigkeit zur präzisen Analyse und Prognose von Sachverhalten und Situationen mündet. Eine weitere Ausprägung von Overconfidence ist die illusion of con­trol, wobei die Individuen in diesem Fall dazu tendieren ihre Möglichkeiten zur Ausübung von Kontrolle auf bestimmte Ereignisse, auf welche sie tatsächlich nur einen begrenzten Einfluss haben, zu überschätzen.3 Nicht zuletzt wird in der Literatur hierzu auch der above average effect aufgeführt. Dieser beschreibt die Neigung von Personen die Ausprägung des eigenen Wissens oder eigener, als positiv angesehener Wesensmerkmale und Fähigkeiten als zu stark einzuschät­zen und sich somit im Vergleich zu einer für sie relevanten Referenzgruppe als überdurch­schnittlich zu betrachten. Als Folge kann eine verfälschte Wahrnehmung kausaler Zusammen­hänge auftreten. Durch das in die eigenen Handlungen gesetzte überzogene Erfolgsvertrauen werden profitable Resultate stets auf das eigene Können zurückgeführt. Kommt es hingegen zu einem Misserfolg, werden äußere Umstände bzw. einfach Pech als Ursache gesehen.4 Die vor­liegende Arbeit orientiert sich in diesem Punkt an der zuletzt genannten Konzeption und sieht Hybris als Überschätzung des eigenen Wissens hinsichtlich eines vordefinierten spezifischen Bereiches, wobei die Annahme besser als der Durchschnitt zu sein für das noch folgende Ex­periment, in dessen Rahmen eine eigenständige Methode zur Messung der Selbstüberschätzung eingesetzt werden soll, irrelevant bleibt. Zunächst werden jedoch zwei weitere Möglichkeiten zur Identifikation und Messung des besagten Phänomens bündig vorgestellt.

2.2 Indikatoren und mögliche Verfahren zur Messung der Manager-Selbstüberschätzung

Wie aus dem vorhergehenden Kapitel abgeleitet werden kann, stellt das Konzept der Overcon­fidence zumindest in der Theorie ein sehr facettenreiches Konstrukt dar. Was manche Personen bei einem betrachteten Individuum als ein sehr stark ausgeprägtes Selbstvertrauen und somit als eine eher positive Charaktereigenschaft wahrnehmen, kann wiederum von anderen bereits als Selbstüberschätzung bzw. Vermessenheit empfunden werden. Somit handelt es sich bei Overconfidence um eine Eigenschaft, die sich in der Realität nur schwer direkt und objektiv ermitteln lässt, wodurch der Festlegung eines sinnvollen und gleichzeitig nachvollziehbaren Maßes, im Rahmen ihrer Analyse, eine enorm wichtige Bedeutung zugeschrieben werden kann.5 Homberg und Osterloh (2010) nehmen hierfür in ihrer Arbeit zunächst eine Zweiteilung der Indikatoren für Hybris bei Managern vor, wobei sie zwischen quantitativen und qualitativen Indikatoren unterscheiden.6 Für beide Indikatorarten stellen sie anschließend mehrere mögliche Verfahren zur Messung der Selbstüberschätzung vor, von denen nun je ein Verfahren pro Indi­katorart kurz erläutert wird.

Managementvergütung

Bei der Betrachtung der quantitativen Indikatoren kristallisiert sich u. a. die Analyse der Ma­nagementvergütung als Möglichkeit zur Feststellung und Messung von Hybris bei Entschei­dungsträgern heraus. Hierbei können Entscheidungen bezüglich des persönlichen Portfolios In­dizien für overconfidente Manager liefern. Zum einen weist die Gehaltsstruktur vieler CEOs einen hohen Anteil an sog. restricted stock (Aktien, deren Ausgabe bestimmten Beschränkun­gen unterliegt bzw. an Erfüllung vorher festgelegter Bedingungen gekoppelt wird) und nicht handelbaren Aktienoptionen des von ihnen geleiteten Unternehmens auf. Zum anderen stellt der CEO i. d. R. sein gesamtes Humankapital der Unternehmung zur Verfügung. Diese Aspekte verknüpfen unmittelbar das Unternehmensrisiko mit dem individuellen Risiko des CEOs und schränken zugleich dessen Möglichkeiten zur Risikodiversifikation des eigenen Portfolios er­heblich ein. Aus diesem Grund sollten sogar nur gering risikoaverse Manager zwecks eigener Portfoliodiversifikation eher dazu tendieren Aktienoptionen, sobald diese „ins Geld“ gehen aus­zuüben, und den Bestand ihrer Unternehmensaktien zugunsten stärker risikostreuender Anlagen wie bspw. Indexaktien zu reduzieren. Werden hier jedoch weit „im Geld“ liegende Aktienopti­onen nach wie vor gehalten und/oder weitere Unternehmensanteile unter Einsatz des privaten Vermögens zusätzlich erworben, kann dies auf die Erwartung eines künftig sehr erfolgreichen Abschneidens der Aktienperformance seitens des CEOs zurückzuzuführen sein und somit als ein Anzeichen für sein (zu) starkes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, oder auch Selbstüber­schätzung, gewertet werden. Insgesamt sollte dieses Verfahren jedoch stets mit Vorsicht angewendet werden, bspw. können Manager sich hier gegen einen frühen Aktienverkauf ent­scheiden, um für das Unternehmen unvorteilhafte Signale an den Markt zu vermeiden.7

