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Clara und Robert Schumann. Eine romantische Liebe?

Eine Analyse nach Niklas Luhmann

Title: Clara und Robert Schumann. Eine romantische Liebe?

Research Paper (undergraduate) , 2019 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Zu den bekanntesten Liebespaaren des 19. Jahrhunderts gehören zweifelsohne Clara und Robert Schumann. Das Komponisten- und Musikerpaar gilt als Inbild romantischer Liebe, nicht zuletzt durch die harmonisierende Wirkung der Musik. Geschürt wird dies zusätzlich durch die zahlreichen Briefe der beiden, in denen sie sich vor allem ihre Liebe und Zuneigung gestehen. Auch in Literatur und Film hält sich die Legende des Vorzeigepaares romantischer Ideale hartnäckig. Dieser Annahme liegt die Emotionalität als Kernessenz der Romantik zugrunde. Einzig Emotionalität als Kriterium der Romantik zu begreifen, reicht jedoch nicht als Analysegrundlage aus. Romantische Liebe ist vielmehr ein Komplex aus vielen Einzelkriterien. Insofern ist eine Untersuchung der Paarbeziehung von Clara und Robert Schumann nach romantischem Gehalt sinnvoll. Diese Arbeit soll deshalb klären, was romantische Liebe ausmacht und inwiefern die beiden tatsächlich dem Prototyp eines romantischen Liebespaares anhand einzelner Kriterien entsprechen.

In der vorliegenden Arbeit soll zunächst, um Liebe als theoretisch soziologisches Konstrukt zu begreifen und der Forschungsfrage nachgehen zu können, die romantische Liebeskonzeption dargestellt und näher bestimmt und strukturiert werden. Dabei wird auf den Soziologen Niklas Luhmann und seine Konstruktion der romantischen Liebe zurückgegriffen. Wichtig ist hierbei die Herausstellung einzelner Kriterien zur Charakterisierung von romantischer Liebe. Dies wird von einem weiteren Unterkapitel zur näheren theoretischen Bestimmung des Kommunikationsmittels der Liebe der beiden, des Briefes, abgerundet, da die Analyse auf den Briefen fußt. Anschließend wird in Kapitel 3 auf Grundlage der veröffentlichten Briefe die Beziehung von Clara und Robert Schumann eingehend auf die Kriterien romantischer Liebe hin untersucht. Zuletzt werden zentrale Befunde zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Romantische Liebeskonzeption nach Luhmann

2.2 (Liebes-)Briefe als Kommunikationsmittel

3. Analyse der Liebesbeziehung von Clara und Robert Schumann

3.1 Exklusivverhältnis und Selbstreferenz der Liebe

3.2 Passion

3.3 Paarbildungsprozess

3.4 Ehemotivation

3.5 Sexualität

3.6 Angenommene Geschlechtersymmetrie und Ehewirklichkeit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis von Niklas Luhmanns systemtheoretischer Liebeskonzeption, inwiefern die Beziehung zwischen Clara und Robert Schumann den Idealen der romantischen Liebe entspricht. Dabei wird analysiert, wie das Paar seine Liebe innerhalb der damaligen gesellschaftlichen Strukturen und Konventionen gestaltete.

  • Soziologische Analyse der romantischen Liebeskonzeption nach Niklas Luhmann
  • Bedeutung des (Liebes-)Briefes als Medium der Kommunikation im 19. Jahrhundert
  • Untersuchung von Exklusivität, Passion und Paarbildungsprozess bei den Schumanns
  • Analyse der Ehemotivation unter Berücksichtigung strategischer und finanzieller Aspekte
  • Gegenüberstellung von romantischem Ideal und realer Ehewirklichkeit (Geschlechterrollen und Sexualität)

Auszug aus dem Buch

3.1 Exklusivverhältnis und Selbstreferenz der Liebe

Luhmanns Konzeption des Subsystems Intimität, das höchstpersönliche, intime Kommunikation zwischen zwei Menschen ermöglicht und fördert, macht dieses Subsystem auch exklusiv. Die Verbindung beschränkt sich eben auf jene Dyade, auf zwei Personen, die sich eine eigene Sonderwelt, eine Monade, erschaffen haben (vgl. Luhmann 1983: 178; Mahlmann 2003: 63). Alles außerhalb der Sonderwelt wird bedeutungslos. In zahlreichen Briefen präsentierte sich bei Clara und Robert Schumann diese Sonderwelt vor allem in Motiven der musikalischen Sprache, die beide gemeinsam entwickelten. Musik und Emotionalität waren bekanntermaßen insbesondere in der romantischen Epoche ein Charakteristikum (vgl. Simonis 2013: 271). Clara und Robert erörterten neben persönlichen Gefühlen und Vorstellungen musiktheoretische und -praktische Sachthemen als Gleichgesinnte und sendeten sich neben schriftlichen Liebensbekundungen auch komponierte Liebesgaben (vgl. ebd.: 276ff.; siehe Klassen 2009: 196ff.). Vielfach korrespondierten sie nur durch die komponierten Liebesgaben (vgl. Ortheil 1982: 5f.). Insbesondere diese vermitteln eine verschlüsselte, teilweise nonverbale und deshalb höchstpersönliche intime Kommunikation.

