Strategische Unternehmensanalyse der BMW Group. Möglichkeiten einer neutralen Bewertung


Hausarbeit, 2019

34 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

II. Tabellenverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise
1.2 Unternehmensportrait

2 Strategische Analyse
2.1 Umfeldanalyse
2.1.1 Verhandlungsmacht Lieferanten
2.1.2 Verhandlungsmacht Abnehmer
2.1.3 Bedrohung durch Substitute
2.1.4 Rivalität in der Branche
2.1.5 Bedrohung durch neue Konkurrenten
2.2 Unternehmensanalyse
2.3 Unternehmensstruktur
2.3.1 Segment Automobile
2.3.2 Segment Motorräder
2.3.3 Segment Finanzdienstleistungen
2.4 Ziele und Strategien
2.5 Wertschöpfungskette

3 Jahresabschlussanalyse
3.1 Grenzen der Bilanzanalyse
3.2 Finanzwirtschaftliche Analyse
3.2.1 Investitionsanalyse
3.2.2 Finanzierungsanalyse
3.2.3 Liquiditätsanalyse
3.3 Erfolgswirtschaftliche Analyse

4 SWOT-Analyse

5 Erstellung der Plan-Bilanz und Plan-GuV
5.1 GuV Veränderung
5.1.1 Entwicklung der Umsatzerlöse des Konzerns
5.1.2 Umsatzkosten des Konzerns
5.1.3 Vertriebskosten des Unternehmens
5.2 Bilanzveränderungen
5.2.1 Eigenkapital
5.2.2 Anlagevermögen
5.2.3 Rückstellungen

6 Berechnung des Unternehmenswertes

7 Berücksichtigung von Unsicherheit

8 References

9 Anhang

I. Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: VERGLEICH ANLAGE- UND UMLAUFINTENSITÄT BMW/VW QUELLE: (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 2: VERGLEICH EIGEN- UND FREMDKAPITALQUOTE BMW / VW (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 3:VERGLEICH LIQUIDITÄTSGRADE BMW/VW (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 4:VERGLEICH EBIT BMW UND VW (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 5:VERGLEICH DER UMSATZRENTABILITÄT ZWISCHEN VW UND BMW (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 6:SWOT-ANALYSE QUELLE IN ANLEHNUNG AN (COENENBERG AND HALLER, 2016)

ABBILDUNG 7:UNTERNEHMENSWERT PRO AKTIE (@RISK)

ABBILDUNG 8:UNTERNEHMENSWERT PRO AKTIE (@RISK)

ABBILDUNG 9:SEGMENTAUFTEILUNG DER BMW QUELLE: (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 10:VERGLEICH DECKUNGSGRAD A UND DECKUNGSGRAD B BMW/VW (EIGENE DARSTELLUNG)

ABBILDUNG 11:ANZAHL DER ELEKTROAUTOS IN DEUTSCHLAND VON 2006 BIS 2009 (QUELLE STATISTA)

II. Tabellenverzeichnis

TABELLE 1: PLAN·BILANZ

TABELLE 2: GEWINN UND VERLUST

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Professionelle Unternehmensbewertungen spielen in der Wirtschaft eine wichtige Rolle. Sei es beim täglichen Handel von Aktien, Fonds, Rankings, der Beschaffung von Eigen- und Fremdkapital oder Unternehmensverkäufen. Oftmals kommt es vor, dass die Kapitalmarktteilnehmer, seien es Investoren, Aktionäre, oder Staatliche Institutionen daran interessiert sind ihre eigenen Interessen bei der Bewertung zu unterlegen, somit kommt es oftmals zu einer Verzerrung am Markt. Dabei spielen asymmetrische Informationen und eigennütziges Verhalten eine große Rolle. Demnach stellt sich die Frage: „Wie wird eine neutrale Unternehmensbewertung aufgebaut und welche Informationen sind dafür nötig?”

