Die Arbeit befasst sich mit den gesundheitlichen Konsequenzen für dienende Führungskräfte. Neben dem Zusammenhang zwischen dienender Führung und dem Arbeitspensum werden zwei weitere Hypothesen untersucht und erläutert. Zum einen wird angenommen, dass ein erhöhtes Arbeitspensum zu emotionaler Erschöpfung führt. Zum anderen wird davon ausgegangen, dass der Leader-Member-Exchange einen moderierenden Einfluss auf den Zusammenhang zwischen dienender Führung und dem Arbeitspensum hat. Der Zusammenhang zwischen dienender Führung und dem Arbeitspensum und der moderierende Einfluss von Leader-Member-Exchange auf diesen Zusammenhang ließen sich anhand vorhandener Forschung nicht bestätigen. Lediglich der Zusammenhang zwischen Arbeitspensum und emotionaler Erschöpfung war positiv und konnte bestätigt werden. Auf der Basis einer breiten Literaturrecherche stellt diese Arbeit eine gute Grundlage für die weitere Forschung im Bereich der dienenden Führung dar. Darüber hinaus schafft sie Anreize, die Forschung im Bereich der dienenden Führung auf die gesundheitlichen Konsequenzen der Führungskraft auszurichten.
Die Arbeitswelt des einundzwanzigsten Jahrhunderts wird zunehmend komplexer und dynamischer. Unternehmen stehen fortwährend vor der Herausforderung, sich den immer schneller werdenden Entwicklungen anzupassen. Hierbei stellt die Wahl des richtigen Führungsstils eine entscheidende Stellschraube für den unternehmerischen Erfolg dar und wird mittlerweile als Schlüsselfaktor für engagierte Mitarbeiter und florierende Organisationen gesehen. Die Frage nach dem einen richtigen Führungsstil kann nicht pauschal beantwortet werden und bedarf genauerer Präzisierung. In der Vergangenheit wurden bereits die unterschiedlichsten Führungsstile – wie transformationale Führung, ermächtigende Führung oder visionäre Führung – detailliert beschrieben und erforscht. Servant Leadership, was übersetzt dienende Führung bedeutet, ist ein moderner, US-amerikanisch geprägter Führungsstil. Ihm wurde besonders in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit beigemessen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND BEGRIFFE
2.1. Zusammenhänge zwischen dienender Führung, Arbeitspensum und emotionaler Erschöpfung
2.2. Leader-Member-Exchange (LMX) als Moderator zwischen dienender Führung und Arbeitspensum
3. ERGEBNISSE
3.1. Auswirkungen transformationaler Führung auf die Führungskraft
3.2. Vergleich von transformationaler und dienender Führung
3.3. Auswirkungen dienender Führung auf die Führungskraft
4. DISKUSSION
4.1. Stärken und Schwächen der Arbeit
4.2. Ausblick
5. SCHLUSSFOLGERUNG
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, die potenziellen gesundheitlichen Konsequenzen für Führungskräfte, die den Führungsstil des Servant Leadership (dienende Führung) praktizieren, wissenschaftlich zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob dienende Führung das Arbeitspensum der Führungskraft erhöht und dadurch zu emotionaler Erschöpfung führen kann, sowie ob der Leader-Member-Exchange (LMX) hierbei eine moderierende Rolle einnimmt.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Servant Leadership und dem Arbeitspensum der Führungskraft.
- Untersuchung der Auswirkungen von Arbeitspensum auf die emotionale Erschöpfung von Führungskräften.
- Evaluierung der moderierenden Rolle des Leader-Member-Exchange (LMX) auf diese Zusammenhänge.
- Vergleichende Betrachtung von transformationaler und dienender Führung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Führungskraft.
- Anwendung der Theorie der Ressourcenerhaltung nach Hobfoll zur Erklärung von Stressprozessen bei Führungskräften.
Auszug aus dem Buch
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND BEGRIFFE
Dienende Führung hat besonders in den letzten Jahren enorm an Bedeutung hinzugewonnen und sich mittlerweile zu einem etablierten Ansatz der Führungsforschung entwickelt. Sie ähnelt den bisher schon anerkannten Führungsstilen wie transformationale Führung, ermächtigende Führung oder auch visionäre Führung in besonders einem Punkt. Sie alle betonen die Wichtigkeit der Förderung zwischenmenschlicher Beziehungen zwischen Mitarbeiter und Führungskraft. Dienende Führung setzt jedoch in besonderem Maße einen Fokus auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter (Patterson, 2003). Sie orientiert sich insofern kompromisslos an den Interessen der Mitarbeiter, indem sie nicht nur versucht, ihre Bedürfnisse zu identifizieren, sondern auch tatsächlich zu befriedigen.
