Störungen im Kindes- und Jugendalter


Hausarbeit, 2020

31 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungsstörungen im Kindesalter
2.1: Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter
2.2 Angststörungen:
2.3 Zwangserkrankung
2.4 Tics
2.5 Hyperkinetische und Aufmerksamkeitsstörung
2.6 Störungen des Sozialverhaltens
2.7 umschriebene Entwicklungsstörungen
2.8 Depressionen
2.9 Sonderfall Suizidalität
2.10 Essstörungen
2.11 Substanzmissbrauch

3. Konzept für Lösungsansetze:
3.1 Lösungsansätze Ängste:
3.2 Lösungsansätze Zwangsstörung
3.3 Lösungsansätze Tic-Störung
3.4 Lösungsansätze Hyperkinetische Aufmerksamkeitsstörung
3.5 Lösungsansetze bei Störungen des Sozialverhaltens
3.6 Lösungsansätze bei der Rechen- und Rechtschreibstörung
3.7 Lösungsansätze bei Depressionen
3.8 Lösungsansätze bei Suizidalität
3.9 Therapiemöglichkeiten bei Essstörungen
3.10 Lösungsansätze bei Substanzmissbrauch

4. Fazit:

Literaturverzeichnis:

Fallstudie

Entwicklungspsychologie. Alternative C. Das Bundesminis­terium für Gesundheit (www.bundesgesundheitsministe- rium.de) beauftragt mich als wissenschaftlichen Berater für das Arbeitsfeld „Störungen im Kindes- und Jugendalter“.

Abgegeben am 03.03.2020 im Modul Entwicklungspsycho­logie an der SRH The mobile University.

Modul: Entwicklungspsychologie

Studiengang: Psychologie (B.Sc.)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Lebensphasen von Kindern und Jugendlichen sind in der menschlichen Le­bensspanne die ausgeprägtesten Entwicklungsdynamiken. Die Risiken für den Aufbau einer gesunden Persönlichkeit sind durch das Wechselspiel von Reifung, psychologischer, sozio-emotionaler, sowie kognitiver Entwicklung und biologi­scher Differenzierung begründet. Aufgrund dessen sind einige Kinder und Ju­gendliche von einer Störung in Ihrer Entwicklung betroffen und sind demnach auf Hilfe und Lösungen angewiesen, da diese Störungen oftmals die Lebensaufga­ben erschweren oder gar verunmöglichen. Die Entwicklung des Kindes- und Ju­gendalters weist die größte Dynamik auf. Dabei kann es hier hilfreich sein ein Überblick über die Störungsbilder und deren Lösungsansätze zu haben. Entwick­lungsstörungen sind hierbei in Bezug auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahr­nehmung, sozialer Interaktion oder Problemlösung gemeint. Dabei können die Störungen unter anderem durch erzieherische Maßnahmen oder Verhaltens­maßnahmen kontrollierbar sein.1 Schon in den 50- er Jahren wurde zu frühkind­lichen Hirnschäden geforscht. Vom Stand im Jahr 2004 konnte man von ca. 15­22 % ausgehen, die im Kindes- und Jugendalter eine Störung aufweisen. Dabei könnte man unterscheiden, dass im Alter von 2 bis 5 Jahren zu 50% Störungen persistierten. Es kommt jedoch auch vor, dass die Störungen in verschiedenen Kombinationen auftreten. Charakteristisch hierfür ist jedoch, dass bestimmte Funktionen und Fähigkeiten eingeschränkt sind oder sich verzögert entwickeln.2 Als Beauftragter des Bundesministeriums für Gesundheit arbeite ich in dieser Hausarbeit als wissenschaftlicher Berater für das Arbeitsfeld „Störungen im Kin­des- und Jugendalter“. In dieser Hausarbeit geht es in Kapitel eins um die Ent­wicklungsstörungen, wie beispielsweise (Lese- und Rechenstörung oder Depres­sion) und deren Merkmale, Entstehung und die Unterschiede oder ähnliche Merk­male zu Erwachsenen. Diese werden jeweils pro Unterkapitel theoretisch aufge­arbeitet. In Kapitel zwei sollen hierzu praxisnahe Lösungsansätze dienen, die auf die Entwicklungsstörung abgestimmt sind und gezielt angesetzt werden können. In Kapitel drei findet sich das Fazit, welches nochmals eine kurze Zusammenfas­sung, Interpretation der Ergebnisse und den Ausblick darstellt.