1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise

Diese Arbeit soll eine Möglichkeit aufzeigen wie ein Unternehmen, in diesem Fall die BMW Group, neutral bewertet wird, ohne dass die Bewertung manipulativ höher oder niedriger ausfällt. Die Vorgehensweise verläuft wie folgt: nach einem kurzen Unternehmensportrait folgt die Strategische Analyse. Diese schließt die Umfeld- und Unternehmensanalyse ein. Anschließend folgt die Jahresabschlussanalyse, welche sich in die finanzwirtschaftliche und erfolgswirtschaftliche Analyse teilt. Es folgt eine SWOT-Analyse, die den Ist-Zustand des Unternehmens darstellt. Auf Basis des Ist-Zustandes werden zukünftige Prognosen erstellt. Mit diesen Annahmen werden eine Plan GuV und Plan-Bilanz erstellt. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse aus Plan-GuV und Plan-Bilanz präsentiert. Im Anschluss folgt die Berechnung des Unternehmenswertes. Zusätzlich wird eine Risikoanalyse mit @risk durchgeführt, da die Unternehmensbewertung von statistischen Unsicherheiten beeinflusst wird.

1.2 Unternehmensportrait

Die BMW Group ist ein deutscher Premium-Hersteller von Automobilen, Motorrädern und Anbieter von Premium-Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen. Der Konzern umfasst die Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Das Unternehmen wurde 1916 als Bayerische Flugzeugwerke AG gegründet und wurde 1918 schließlich in die Bayerische Motoren Werke AG (BMW AG) umgewandelt. Die BMW AG, mit Firmensitz in München, Deutschland, ist das Mutterunternehmen des BMW Konzerns (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019). Der Konzern ist weltweit tätig. Dies zeigt sich sowohl im globalen Vertriebsnetzwerk mit Vertretungen in über 140 Ländern als auch an Produktions- und Montagestätten in 14 Ländern (BMW Group, 2019d). Im Jahr 2018 hat der Konzern 134.682 Mitarbeiter beschäftigt. Es wurde ein Umsatz von 97.480 Mio. € und ein Jahresüberschuss von 7.207 Mio. € erzielt (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019). Das Unternehmen ist sowohl mit Stamm- als auch mit Vorzugsaktien an der Börse notiert (BMW Group, 2019d). Größte Anteilseigner sind die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt. Klatten besitzt 20,9 Prozent, ihr Bruder 25,8 Prozent der Stammaktien (Handelsblatt, 2018).

2 Strategische Analyse

2.1 Umfeldanalyse

Die strategische Analyse unterteilt sich in die Umfeld- und Unternehmensanalyse. Die Umfeldanalyse wird nach dem Five Forces Modell nach Porter durchgeführt. Diese Form der Analyse ermöglicht es, insbesondere aus strategischer Sicht, eine zukunftsgerichtete Positionierung des Unternehmens einzuschätzen. Insbesondere werden dabei neue technologische Trends und Entwicklungen fokussiert (Künzli). BMW selbst sieht seine größten Herausforderungen im Bereich der sich wandelnden Mobilität. Dort liegt der Fokus, insbesondere auf dem Individualverkehr. Weiter steht BMW vor Herausforderungen im Bereich neuer Antriebstechnologien, des Demografischen Wandels und der immer weiter in den Vordergrund gerückten Klimaproblematik (BMW Group).

