Die Aussprache ist ein wichtiger Bereich beim Erlernen einer Fremdsprache, weil sie eine der Grundfertigkeiten der Sprechfertigkeit bildet. Da nach "Contrastive Analysis Hypothesis" die sprachlichen Gewohnheiten von der Muttersprache auf die Fremdsprache übertragen werden können, sind die Interferenzen aus der Muttersprache beim Erlernen einer Fremdsprache nicht zu vermeiden. Daher ist die Ausspracheübung beim Fremdsprachenerlen notwendig. Es ist allgemein bekannt, dass die Aussprache im Fremdsprachenunterricht im Vergleich zur Grammatik und Lexik vernachlässigt wird. Während in den 80er Jahren die Phonetik im DaF-Unterricht eine untergeordnete Rolle spielte, entstehen erst nach dem Jahr 1992 neue Untersuchungen zum Aussprachestandard und zur Entwicklung von Aussprachefertigkeiten. Dadurch haben sich die Ausspracheübungen in DaF-Lehrwerken generell verbessert.
Das Ziel dieser Arbeit ist, den phonetischen Teil des Lehrwerks "DaF kompakt" zu analysieren und zu bewerten. Im theoretischen Teil dieser Arbeit wird zunächst erläutert, warum eine gute Aussprache beim Erlernen einer Fremdsprache wichtig ist. Dann werden die Schwierigkeiten der deutschen Aussprache aus den Aspekten der deutschen Laute und einigen prosodischen Merkmale dargestellt. Anschließend wird vorgestellt, auf welche Prinzipien der Phonetikunterricht beruhen soll und welche Übungen für ein Aussprachetraining geeignet sind. Schließlich wird darauf eingegangen, welche Modelle der phonetischen Darstellung es in DaF-Lehrwerken gibt und welche Forderungen an der phonetischen Darstellung und Übung in Lehrwerken gestellt werden.
Im praktischen Teil werden zunächst das Lehrwerk "DaF kompakt" und sein phonetischer Teil in Kürze vorgestellt. Danach wird das Lehrwerk hinsichtlich der Darstellung und Übung der deutschen Aussprache nach den im theoretischen Teil erwähnten Kriterien analysiert. Dazu werden drei Übungslektionen als Beispiele jeweils für Laute, bestimmte Lautverbindungen und Intonation genommen. Das Lehrwerk ist für die Anfängerstufe geeignet und besteht aus mehreren Teilen. Nur die mit Phonetik korrelativen Teile, nämlich das Übungsbuch und das Lehrerhandbuch, werden hier untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Die Wichtigkeit und Schwierigkeit der deutschen Aussprache
2.2 Phonetik in DaF-Unterricht
2.3 Phonetik in DaF-Lehrwerken
3. Praktischer Teil
3.1 Der Aufbau des Lehrwerks DaF kompakt
3.2 Analyse des Lehrwerks aus der phonetischen Sicht
3.2.1 Analyse zur Lektion 6 „Kleider machen Freunde“
3.2.2 Analyse zur Lektion 17 „Praktikum: Erfahrung, Lernen, Spaß“
3.2.3 Analyse zur Lektion 27 „Geschichten und Gesichter Berlins“
3.3 Bewertung des Lehrwerks aus der phonetischen Sicht
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den phonetischen Teil des Lehrwerks DaF kompakt (Niveau A1-B1) systematisch zu analysieren und dessen Eignung für den Deutschunterricht für Erwachsene zu bewerten.
- Grundlagen der Phonetik im Fremdsprachenunterricht (DaF)
- Struktur des Lehrwerks DaF kompakt
- Analyse von Übungslektionen zu Lauten, Lautverbindungen und Intonation
- Bewertung der phonetischen Lehrwerk-Strategien nach aktuellen didaktischen Kriterien
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Analyse zur Lektion 6 „Kleider machen Freunde“
Lektion 6 befindet sich im Sprachniveau A1 und in der Ausspracheübung wird der stimmlose Frikativ [w] und der stimmhafte Frikativ [f] geübt. Die Übung wird in drei Teile gegliedert und mit insgesamt sieben Aufgaben.