2. Entwicklungsstörungen im Kindesalter

2.1: Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter

Obwohl in der Fallstudie die „Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter“ nicht Teil der Aufgabenstellung sind, möchte ich kurz auf einige Störungen in diesem Bereich eingehen. Es können Regulationsstörungen im Säuglings- und Klein­kindalter auftreten. Die Merkmale können starkes Weinen, Schmerz, Müdigkeit und Hunger sein. Hier kann ein Eltern-Kind-Training helfen.3 Bindungsstörun­gen können demnach ebenso bei einer Störung im Säuglings- und Kleinkindal­ter auftreten. Merkmale hierbei sind eine verminderte Kontaktaufnahme und eine gestörte Interaktion des Kindes. Ein Kinder-Eltern-Training sowie Hausbe­suchsprogramme können hier nützlich sein.4 Tiefgreifende Entwicklungsstörun­gen zeigen sich durch beeinträchtigende Fähigkeiten zur Kommunikation sowie zur sozialen Interaktion. Dazu zählen auch autistische Störungen. Dabei ist eine Frühförderung hilfreich. Aufklärung gegenüber den Eltern sowie Training des Sozialverhaltens sind ebenso sinnvoll.5 Enuresis und Enkopresis sind weitere Störungen, die auftreten können. Merkmale bei Enuresis sind das einnässen mit normaler Blasenentleerung in einem Zeitraum von drei Monaten. Dies legt sich meist von allein oder kann durch die Schärfung der Wahrnehmung unter­stützt werden. Bei Enkopresis passiert dasselbe, nur mit einkoten. Eine sorgfäl­tige Psychodiagnostik ist hier unumgänglich, da diese Störung oftmals mit an­deren Störungen einhergeht.6

2.2 Angststörungen:

Merkmale: In unterschiedlichen Entwicklungsphasen erleben Kinder ganz typi­sche Ängste. Diese wären beispielsweise im Alter von 2-4 Jahren die Albträume. Im Vorschulalter sind es beispielsweise Phantasiegestalten. Auch in extremer Art kann dies noch völlig normal sein. Pathologisch wird es demnach erst, wenn sehr intensive Ängste über einen längeren Zeitraum anhalten und sich auf Objekte und Inhalte beziehen, die nicht mehr alltagsangemessen sind. Kinder werden dadurch in ihren anstehenden Entwicklungsaufgaben gehindert. Eine Art der Angststörung ist somit die emotionale Störung mit Trennungsangst. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind in Sorge ist, der Mutter oder einer primären Bezugsperson könnte etwas Schlimmes passieren. Weitere Merkmale können unter anderem sein, dass das Kind sich weigert allein zu bleiben, zur Schule zu gehen oder nicht mehr durchschläft. Symptome wie Bauchschmerzen und Erb­rechen können auftreten. Kinder mit einer phobischen Störung haben eine starke Furcht vor bestimmten Gegenständen oder auch Situationen. Dies kann bei­spielsweise ein Tier sein oder die Dunkelheit. Die Furcht zeigt sich sehr ausge­prägt und ist veränderungsresistent. Die Angst vor fremden Personen ist beson­ders groß. Generalisierte Angststörung im Kindesalter zeigt sich durch eine sor­genvolle und ängstliche Erwartung in unterschiedlichen Lebensbereichen, die länger als 6 Monate anhält. Die Kinder können diese Situation dann nicht kon­trollieren, dies zeigt sich durch Merkmale wie Schlafstörungen, Reizbarkeit und Ruhelosigkeit.7