2.1.1 Verhandlungsmacht Lieferanten

Eine große Rolle im Rahmen des Produktionsprozesses der Automobilindustrie ist die Markt- und Verhandlungsmacht der Lieferanten. BMW greift im Rahmen der Fertigung auf ein Netzwerk von über 3200 Lieferanten mit Rund 4500 Produktionsstandorten zurück (Flörecke, 2018; BMW Group, 2018). Die Marktmacht der Lieferanten begründet sich darin, dass der BMW Konzern durch die Zulieferer mit notwendigen Ressourcen, Rohmaterialien und Ersatzteilen versorgt werden. Aber auch im Bereich Innovationen und Forschung sind die Lieferanten für den Erfolg mitverantwortlich (BMW Group, 2018). Folglich ist die Herstellung der Automobile stark von den Lieferanten abhängig. Zusätzlich hat BMW eine Just-in-Time Produktion. Diese Form der Produktion bringt eine hohe Abhängigkeit BMWs gegenüber den Lieferanten mit sich. Verzögerungen innerhalb der Lieferkette haben direkten Einfluss auf die Produktion (Manager Magazin, 2017). Auch die Preispolitik der Lieferanten hat Einfluss auf das Unternehmen. Weiterhin haben die Lieferanten den Vorteil, dass es für die Automobilindustrie ggf. kostenintensiv sein kann, die Produktionsprozesse, bei Lieferantenwechsel, umzustellen. Positiv kann der Ruf von BMW wirken, da sich Zulieferer durch das Image profilieren könnten. Durch die aktuellen Problematiken im Brexit-Prozess gestaltet sich die Zukunft der Zulieferer im Vereinigten Königreich als unsicher. Auch für BMW gestalten sich die Verhandlungen als Problem, da BMW ca. 15 Prozent der gesamten Produktion im Vereinigten Königreich unterhält. BMW hat bereits angekündigt, im schlimmsten Fall einen Teil der Herstellung aus Großbritannien abzuziehen (Manager Magazin, 2019). Auch der aktuelle Handelskrieg zwischen China und den USA bereitet BMW Schwierigkeiten. Hier wurden durch BMW bereits Preiserhöhungen für Produkte aus den Werken der USA prognostiziert (Fasse, 2018).

Laut neusten Presseberichten hat die BMW Group jüngst seine Zulieferer zu Verbesserungsmaßnahmen aufgefordert. Diese sollen das Ziel haben, dass die Zulieferer ihre Einsparanstrengungen erhöhen (automobilwoche.de, 2019). Zudem sind viele Lieferanten auch von der Partnerschaft mit BMW abhängig. Somit schätzen wir die Marktmacht der Lieferanten als vorhanden, aber nicht übermäßig stark ein.

2.1.2 Verhandlungsmacht Abnehmer

Grundsätzlich werden für eine große Marktabdeckung hohe Budgets im Bereich des Marketings benötigt. In der aktuellen Zeit werden jedoch viele Entscheidungen der Endverbraucher über Bewertungen anderer Nutzer herbeigeführt. Ausschlaggebend für diese Bewertung sind häufig TV-Shows, Magazine, Bewertungen im Internet, Broschüren und weiteres. In den genannten Medien werden verschiedene Automobile hinsichtlich des Preises, der Leistung sowie der Ausstattung verglichen. Weiterhin werden umfangreiche Tests durchgeführt. Dieses Produkt- und Marktwissen stärkt die Verhandlungsmacht der Abnehmer nachhaltig. Um den genannten Faktoren entgegen zu treten, nutzen Unternehmen häufig sehr auffällige Print- und Onlinemedien. Hierdurch soll ein möglichst breites Publikum angesprochen werden. Diese Strategie ermöglicht es BMW, sehr viele einzelne Privatkunden anzusprechen, welche sich aktiv für eine Premiummarke entscheiden. Aufgrund der Vielzahl potenzieller Privatkunden schätzen wir die Marktmacht einzelner nicht stark ein. Weiterhin wächst BMW in neuen Schwellenmärkten. Beispielsweise legte die Auslieferungsmenge in China um rund 18 Prozent zu. So ergeben sich sehr große neue Umsatzpotentiale (Handelsblatt, 2019). Eine größere Marktmacht der Abnehmer sehen wir im B2B Bereich. Durch ganze Fahrzeugflotten könnte ein stärkerer Verhandlungsstandpunkt einzelner Business-Kunden entstehen. Jedoch ist BMW nicht im großen Stil von diesen abhängig. einen guten Ruf, sowie Alleinstellungsmerkmale aufbauen. Angriffspunkte können durch andere Automobilhersteller wie z.B. Tesla entstehen, welche sich stark der aufkommenden Elektromobilität und Nachhaltigkeit verschrieben haben. Weiterhin besteht die Gefahr, dass auch anderen Konkurrenten in diesem Zuge, weitere Substitute auf den Markt bringen könnten. BMW hat im Bereich Car-Sharing mit seinem Anbieter Drive-Now bereits vorgegriffen und seine Vormachtstellung im nationalen Bereich durch die Fusion mit Car2Go gestärkt (Spiegel, 2018). VW versucht derzeit, ein neues System namens Moia als „Shuttle-Service“ und damit als Taxi der Zukunft zu etablieren (Witter, 2017). Mögliche Substitute sind weiterhin Hersteller von E-Bikes, welche das KFZ ebenfalls zumindest im Urbanen Bereich verdrängen könnte (fahrrad.de; Statistisches Bundesamt).

