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Heimerziehung und ihr Nutzen für die Städte nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland

Titel: Heimerziehung und ihr Nutzen für die Städte nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland

Hausarbeit , 2020 , 14 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Kapitel, mit dem sich in der bisherigen Wissenschaft der Geschichte nur wenig beschäftigt wurde, ist die Heimerziehung in den fünfziger und sechziger Jahren in Westdeutschland. Kaum erforscht wurde insbesondere das Verhältnis zwischen der Stadt und den Heimen.

Diese Arbeit befasst sich hauptsächlich mit diesem Themenkomplex, wobei dieser, außer in der Theorie von Paul-Michel Foucault, noch nie historisch evaluiert wurde. Damit ein besseres Verständnis bezüglich der "Räume" in der Stadt ermöglicht werden kann, wird der Aufsatz des französischen Philosophen Paul-Michel Foucault hinzugezogen. Somit kann ein besseres Verständnis bezüglich der Beziehungen zur Stadt vermittelt werden beziehungsweise in einen theoretischen Zusammenhang stellen. Ferner bezieht sich sein Aufsatz auf die Rolle eines solchen Establishments in der Stadt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Orte in einer Stadt in „anderen Räumen“ nach Foucaults Ansatz

2.1 Heimkinder in den Sechzigern und das Verhältnis der Gesellschaft zu „Anderen“

2.2 Innere und Äußere Isolation

3 Überwachung und Bestragung in der Heimerziehung

3.1 Die Sichtweise von außen

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das historische Verhältnis zwischen westdeutschen Städten und Heimerziehungseinrichtungen in den 1950er und 1960er Jahren, wobei sie durch die theoretische Linse von Michel Foucaults Konzept der „Heterotopien“ sowie Macht- und Strafmechanismen analysiert, inwieweit diese Einrichtungen als Orte der systematischen sozialen Exklusion fungierten.

  • Analyse der Heimerziehung unter Rückgriff auf Michel Foucaults Konzepte der Heterotopie und Machtausübung.
  • Untersuchung der sozialen Ausgrenzungsprozesse und der Stigmatisierung von Heimkindern in den 1950er und 60er Jahren.
  • Evaluation der Rolle von Zwangsarbeit innerhalb der Heime und deren wirtschaftliche Bedeutung für die städtische Infrastruktur.
  • Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen öffentlicher Darstellung der Fürsorgeeinrichtungen und der tatsächlichen Lebensrealität der Kinder.

Auszug aus dem Buch

2 Orte in einer Stadt in „anderen Räumen“ nach Foucaults Ansatz

In seinem Ansatz präsentiert Foucault eine Theorie, welche sich mit Orten befasst. Diese Orte existieren jedoch nicht von Natur aus, sondern wurden durch Strukturen der Gesellschaft etabliert. In diesem Zusammenhang spricht er von sogenannten „Heterotopien“ (vgl. Foucault, 1991, S. 68) und es wird zwischen geografisch lokalisierbar und nicht lokalisierbaren Oren unterschieden. Sozial Beziehung sowie Platzierungen werden von beiden Typen ausgedrückt und anhand sozialer Normen bestimmt.

„Für Mädchen gab es bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine Tradition, die sich „Hochzeitsreise“ nannte; ein althergebrachtes Phänomen. Die Defloration des Mädchens mu[ss]te „nirgendwo“ stattfinden – da war der Zug, das Hotel oder die Hochzeitsreise grade der Ort des Nirgendwo [...].“ (Foucault, 1991, S. 69).

Anhand diesem Beispiel lassen sich die von ihm angesprochenen Verstöße gegen die Norm identifizieren, welche in seinem Ansatz an einer Stelle sind. Somit werden Orte außerhalb der gesellschaftlichen Gegebenheit aufgesucht bzw. geschaffen, welche solch artige Verstöße bzgl. einer Ausprägung vor Menschen verstecken und auch gleichfalls die Menschen, die sich im Sinne der Norm nicht korrekt verhalten haben, zu desintegrieren. Das oben genannte Beispiel der Hochzeitsreise stellt eine Heterotopie dar, welche keiner geografischen Fixierung unterliegt. Darüber hinaus sind dies nach Foucault Orte, welche nur durch eine Krise an Bedeutsamkeit zunehmen. Der zweite Typ ist für eine Stadt entscheidend und wird deswegen ebenso im Aufsatz benannt. Dieser hat die Aufgabe, dauerhafte Verstöße gegen die Standards der Gesellschaft aufzunehmen. Hierbei spricht man von einer Abweichungsheterotopie. Die Norm einer Gesellschaft ist der Faktor, der bzgl. der Interaktion der Individuen zu diesem Ort entscheidet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Lücke der Erforschung von Heimerziehung in Westdeutschland ein und stellt den theoretischen Rahmen durch die Konzepte von Michel Foucault sowie die empirische Basis durch Zeitzeugenberichte vor.