Die Entstehung dieser Angststörungen ist vielfältig. Zunächst wird hier auch von einem multifaktoriellen Geschehen ausgegangen. Wobei die sogenannte "Ver­haltenshemmung", also ein genetisch bedingtes Temperamentsmerkmal, ver­mutlich für eine erhöhte Risikoerwartung steht, eine Angsterkrankung zu bekom­men. Ebenso weisen sie ein erhöhtes Stresslevel auf. Ängste können auch er­lernt werden. Denn Menschen sind biologisch darauf ausgerichtet bestimmte Reiz- Reaktions- Verbindungen auszubilden, die sie in bestimmten Situationen schützen soll. Beispielsweise eine Spinne mit Angstreaktionen zu verbinden. Ob­wohl heutzutage Autofahren lebensbedrohlicher sein könnte, haben viele keine Angst vor Autos. Dies geschieht durch die biologisch vorbereitete Reaktionsbe­reitschaft. Kinder bilden außerdem in ihrer Entwicklung persönliche Erfahrungen durch kognitive Schemata aus, die bei der Beurteilung von Situationen eine Rolle spielen.4 Kinder mit einem katastrophisierenden Interpretationsstil werden schneller Ängste entwickeln, während die gleiche Situation bei einem anderen Kind als unbedrohlich eingestuft wird. Die Entstehung von Angststörungen kann auch durch das elterliche Bindungs- und Erziehungsverhalten auftreten, wenn eine unsichere Bindung gegeben ist. diese fördert die Angstentwicklung bei Kindern. Dies können sehr kontrollierende Eltern sein, die ihr Kind zu sehr ein­schränken oder negative Erwartungen äußern. Eine generationsübergreifende Häufung von Angst wurde auch des Öfteren beobachtet, welche aber genetisch oder durch Modelllernen und dem Verhalten, dass die Eltern dem Kind gegen­über an den Tag legen.8

Erwachsene. Merkmale/Unterschiede: Auch hier können Vermeidungsreaktio­nen stattfinden und unangemessen und stärker als notwendig auftreten. So ge­schieht es beispielsweise, dass eine Person bei einem Arzt eine negativ behaf­tete Erfahrung gemacht hat. Diese wird durch eine Verknüpfung von Arztpraxen und der negativen Erfahrung aufrechterhalten und mit einer Vermeidung von Arztpraxen verbunden. Durch die Vermeidung hat die Person ein Gefühl von Si­cherheit und Kontrolle. Daraufhin kann eine negative Verstärkung der Angst ein­treten, die durch eine Vermeidung einhergeht. Gegenteilige Erfahrungen können durch die Vermeidung nicht mehr getroffen werden, was den Betroffenen sehr einschränken kann. Inzwischen zeigte sich, dass mehr Lernarten an Angstent­stehungen beteiligt sind. Dennoch ist die Vermeidung bei Ängsten ein wichtiger Faktor. Diese Ängste können ein Gefühl von Kontrollverlust hervorrufen. Auch hier ist ein Merkmal, dass eine Angststörung vorliegt, ähnlich wie bei Kindern, wenn die Ängste zu häufig oder zu lange andauern.9

Therapie: Bezüglich der Therapiemöglichkeiten zeigte sich, dass Ängste stabi­ler sind als lange angenommen, denn eine ganze Reihe von Präventionspro­grammen zeigten, dass sie zwar einen positiven mittleren Effekt aufweisen je­doch dieser Effekt nicht gehalten werden kann. Erwachsene die im Kindesalter schon eine Angststörung aufwiesen, sind jedoch öfter betroffen. Gemeinsame Entwicklungen zwischen Ängste und Depressionen sind ebenso denkbar.10