Zudem kann auch die wachsende Forderung nach autofreien Innenstädten zum Problem für BMW werden. Diese Forderung soll durch einen stärkeren ÖPNV durchsetzbar sein. Erste Städte haben bereits kostenfreie Tickets für Ihren öffentlichen Nahverkehr im Angebot (Geiger, 2017). Auch im Fernverkehr stellen Sharing-Angebote wie zum Beispiel die Plattform BlaBlaCar eine Bedrohung dar (Spurwechsel: Agentur für nachhaltige Mobilität). Zudem werden weitere Anbieter im Bereich von Fernbussen und öffentlichen Fernverkehr auf Schienen auf dem Markt aktiv (Deutsche Bahn AG, 2018).

2.1.4 Rivalität in der Branche

BMW hat in der Automobilindustrie eine breite Anzahl an Konkurrenten, sowohl national – wie z.B. Daimler, Audi oder VW, als auch im internationalen Bereich. Nicht nur Automobilmarken sind hier zu nennen. Auch greifen Fahrradanbieter in den Markt ein. Jedoch ist zu erwähnen, dass auf die große Anzahl der Anbieter auch ein großer Markt an Abnehmern kommt. Diese Faktoren schaffen einen starken Wettbewerb für BMW.

Aufgrund der immer stärker werdenden Klimaschutz-Debatte und des Technologischen Fortschrittes wächst die Nachfrage nach alternativen Antriebsmöglichkeiten rasant an. BMW hat in dieser Hinsicht bereits etliche Schritte unternommen und ist im Hinblick auf alternative Antriebstechnologien divers aufgestellt. Hier konnten sich der Konzern eine Vormachtstellung im Markt erarbeiten (Barthel, 2010).

Die gesamte Automobilindustrie leidet im nationalen Raum unter der Einführung von Diesel- Fahrverboten in Städten. Weiterhin hat die Branche auch mit dem 2015 publik gewordenen auch Preisabsprachen zwischen Autobauern im Gespräch (Dohmen and Hawranek, 2018).

2.1.5 Bedrohung durch neue Konkurrenten

Die Etablierung eines neuen Unternehmens in der Automobilindustrie ist kein leichtes Unterfangen. Wie bereits im Abschnitt Rivalität in der Branche erläutert, ist der Wettbewerb im Bereich der Automobile stark umkämpft. Um sich langfristig auf dem Markt etablieren zu können, werden viel Kapital, Know-How, Fachkräfte sowie eine große und finanzkräftige Anzahl an Investoren benötigt. Die Investoren müssen eine hohe Anlageintensität in Kauf nehmen (Daimler AG, 2019; Volkswagen AG, 2019; Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019). Zudem ist es wichtig in diesem Sektor einen bekannten Markennamen zu haben. Hier sehen wir Chancen für neue Konkurrenten, im Rahmen des autonomen Fahrens. Unternehmen wie Google und Apple, welche bereits durch andere Märkte stark im Fokus stehen, forschen aktiv an diesen neuen Technologien (Shanker et al., 2013). Durch diese Tech-Unternehmen kann ein Eingriff in den Markt stattfinden. Hier spielt es eine Rolle, dass BMW sich einen starken Namen im traditionellen Automobilmarkt erarbeiten konnte. Dieser Markt wird jedoch vermutlich nicht der Automobilmarkt der Zukunft sein. BMW hat diesen Trend jedoch frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen im Bereich der Forschung eingeleitet (PricewaterhouseCoopers, 2017). Dem Trend zum autonomen Fahren versetzen jedoch aktuell staatliche Einflüsse einen Dämpfer, da die Rechtslage in diesem Kontext international noch ungeklärt ist (Daimler AG).

