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Wha gwaan? Eine soziolinguistische Betrachtung des jamaikanischen Patois unter Berücksichtigung der aktuellen Pidgin- und Kreolforschung

Title: Wha gwaan? Eine soziolinguistische Betrachtung des jamaikanischen Patois unter Berücksichtigung der aktuellen Pidgin- und Kreolforschung

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Krause (Author)

Speech Science / Linguistics
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Wha gwaan ? Das mag sich so mancher denken, der sich überlegt, wie man auf die Idee kommt, sich bei einem so vielfältigen Themengebiet, wie dem der Soziolinguistik, ausgerechnet auf die Sprachentwicklung einer kleinen Insel irgendwo in der Karibik –Jamaika- und das dortige Kreol -Patois - zu konzentrieren? Nun - den Anstoß zu dieser Hausarbeit gaben ausgerechnet Kommilitonen, die in ihrem Referat aus Unwissenheit über gerade dieses Thema ein Beispiel vortrugen, das sie als Black English bezeichneten, eine Verwechslung, die niemandem auffiel. Aus diesem Grund soll diese Hausarbeit ein wenig Aufklärungsarbeit leisten. Leider kann auf dieses Beispiel nicht genauer eingegangen werden, da es trotz mehrmaligen Nachfragen nicht möglich war, hierzu ein Handout oder weitere Informationen zu bekommen, weshalb bedauerlicherweise nicht näher erläutert werden kann, wo in diesem konkreten Fall der Unterschied zwischen Black English und Patois liegt.
Nach einem generellen Überblick über Pidgin- und Kreolsprachen, zu denen das Patois zählt, werden die historischen Hintergründe, die zur Entstehung dieser Sprache führten, kurz erläutert. Obwohl es sich hierbei um sehr umfangreiche Themengebiete handelt, soll aufgrund der Länge einer Proseminararbeit nur ein kurzer Gesamtüberblick gegeben werden, so wird beispielweise auf die für die Pidgin- und Kreolforschung grundlegende lingua franca aus Platzgründen nicht eingegangen. Für tiefergehende Analysen und Forschungsergebnisse wird deshalb auf das Literaturverzeichnis verwiesen.
Auch in der Kreolforschung, auf die im 2. Kapitel noch genauer eingegangen wird, spielt das jamaikanische Patois eine wichtige Rolle: die erste Konferenz über Kreolforschung fand 1959 in Jamaika statt. Durch jahrelangen Umgang mit jamaikanischer Musik und Kontakten zu Jamaikanern wuchs mit der Zeit immer mehr das Interesse für diese sehr interessante Kreolsprache, weshalb diese Hausarbeit ein willkommener Anlass war, mehr darüber zu erfahren. Dank eigener Erfahrungen konnte auch der Bezug zwischen Sprache und Musik hergestellt werden, weshalb auch hierzu einige kurze Erläuterung folgen werden.
Im letzten Kapitel werden einige konkrete Beispiele aus dem Patois folgen, die zumindest einen kleinen Einblick in diese doch sehr komplexe Sprache geben sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pidgin- und Kreolforschung

2.1. Pidgin

2.2. Kreol

2.3. Kreolistik

2.4. Vorkommen von Pidgin und Kreolsprachen

2.5. Entwickelungsprozesse

3. Entstehung des Patois

3.1. Historischer Überblick Jamaikas

3.2. Kolonialisierung und Sklaverei

3.3. Einflüsse auf das jamaikanische Patois

4. Heutige soziale Situation in Jamaika

5. Äußere Einflüsse auf die Sprache: Reggae, Clashes und Dubplates: Profilierung durch Musik

6. (Un-)Bewusste Auseinandersetzung mit Sprache

6.1. Versuche der Verschriftlichung

6.2. Bekämpfung des Analphabetismus

6.3. Code-switching

7. Einige Sprachbeispiele

7.1. Satzbau

7.2. Zeitenbildung

7.3. Pluralbildung

7.4. Verneinung

8. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den soziolinguistischen Hintergrund des jamaikanischen Patois. Ziel ist es, die Entwicklung dieser Kreolsprache vor dem Hintergrund der historischen Kolonialisierung zu beleuchten, ihre Rolle in der aktuellen sozialen Struktur Jamaikas zu analysieren und den Einfluss von Musik sowie die Herausforderungen der mangelnden Verschriftlichung aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Pidgin- und Kreolforschung
  • Historische Genese des jamaikanischen Patois
  • Soziolinguistische Faktoren und soziale Hierarchien
  • Einfluss der Musik auf die Sprachentwicklung
  • Sprachliche Besonderheiten in Satzbau, Zeiten und Verneinung

