Zweck dieser vorwissenschaftlichen Arbeit ist, die Möglichkeiten und das Potential einer zur Energiegewinnung genutzten Kernfusion genauer zu betrachten. Dies ist sowohl in Bezug auf technische als auch finanzielle Aspekte zu verstehen. Ebenso soll sie Aufschluss darüber geben, welche der erdachten Methoden am besten geeignet ist. Daraus resultiert folgende Forschungsfrage: Welche Varianten zur Energiegewinnung durch Kernfusion sind die effizientesten und welche Rolle könnten sie für die Energiegewinnung der Zukunft spielen?
Schon seit einigen Jahrzehnten gibt es immer wieder Versprechungen, die saubere Energie der Zukunft, die Kernfusion, sei kurz vor ihrem kommerziellen Durchbruch. Doch was ist der wahre Forschungsstand im Jahr 2020 und ist sie überhaupt für einen solchen Einsatz geeignet? Wie kann aus diesem Prozess Energie gewonnen werden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Physikalische Grundlagen
2.1 Das Atom
2.1.1 Atomkern
2.1.2 Isotope
2.1.3 Atomhülle
2.1.4 Kernbindungsenergie und Massendefekt
2.1.5 Kernkraft
2.2 Kernspaltung
2.2.1 Thermische und schnelle Neutronen
2.2.2 Folgen einer Kernspaltung
2.3 Kernfusion
2.3.1 Fusionsprinzip
2.3.2 Tunneleffekt
2.3.3 Fusion in Sternen
3 Methoden zur Energiegewinnung durch Kernfusion
3.1 Fusionsreaktor
3.1.1 Brennstoffe
3.1.1.1 Wasserstoff
3.1.1.2 Helium-3
3.1.2 Reaktorkonzepte
3.1.2.1 TOKAMAK
3.1.2.2 Stellarator
3.2 Dyson-Sphäre
3.2.1 Typen
3.2.2 Installation und Energie-Out-Put
4 Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Energiequelle Kernfusion
4.1 Anfänge der Fusionsforschung
4.2 Forschungsprojekte
4.2.1 JET
4.2.2 ITER
4.2.3 DEMO
4.2.4 Wendelstein 7-X
4.3 Vor- und Nachteile von Fusionsenergie
4.3.1 Vorteile
4.3.2 Nachteile
5 Alternativen zur Kernfusion?
5.1 Die fossile Energiekrise
5.2 Kernspaltungsreaktoren
5.3 Die grünen Energien
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, das Potential der Kernfusion als saubere Energiequelle der Zukunft kritisch zu analysieren, ihre technische Umsetzbarkeit zu bewerten und sie in den Kontext aktueller globaler Energiefragen sowie des Klimawandels zu setzen.
- Grundlegende physikalische Prinzipien der Kernfusion und Kernspaltung.
- Vergleich verschiedener Reaktorkonzepte wie TOKAMAK und Stellarator.
- Analyse der notwendigen Brennstoffe und deren Beschaffung (z.B. Tritium-Erbrütung).
- Untersuchung internationaler Forschungsprojekte (ITER, JET, DEMO, Wendelstein 7-X).
- Gegenüberstellung von Kernfusion, fossilen Energieträgern und "grünen" Energien.
