„Intonation… refers to the use of suprasegmental phonetic features to convey ‚postlexical‘ or sentence-level pragmatic meanings in a linguistically structured way“ (Ladd 2008). Kurz gesagt, die Intonation gehört neben der suprasegmentalen Ebene zu den kommunikativ bedeutsamen Kodierungssystemen der Sprache. Der Begriff wird oft als die „Gesamtheit der prosodischen Eigenschaften lautsprachlicher Äußerungen (Silben, Wörter, Phrasen), die nicht an den Einzellaut gebunden sind […]“ definiert (Bußmann 1983). Da intonatorische Merkmale die segmentierbaren Einzellaute überlagern, werden sie auch als suprasegmentale Merkmale genannt (Bußmann 1983).
Bei der Beschreibung signifikanter Phänomene der Sprache spielen drei Ebenen eine Rolle. Eine davon ist die Akzentstruktur bzw. Betonung, die in artikulatorisch-phonetischer Hinsicht durch Druckanstieg auf einer Silbe bewirkt wird (Bußmann 1983). Dabei ist zwischen Wortakzent (vgl. z.B. Káffee vs. Café), Satzglied oder Phrasenakzent (im neuen Háus) und Satzakzent zu unterscheiden, der weitgehend von der kommunikativen Absicht des Sprechers, abhängt und als Normalakzent, emphatischer oder kontrastiver Akzent realisiert werden kann (Bußmann 1983). Die zweite Ebene ist die Pausenstruktur, die jedoch unabhängig vom Akzent und dem Tonhöhenverlauf beschrieben werden kann (Bußmann 1983). Als dritte Ebene wird die Tonhöhenstruktur bezeichnet, die vom Melodieverlauf bei der Silbe mit dem Satzakzent abhängt (Bußmann 1983). Bleibt die Stimmführung auf einer Tonsilbe unverändert, so wird von weiterführendem Tonmuster gesprochen, das die Unfertigkeit des begonnenen Satzes kennzeichnet (Bußmann 1983).
Je nach Tonhöhenverlauf am Ende des Satzes wird zwischen fallendem und steigendem Tonmuster unterschieden. Die Intonation kann einen Satzmodus (nein vs. Nein?) unterscheiden. Vor allem ist hier die fallende und steigende Melodie entscheidend. Sowohl die Einstellung des Sprechers, als auch wichtige Elemente einer Äußerung können anhand der Intonation ausgedrückt werden (Bußmann 1983).
Während in der Schriftsprache die Satzart der Intonation mittels Satzzeichen wie Frage-, Ausrufezeichen genauer bestimmt wird, richtet sich in der mündlichen Kommunikation der Fokus auf die Stimmführung des jeweiligen Sprechers.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Grundlagen
2 Methode
3 Ergebnisse
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der intonatorischen Untersuchung von Vokativen (Eigennamen) im kanarischen Spanisch, um zu prüfen, ob sich die Ergebnisse einer vorangegangenen Studie von Cabrera Abreu und Vizcaíno Ortega (2010) mit neuen empirischen Daten verifizieren lassen, wobei insbesondere der Fokus auf der Gegenüberstellung von sanften und verstärkten Vokativen liegt.
- Intonationsphänomene und suprasegmentale Merkmale
- Analyse von Vokativsätzen als direkte Adressformen
- Anwendung des Sp_ToBI-Transkriptionssystems
- Methodik des Discourse Completion Task (DCT) in der Prosodieforschung
- Vergleich von Nuklearkonfigurationen bei unterschiedlichen Eigennamenbetonungen
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung und Grundlagen
„Intonation… refers to the use of suprasegmental phonetic features to convey ‚postlexical‘ or sentence-level pragmatic meanings in a linguistically structured way“ (Ladd 2008: 4). Kurz gesagt, die Intonation gehört neben der suprasegmentalen Ebene zu den kommunikativ bedeutsamen Kodierungssystemen der Sprache. Der Begriff wird oft als die „Gesamtheit der prosodischen Eigenschaften lautsprachlicher Äußerungen (Silben, Wörter, Phrasen), die nicht an den Einzellaut gebunden sind […]“ definiert (Bußmann 1983: 219). Da intonatorische Merkmale die segmentierbaren Einzellaute überlagern, werden sie auch als suprasegmentale Merkmale genannt (Bußmann 1983: 219).
