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Kurspflegevereinbarungen als Element zur Gestaltung von Verfahren zur Aktienplatzierung - Darstellung und ökonomische Analyse

Title: Kurspflegevereinbarungen als Element zur Gestaltung von Verfahren zur Aktienplatzierung - Darstellung und ökonomische Analyse

Diploma Thesis , 2006 , 69 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Voss (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Die Aktienemission ist für Unternehmen neben der Kreditaufnahme eine Möglichkeit, die Eigenkapitalbasis zu stärken und gleichzeitig über die Börseneinführung ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Für Banken, die in der Regel den Emissionsprozess begleiten, stellen Aktienplatzierungen im Bereich des Investment Banking ein wichtiges Geschäftsfeld dar. Eine erfolgreiche Platzierung ist daher für Emittenten und Banken von hoher Bedeutung.
Die Aktienplatzierung, insbesondere im Rahmen einer Aktienerstemission (Initial Public Offering), ist ein komplexer Vorgang, in dessen Umfeld viele Gestaltungsfelder existieren und zahlreiche, aufeinander abgestimmte Entscheidungen zu treffen sind. So müssen bei Aktienerstemissionen neben Emissionsvolumen, Emissionspreis oder Zuteilungsregeln auch das Marktsegment festgelegt und Informationen über den oft bei potentiellen Investoren noch wenig bekannten Emittenten kommuniziert werden. Zum Gelingen einer Emission trägt aber, neben diesen bereits im Vorfeld der Börsennotierung zu treffenden Entscheidungen, auch die Kursentwicklung der Aktie an den ersten Handelstagen entscheidend bei. Unregelmäßige Kursentwicklungen, insbesondere ein Absinken des Kurses unter den Emissionspreis, können zu einem Vertrauensverlust der Investoren in den Emittenten, aber auch in das Bankenkonsortium führen und in der Folge Platzierungen weiterer Emissionen erschweren. Die Emissionsbank unternimmt daher in den ersten Tagen und Wochen nach Aufnahme der Börsennotiz häufig Anstrengungen, um den Kursverlauf zu glätten. Hierzu tritt sie am Markt zum Ausgleich von Angebot oder Nachfrage als Käufer bzw. Verkäufer auf und betreibt damit so genannte Kurspflege.1Die Bank greift mit der Kurspflege aktiv in das Marktgeschehen ein, was zu der Frage führt, welche Auswirkungen derartige Maßnahmen oder bereits deren Vereinbarung im Vorfeld der Aufnahme der Börsennotiz auf den Emissionsprozess sowie Investoren, Emittent und Konsortialbanken haben. Diese Fragestellungen werden in der vorliegenden Arbeit aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Kapitel 2 behandelt einige Grundlagen und Rahmenbedingungen von Aktienplatzierungen. In Kapitel 3 werden zunächst der Begriff und die Ziele der Kurspflege näher definiert. Anschließend werden rechtliche Rahmenbedingungen der Kurspflege kurz vorgestellt und wichtige Instrumente zur Durchführung der Kurspflege erläutert. Das 4. Kapitel betrachtet die Auswirkungen von Kurspflegevereinbarungen in drei theoretischen Modellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 ÜBERBLICK