Auszug aus dem Buch
3.1.2.1 TOKAMAK
In einem TOKAMAK-Reaktor (siehe Abb. 5) wird das, bis zum Zustand eines Plasmas erhitzte, Brennstoffgemisch durch starke Magnetfelder in einen Torus eingeschlossen und so in der Reaktionskammer gehalten. (vgl. Steffen, 2012, S. 15)
Als Torus wird der Ring, in dem das Plasma des Brennstoffes während der Reaktion durch magnetischen Einschluss daran gehindert wird, die Reaktorwand zu berühren bezeichnet. Dies ist von Bedeutung, da es sonst nicht möglich wäre, ausreichend hohe Temperaturen zu erreichen. (vgl. Steffen, 2012, S. 10)
Dass dies möglich ist, liegt daran, dass ein Magnetfeld die Bewegungsrichtung der elektrisch geladenen Plasmateilchen ändern kann. „Bildet die Magnetfeldanordnung einen Ring (Torus), so werden die Plasmateilchen auf solche Bahnen gezwungen, dass sie sich über größere Stecken parallel zur Feldrichtung bewegen“. (Bergmann, 2010, S. 221) Folglich sind sie im Reaktor eingeschlossen. Damit die Teilchen nicht nach außen „abdriften“, werden „die Magnetfeldlinien zusätzlich verdrillt, indem man dem toroidalen Feld ein dazu senkrechtes »poloidales« Feld überlagert.“ (Bergmann, 2010, S. 221)
Diese, sich die Lorenz-Kraft zu Nutze machenden, Felder werden von Transformatorspulen im Kern des Reaktors und ringförmigen Vertikalspulen erzeugt. Um die für die Fusion von Deuterium und Tritium notwendige Temperatur von über 1 Million Kelvin zu erreichen, wird das Gemisch mit einer Ohm‘schen Heizung, Neutralteilcheninjektion, magnetischen Kompression, Mikrowellenheizung oder einem Laser erhitzt. (vgl. Steffen, 2012, S. 15)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Arbeit untersucht die technischen und finanziellen Möglichkeiten der Kernfusion sowie ihre Effizienz im Vergleich zu anderen Energieträgern für die Zukunft.
2 Physikalische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die atomphysikalischen Voraussetzungen, das Konzept der Kernspaltung und das Fusionsprinzip inklusive der Rolle des Tunneleffekts.
3 Methoden zur Energiegewinnung durch Kernfusion: Hier werden technische Reaktorkonzepte wie der TOKAMAK und der Stellarator sowie die benötigten Brennstoffe und hypothetische Konstrukte wie die Dyson-Sphäre analysiert.
4 Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Energiequelle Kernfusion: Dieser Abschnitt bietet einen historischen Überblick, beschreibt aktuelle Forschungsprojekte wie ITER und bewertet die Vor- und Nachteile der Fusionsenergie.
5 Alternativen zur Kernfusion?: Das Kapitel diskutiert die Krise fossiler Brennstoffe, die Probleme der Kernspaltung und die Rolle sowie Grenzen der erneuerbaren Energien.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kernfusion ein großes Potential besitzt, aber kommerziell erst langfristig verfügbar sein wird, weshalb ein Umstieg auf grüne Energien prioritär bleibt.
Schlüsselwörter
Kernfusion, Kernspaltung, TOKAMAK, Stellarator, ITER, Plasma, Deuterium, Tritium, Energiegewinnung, Klimawandel, Kernkraft, Massendefekt, Brennstoffe, Forschungsreaktor, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Kernfusion als eine potenzielle, zukunftsträchtige Energiequelle und untersucht deren physikalische sowie technische Grundlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die physikalischen Grundlagen der Kernphysik, die verschiedenen Methoden der Energiegewinnung durch Fusion, bestehende Forschungsprojekte sowie eine kritische Bewertung gegenüber fossilen und grünen Energiequellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die effizienteste Methode der Fusionsenergie-Gewinnung zu identifizieren und eine Prognose über deren kommerzielle Einsatzfähigkeit zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literatur- und Internetrecherche, um den aktuellen Stand der Forschung zusammenzufassen und zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in physikalische Grundlagen, die Funktionsweise von Fusionsreaktoren (TOKAMAK/Stellarator), einen Überblick über internationale Forschungsprojekte und eine Analyse alternativer Energieformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kernfusion, ITER, TOKAMAK, Stellarator, Energiegewinnung und Klimawandel maßgeblich charakterisiert.
Warum wird der TOKAMAK-Reaktor als technisch weiter fortgeschritten als der Stellarator angesehen?
Der TOKAMAK gilt als einfacher zu konstruieren und profitiert von einer längeren Forschungsgeschichte sowie deutlich höheren Investitionen und internationalem Interesse.
Welche Rolle spielt Tritium bei der Fusion und warum ist seine Gewinnung ein Thema?
Tritium ist ein notwendiger Brennstoff, der auf der Erde nur in äußerst geringen Mengen vorkommt, weshalb er in Brutreaktoren aus Lithium erzeugt werden muss.
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- Anonym (Author), 2020, Kernfusion als saubere Energiequelle der Zukunft? Einführung in die Methoden der Energiegewinnung durch Kernfusion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537853