Simonis (2013: 283) erläutert, dass mit dieser Art des musikalischen (Liebes-)Briefes eine „hohe Metaphorizität“ und „gefühlsbetonte Intensität des Schreibstils“ sowie eine „intensive, begeisterte, überhöhte Rede von Musik“ einhergeht. Nicht ohne Grund sah Robert deshalb in seinem Tagebucheintrag Töne als „höhere Worte“ an (Eismann 1971: 96). Worte tragen mitunter zu Irrungen und Missverständnissen bei, Musik hingegen kann kaum pointierter und scharfsinniger sein (vgl. Simonis 2013: 285). Entscheidend ist, dass die Musik die „Philosophie des Gemüts“ darstellt und daher ist das Medium der Musik die Sprache der Liebenden schlechthin (Eismann 1971: 96; Simonis 2013: 271). Dritten bleiben die Bedeutungsdimensionen des musikalischen Mediums als Liebesbekundung und dessen Inhalt verborgen, weshalb die Beziehung intensiviert und nach außen hin abgekapselt wird (vgl. Simonis 2013: 285).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Paarforschung ein und erläutert die Relevanz der Liebesbeziehung von Clara und Robert Schumann als Fallbeispiel für romantische Ideale.

2. Theoretische Grundlagen: Hier wird der theoretische Rahmen durch Luhmanns systemtheoretische Liebeskonzeption sowie die Bedeutung von (Liebes-)Briefen als Kommunikationsmedium abgesteckt.

3. Analyse der Liebesbeziehung von Clara und Robert Schumann: Dieses Kapitel untersucht die Beziehung des Paares anhand der Kriterien Exklusivität, Selbstreferenz, Passion, Paarbildung, Ehemotivation, Sexualität und Geschlechterrollen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Schumanns nur teilweise dem romantischen Ideal entsprachen und ihre Ehe stark von bürgerlichen Konventionen geprägt war.

Schlüsselwörter

Soziologische Liebesforschung, Niklas Luhmann, Romantische Liebe, Intimität, Exklusivverhältnis, Selbstreferenz, Passion, Liebesbriefe, Clara Schumann, Robert Schumann, Paarbildung, Ehemotivation, Geschlechterrollen, Sexualität, Systemtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Liebesbeziehung zwischen dem Komponistenpaar Clara und Robert Schumann unter Anwendung soziologischer Theorien zur romantischen Liebe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Mikrosoziologie von Paarbeziehungen, die Bedeutung der romantischen Liebessemantik sowie die Rolle von Kommunikation (insbesondere schriftlich) in Paarbeziehungen des 19. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, was romantische Liebe nach Luhmann ausmacht und inwiefern Clara und Robert Schumann als Prototyp eines romantischen Liebespaares gelten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Analyse von Korrespondenzen (Briefen) und Tagebucheinträgen des Paares, die mit Luhmanns Systemtheorie der Liebe abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische romantische Kriterien wie Exklusivität, Passion, der Paarbildungsprozess und die gesellschaftlichen Realitäten (wie Heiratsmotive, Sexualität und Geschlechterasymmetrie) bei den Schumanns detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören romantische Liebe, Systemtheorie, Intimität, Liebesbriefe, Geschlechterrollen und soziale Konstruktion von Liebe.

Warum spielt das "Exklusivverhältnis" eine so zentrale Rolle für das Paar?

Das Exklusivverhältnis dient laut Luhmann der Abgrenzung der Paarbeziehung als eigene "Sonderwelt" (Monade), in der sich das Individuum in der Liebe zum anderen spiegeln und entfalten kann.

Inwieweit widersprach die Ehewirklichkeit der Schumanns dem romantischen Ideal?

Obwohl die Ehe auf dem Ideal der Liebe basierte, war sie stark von ökonomischen Zwängen, einer patriachalischen Geschlechterhierarchie und der schwierigen Vereinbarkeit von Claras Karriere und häuslichen Pflichten geprägt, was dem Ideal einer gleichberechtigten romantischen Partnerschaft widersprach.

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Details

Title
Clara und Robert Schumann. Eine romantische Liebe?
Subtitle
Eine Analyse nach Niklas Luhmann
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
32
Catalog Number
V537300
ISBN (eBook)
9783346136923
ISBN (Book)
9783346136930
Language
German
Tags
Luhmann Schumann Romantik Liebe Soziologie Musik Ehe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Clara und Robert Schumann. Eine romantische Liebe?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537300
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