2.3 Zwangserkrankung

Merkmale der Zwangserkrankung sind unkontrollierbare negative Gedanken, die das Bewusstsein überschütten, so das eine Person sich dazu genötigt fühlen kann bestimmte Handlungen immer wieder ausführen zu müssen oder auch nicht ausführen zu sollen. Diese Personen sind oftmals im Alltag sehr beeinträchtigt und leiden sehr darunter. Es können Zwangshandlungen, Zwangsgedanken oder beides gemischt auftreten. Zwangsgedanken sind Gedanken, Vorstellungen oder Impulse, die sich dem Betroffenen gegen seinen Willen aufdrängen und ihn über­mäßig beschäftigen. Zwangshandlungen sind Handlungsweisen, wie etwa das Händewaschen, die immer wieder wiederholt werden, um Schaden wieder gut zu machen oder ein Unheil in der Zukunft zu verhindern. Die Erkrankten sehen die Zwangsgedanken als etwas an, dass ihrer Persönlichkeit fremd ist. Sie können erkennen, dass ihre Gedanken meist der Realität fern bleiben, dennoch ist ihr Gedanke dabei, dass sie nichts dagegen unternehmen können.11

Auch hier gibt es verschiedene Theorien, die für die Entstehung der Zwangsge­danken und Handlungen verantwortlich sein können. Kognitive Theorien gehen davon aus, dass Zwangsgedanken ein erlerntes Verhalten darstellt. Der Be­troffene erlebt durch diese Gedanken bzw. Handlungen eine Reduzierung der Angst oder Aufmerksamkeit in seinem Umfeld. Psychodynamische Erklärungs­ansätze erklären Zwangsgedanken durch den Versuch Aggressionen oder Trie­bimpulse abzuwehren. Körperliche Erkrankungen können hier ebenso eine Rolle im Kindesalter spielen. Sie stehen im Verdacht, dass Erkrankungen wie Strepto­kokken-Infektionen, Tumorerkrankungen, Autoimmunreaktionen, etc. als Auslö­ser von Zwangsgedanken/Handlungen reagieren.12

Erwachsene. Merkmale/ Unterschiede: Auch hier sind Zwangserkrankungen irrationale Handlungen, welche die Betroffenen ausführen. Die Handlung muss dennoch nicht mit der Befürchtung in einem rationalen Zusammenhang stehen. So kann beispielsweise ein Mann aus Angst, dass seine Wohnung abbrennt, un­unterbrochen den Herd überprüfen, ob dieser aus ist.13

Therapie: Eine Zwangsstörung liegt nach ICD-10 bereits vor, wenn der Gedan­ken bzw. die Handlungen innerhalb von 2 Wochen an den meisten Tagen auftritt. Daraufhin sollte so schnell wie möglich ein Kinderpsychiater aufgesucht werden. Hierbei ist eine Therapie wie beispielsweise eine Verhaltenstherapie mit Exposition und Verhaltensmanagement von großer Bedeutung. Dennoch sollte hier eine frühzeitige Therapie beginnen.14

2.4 Tics

Merkmale der Tics sind plötzlich auftretende, wiederholende Bewegungen oder vokale Äußerungen. Diese können in unterschiedlicher Art und Weise auftreten wie beispielsweise in der Motorik, das Grimassieren oder Nase rümpfen und auch in komplexer Hinsicht das Augen nach oben rollen oder klatschen. Vokalisch äu­ßern sich Tics beispielsweise durch schnalzen oder pfeifen. Komplex kann sich dies auch durch sinnloses nachsprechen oder auch durch Schimpfwörter äußern. Tics treten innerhalb eins Jahres fast täglich auf, wenn man von einer dauerhaf­ten Störung spricht. Für einen kurzen Zeitraum können sie unterdrückt werden, was dem Betroffenen jedoch schwerfällt. Sie weisen eine geringe Schlafqualität auf. Das erhöhte motorische Arousal sagt aus, wie stark die Tics ausgeprägt sind. Tics sind im Gegensatz zu Zwängen weniger zwecks gerichtet und eher durch das Involvieren von Muskelgruppen gekennzeichnet. Von dem sogenannten Tou­rette-Syndrom spricht man, wenn eine motorische und ein vokaler Tic gleichzeitig vorliegen.15