2 GRUNDLAGEN DER AKTIENPLATZIERUNG UND AKTIENEMISSION

2.1 VORBEMERKUNG

2.2 BETEILIGTE WIRTSCHAFTSSUBJEKTE

2.3 PREISFINDUNGS- UND PLATZIERUNGSVERFAHREN

2.4 ÜBERNAHMEVEREINBARUNGEN

2.5 UNDERPRICING, EMISSIONSRENDITE UND INFORMATIONSASYMMETRIEN

2.6 KURSPFLEGE

3 KURSPFLEGE UND KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN

3.1 DEFINITION DER KURSPFLEGE UND BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG

3.2 WESENTLICHE ZIELE UND AUSWIRKUNGEN DER KURSPFLEGE IM RAHMEN VON AKTIENERSTEMISSIONEN

3.3 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

3.3.1 Vorbemerkung

3.3.2 USA

3.3.3 Deutschland

3.4 INSTRUMENTE ZUR KURSPFLEGE

3.4.1 Vorbemerkung

3.4.2 Stabilizing Bid

3.4.3 Penalty Bid

3.4.4 Short-Position und Mehrzuteilungsoption (Greenshoe)

3.4.5 Abschließende Bemerkung

4 KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN IM MODELL

4.1 VORBEMERKUNG

4.2 DAS MODELL VON CHOWDHRY/NANDA (1996)

4.2.1 Überblick über das Modell

4.2.2 Darstellung des Modells

4.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Modells

4.3 DAS MODELL VON BENVENISTE/BUSABA/WILHELM (1996)

4.3.1 Überblick über das Modell

4.3.2 Darstellung des Modells

4.3.2.1 Vorbemerkung

4.3.2.2 Grundlagen des Modells

4.3.2.3 Benchmark-Lösung als Vergleichsmaßstab

4.3.2.4 Problematik der Überschätzung des Interesses in der Premarket-Phase

4.3.2.5 Einschaltung der Emissionsbank und der Einsatz von Kurspflegevereinbarungen zur Lösung von Anreiz-Problemen

4.3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Modells

4.4 DAS MODELL VON FISHE (2002)

4.4.1 Überblick über das Modell

4.4.2 Darstellung des Modells

4.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Modells

4.5 VERGLEICHENDE ANALYSE DER MODELLE

5 KURSPFLEGE IN DER EMPIRISCHEN LITERATUR

5.1 VORBEMERKUNG

5.2 NACHWEIS DER KURSPFLEGE

5.3 INSTRUMENTE ZUR KURSPFLEGE IN DER PRAXIS

5.4 PROFITEURE DER KURSPFLEGE

5.5 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNG

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse von Kurspflegevereinbarungen im Rahmen von Aktienerstemissionen (IPOs). Ziel ist es zu untersuchen, welche Rolle Kurspflegemaßnahmen der Emissionsbanken für den Emissionsprozess spielen, welche Auswirkungen diese auf die verschiedenen beteiligten Akteure haben und wie sie theoretisch sowie empirisch begründet werden können.

  • Grundlagen der Aktienplatzierung und des Emissionsprozesses
  • Definition und rechtliche Rahmenbedingungen der Kurspflege
  • Instrumente wie Stabilizing Bids, Penalty Bids und Greenshoe-Optionen
  • Theoretische Modellierung der Auswirkungen von Kurspflege
  • Empirische Evidenz zur Wirksamkeit und den Profiteuren von Stabilisierungsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

3.4.4 Short-Position und Mehrzuteilungsoption (Greenshoe)

Ein weiteres Instrument, das zur Kurspflege eingesetzt wird, ist eine Short-Position, häufig in Verbindung mit einer Mehrzuteilungsoption (auch Greenshoe genannt). Während der Zuteilung der Aktien gibt das Emissionskonsortium dabei zunächst über das ursprüngliche Emissionsvolumen hinaus weitere Aktien aus. Es tätigt also Leerverkäufe und geht eine so genannte Short-Position ein. Kommt nun bereits unmittelbar nach Aufnahme der Börsennotiz des Emittenten Verkaufsdruck auf, so können, um den Kurs zu stabilisieren, bis zum Volumen der eingegangenen Short-Position Aktien über den Markt bis zum Emissionspreis zurückgekauft werden, ohne dass dabei das Konsortium Verluste erleidet. Eine solche in Erwartung einer schwachen Kursentwicklung aufgebaute Short-Position bezeichnet man auch als „naked short“, da kein weiteres Geschäft zur Absicherung der Position getätigt wird. Ein Vorteil einer Short-Position besteht darin, dass sie dem Markt gegenüber nicht angezeigt werden muss.

Beim Eingehen einer Short-Position unterliegt das Emissionskonsortium jedoch dem Risiko, dass der Kurs der Aktie des Emittenten nach Aufnahme des Handels am Sekundärmarkt steigt. Dann erleidet es beim Rückkauf der Aktien über die Börse u.U. Verluste beim Eindecken der Short-Position. Gegen dieses Risiko kann sich das Konsortium über eine Mehrzuteilungsoption, in der Praxis auch Greenshoe genannt, absichern. Der Greenshoe erlaubt es dem Konsortium weitere Aktien, bis zu 15% des Emissionsvolumens, zum Emissionspreis zu übernehmen. Diese zusätzlichen Aktien stammen meist aus dem Besitz der Altaktionäre oder werden vom Emittenten bereitgestellt. Ist ein Greenshoe im Konsortialvertrag vereinbart worden, kann die Short-Position im Falle hoher Nachfrage und einer positiven Kursentwicklung der Aktie aus dieser Mehrzuteilungsoption eingedeckt werden. Das Konsortium kann also die Short-Position, sofern sie vom Volumen her nicht größer als der Greenshoe ist, ohne ein Verlustrisiko eindecken, unabhängig davon ob der Kurs der Aktie des Emittenten steigt oder fällt. Bei steigendem Kurs wird der Greenshoe ausgeübt, wodurch sich der Erlös des Emittenten durch die zusätzlich ausgegebenen Aktien erhöht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 ÜBERBLICK: Das einleitende Kapitel führt in die Thematik der Aktienemission ein und erläutert die Bedeutung der Kurspflege für den Erfolg eines Börsengangs.