Die Bedrohung durch neue Konkurrenten für die Branche sehen wir im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen als gegeben an.

2.2 Unternehmensanalyse

Mit Hilfe der Unternehmensanalyse wird eine Aufdeckung die Stärken und Schwächen des Unternehmens vorgenommen (Coenenberg et al., 2018). Im folgenden Teil der Arbeit wird das Unternehmen BMW intern analysiert und dessen Stärken und Schwächen ermittelt.

2.3 Unternehmensstruktur

Die BMW Group ist der erfolgreichste und nachhaltigste Premiumanbieter für erläutert (vgl. Anhang Abb. 9).

2.3.1 Segment Automobile

Das Automobil Segment umfasst verbrauchsoptimierte, innovative und effiziente Hochleistungsautomobile. Innovationen und Nachhaltigkeit haben BMW sehr geprägt und stehen für zukunftsweisende Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, einer kompletten Vernetzung und vielem mehr. MINI bietet einen besonderen Fahrspaß und die Marke Rolls-Royce gehört zu den führenden Luxusklassen. Die Nachfrage für die Luxusklassen ist sehr hoch und bietet höchstes Qualitäts- und Serviceniveau. BMW hat im Jahr 2018 weltweit 2.490.664 Automobile alle drei Marken abgesetzt (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019).Trotz zunehmender politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten ist die Zahl der Auslieferung gestiegen. In Asien ist die Zahl der Auslieferung um 3,3 Prozent gestiegen. Dagegen ist diese in Europa um 0,3 Prozent gesunken. Die Brexit-Verhandlungen sind unter Umständen ein Einflussfaktor dafür. In den USA, ist trotz Zollverhandlungen ein Anstieg von 0,6 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019).

2.3.2 Segment Motorräder

Die Modellpalette umfasst derzeit Fahrzeuge aus den Bereichen Sport, Tour, Roadster, Heritage, Adventure und Urban Mobility. Die Motorräder werden weltweit in über 90 Ländern verkauft mit knapp 1200 Händlern und Importeuren. Im Geschäftsjahr 2018 lieferte der Konzern 165.566 Motorräder weltweit aus und hat einen Anstieg um 0,9Prozent. Das Jahr 2017 wurde in diesem Segment ein Rekordabsatz erzielt. Im Jahr 2018 wurden in internationalen Motorradmessen acht weitere neue Modelle vorgestellt, die das Segment weiterwachsen lassen könnten (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019).

2.3.3 Segment Finanzdienstleistungen

Die BMW Group bietet eine der größten Finanzdienstleistungen im Automobilsektor. Diese Position wurde in den vergangenen Jahren weiter erweitert. Das Geschäftsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,8Prozent auf 133.210 Mio. Euro. Die BMW Group ist ein führender Leasing- und Full-Service-Anbieter in Europa (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019).

