Die Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik der Frauenbewegung. Die Forderungen der Frauenbewegung zu den Bereichen Bildung, Armut und dem Frauenwahlrecht stehen hierbei im Vordergrund. Somit liegt das Hauptaugenmerk auf der Beantwortung der Frage, welche Forderungen die Frauenbewegung in der Entstehung des Wohlfahrtsstaates stellten und welche Auswirkungen diese auf die Sozialpolitik hatten.
Zunächst werden die Anfänge der Frauenbewegung im frühen neunzehnten Jahrhundert erläutert, die schon vor 1890 begonnen haben. Weiterhin geht der Autor auf die Feministin Louise Otto-Peters ein sowie auf den vor ihr gegründeten Allgemeinen Deutschen Frauenverein. Dabei wird erläutert, wofür dieser Verein einstand und dessen Mitglieder gekämpft haben. Anschließend wird der maternalistische Feminismus behandelt, der sich gegen die Armut von Müttern engagiert hat. Hierbei wird erläutert, wie weibliche Armut entstehen konnte und welche Forderungen die mutterschaftsbezogene Frauenbewegung hatte. Darauf folgenden werden die Kämpfe um das Frauenwahlrecht beschrieben und dabei auch auf die Frauenbewegung während des Ersten Weltkrieges eingegangen. Abschließend wird die Nachkriegszeit behandelt. Hierfür wird erläutert, welche Auswirkungen die Frauenbewegung aus der Vorkriegszeit und Kriegszeit auf die Sozialpolitik hatte und welche Gesetze aus ihren Forderungen geschlossen wurden. Weiterhin wird thematisiert, wie die Frauenbewegung in der Weimarer Republik weiter ging und wie das neue Bild der Frau in dieser Zeit aussah sowie dieses in der Gesellschaft aufgenommen wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Frauenbewegung in der Entstehung des Wohlfahrtsstaats 1890-1933
2.1 Louise Otto-Peters und der Allgemeine Deutsche Frauenverein
2.2 Weibliche Armut und der maternalistische Feminismus
2.3 Das Frauenwahlrecht
2.4 Auswirkungen der Frauenbewegung auf die Nachkriegszeit
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forderungen der Frauenbewegung während der Entstehung des Wohlfahrtsstaates in Deutschland zwischen 1890 und 1933 und analysiert deren Auswirkungen auf die Sozialpolitik.
- Anfänge und Organisation der frühen Frauenbewegung in Deutschland
- Die Rolle von Louise Otto-Peters und dem Allgemeinen Deutschen Frauenverein
- Maternalistischer Feminismus und der Kampf gegen weibliche Armut
- Politischer Einsatz und der Kampf um das Frauenwahlrecht
- Die Auswirkungen der Frauenbewegung auf die Gesetzgebung der Weimarer Republik
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
"Die Teilnahme der Frau an den Interessen des Staates ist nicht allein ein Recht, sie ist eine Pflicht der Frauen." (Vahsen 2009, o. S.). Dieses Zitat stammt von Louise Otto-Peters, einer großen Frauenrechtlerin, die im 19. Jahrhundert die Frauenbewegung initiiert, geprägt und vorangetrieben hat. Es beschreibt, wofür sie im 19. Jahrhundert gemeinsam mit anderen Feministinnen gekämpft hat, nämlich um die politischen Rechte von Frauen. Sie sollten von Frauen so gelebt werden, wie es für Männer zu dieser Zeit bereits selbstverständlich war. Es ging also auch um den Kampf der Gleichberechtigung.
Der Begriff des Feminismus ist heutzutage jedem bekannt und in sämtlichen Medien so präsent wie nie. Aktuelle Bewegungen wie #metoo verhelfen dem modernen Feminismus zu enormer Bekanntheit. Jedoch wissen die Wenigsten, woher der Feminismus kommt und wie es mit der Frauenbewegung angefangen hat.