Entstehungsfaktoren der Tic-Störungen sind vor allem genetische Faktoren. Zwangssymptomatiken und hyperkinetische Störungen gehen oft mit der Störung einher. Es wird von einem Funktionsdefizit der Basalganglien ausgegangen. Ebenso scheint eine Überaktivität des dopaminerge Systems vorzuliegen. Das heißt, dass die Botenstoffwechsel im Gehirn gestört sind. Erziehungsverhalten und innere Konflikte sind im Gegensatz zu anderen Entwicklungsstörungen we­der ursächlich noch aufrechterhaltend der Erkrankung gegenüber.16

Erwachsene. Merkmale/Unterschiede: Im Erwachsenenalter können Tics wie im Kindes- und Jugendalter wieder auftreten oder überdauern weiterhin. Be­troffene haben teilweise vokale (beispielsweise Schimpfwörter) als auch motori­sche (beispielsweise Grimassen schneiden) Tics und leiden trotzdem nicht unter dieser Störung, da sie sozial unauffällig sind oder die Tics nur schwach ausgeprägt sind. Andere haben wiederum stärkere ausgeprägte Tics, die die Ausbildung oder das Berufsleben behindern oder psychosoziale Konsequenzen haben.17

Therapie: Eine Therapie der Tic-Störung sollte erfolgen, wenn die Symptome so stark ausgeprägt sind, dass es zu Schlafstörungen, Schmerzen oder Leistungs­beeinträchtigungen kommt. Ebenso bei deutlichen psychosozialen Beeinträchti­gungen. Tics können bis heute jedoch nur symptomatisch behandelt werden.18

2.5 Hyperkinetische und Aufmerksamkeitsstörung.

Merkmale sind dabei, dass betroffene Kinder oft Schwierigkeiten mit Gleichaltri­gen und in der Schule haben. Sie sind oft unruhig, zappeln auf dem Stuhl hin und her, reden, wenn sie nicht an der Reihe sind und sind immer in Bewegung. Hier­bei handelt es sich jedoch um verschiedenartige Störungen. 1. Die Probleme der Kinder beruhen auf Impulsivität und Hyperaktivität 2. Die Probleme der Kinder beruhen auf Unaufmerksamkeiten 3. Kinder zeigen beide Arten von Problemen auf. Der dritten Kategorie gehören die meisten Kinder an. Wenn sie an einer Auf­merksamkeitsstörung leiden, jedoch nicht hyperaktiv sind, gelten oft als still und verträumt. Sie haben Schwierigkeiten ihre Aufmerksamkeit auf etwas Bestimm­tes zu richten und verarbeiten Informationen oft langsamer. Nicht selten geht ADHS mit einer Störung des Sozialverhaltens einher. Merkmale der Hyperaktivi­tät sind jedoch eher durch Defizite in Leistung und Kognition und schulbedingt eher durch wenig aufgabenbezogenes Verhalten gekennzeichnet. Wichtig ist da­bei zu unterscheiden, dass nicht jedes Kind, das überaktiv und unaufmerksam ist, ADHS hat. Dies kann auch eine Entwicklungsphase sein, die sich auswächst. Doch die Eltern müssen bei ADHS schon früh eingreifen, um schlimme Stürze etc. zu vermeiden.19

Entstehung: In vielen Fällen ist von einem multifaktoriellen Geschehen auszu­gehen. Ebenso wird eine genetische Anfälligkeit vermutet. Dabei ist jedoch nicht ganz klar, was genau sich vererbt. Festgestellt wurde bei einer Untersuchung, dass die Frontallappen nur sehr schwach auf Reize reagieren. Diese sind beispielsweise für Hemmungen von Verhaltensreaktionen zuständig. Die rechte Gehirnhälfte scheint außerdem in ihrer Funktion eingeschränkt zu sein. D.h. auf visuelle Reize scheint eine verlangsamte Reaktion aufzutreten. Eine signifikante Erhöhung des Nikotinkonsums während der Schwangerschaft könnte die Stö­rung erhöhen. Dadurch wird das Dopamin der Mutter freigesetzt und das dopa- minerge System des Fötus wird beeinträchtigt. Dies kann zu enthemmendem Verhalten führen. Stress, Medikamente und Alkohol während der Schwanger­schaft können ebenso dazu führen. Nicht als Ursache aber als Faktor der Aus­prägung und Erscheinungsbild von ADHS können Erziehungspraktiken der Eltern gegeben sein (permissiv oder autoritär). Die Behandlung der ADHS Symptomatik kann in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden, die ich zunächst genauer er- läutere.20