2 Orte in einer Stadt in „anderen Räumen“ nach Foucaults Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die Theorie der Heterotopien und überträgt Foucaults Konzepte auf die räumliche und soziale Isolation von Heimkindern im Kontext der gesellschaftlichen Normen der 1960er Jahre.

2.1 Heimkinder in den Sechzigern und das Verhältnis der Gesellschaft zu „Anderen“: Anhand von Fallbeispielen wird aufgezeigt, wie willkürliche gesellschaftliche Normverletzungen zur Einweisung in Heime führten und welche selektive Funktion diese Institutionen erfüllten.

2.2 Innere und Äußere Isolation: Das Kapitel analysiert die bauliche und architektonische Umsetzung der Isolation innerhalb von Heimen und deren Auswirkungen auf die Entwicklung und Wahrnehmung der betroffenen Kinder.

3 Überwachung und Bestragung in der Heimerziehung: Auf Basis des Werks „Überwachen und Strafen“ werden die Machtstrukturen und Zwangsmethoden innerhalb der Heime beleuchtet.

3.1 Die Sichtweise von außen: Dieser Abschnitt untersucht die ambivalente Wahrnehmung der Heime durch die städtische Bevölkerung, die einerseits die Arbeit der Kinder nutzte, diese jedoch sozial ausgrenzte.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das System der Heimerziehung primär der sozialen Verdrängung diente und durch eine ökonomische Ausbeutung der Kinder geprägt war, ohne eine echte Integration zu leisten.

Schlüsselwörter

Heimerziehung, Westdeutschland, Foucault, Heterotopien, soziale Exklusion, Überwachung, Bestrafung, Zwangsarbeit, Jugendfürsorge, Nachkriegszeit, Machtstrukturen, Stigmatisierung, Institutionen, Transformation, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen städtischen Gesellschaften und Heimerziehungseinrichtungen im Westdeutschland der Nachkriegszeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die soziale Exklusion von Heimkindern, die Machtausübung durch Erziehungsinstanzen und die wirtschaftliche Verwertung der Kinder durch Zwangsarbeit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage kreist um die Entscheidung zwischen Inklusion oder systematischer Exklusion und wie diese durch gesellschaftliche Normen und Strukturen beeinflusst wurde.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch die Philosophie Michel Foucaults, kombiniert mit einer Analyse historischer Augenzeugenberichte und aktuellerer Studien zu den Lebensverhältnissen in Heimen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Anwendung von Foucaults „Heterotopie“-Konzept, die Analyse von Überwachungs- und Bestrafungsmechanismen sowie eine kritische Untersuchung der Außenwahrnehmung der Heime.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Heimerziehung, Foucault, Heterotopie, Exklusion, Zwangsarbeit und institutionelle Macht.

Inwiefern spielt der Begriff „Heterotopie“ bei der Analyse der Heime eine Rolle?

Foucaults Begriff dient als theoretisches Instrument, um Heime als Orte zu identifizieren, die außerhalb der normalen gesellschaftlichen Ordnung stehen, um dort „Abweichler“ zu isolieren und zu disziplinieren.

Welche ökonomische Rolle spielten die Heime für die damaligen Städte?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Heime für Städte oft wirtschaftlich rentabel waren, da sie Arbeitsleistungen für lokale Betriebe erbrachten, ohne dass eine entsprechende gesellschaftliche Entlohnung oder soziale Teilhabe der Kinder erfolgte.

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Details

Titel
Heimerziehung und ihr Nutzen für die Städte nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V537526
ISBN (eBook)
9783346199706
ISBN (Buch)
9783346199713
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heimerziehung nutzen städte weltkrieg westdeutschland zweiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Heimerziehung und ihr Nutzen für die Städte nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537526
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Leseprobe aus  14  Seiten
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