Im ersten Teil hören die Lernenden die Familiennamen mit [w] und [f] im Minimalpaar und dann sprechen sie nach. Hier geht es um die Strategie des Kontrastes und der Imitation. Die Hörübung hier zielt auf Diskrimination ab. Anschließend hören sie nur einen von zwei Namen im Minimalpaar und identifizieren die Laute. Danach sprechen die Lernenden die zwei Laute in Sätzen mit Fragen und Antworten in Gruppen. Hier werden die erworbenen Laute in Sätzen bzw. in bestimmten Kontexten angewandt.
Im zweiten Teil hören die Lernenden die Wörter mit den Lauten [w] oder [f] und identifizieren sie. Dann ordnen sie die Wörter nach den Buchstaben, die [w] oder [f] ausgesprochen werden. Diese Aufgabe verdeutlicht die Laut-Buchstaben-Beziehung. In diesem Teil wird die Identifizierung der zwei Laute wiederholt geübt und gefestigt. Durch das Erkennen der Laut-Buchstaben-Beziehung wird ein Grundstein für die Anwendung gelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz der Phonetik beim Fremdsprachenlernen und definiert das Ziel der Arbeit, das Lehrwerk DaF kompakt phonetisch zu analysieren.
2. Theoretischer Teil: Behandelt die theoretischen Grundlagen der deutschen Aussprache, die Prinzipien des Phonetikunterrichts nach Storch sowie verschiedene Modelle der phonetischen Darstellung in Lehrwerken.
3. Praktischer Teil: Analysiert den Aufbau von DaF kompakt und untersucht detailliert drei Lektionen (6, 17, 27) hinsichtlich der phonetischen Übungen sowie deren Anwendung.
4. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Eignung des Lehrwerks unter Berücksichtigung der festgestellten Stärken und Schwächen.
Schlüsselwörter
Phonetik, DaF, Lehrwerkanalyse, DaF kompakt, Ausspracheschulung, Intonation, Artikulation, Fremdsprachenunterricht, Laut-Buchstaben-Beziehung, Diskrimination, Imitation, Sprachniveau A1, Sprachniveau B1, Sprechfertigkeit, Aussprachetraining
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Lehrwerk DaF kompakt aus einer phonetischen Perspektive, um zu bewerten, wie die deutsche Aussprache in diesem Kurs für erwachsene Lernende vermittelt wird.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentral sind die Segmentalphonetik (Laute) und die Suprasegmentalphonetik (Intonation, Rhythmus) sowie deren didaktische Umsetzung in Übungsformen innerhalb des Lehrwerks.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Lehrwerk DaF kompakt den Anforderungen eines modernen Phonetikunterrichts entspricht und welche Vor- und Nachteile sich bei der phonetischen Übungspraxis zeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine lehrwerksanalytische Untersuchung, bei der das Kurs- und Übungsbuch anhand von Kriterien der Fachdidaktik (wie Kontrast, Imitation und Einbettung) evaluiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Phonetik und eine praktische Analyse von drei spezifischen Lektionen aus den Niveaustufen A1 bis B1 des Lehrwerks.
Was zeichnet die Arbeit aus?
Die Arbeit verbindet allgemeine didaktische Anforderungen an das Phonetiktraining mit konkreten Fallbeispielen aus einem weit verbreiteten Lehrwerk für Erwachsene.
Warum spielt die Laut-Buchstaben-Beziehung eine wichtige Rolle in Lektion 6?
Lektion 6 nutzt diese Übungen, um Lernenden den Grundstein für die korrekte Aussprache der Frikative [w] und [f] zu legen, indem sie die schriftliche Repräsentation mit der lautlichen Realisierung verknüpfen.
Wie bewertet der Autor die Übungen zur Intonation in Lektion 27?
Der Autor stellt fest, dass die Übungen zur Melodiebewegung zwar sinnvoll sind, aber im Vergleich zu den Niveaustufen A1 und A2 didaktisch anders gewichtet werden und die Emotionen der Sprechenden stärker einbeziehen.
Was ist ein kritisches Ergebnis der Analyse für das gesamte Lehrwerk?
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist das Fehlen eines systematischen phonetischen Vorkurses, was die Lernenden dazu zwingt, von Beginn an Laute und Intonation durch Imitation eigenständig zu erlernen.
- Quote paper
- Zhengfei Chen (Author), 2016, Phonetik in DaF-Unterricht. Analyse des Lehrwerks "DaF kompakt" aus der phonetischen Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537275