Darstellung der CEOs in der Presse

Neben quantitativen, können auch qualitative Indikatoren Anzeichen für Hybris liefern. Eine Möglichkeit diese zu erfassen, bietet die Betrachtung der Außenwahrnehmung von Top-Mana­gern durch eine Untersuchung der Presseberichterstattung, wobei hier insgesamt angenommen wird, dass eine sehr positive Darstellung in der Presse das Selbstbild in Richtung der Selbst­überschätzung verschieben kann.8 An dieser Stelle bedienen sich die dazu durchgeführten Stu­dien unterschiedlicher Herangehensweisen. Hayward und Hambrick (1997) unterstellen in ihrer Arbeit, dass Overconfidence durch wohlwollende Presseartikel in hoch anerkannten Zeitschrif­ten mit hoher Reichweite ausgelöst werden kann. Hierfür untersuchten sie insgesamt 138 Arti­kel, welche maximal drei Jahre vor einem Akquisitionszeitpunkt erschienen und in welchen speziell auf die Leistung des jeweiligen CEOs eingegangen wurde. Dabei werteten sie den Zu­sammenhang zwischen guten Beurteilungen in der Berichterstattung und später gezahlten Ak­quisitionsprämien aus. Sie stellten fest, dass eine Lobpreisung des CEOs in der Presse positiv mit der Höhe der gezahlten Akquisitionsprämie korreliert, was wiederum für die Förderung von Hybris durch positive Berichterstattung spricht, da overconfidente Manager davon auszugehen scheinen, zusätzlich entstehende Kosten durch ihre Fähigkeiten wieder einbringen zu können.9

2.3 Traditionelle Gründe für Investitionsverzerrungen und Herleitung der Hypothese

Die zuletzt genannte Methode zeigt eine Möglichkeit auf, Hybris bei Managern unter Zuhilfe­nahme der Betrachtung von Akquisitionsvorgängen festzustellen und zu messen. Insgesamt las­sen sich einige Publikationen beobachten, welche sich der Untersuchung eines möglichen Zu­sammenhanges zwischen Overconfidence bei Entscheidungsträgern und der Höhe, der im Rah­men von Firmentransaktionen, von ihren Unternehmen gezahlten Prämien widmen. Dabei stel­len die meisten Studien hier tatsächlich eine positive Korrelation fest.10 Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob dieser Zusammenhang nicht nur bei Unternehmensakquisitionen, sondern auch bei Investitionen i. Allg. eruiert werden kann. Wie Malmendier und Tate (2005a) feststellen, kristallisieren sich traditionell v. a. zwei grundlegende Erklärungen für Verzerrun­gen im Rahmen des Investitionsverhaltens heraus. Zum einen führen sie dazu nach Jensen und Meckling (1976) die bisweilen auseinandergehenden Manager- und Aktionärsinteressen auf, wobei sich erstere hiernach einen persönlichen Nutzen oder auch eine Stärkung der eigenen Position im Unternehmen von einer Überinvestition versprechen. Zum anderen bringen sie die asymmetrische Informationsverteilung zwischen den Unternehmensinsidern und dem Kapital­markt nach Myers und Majluf (1984) als zweite mögliche Erklärung vor. Diese Informations­asymmetrie bewirkt, dass eigentlich erfolgreich laufende Unternehmen am Kapitalmarkt unter­bewertet werden, woraufhin sich Manager zur Fremdfinanzierung und folglich zu Unterinves­tition gezwungen sehen.11 Beide Ansätze unterstellen dabei eine Sensitivität der Investitions­höhe gegenüber dem Cashflow des Unternehmens.12 Einen anderen, nicht auf Firmencharakte­ristika basierenden, Ansatz zur Erklärung von Investitionsverzerrungen könnte die Analyse der Persönlichkeitsmerkmale von Entscheidungsträgern des betrachteten Unternehmens liefern. Hierfür würde sich insbesondere Overconfidence als eine auf die Investitionshöhe und -häufig­keit einwirkende Charaktereigenschaft anbieten, da es anzunehmen ist, dass das Selbstbewusst­sein bei vielen Managern vergleichsweise sehr stark ausgeprägt sein sollte. Der Aufstieg auf einen Managerposten birgt zumeist die Notwendigkeit des erfolgreichen Bewältigens vieler Herausforderungen in sich, wofür das jeweilige Individuum neben exzellenten fachlichen Kenntnissen, u. a. einen starken Glauben an sich und die eigenen Fähigkeiten aufweisen sollte. Zudem sind Manager es gewohnt, die eigene Meinung stets auf höchster Ebene zu vertreten bzw. durchzusetzen. Die Gesamtheit dieser Faktoren könnte u. U. einen Hang zur Selbstüber­schätzung bewirken. Der Tatsache, dass Hybris bereits im Rahmen von Akquisitions-Transak­tionen zu höheren Prämien führt entnehmend, lässt sich vor dem soeben beschriebenen Hinter­grund für Investitionen i. Allg. nun die folgende Hypothese aufstellen:

