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Lässt sich das Neue Steuerungsmodell mit der Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe vereinbaren?

Title: Lässt sich das Neue Steuerungsmodell mit der Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe vereinbaren?

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michael Roos (Author)

Social Work
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Die zahlreichen Reformvorhaben der öffentlichen Verwaltung in Deutschland zeigen, dass sich der bürokratische Verwaltungsapparat in der Krise befindet. Der klassischen öffentlichen Verwaltung wird vorgeworfen teuer, starr und langsam zu sein und so nicht effizient und effektiv arbeiten zu können. Besonders prägnant ist das Argument der Finanzkrise, auf welches differenzierter eingegangen wird. Nach Vorbild der holländischen Stadt Tilburg initiierte die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt), Anfang der 90iger Jahre, eine grundlegende Reform der öffentlichen Verwaltung. Große Erwartungen wurden in das Neue Steuerungsmodell gesetzt. Dieses Konzept beinhaltet den Aufbau einer dezentralen Führungs- und Organisationsstruktur. So sollen Hierarchien abgeflacht und die Eigenverantwortung der verschiedenen Akteure gesteigert werden. Das Neue Steuerungsmodell basiert auf betriebswirtschaftlichen Strukturen. Gerade bei der Übertragung auf Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit zeigt sich dieses auf Marktwirtschaft ausgelegtes Modell als problematisch. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob sich das Modell der Neuen Steuerung mit der Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe vereinbaren lässt? Hierzu wird die etwas polemisch wirkende These aufgestellt, dass durch die Verwaltungsreform hin zur Neuen Steuerung, die Gefahr besteht, dass individuelle Belange der AdressatInnen, sowie der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, aufgrund einer zu einseitigen Ökonomisierung und Marktorientierung, nicht ausreichend, im Sinne der fachlichen Ansprüche, wahrgenommen werden können. Um dies zu analysieren werden Erfahrungen von Jugendämtern aufgegriffen, die sich bereits mit der Implementierung des Neuen Steuerungsmodells befasst haben. Dazu wird der aktuelle Stand des Implementierungsprozesses in der Kinder- und Jugendhilfe kurz skizziert. Da es sich bei der Kinder- und Jugendhilfe um eine soziale personenbezogene Leistung handelt, wird im weiteren Verlauf insbesondere die Perspektive der AdressatInnen fokussiert. Es soll analysiert werden, inwieweit sich die Implementierung des Neuen Steuerungsmodells auf die individuelle Arbeit mit den AdressatInnen und auf deren Position in der Kinder- und Jugendhilfe auswirken kann. Da dies nicht einseitig geschehen soll, werden sowohl Bedenken und Gefahren, als auch Chancen der Einführung des Neuen Steuerungsmodells betrachtet. Abschließend werden die Ergebnisse noch einmal zusammenfassend kurz dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie stellt sich die Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe dar?

a) Die Adressaten

b) Die organisatorische Ebene

c) Die fachliche Ebene

3. Gründe für die Verwaltungsmodernisierung

3.1 Die Finanzkrise

3.2 Weitere Gründe

4. Die Einführung der Neuen Steuerung in die Kinder- und Jugendhilfe

4.1 Outputorientierte Steuerung

4.2 Budgetierung

4.3 Dezentrale Fach- und Ressourcenverantwortung

4.4 Kontraktmanagement

5. Im Hinblick auf die Spezifika der Jugendhilfe

5.1 Problem der Messbarkeit von Leistungen

5.2 Problem der Kundenorientierung

5.3 Strukturelle Probleme

a) Die Neue Steuerung im Kontext der Jugendhilfeplanung

b) Das Verhältnis: öffentliche Träger- freie Träger -> Entpolitisierung der Kinder- und Jugendhilfe?

5.4 Der aktuelle Stand der Implementierung

6. Exkurs: Ehrenamtliche MitarbeiterInnen

7. Welche Auswirkungen könnte die Implementierung des Neuen Steuerungsmodells auf die Position des Adressaten haben?

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit sich das "Neue Steuerungsmodell" (NSM) mit den spezifischen Anforderungen und der fachlichen Ausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe vereinbaren lässt, und analysiert dabei die Gefahren einer einseitigen Ökonomisierung für die Adressaten.

  • Grundlagen und Besonderheiten der Kinder- und Jugendhilfe
  • Ursachen der Verwaltungsmodernisierung (insb. Finanzkrise)
  • Instrumente des Neuen Steuerungsmodells (Budgetierung, Kontraktmanagement)
  • Konfliktpotenzial zwischen ökonomischer Effizienz und pädagogischem Auftrag
  • Auswirkungen auf die Position und Partizipation der Adressaten