2.4 Ziele und Strategien

weltweit bezogenen Stroms der BMW Group aus erneuerbaren Quellen. 2015 bis 2018 hat sich der Absatz bei E-Modellen und Plug-in-Hybriden mehr als vervierfacht (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019). Im Jahr 2019 starten die Plug-in-Hybrid-Varianten von neuen BMW X3, X5 und X7er. 2020 ist der erste vollelektrische BMW der iX3 geplant. Das Kernstück des Elektrofahrzeugs besteht aus dem E-Motor und der Batterie. Im Sommer 2019 eröffnet die BMW Group eine neue Batteriezelle in München, die Batterien für die Elektromobilität produzieren soll. Bei der Produktion der Basiszellen wird mit dem weltweit größten Hersteller von Batteriezellen im Automobilbereich GATL aus China kooperiert, sowie mit Northvolt als europäisches Konsortium. BMW hat die Strategie „NUMBER ONE > NEXT“ mit dem Ziel 2025 eine führende Tech Company im Bereich Premiummobilität zu sein. Eine zentrale Rolle dabei spielt der Kunde mit seinen sich verändernden Bedürfnissen und Wünschen (Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 2019). Mitarbeiter werden in den Bereichen Elektromobilität, smarte Produktion und Logistik sowie Datenanalyse, Softwarearchitektur, agile Softwareentwicklung und innovative Antriebe rekrutiert und eingestellt werden. BMW sieht sein Personal als wichtigen Baustein des Unternehmenserfolgs.

2.5 Wertschöpfungskette

BMW hat die gesamte Wertschöpfungskette im Nachhaltigkeitsmanagement integriert. Die Wertschöpfungskette nach Porter ist in zwei Teile aufgeteilt, die unabhängig von der Branche in jedem Unternehmen ausgeübt werden sollen. Die Primäraktivitäten sind Tätigkeiten in der direkten Herstellung. Gefolgt von den sekundären oder unterstützenden Aktivitäten, welche Prozesse umfassen, die zur Beschaffung, Technologieentwicklung und Personalwirtschaft sowie Unternehmensstruktur zählen (Coenenberg et al., 2018). Die Wertschöpfungskette der BMW Group unterliegt aktuell einem fundamentalen Transformationsprozess. In allen Bereichen der Wertschöpfungskette spielen daher neben Fahrzeugen auch Mobilitätsdienstleistungen wie zum Beispiel DriveNow, ReachNow, ChargeNow oder ParkNow eine wichtige Rolle. Die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von Fahrzeugen wird weiterhin im Mittelpunkt stehen. Hinzu kommt ein breites Spektrum von innovativen Mobilitätsdienstleistungen. Forschung und Entwicklung ist von zentraler Bedeutung für die BMW Group und sichert auch langfristig den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Wesentliche Treiber der geschäftlichen Aktivitäten sind die Konzepte „Automated“, „Connected“, „Electrified“ und „Shared“ als Zielvorstellungen der Mobilität von morgen. Sie werden die Wertschöpfungskette der BMW Group in den kommenden Jahren noch tiefgreifend verändern. Das Unternehmen entwickelt seit 2018 beschäftigt. Im Moment bietet BMW eine Fahrerassistenzanalyse für teilautomatisiertes Fahren an. Ab 2021 kommen Autos, die automatisiert fahren können. Der digitale Wandel ist für die Automobilindustrie von großer Bedeutung. Die Kunden haben die Möglichkeit vor dem Kauf ded Fahrzeugs oder während der Wartezeit neue Produkte auszuprobieren. Auch die Energieeffizienz der Automobile und Motorrädern soll kontinuierlich optimiert werden. Eine globale Zusammenarbeit mit Lieferanten bei der Beschaffung von Systemen, Komponenten, Roh-Materialen.

3 Jahresabschlussanalyse

Nachdem im ersten Teil die strategische Analyse des BMW Konzerns aufgezeigt wurde, folgt nun die Jahresabschlussanalyse. Auf Basis des Jahresabschlusses werden im folgenden Erkenntnisse über die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des BMW Konzerns erlangt. Die Jahresabschlussanalyse setzt sich aus der finanzwirtschaftlichen und der ertragswirtschaftlichen Analyse zusammen.

