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Zur Wirkung der Tempora in Max Frischs "Homo Faber. Ein Bericht". Eine erzähltheoretische Untersuchung nach Gérard Genette

Título: Zur Wirkung der Tempora in Max Frischs "Homo Faber. Ein Bericht". Eine erzähltheoretische Untersuchung nach Gérard Genette

Trabajo Escrito , 2019 , 18 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Max Frischs 1957 veröffentlichter Roman "Homo Faber" gilt als eines der wohl bekanntesten Schriftstücke der postmodernen deutschsprachigen Literatur und erfreut sich allem voran im Schulunterricht an großer Beliebtheit. Das Werk wird durch die Aufhebung der Chronologie und der daraus resultierenden diskontinuierlichen Erzählstruktur gekennzeichnet. Insbesondere die häufig vorkommenden Vor- und Rückblenden, welche der Informationswiedergabe sowie der Erzählreihenfolge einen bruchhaften und willkürlichen Eindruck verleihen, prägen Frischs Roman.

In Anbetracht dessen erscheint die Erfassung der zeitlichen Struktur des Romans interessant. Hierfür bietet sich unter Einbezug von Matías Martínez‘ und Michael Scheffels "Einführung in die Erzähltheorie" Gérard Genettes "Die Erzählung" geradezu an. Entgegen einer Reihe von Literaturwissenschaftlern, welche sich im Zuge ihrer Untersuchungen der Tempus-Kategorie widmen und dieser einen bedeutenden Stellenwert zuschreiben (an dieser Stelle soll mitunter auf Käte Hamburger und Harald Weinrich verwiesen werden), lässt Genette diese Kategorie in seinen Ausführungen allerdings außer Acht.
Da die vorliegende Untersuchung durchaus beabsichtigt, die Rolle der Tempora in ihrer Analyse miteinzubeziehen, erweist sich die angestrebte theoretische Grundlage dementsprechend als problematisch. Diese Problematik gilt fortfolgend als Anlass, zu untersuchen, wie umfassend Frischs Roman tatsächlich anhand von Genettes Erzählkategorien durchdrungen werden kann. Ist Genettes Aussparung der Tempus-Kategorie gerechtfertigt und gar ein Indiz dafür, dass eine separate Analyse der Tempora nicht notwendig ist? Um diese Frage zu beantworten, soll die Struktur des Romans nach Gérard Genette und separat die Funktion und Wirkung der Tempora in Frischs Homo Faber erfasst werden.

Zunächst verschafft der nachfolgende Theorieteil hierfür einen Überblick über die für die Textanalyse relevanten Kategorien nach Genette. Hierbei wird sich auch auf die Ausführungen von Martínez und Scheffel bezogen. Daraufhin erfolgt die erzähltheoretische Analyse des Gesamtwerks sowie die anschließende Untersuchung von Funktion und Wirkung der Tempora in Max Frischs Homo Faber. Hierfür werden sowohl der temporale Gesamteindruck des Romans als auch ausgewählte anachronische Textstellen erfasst. Schlussendlich erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse in Form des Fazits.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie: Zeitkategorien nach Gérard Genette in Anlehnung an Martínez / Scheffel

2.1 Zeit

2.2 Modus

2.3 Stimme

3. Analyse

3.1 Homo Faber: Inhaltsangabe

3.2 Erzähltheoretische Analyse des Gesamtwerks nach Gérard Genette

3.3 Die Tempus-Kategorie in Homo Faber

3.3.1 Die Wirkung der Tempora in Homo Faber

3.3.2 Pro- und Analepsen in Homo Faber

3.3.3 Die Verwendung des historischen Präsens in Homo Faber

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltheoretische Struktur von Max Frischs Roman "Homo Faber" unter Anwendung der Kategorien von Gérard Genette. Das primäre Ziel ist es, die Rolle und Wirkung der Tempora (Zeitformen) innerhalb des Berichts zu analysieren und zu prüfen, ob Genettes ursprüngliche Aussparung der Tempus-Kategorie durch eine ergänzende Untersuchung gerechtfertigt oder durch die spezifische Struktur des Werks als notwendig zu betrachten ist.

  • Erweiterte Anwendung der erzähltheoretischen Kategorien nach Gérard Genette.
  • Untersuchung der Tempus-Struktur und ihrer Wirkung auf den Leser.
  • Analyse des Zusammenspiels von Präteritum und Präsens in Fabers Berichterstattung.
  • Interpretation der diskontinuierlichen Erzählweise und ihres Bezugs zum Weltbild des Protagonisten.
  • Kritische Reflexion der Tempus-Kategorie im Kontext der literaturwissenschaftlichen Erzähltheorie.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Die Wirkung der Tempora in Homo Faber

Homo Faber ist vorwiegend im Präteritum und Präsens verfasst. Entgegen den Annahmen Hamburgers, bewahren die aufgeführten Zeitformen ihre Vergangenheits- beziehungsweise Gegenwartsfunktion in Bezug auf den Zeitpunkt des Erzählens. Dies widerspricht einer grundlegenden Annahme Hamburgers, welche lautet, dass das Präteritum aufgrund der fiktiven Ich-Origo im epischen Erzählen stets einer Bedeutungsveränderung unterliegt. Diese äußert sich darin, dass das Präteritum dessen ursprüngliche grammatische Funktion, Vergangenes zu bezeichnen, verliert. Folglich bleibt nur die Semantik eines Verbs, nicht aber dessen temporaler Inhalt, erhalten. Das Präteritum verweist demzufolge nur dann auf Vergangenes, wenn sich Sender und Empfänger im selben Wirklichkeitsraum befinden; wenn eine reale Ich-Origo und dementsprechend ein Wirklichkeitsbericht vorliegen (beispielsweise beim historischen Erzählen).