Auszug aus dem Buch

4.1 Outputorientierte Steuerung

Die Verwaltungsmodernisierung bedeutet ein Umdenken von der Inputorientierten Steuerung, das heißt von der Steuerung von oben über Personal- Finanz- und Sachmitteleinsatz, hin zu der Outputorientierten Steuerung. Laut KGSt bedeutet die Outputorientierte Steuerung: „…die Planung, Durchführung und Kontrolle des Verwaltungshandelns strikt an den beabsichtigten und tatsächlichen Ergebnissen auszurichten.“ Diese Arbeitsschritte sollen auf Leistungsdefinitionen, welche dem Anforderungskatalog entsprechen, basieren. Im Sinne des betriebswirtschaftlich orientierten Neuen Steuerungsmodells werden diese Leistungsdefinitionen als Produkte beschrieben. So können auch mehrere Einzelleistungen in einem Produkt gebündelt werden. Dies vereinfacht die Steuerung. Die Produktpalette soll vor allem effizient und wirtschaftlich erstellt werden. Dies soll die Kosten- Nutzen Kalkulation transparent machen. Die klare Zuweisung der Kosten auf die jeweiligen Produkte vereinfachen weitere Schritte, die zu mehr Effizienz führen sollen. Neben den Kosten beinhaltet die Produktbeschreibung Informationen über Zielsetzung, Menge, Qualität und Verantwortlichkeit. „…[Das Produkt] ist das Grundmodul für die Gliederung der Haushaltspläne, der Wirtschafts- und Maßnahmepläne der Dienste, des Berichtswesens, aber auch der Aufbauorganisation (…).“ Es soll stets auf Nützlichkeit überprüft und am Kriterium der Kundenzufriedenheit gemessen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Krisensituation der öffentlichen Verwaltung und Einführung der Fragestellung hinsichtlich der Vereinbarkeit von NSM und Kinder- und Jugendhilfe.

2. Wie stellt sich die Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe dar?: Analyse der besonderen Anforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe hinsichtlich der Adressaten sowie ihrer organisatorischen und fachlichen Ebene.

3. Gründe für die Verwaltungsmodernisierung: Erläuterung der Auslöser für Reformen, primär fokussiert auf die Finanzkrise der öffentlichen Haushalte.

4. Die Einführung der Neuen Steuerung in die Kinder- und Jugendhilfe: Beschreibung der zentralen betriebswirtschaftlichen Instrumente wie Outputsteuerung und Kontraktmanagement.

5. Im Hinblick auf die Spezifika der Jugendhilfe: Kritische Auseinandersetzung mit der Übertragbarkeit der NSM-Instrumente auf die soziale Arbeit und deren Grenzen.

6. Exkurs: Ehrenamtliche MitarbeiterInnen: Diskussion zur Unvereinbarkeit von bürgerschaftlichem Engagement und strengen betriebswirtschaftlichen Kennzahlensystemen.

7. Welche Auswirkungen könnte die Implementierung des Neuen Steuerungsmodells auf die Position des Adressaten haben?: Analyse der Chancen und Risiken, insbesondere in Bezug auf Entwürdigung und Transparenz.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die ein Scheitern bei einseitiger Ökonomisierung prognostiziert und das Primat der Fachlichkeit fordert.

Schlüsselwörter

Neue Steuerung, Kinder- und Jugendhilfe, Verwaltungsmodernisierung, Outputorientierung, Ökonomisierung, Budgetierung, Kontraktmanagement, Soziale Arbeit, Adressatenorientierung, Partizipation, Finanzkrise, Effizienz, Kindeswohl, KGSt, Sozialgesetzbuch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Übertragung des betriebswirtschaftlich geprägten "Neuen Steuerungsmodells" auf den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und untersucht kritisch, ob dieses Konzept mit der fachlichen Spezifik sozialer Arbeit vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Verwaltungsmodernisierung, die spezifischen Anforderungen der Jugendhilfe (Adressaten, Organisation, Fachlichkeit), betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente sowie die Auswirkungen dieser Reformen auf die soziale Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, ob das Modell der Neuen Steuerung mit der Spezifik der Kinder- und Jugendhilfe vereinbar ist, ohne dass die fachlichen Ansprüche der Hilfeleistungen unter dem Druck der Ökonomisierung leiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Fachliteratur, Berichte der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGSt) und sozialpädagogische Fachdiskurse zueinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformgründe, die Beschreibung der NSM-Elemente, die kritische Diskussion der Übertragbarkeit auf die Jugendhilfe sowie die spezifische Betrachtung der Adressatenperspektive und ehrenamtlicher Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Neue Steuerung, Ökonomisierung, Outputorientierung, Adressatenorientierung und das Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlicher Effizienz und pädagogischem Auftrag.

Warum wird das "Kundenkonzept" in der Arbeit kritisch gesehen?

Das Konzept der "Kundenorientierung" wird kritisiert, da es ein passives Konsumentenverhältnis suggeriert, während die Kinder- und Jugendhilfe auf aktiver Beteiligung, Hilfe zur Selbsthilfe und einem komplexen Normalisierungsauftrag basiert.

Welches Fazit zieht der Autor zur Integrierbarkeit von ehrenamtlicher Arbeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ehrenamtliche Arbeit aufgrund ihrer idealistischen Motive und ihrer Struktur nicht in standardisierte Produktbeschreibungen oder Kennzahlensysteme gepresst werden kann.

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Details

Title
Lässt sich das Neue Steuerungsmodell mit der Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe vereinbaren?
College
University of Trier
Course
Verwaltungsmanagement
Grade
1,7
Author
Michael Roos (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V53789
ISBN (eBook)
9783638491389
ISBN (Book)
9783638693240
Language
German
Tags
Lässt Neue Steuerungsmodell Spezifika Kinder- Jugendhilfe Verwaltungsmanagement qualitätsmanagement organisationsentwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Roos (Author), 2004, Lässt sich das Neue Steuerungsmodell mit der Spezifika der Kinder- und Jugendhilfe vereinbaren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53789
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