3.1 Grenzen der Bilanzanalyse

Vorweg ist zu definieren, dass es sich bei der Bilanz um eine stichtagsbezogene Darstellung handelt. Für die Analyse ist es somit wichtig, die ermittelten Werte über einen bestimmten Zeitraum zu betrachten, als auch ein Vergleich mit Mindestwerten und Kennzahlenwerten von Mitbewerbern, um zu validen Ergebnissen zu kommen (Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, 2019). Im Rahmen der Jahresabschlussanalyse des BMW Konzerns haben wir einen Zeitraum der letzten vier Jahre analysiert. Der Vergleich hinsichtlich der Mitbewerber findet mit dem Volkswagen Konzern statt, dem größten Autohersteller der Welt (Welter, 2019). Ein weiteres Argument für den Vergleich mit VW ist die identische Ausrichtung auf E-Mobilität, die auch BMW anstrebt.

3.2 Finanzwirtschaftliche Analyse

Ziel der finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse ist das Erzielen von Informationen über die Vermögensstruktur, die Kapitalstruktur, sowie die Beziehung zwischen Kapitalverwendung und -aufbringung. Sie setzt sich aus der Investitions-, Finanzierungs- und Liquidationsanalyse zusammen (Coenenberg and Haller, 2016).

3.2.1 Investitionsanalyse

Die Investitionsanalyse zeigt auf, wie das Kapital eines Unternehmens verwendet wird (Coenenberg and Haller, 2016). Die Analyse des BMW Konzerns zeigt deutlich, dass die Anlagenintensität die Umlaufintensität übersteigt. In den Jahren 2015 bis 2018 liegt die Anlagenintensität durchgehend höher als die Umlaufintensität. Die Werte liegen konstant um die 60 Prozent. In der Literatur wird eine hohe Anlagenintensität zunächst kritisch dargestellt. Je größer der Anteil des Anlagevermögens eines Unternehmens, desto geringer die Flexibilität und somit auch die erfolgs- und finanzwirtschaftliche Stabilität. Zudem bedeutet ein kleinerer Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen, eine bessere Ausnutzung der Kapazität und somit auch eine bessere Ertragslage. Begründung hierfür ist, dass eine steigende Kapazitätsausnutzung zu steigendem Umsatz und dieser wiederum zu steigendem Vorrats- und Forderungsbestand führt (Coenenberg and Haller, 2016). Die Literatur weist jedoch auch daraufhin, dass diese Aussagen nicht unter allen Umständen als feststehend angesehen werden können. Verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel die Branchenzugehörigkeit oder das Produktionsprogramm, haben Einfluss auf die Kennzahlen und müssen berücksichtigt werden (Coenenberg and Haller, 2016). Dies ist bei der Analyse des BMW Konzerns von großer Bedeutung. BMW ist als Automobilhersteller im produzierenden Gewerbe tätig. Es werden Maschinen, also Anlagevermögen, zur Produktion der Endprodukte benötigt. Entsprechend ist eine hohe Anlagenintensität eine Konsequenz daraus. Dies zeigt sich auch im Vergleich mit dem Mitbewerber VW deutlich. Auch dieses Unternehmen hat eine deutlich höhere Anlagenintensität mit Werten um die 60 Prozent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vergleich Anlage- und Umlaufintensität BMW/VW Quelle: (eigene Darstellung)

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Strategische Unternehmensanalyse der BMW Group. Möglichkeiten einer neutralen Bewertung
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V537856
ISBN (eBook)
9783346178985
ISBN (Buch)
9783346178992
Sprache
Deutsch
Schlagworte
group, unternehmensanalyse, BMW, Bewertung, Analayse, Einstiegsbarrieren, Unternehmensbewertung, Auto, KFZ, Automobilbranche, Automobil, VW, Mercedes, Porsche, Ford, Fiat, Daimler, fiveforces, porter
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Strategische Unternehmensanalyse der BMW Group. Möglichkeiten einer neutralen Bewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537856

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