Ebenso widmet sich Hamburger dem historischen Präsens. Das historische Präsens dient dazu, Vergangenes zu vergegenwärtigen und verhilft dem Erzähler dazu, Vergangenes für sich und den Empfänger zu vergegenwärtigen. Hamburger schlussfolgert, dass das historische Präsens in der epischen Fiktion keine echte Funktion hat (weder eine temporale noch eine fiktional vergegenwärtigende). Dies führt sie auf den Verlust der Vergangenheitsfunktion des Präteritums in der erzählenden Dichtung zurück. Infolgedessen kann das historische Präsens in jedem fiktionalen Kontext durch das Präteritum ersetzt werden, da keine Veränderung des Fiktionserlebnisses zu bemerken wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Problemstellung, die sich aus der erzähltheoretischen Lücke hinsichtlich der Tempus-Kategorie in Bezug auf Frischs Roman ergibt.

2. Theorie: Zeitkategorien nach Gérard Genette in Anlehnung an Martínez / Scheffel: Zusammenfassung der wesentlichen Kategorien Zeit, Modus und Stimme zur Vorbereitung der Textanalyse.

3. Analyse: Durchführung der erzähltheoretischen Untersuchung des Romans unter besonderer Berücksichtigung der Tempus-Verwendung, Anachronien und der spezifischen Berichtssituation.

4. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Notwendigkeit einer Tempus-Kategorie innerhalb der Erzähltheorie.

Schlüsselwörter

Max Frisch, Homo Faber, Gérard Genette, Erzähltheorie, Tempus-Kategorie, Präteritum, Präsens, Analepse, Prolepse, Zeitstruktur, fiktive Ich-Origo, literaturwissenschaftliche Analyse, Narratologie, Historisches Präsens, Erzählergegenwart.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Max Frischs Roman "Homo Faber" mittels der erzähltheoretischen Konzepte von Gérard Genette, wobei ein besonderer Fokus auf der Untersuchung der verwendeten Zeitformen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die zeitliche Ordnung der Erzählung, der Einsatz von Rück- und Vorausblenden sowie die Wirkung der Tempuswahl auf die Vermittlung der fiktiven Erzählergegenwart.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die von Genette vernachlässigte Tempus-Kategorie für eine fundierte Analyse von "Homo Faber" essentiell ist und wie sie das Verständnis der Erzählstruktur beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische erzähltheoretische Methode nach Gérard Genette und ergänzt diese um eine linguistische Analyse der Tempus-Semantik, insbesondere unter Rückgriff auf Käte Hamburger und Harald Weinrich.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung, gefolgt von einer Analyse der Inhaltsangabe sowie einer differenzierten Untersuchung der Tempus-Wirkung, der Anachronien und der Funktion des historischen Präsens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erzähltheorie, Tempus, Homo Faber, Anachronie, Erzählergegenwart, Modus und Stimme.

Warum spielt der Tod von Sabeth eine wichtige Rolle für die Analyse?

Der Tod von Sabeth markiert einen signifikanten Wendepunkt im Roman, an dem Faber beginnt, sporadisch das historische Präsens zu nutzen, was den Zerfall seines rationalistischen Weltbildes versinnbildlicht.

Wie unterscheidet sich die Nutzung des Präteritums und des Präsens bei Faber?

Faber nutzt das Präteritum zur Schilderung vergangener Ereignisse, während das Präsens primär dazu dient, seine gegenwärtigen Gedanken, Gefühle und Ansichten während des Schreibprozesses auszudrücken.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Zur Wirkung der Tempora in Max Frischs "Homo Faber. Ein Bericht". Eine erzähltheoretische Untersuchung nach Gérard Genette
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Curso
Seminar
Calificación
1,7
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
18
No. de catálogo
V537292
ISBN (Ebook)
9783346141354
ISBN (Libro)
9783346141361
Idioma
Alemán
Etiqueta
Neuere Deutsche Literatur Literaturwissenschaft Erzählanalyse Gérard Genette Genette Homo Faber Max Frisch Literaturanalyse Tempora Tempus Erzähltheorie Martínez Scheffel Historisches Präsens Prolepsen Analepsen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2019, Zur Wirkung der Tempora in Max Frischs "Homo Faber. Ein Bericht". Eine erzähltheoretische Untersuchung nach Gérard Genette, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537292
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