Eine dienende Führungskraft unterscheidet sich von anderen Führungskräften besonders dadurch, dass sie sich dem Mitarbeiter gegenüber, aus der inneren Einstellung heraus, verpflichtet fühlt, zu dienen (Greenleaf, 1977). Geprägt wurde der Begriff „Servant Leadership“ von Robert K. Greenleaf (1904-1990). Der Terminus hat seinen Ursprung in den USA. In seinem Aufsatz „The Servant as Leader“ beschreibt Greenleaf eine dienende Führungskraft wie folgt: „The servant-leader is servant first. It begins with the natural feeling that one wants to serve, to serve first. Then conscious choice brings one to aspire to lead.“ (Greenleaf, 1977: 13). Er veranschaulicht damit in sehr präzisen Worten, was eine dienende Führungskraft auszeichnet. Es ist das natürliche Gefühl, ihren Mitarbeitern dienen zu wollen, um in erster Linie ihre Bedürfnisse zu befriedigen und die eigenen Interessen dabei hinten an zu stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Komplexität der modernen Arbeitswelt ein, stellt Servant Leadership als relevanten Führungsstil vor und leitet die Relevanz der Untersuchung gesundheitlicher Risiken für dienende Führungskräfte her.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND BEGRIFFE: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des Servant Leadership, definiert dessen Kerneigenschaften nach Laub und setzt es in Bezug zu anderen Führungsstilen sowie psychologischen Theorien zur Stressbewältigung.
3. ERGEBNISSE: Hier werden die theoretischen Überlegungen zu den Hypothesen unter Berücksichtigung von Literatur und Forschungsstand analysiert, wobei der Fokus auf den Auswirkungen von Führungsstilen auf die Führungskraft liegt.
4. DISKUSSION: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Hypothesenprüfung, diskutiert die methodischen Stärken sowie Schwächen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsansätze.
5. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit resümiert, dass lediglich der Zusammenhang zwischen Arbeitspensum und emotionaler Erschöpfung bestätigt werden konnte, während die anderen Hypothesen aufgrund unklarer Befunde nicht verifiziert wurden.
Schlüsselwörter
Servant Leadership, dienende Führung, Führungskraft, Arbeitspensum, emotionale Erschöpfung, Burnout, Leader-Member-Exchange, LMX, Theorie der Ressourcenerhaltung, Stress, Arbeitsbelastung, Transformationale Führung, Gesundheit, Mitarbeiterentwicklung, soziale Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die potenziellen negativen gesundheitlichen Auswirkungen, insbesondere die emotionale Erschöpfung, bei Führungskräften, die den Führungsstil Servant Leadership anwenden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind Servant Leadership, das Arbeitspensum von Führungskräften, die Theorie der Ressourcenerhaltung sowie die Beziehungsqualität zwischen Führungskraft und Mitarbeitern (Leader-Member-Exchange).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, ob dienende Führung das Arbeitspensum steigert, ob dieses zu emotionaler Erschöpfung führt und ob die Qualität der LMX-Beziehung hierbei moderierend wirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine breit angelegte Literaturrecherche und theoretische Analyse bestehender Studien und wissenschaftlicher Modelle durchgeführt, um die aufgestellten Hypothesen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung des Servant Leadership, den Vergleich mit transformationaler Führung, die Analyse der Auswirkungen des Arbeitspensums auf die Erschöpfung sowie die Rolle des LMX als Moderator.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Servant Leadership, emotionale Erschöpfung, Arbeitspensum, Führungskraft und Leader-Member-Exchange (LMX) charakterisiert.
Warum wird dienende Führung mit emotionaler Erschöpfung in Verbindung gebracht?
Aufgrund des altruistischen Verhaltens und der Tendenz, die Bedürfnisse der Mitarbeiter über die eigenen zu stellen, besteht die Vermutung eines gesundheitsschädlichen Ungleichgewichts, das in Stress und Burnout münden kann.
Was kam bei der Prüfung der Hypothesen heraus?
Es konnte lediglich bestätigt werden, dass ein erhöhtes Arbeitspensum mit emotionaler Erschöpfung zusammenhängt. Die Hypothesen zum Anstieg des Arbeitspensums durch dienende Führung und die moderierende Wirkung von LMX konnten nicht nachgewiesen werden.
Welche Rolle spielt der Leader-Member-Exchange (LMX)?
Der LMX wurde als möglicher Moderator untersucht, der den Zusammenhang zwischen Führung und Arbeitspensum beeinflussen könnte, was jedoch anhand der Literatur nicht eindeutig belegt werden konnte.
Welche Bedeutung hat das Eigeninteresse für die Führungskraft?
Die Arbeit folgert, dass ein gewisses Maß an Eigeninteresse essenziell ist, um eine Balance zwischen Geben und Nehmen zu wahren und sich so vor emotionaler Erschöpfung zu schützen.
- Quote paper
- Jenna Kadlubski (Author), 2019, Auswirkungen von Servan Leadership auf die Führungskraft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537331