Erwachsene. Merkmale/ Unterschiede: Zeigen die gleiche Symptomatik jedoch nicht mehr ganz so stark. Dennoch wird das impulsive Verhalten beispielsweise in Schulabbrüchen, häufigem Jobwechsel und schlechteren Abschlüssen deut- lich.21

Therapie: Es kommt auch vor, dass die Störung von einer oder mehreren ähnli­chen Störungen begleitet wird. Dann muss die Therapie auch auf diese Störun­gen ausgerichtet werden. Hyperkinetische Aufmerksamkeitsstörungen lassen sich gut behandeln aber nicht heilen.22

2.6 Störungen des Sozialverhaltens

Merkmale hierbei stellt ein Verhalten dar, dass die Altersgemäßen Erwartungen verletzt. Symptomatisch wird hierbei aggressives Verhalten gegenüber Tieren und Menschen betrachtet, sowie Betrug, Diebstahl oder Zerstörung von Eigen­tum. Die Störung geht mit einem Mangel an Reue, Boshaftigkeit und Gefühlslo- sigkeit einher. Das Strafverfolgungssystem entscheidet darüber, wann ein Ver­halten inakzeptabel ist. Es kann eine Überschneidung mit ADHS vorkommen und nicht selten tritt ein Substanzmissbrauch ein. Depressionen und Angst können ebenso Begleiter der Störung sein. Kinder aus niedrigen sozialen Schichten weisen diese Störung öfter auf. Die verlangsamte Entwicklung von Funktionen sind eng verbunden mit dem zentralen Nervensystem. Diese Entwicklungsstö­rung beginnt im Kleinkindalter oder in der Kindheit.23

[...]


1 Vgl. Steinhausen (2001), S. IX

2 Vgl. von Suchodoletz (2004), S. 9

3 Vgl. Cierpka (2014), S. 147/153

4 Vgl. Cierpka (2014), S. 52, 58 & 60

5 Vgl. Cierpka (2014), S. 85/90

6 Vgl. Cierpka (2014), S. 214

7 Vgl. Schneider (2011), S. 109-110

8 Vgl. Schneider (2011), S. 19/28

9 Vgl. Morschizky (2013), S. 260

10 Vgl. Schneider (2011), S. 124

11 Vgl. Schmidt- Traub (2013), S. 11-17

12 Vgl. Schmidt-Traub (2013), S. 40-45/47

13 Vgl. Benkert & Lenzen-Schulte (2004), S. 26-28

14 Vgl. Schmidt-Traub (2013), S. 69-87

15 Vgl. Müller-Vahl (2010), S. 23-33

16 Vgl. Müller-Vahl (2010), S. 120-123

17 Vgl. Müller-Vahl (2010), S. 60-63

18 Vgl. Müller-Vahl (2010), S. 132-134

19 Vgl. Warnke & Satzger-Harsch (2004), S.11-15

20 Vgl. Warnke & Satzger-Harsch (2004), S. 18-20

21 Vgl. Krause & Krause (2005), S. 42-43

22 Vgl. Warnke & Satzger-Harsch (2004), S. 37

23 Vgl. Boumann (2008), S. 11

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Störungen im Kindes- und Jugendalter
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,7
Jahr
2020
Seiten
31
Katalognummer
V537779
ISBN (eBook)
9783346148520
ISBN (Buch)
9783346148537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
störungen, kindes-, jugendalter
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Störungen im Kindes- und Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537779

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