Intervision, auch als Kollegiale Beratung oder Kollegiale Fallberatung bezeichnet, ist eine Methode, um gemeinsam im Team Fälle oder Prozesse untereinander zu beraten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Grundlegend für die Methode ist die gemeinsame Reflexion. Dabei unterscheidet sich die Intervision von sonstigen Team- und Fallberatungen insofern, dass diese Methode eine feste Struktur mit klaren Regularien aufweist und eine Lösungsorientierung verfolgt.
In dieser Arbeit werden die Rahmenbedingungen sowie die Methode an sich und der Ablauf einer solchen Beratung vorgestellt. Ergänzend folgen Hinweise zur Genogrammarbeit und förderlichen Gesprächstechniken. Aber auch auf die Grenzen Kollegialer Beratung wird eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen
3. Ablauf
3.1 Vorbereitungsphase
3.2 Explorationsphase
3.3 Reflexionsphase I
3.4 Beratungsphase
3.5 Reflexionsphase II
3.6 Lösungsphase
3.7 Abschlussphase
4. Variationen der Intervision
5. Methodik
5.1 Genogramm
5.2 Gesprächstechniken
6. Bewertung für die Praxis
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Methode der Intervision als strukturiertes Instrument zur kollegialen Fallberatung in der Sozialen Arbeit, wobei das primäre Ziel in der Untersuchung der Anwendungsmöglichkeiten, notwendigen Rahmenbedingungen und der Förderung der eigenen Beratungskompetenz liegt.
- Struktur und Ablauf von Intervisionsprozessen
- Die Rolle des Reflecting Teams in der kollegialen Beratung
- Einsatz von Genogrammen als diagnostisches Werkzeug
- Relevanz spezifischer Gesprächstechniken für den Beratungserfolg
- Abgrenzung und Bewertung der Methode für die Praxis
Auszug aus dem Buch
3.4 Beratungsphase
Nach Steffan folgt nun die Analysephase, welche sich in meiner Praxis jedoch erst nach der Beratungsphase anschließt. Daher würde ich, aufgrund meiner Erfahrungen und Gewohnheiten bezüglich des Ablaufs der Intervision, an die erste Reflexionsphase die von Steffan beschriebene Ergänzungsphase angliedern, da diese inhaltlich zu der mir bekannten Beratungsphase passend ist. Hierbei wird dem/der Falleinbringer*in nochmals die Möglichkeit eingeräumt Informationen, welche das Reflecting Team zusätzlich benötigt, zu ergänzen und die Rückmeldungen von dem Reflecting Team aus der vorhergehenden Phase einzuordnen und zu bewerten. Als Zeit sind hierfür maximal drei Minuten eingeplant. (vgl. Steffan 2008, S. 449)
In meiner Praxis antwortet der/die Falleinbringer*in in der Beratungsphase zunächst auf für sie*ihn relevante Nachfragen, welche aus dem Reflecting Team gesammelt wurden (Berater*in: „Welche Fragen sind für Sie besonders relevant?“). Daran schließt sich die Herausarbeitung der Beratungsfrage an. Dies kann der/die Berater*in durch Fragen wie: „Mit welchem Ergebnis würden Sie heute gern aus der Beratung gehen?“ vorantreiben. Die Beratungsfrage muss dabei von dem/der Falleinbringer*in kommen, nicht von der/dem Berater*in. Die Beratungsfrage ist dann gleichzeitig der Auftrag für den/die Berater*in für den weiteren Beratungsverlauf. In manchen Fällen, so hat es sich in meiner Praxis gezeigt, stellt die Beratungsfrage auch schon insgeheim die Antwort dar. Daher gilt es die Beratungsfrage mit einer gewissen Sensibilität wahrzunehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Intervision als strukturierte Methode der kollegialen Fallberatung und erläutert die Motivation des Autors zur Auseinandersetzung mit diesem Instrument.
2. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die notwendigen strukturellen Voraussetzungen, wie Teilnehmeranzahl und Rollenverteilung, die für eine erfolgreiche Durchführung einer Intervision essenziell sind.
3. Ablauf: Hier werden die einzelnen Phasen des Intervisionsprozesses, von der Vorbereitung bis zur Abschlussphase, detailliert beschrieben und mit theoretischen Modellen sowie Praxiserfahrungen verknüpft.
4. Variationen der Intervision: Dieses Kapitel thematisiert die Anpassungsfähigkeit der Methode an unterschiedliche Fallkonstellationen, Rahmenbedingungen und Beratungskulturen.
5. Methodik: Es werden beispielhaft die Arbeit mit Genogrammen sowie zentrale Gesprächstechniken als methodische Werkzeuge innerhalb des Beratungsprozesses vorgestellt.
6. Bewertung für die Praxis: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen der Methode, inklusive Themen wie Datenschutz, Teamkonflikte und die Bedeutung der Professionalität der Berater*innen.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung der Intervision als qualitatives Instrument der Fallberatung zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit kontinuierlicher Übung und Weiterentwicklung der Beratungskompetenz.
Schlüsselwörter
Intervision, Kollegiale Beratung, Fallberatung, Soziale Arbeit, Reflecting Team, Genogramm, Gesprächstechniken, Supervision, Fallverantwortung, Beratungskompetenz, Prozesssteuerung, Beratungspraxis, Teamarbeit, Qualitätsentwicklung, Reflexionsinstrument.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Methode der Intervision als Instrument zur kollegialen Fallberatung innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten gehören der strukturierte Ablauf der Beratung, die Rahmenbedingungen, methodische Werkzeuge wie das Genogramm sowie die Abgrenzung von Supervision.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, die Methode der Intervision fundiert kennenzulernen, ihre Anwendung in der Praxis zu reflektieren und die eigene Beratungskompetenz durch die Verknüpfung von Theorie und Erfahrung zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur und der Reflexion praktischer Erfahrungen des Autors aus dem Berufsalltag.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, den prozessualen Ablauf der Intervision, spezifische methodische Techniken sowie eine kritische Bewertung der Grenzen und Potenziale in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Intervision, Kollegiale Beratung, Fallberatung, Soziale Arbeit und Beratungskompetenz.
Warum spielt die Rolle des „Reflecting Teams“ eine so wichtige Rolle?
Das Reflecting Team dient als Instrument zur Gewinnung multiperspektivischer Sichtweisen auf einen Fall, während der Falleinbringer durch eine passive Beobachterrolle neue Erkenntnisse gewinnen kann.
Welche Bedeutung hat das Genogramm in diesem Kontext?
Es fungiert als grafisches Werkzeug zur Reduktion komplexer Familiensysteme und dient als Grundlage für die Fallberatung sowie für zirkuläre Fragestellungen.
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- Maria Liebing (Author), 2018, Intervision. Eine besondere Form der Kollegialen (Fall-)Beratung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537663