Je deutlicher die Overconfidence-Ausprägung beim jeweiligen Manager, umso stärker dessen Neigung zum Überinvestieren.

Im Folgenden werden nun die Gesichtspunkte eines möglichen Experimentaufbaus zur Über­prüfung dieser Hypothese anschaulich dargestellt, wobei weder die Durchführung noch die Analyse möglicher Ergebnisse tatsächlich vorgenommen werden.

3. Experimentelles Design

3.1 Konzeption des Experiments

Ein Experiment dient i. Allg. der Analyse gesetzmäßiger Abhängigkeitsbeziehungen, wobei dessen Konzeption es im Normalfall vorsieht, dass mögliche Veränderungen der abhängigen Variable nach einer Manipulation der auf sie ggf. einwirkenden unabhängigen Variable gemes­sen werden sollen, um dadurch Informationen über den kausalen Zusammenhang beider Vari­ablen zu gewinnen.13 Die in der vorliegenden Arbeit erläuterte Vorgehensweise weicht etwas von dieser ursprünglichen Konzeption ab, orientiert sich dafür stark an dem von Pikulina et al. (2017) in ihrer Arbeit entwickelten experimentellen Ansatz.14 Im Rahmen des vorgestellten Experiments agieren die Teilnehmenden als Manager, welche Investitionsentscheidungen zu treffen haben. Das gesamte Prozedere wird dabei in zwei Schritte unterteilt. Zunächst geht es um die Messung der Overconfidence-Ausprägung beim jeweiligen Probanden. Der hierbei er­mittelte Overconfidence-Grad stellt gleichzeitig die unabhängige Variable dar. Der zweite Schritt beinhaltet die Untersuchung des Investitionsverhaltens der Individuen. Dabei werden ihre Investitionsentscheidungen, welche quasi die abhängige Variable definieren, unter Berück­sichtigung vorher erlangter Informationen zu ihrer Selbsteinschätzung, mit dem Ziel hier einen Zusammenhang festzustellen, analysiert. Die genauen Vorgehensweisen zur Messung der Overconfidence und zur Untersuchung des Investitionsverhaltens werden in den nächsten Ka­piteln detailliert erklärt, während an dieser Stelle zunächst weitere Eckdaten des Ansatzes auf­geführt werden. Bei der klassischen Durchführung eines Experiments werden Probanden zufäl­lig in zwei Gruppen, eine Experimental- und eine Kontrollgruppe, aufgeteilt. Während die der Experimentalgruppe zugeordneten Teilnehmenden einer gezielten Manipulation der unabhän­gigen Variable ausgesetzt werden, wird bei der Kontrollgruppe auf diese Manipulation verzich­tet. Für den Fall, dass sich folglich die Ausprägung der abhängigen Variable bei der Experi­mentalgruppe systematisch verändert, bei der Kontrollgruppe jedoch weiterhin konstant bleibt, kann ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen den Variablen vermutet werden.15 Auch im vorliegenden Experiment werden Probanden unabhängig von Geschlecht und Nationalität in zwei Gruppen zu je 100 Personen aufgeteilt. Eine Gruppe besteht dabei aus sog. Financial Pro­fessionals, Leitungsfunktionen bekleidenden Angestellten aus der Finanzbranche und aus Fi­nanzabteilungen von Industrieunternehmen, die sowohl durch unterschiedliches Alter als auch durch unterschiedliche Erfahrungsvolumina charakterisiert werden können. Der anderen Gruppe werden Studierende der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Finance und un­terschiedlichem Fortschritt des Studiums zugeteilt. Diese Zweiteilung soll zusätzliche Rück­schlüsse darüber ermöglichen, ob die mit Hybris vermutlich einhergehende Neigung zum Über­investieren nicht nur bei erfahrenen Entscheidungsträgern, sondern auch bei „Noch-Laien“ und somit unabhängig von bereits erlangter Berufserfahrung und Position, eruiert werden kann. Zu­dem findet im erklärten Versuch keine klassische Unterscheidung zwischen einem Labor- und einem Feldexperiment statt. Während die gesamte Studierenden-Gruppe das Experiment in ei­ner Laborumgebung am Computer absolviert, könnte sich ein derartiges Vorgehen bei viel be­schäftigten Financial Professionals aus Zeitgründen als schwierig erweisen, weshalb hier nur 30 Personen direkt eingeladen werden sollen, um das Experiment in einem Vorlesungsraum auf Papier durchzuführen. Die restlichen 70 Teilnehmer dieser Gruppe absolvieren das Experiment in einer eigenständig gewählten Umgebung unter Verwendung eines webbasierten Tools.