Mädchen und Frauen können hier in Deutschland im 21. Jahrhundert in die Schule gehen, sich an Universitäten einschreiben, den Beruf ausüben, den sie möchten und die meisten werden dabei vom Staat nicht eingeschränkt. Frauen können und dürfen sich eine politische Meinung bilden, ab dem 18. Lebensjahr wählen gehen und sich auch als Kandidatin wählen lassen. Wir betrachten es als selbstverständlich, dass Frauen in der Politik mitreden. Vor allem sind Frauen im 21. Jahrhundert unabhängig. Sie dürfen es sich selbst aussuchen, ob sie heiraten und Kindern bekommen möchten, sowie Aktivitäten unternehmen, ohne jemanden ihr vermeintlich Übergestellten nach Erlaubnis zu fragen. Diese Privilegien sind den Frauen aus dem 19.Jahrhundert und dem 20.Jahrhundert zu verdanken. Denn zu dieser Zeit entstand der Feminismus, mit dem das damalige kollektive Auftreten von Frauen gemeint ist (vgl. Fraisse & Perrot 1994, S.11). In dieser Zeit ergriffen mehr und mehr Frauen das Wort und versuchten mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen (vgl. Bock 1995, S.14). Sie durchbrachen die Stereotype und haben gezeigt, dass es viele Wege gibt, um zum Ziel zu gelangen (vgl. ebd.). Was wäre heute, wenn sich Frauen damals nicht geäußert hätten, nicht gekämpft und auch Rückschläge erlitten hätten? Wo stünden die Frauen heute mit all ihren Rechten? Die Geschichte der Emanzipation hätte einen anderen Verlauf genommen und Frauen wären der Gleichberechtigung wahrscheinlich um einige Schritte zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Frauenbewegung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Forderungen und sozialpolitischen Auswirkungen der Bewegung zwischen 1890 und 1933.
2. Frauenbewegung in der Entstehung des Wohlfahrtsstaats 1890-1933: In diesem Kapitel werden die historischen Anfänge und die organisatorische Entwicklung der Frauenbewegung in Deutschland detailliert analysiert.
2.1 Louise Otto-Peters und der Allgemeine Deutsche Frauenverein: Dieser Unterabschnitt beleuchtet das Wirken von Louise Otto-Peters und die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins als Meilenstein der organisierten Frauenbewegung.
2.2 Weibliche Armut und der maternalistische Feminismus: Hier wird der Fokus auf die Armut von Müttern gelegt und erläutert, wie der maternalistische Feminismus versuchte, Mutterschaft als gesellschaftlich relevante Arbeit zu etablieren.
2.3 Das Frauenwahlrecht: Dieser Abschnitt beschreibt den langwierigen Kampf um politische Teilhabe, die Gründung von Stimmrechtsvereinen und die Zäsur durch den Ersten Weltkrieg.
2.4 Auswirkungen der Frauenbewegung auf die Nachkriegszeit: Der letzte Teil des Hauptteils analysiert die politische Situation in der Weimarer Republik und welche konkreten Gesetze aus den Forderungen der Frauenbewegung resultierten.
3. Fazit: Das Fazit fasst die erreichten Ziele der Frauenbewegung zusammen und reflektiert deren anhaltende Bedeutung für die heutige Gleichberechtigung.
Schlüsselwörter
Frauenbewegung, Wohlfahrtsstaat, Feminismus, Louise Otto-Peters, Allgemeiner Deutscher Frauenverein, Frauenwahlrecht, maternalistischer Feminismus, weibliche Armut, Weimarer Republik, Sozialpolitik, Emanzipation, Gleichberechtigung, Mutterschutz, Staatsbürgerschaft, politische Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der deutschen Frauenbewegung im Zeitraum von 1890 bis 1933 und deren Einfluss auf die Entstehung des Wohlfahrtsstaates.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Frauenbewegung, dem Kampf gegen weibliche Armut durch maternalistischen Feminismus, dem Ringen um das Frauenwahlrecht sowie den sozialpolitischen Errungenschaften der Weimarer Zeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche spezifischen Forderungen die Frauenbewegung stellte und wie diese Forderungen die Sozialpolitik der damaligen Zeit konkret prägten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte historische Literaturanalyse, um die Anfänge, Forderungen und gesetzlichen Erfolge der Frauenbewegung systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Anfänge der Bewegung um Louise Otto-Peters, die Analyse der maternalistischen Forderungen zur Armutsbekämpfung, den Kampf um das Wahlrecht bis hin zur parlamentarischen Arbeit in der Weimarer Republik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Frauenbewegung, Wohlfahrtsstaat, Emanzipation, Frauenwahlrecht, maternalistischer Feminismus und Sozialgesetzgebung charakterisiert.
Welche Rolle spielte Louise Otto-Peters für die Frauenbewegung?
Sie gilt als eine der bedeutendsten Vorreiterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland und als Gründerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins.
Warum war das Vereinsgesetz von 1908 für die Frauenbewegung wichtig?
Dieses Gesetz erlaubte Frauen erstmals die Mitgliedschaft in politischen Vereinen und Parteien, was den Weg für ihre aktive Beteiligung an politischen Prozessen ebnete.
Welchen Einfluss hatte der Erste Weltkrieg auf die Bewegung?
Der Krieg führte zu einer Aufspaltung der Frauenbewegung: Einerseits integrierten sich viele Frauen in den nationalen Frauendienst, um sich durch Kriegshilfe Staatsbürgerschaft zu verdienen, andererseits bildete sich eine pazifistische Minderheit.
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- Regina Krintovski (Autor), 2019, Die Frauenbewegung in der Entstehung des Wohlfahrtsstaates 1890 bis 1933, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537866