Bei der Beschreibung signifikanter Phänomene der Sprache spielen drei Ebenen eine Rolle. Eine davon ist die Akzentstruktur bzw. Betonung, die in artikulatorisch-phonetischer Hinsicht durch Druckanstieg auf einer Silbe bewirkt wird (Bußmann 1983: 219). Dabei ist zwischen Wortakzent (vgl. z.B. Káffee vs. Café), Satzglied oder Phrasenakzent (im neuen Háus) und Satzakzent zu unterscheiden, der weitgehend von der kommunikativen Absicht des Sprechers, abhängt und als Normalakzent, emphatischer oder kontrastiver Akzent realisiert werden kann (Bußmann 1983: 219).
Die zweite Ebene ist die Pausenstruktur, die jedoch unabhängig vom Akzent und dem Tonhöhenverlauf beschrieben werden kann (Bußmann 1983: 219). Als dritte Ebene wird die Tonhöhenstruktur bezeichnet, die vom Melodieverlauf bei der Silbe mit dem Satzakzent abhängt (Bußmann 1983: 219). Bleibt die Stimmführung auf einer Tonsilbe unverändert, so wird von weiterführendem Tonmuster gesprochen, das die Unfertigkeit des begonnenen Satzes kennzeichnet (Bußmann 1983: 220).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Grundlagen: Einführung in die phonetischen und linguistischen Grundlagen der Intonationsforschung sowie Definition des Vokativs als Untersuchungsschwerpunkt.
2 Methode: Darstellung des Sp_ToBI-Transkriptionssystems und der empirischen Datenerhebungsmethode des Discourse Completion Task (DCT) inklusive Probandenprofilen.
3 Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten zu Nuklearkonfigurationen der Vokative, visualisiert durch F0-Analysen und Spektrogramme.
4 Diskussion: Interpretation der Untersuchungsergebnisse im Vergleich zur bestehenden Literatur und Erörterung von Abweichungen bei der Nuklearkonfiguration.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsfrage und Feststellung, dass die Ergebnisse der Vorstudie teilweise nicht deckungsgleich sind.
Schlüsselwörter
Intonation, Kanarisches Spanisch, Vokativ, Nuklearkonfiguration, Sp_ToBI, Discourse Completion Task, Tonhöhenakzent, Grenzton, Eigennamen, Pragmatik, Prosodie, Sprachanalyse, L+H*, !H%, Satzakzent
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Intonationsmuster von Vokativen (Eigennamen) im kanarischen Spanisch, um zu verstehen, wie diese im Vergleich zu bestehenden linguistischen Modellen realisiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Intonationsphonologie, die Pragmatik von Adressformen sowie die methodische Anwendung von Annotationssystemen wie Sp_ToBI.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu überprüfen, ob die Ergebnisse der Studie von Cabrera Abreu und Vizcaíno Ortega (2010) mit neuen, semispontanen Daten von Sprechern aus Las Palmas de Gran Canaria verifiziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Forschung nutzt den „Discourse Completion Task“ (DCT) zur kontrollierten Gewinnung von Sprachdaten, die anschließend mittels des Programms „Praat“ und der „Sp_ToBI“-Kategorien analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen und die Methode erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Nuklearkonfigurationen (Tonhöhenverläufe) unter Einbeziehung von Spektrogrammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intonation, kanarisches Spanisch, Vokativ, Nuklearkonfiguration und das Sp_ToBI-System.
Welchen Einfluss hat die Betonung des Eigennamens auf das Ergebnis?
Die Position der Betonung im Eigennamen (auf der vorletzten vs. vorvorletzten Silbe) führt zu Variationen im Tonhöhenverlauf, insbesondere zu einem verspäteten Anstieg des bitonalen Akzents bei Namen wie „Álvaro“.
Bestätigt die Arbeit die Thesen der Vorstudie von 2010?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass sich die Ergebnisse der Studie von 2010 nur teilweise bestätigen lassen; insbesondere weichen die beobachteten Grenztöne in der neuen Untersuchung teilweise von den dort beschriebenen Mustern ab.
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- Anonym (Autor), 2018, Das Kanarische Spanisch. Eine Studie zur Intonation von Vokativen (Eigennamen), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537381