3.2 Unabhängige Variable - Ermittlung der Overconfidence der Experimentteilnehmer

Im ersten Teil des Experiments geht es um die Messung der Overconfidence. Wie in Kapitel 2.1 bereits angedeutet, erfolgt diese hier mittels eines Vergleichs des anhand eines fachspezifi­schen Tests festgestellten Finanzwissens der Probanden, mit der von ihnen persönlich getroffe­nen Selbsteinschätzung bezüglich ihres Abschneidens in ebenjenem Test. Hierzu beantworten die Teilnehmenden zunächst zwölf wirtschaftsspezifische Fragen (siehe Anhang A). Diese be­stehen zum Großteil aus Fragen zum Kapitalmarkt und zu Finanzinstrumenten16 und dienen zur Ermittlung ihrer das Finanzwesen betreffenden Kenntnisse. Bei allen Fragen werden zwei Ant­wortmöglichkeiten vorgegeben, von denen jeweils eine richtig ist. Neben der Antwort werden die Probanden dazu angewiesen eine Wahrscheinlichkeit anzugeben, von der sie ausgehen, dass ihre Lösung korrekt sein wird. Die Spannweite liegt hier zwischen 50% und 100%, wobei beide Extremwerte erlaubt sind. Während sowohl für die Gruppe der Studierenden als auch für den vor Ort am Experiment teilnehmenden Anteil der Financial Professionals-Gruppe eine Zeitvor­gabe für die Beantwortung der Fragen aufgestellt wird, können sich Financial Professionals, welche das Experiment am einem webbasierten Tool absolvieren, beliebig viel Zeit lassen.

[...]


1 Vgl. Buffet, 1982.

2 Vgl. Im & Oh, 2016, S. 211.

3 Vgl. Ben-David et al., 2013, S. 1549.

4 Vgl. Malmendier & Tate, 2005b, S. 650.

5 Vgl. Malmendier & Tate, 2005b, S. 652.

6 Vgl. Homberg & Osterloh, 2010, S. 276.

7 Vgl. Malmendier & Tate, 2005b, S. 652; Homberg & Osterloh, 2010, S. 280 f.

8 Vgl. Homberg & Osterloh, 2010, S. 282.

9 Vgl. Hayward & Hambrick, 1997, S. 113 und 120.

10 Vgl. hierzu z. B. Hayward & Hambrick, 1997; oder Liu & Chen, 2017.

11 Vgl. Malmendier & Tate, 2005a, S. 2661 f. zitiert nach Jensen & Meckling, 1976, o. S. und Myers & Majluf, 1984, o. S.

12 Vgl. Malmendier & Tate, 2005a, S. 2661.

13 Vgl. Reiß & Saris, 2012, S. 56.

14 Vgl. hierfür und für die folgenden Ausführungen zum Experiment Pikulina et al., 2017.

15 Vgl. Eifler & Leitgöb, 2019, S. 204.

16 Zum einen wurden die Fragen selbst erstellt, zum anderen wurden in der Literatur bereits vorhandene Fragen, teilweise überarbeitet, in den Fragebogen implementiert. Als Quelle dienten DePamphilis, 2009, S.339; Fre­derick, 2005, S. 27; Pikulina et al., 2017, Anhang A.; Van Rooij, et al., 2011, o. S.; www.statista.de

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Einfluss von Overconfidence auf das Investitionsverhalten
Hochschule
Universität Augsburg  (Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V537262
ISBN (eBook)
9783346141330
ISBN (Buch)
9783346141347
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Overconfidence, Manager, Experiment, Selbstüberschätzung, Investitionsverhalten, Behavioural Controlling
Arbeit zitieren
Kirill Lochbaum (Autor), 2020, Einfluss von Overconfidence auf das Investitionsverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537262

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