2 GRUNDLAGEN DER AKTIENPLATZIERUNG UND AKTIENEMISSION: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des IPO-Prozesses, die beteiligten Akteure, Preisfindungsverfahren und das Phänomen des Underpricings.

3 KURSPFLEGE UND KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN: Hier werden der Begriff der Kurspflege definiert, rechtliche Rahmenbedingungen in den USA und Deutschland dargelegt sowie die gängigen Instrumente wie Stabilizing Bids und Greenshoe-Optionen beschrieben.

4 KURSPFLEGEVEREINBARUNGEN IM MODELL: Es werden drei theoretische Modelle (Chowdhry/Nanda, Benveniste/Busaba/Wilhelm und Fishe) vorgestellt, die analysieren, wie Kurspflege den Emissionspreis und das Anreizverhalten der Akteure beeinflusst.

5 KURSPFLEGE IN DER EMPIRISCHEN LITERATUR: Das Kapitel widmet sich der empirischen Evidenz, dem Nachweis von Stabilisierungseffekten sowie der Frage, wer in der Praxis tatsächlich von Kurspflegemaßnahmen profitiert.

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert den aktuellen Forschungsstand sowie offenen Diskussionsbedarf.

Schlüsselwörter

Aktienemission, IPO, Kurspflege, Aktienplatzierung, Underpricing, Stabilisierung, Emissionsbank, Greenshoe, Bookbuilding, Short-Position, Marktmanipulation, Investoren, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Wertpapierhandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die ökonomische Analyse von Kurspflegevereinbarungen bei Aktienerstemissionen (IPOs) und deren Auswirkungen auf den Emissionsprozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Aktienplatzierungen, dem Underpricing, den Instrumenten zur Kursstabilisierung und den ökonomischen Modellen, die diese Prozesse erklären.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Rolle und die Auswirkungen von Kurspflegemaßnahmen aus verschiedenen theoretischen und empirischen Perspektiven zu beleuchten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse, bei der theoretische ökonomische Modelle (u.a. Spieltheorie/Informationsasymmetrie) sowie empirische Studien zum Thema Kurspflege systematisch ausgewertet und vergleichend gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und Modellierung (Kapitel 4) sowie eine Analyse der empirischen Literatur (Kapitel 5), ergänzt um eine vorherige Definition und Vorstellung der rechtlichen sowie praktischen Instrumente (Kapitel 3).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind IPO, Kurspflege, Underpricing, Emissionsbank, Greenshoe, Informationsasymmetrie und Marktstabilisierung.

Wie unterscheidet sich das Modell von Fishe von den anderen Modellen?

Während in den Modellen von Chowdhry/Nanda und Benveniste/Busaba/Wilhelm die Kurspflege primär der Maximierung der Erlöse des Emittenten dient, zeigt das Modell von Fishe, dass die Emissionsbank die Kurspflege gezielt zur Maximierung des eigenen Gewinns einsetzen kann.

Welche Rolle spielen sogenannte "Flipper" in der Arbeit?

Flipper sind Investoren, die ihre zugeteilten Aktien direkt nach dem Börsengang wieder verkaufen. Im Modell von Fishe wird verdeutlicht, wie die Emissionsbank das Verhalten dieser Gruppe durch geschickte Preisgestaltung und Short-Positionen für den eigenen Profit nutzen kann.

Warum sind Penalty Bids für Konsortialbanken relevant?

Penalty Bids dienen als Anreizsystem, um Investoren davon abzuhalten, ihre Aktien sofort nach der Zuteilung zu verkaufen (Flipping), da die Bank ansonsten Sanktionen gegen die verantwortlichen Konsortialmitglieder verhängen kann.

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Details

Title
Kurspflegevereinbarungen als Element zur Gestaltung von Verfahren zur Aktienplatzierung - Darstellung und ökonomische Analyse
College
University of Hagen
Grade
2,0
Author
Matthias Voss (Author)
Publication Year
2006
Pages
69
Catalog Number
V53753
ISBN (eBook)
9783638491174
ISBN (Book)
9783656816522
Language
German
Tags
Kurspflegevereinbarungen Element Gestaltung Verfahren Aktienplatzierung Darstellung Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Voss (Author), 2006, Kurspflegevereinbarungen als Element zur Gestaltung von Verfahren zur Aktienplatzierung - Darstellung und ökonomische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53753
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