Auszug aus dem Buch

3.3. Einflüsse auf das jamaikanische Patois

Patois entwickelte sich seit dem 16. Jahrhundert als Protest gegen ein von den englischen Kolonialherren herausgegebenes Gesetz, Englisch als offizielle Landessprache einzuführen und den Gebrauch sämtlicher anderer Sprachen zu verbieten. Damit sollte Macht demonstriert und die Kommunikation zwischen den Sklaven unterbunden werden, um die Planung von Revolten zu verhindern. Da es jedoch neben dem Englischen viele unterschiedliche Sprachen auf der Insel gab und insbesondere die Plantagenarbeiter wenig Kontakt mit englischen Muttersprachlern hatten, entwickelte sich ein Gemisch aus Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Indisch, Holländisch, vielen afrikanischen und der Arawak-Sprache. Diese zuerst als wirres Durcheinander erscheinende Mischung aus verschiedenen Vokabeln, Grammatiken, Aussprachen und Phrasen war keine Notlösung um zu kommunizieren, sondern eine Art Widerstand gegen die Unterdrücker.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Untersuchung des jamaikanischen Patois und grenzt das Thema von Verwechslungen mit anderen Sprachvarianten wie Black English ab.

2. Pidgin- und Kreolforschung: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Pidgin und Kreol sowie einen Überblick über die Entwicklungsprozesse von Sprachen.

3. Entstehung des Patois: Hier werden der historische Kontext, die Auswirkungen von Kolonialisierung und Sklaverei sowie die sprachlichen Einflüsse auf das Patois detailliert dargestellt.

4. Heutige soziale Situation in Jamaika: Das Kapitel beleuchtet die soziale Diskrepanz zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die damit verbundene Rolle des Patois zur Abgrenzung.

5. Äußere Einflüsse auf die Sprache: Reggae, Clashes und Dubplates: Profilierung durch Musik: Hier wird der enge Zusammenhang zwischen jamaikanischer Musikkultur und der Sprachentwicklung analysiert.

6. (Un-)Bewusste Auseinandersetzung mit Sprache: Dieses Kapitel behandelt die Problematik der fehlenden Verschriftlichung, den Analphabetismus und das Code-switching.

7. Einige Sprachbeispiele: Dieses Kapitel gibt Einblicke in die Grammatik des Patois, insbesondere hinsichtlich Satzbau, Zeitenbildung, Pluralbildung und Verneinung.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer offiziellen Anerkennung des Patois aus identitätspolitischer Sicht.

Schlüsselwörter

Jamaika, Patois, Kreolsprache, Pidgin, Soziolinguistik, Sklaverei, Kolonialisierung, Reggae, Sprachwandel, Code-switching, Verschriftlichung, Analphabetismus, Identität, Grammatik, Karibik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine soziolinguistische Analyse des jamaikanischen Patois und untersucht dessen Entstehung und sozialen Stellenwert.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder umfassen die linguistische Definition von Pidgin und Kreol, die historische Entwicklung auf Jamaika sowie den Einfluss von Musik und sozialem Status auf die Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das jamaikanische Patois als eigenständiges und identitätsstiftendes Sprachsystem zu würdigen und die Notwendigkeit seiner offiziellen Anerkennung zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Kreolistik und verbindet diese mit soziolinguistischen Beobachtungen zur heutigen Situation auf Jamaika.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entstehung, sozialen Dynamiken, der Rolle der Musik bei der Sprachprägung und grammatikalischen Merkmalen des Patois.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Jamaika, Patois, Kreolsprache, Soziolinguistik und Sprachidentität.

Warum ist Bob Marleys Text "No woman no cry" ein interessantes Beispiel?

Es dient als Beispiel für eine grammatikalische Besonderheit, da die doppelte Verneinung im Patois eine Verstärkung und keine Aufhebung der Bedeutung darstellt.

Welche Rolle spielt Musik für die Sprachentwicklung?

Musik, insbesondere Reggae, fungiert als Träger für Neologismen und ist ein zentrales Medium zur Verbreitung und sozialen Profilierung des Patois.

Warum stellt die fehlende Verschriftlichung ein Problem dar?

Sie erschwert die Bildung, fördert den Analphabetismus und verhindert eine einheitliche Standardisierung der Sprache.

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Details

Title
Wha gwaan? Eine soziolinguistische Betrachtung des jamaikanischen Patois unter Berücksichtigung der aktuellen Pidgin- und Kreolforschung
College
University of Mannheim
Course
Soziolinguistik
Grade
1,3
Author
Stefanie Krause (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V53726
ISBN (eBook)
9783638490955
ISBN (Book)
9783638765541
Language
German
Tags
Eine Betrachtung Patois Berücksichtigung Pidgin- Kreolforschung Soziolinguistik Patwa Jamaika Kreolsprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Krause (Author), 2006, Wha gwaan? Eine soziolinguistische Betrachtung des jamaikanischen Patois unter Berücksichtigung der aktuellen Pidgin- und Kreolforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53726
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