Corporate-Governance-Typologien

Merkmale und kritische Würdigung


Hausarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungen

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit
1.3 Aufbau und Vorgehensweise

2 Theoretische Grundlagen zu Corporate Governance
2.1 Definition von Corporate Governance und Ableitung von Aufgaben
2.2 Die Interessensgruppen eines Unternehmens

3 Corporate-Governance-Systeme im Vergleich
3.1 Überblich der Klassifizierungsmöglichkeiten
3.2 Markt- vs. Netzwerkorientierte CG-Systeme nach Weimer und Pape
3.3 Kritische Stellungnahme zu den Unterscheidungskriterien

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Merkmale von CG-Systemen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einflussnehmende Interessensgruppen auf die Corporate Governance

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die erneute Reform des Deutschen Corporate Governance Kodex verdeutlicht die aktuelle Relevanz einer guten Unternehmensführung.1 Ein Grund für die Forcierung zur Entwicklung von Corporate Governance-Regelungen ist durch die Liberalisierung der Kapitalmärkte sowie die Globalisierung begründet. Un­ternehmen treten inzwischen nun auch als Akteure auf globaler Ebene auf und üben somit Druck auf die nationalstaatlichen Wirtschaftssysteme aus.2 Erst durch die digitale Transformation wurde es möglich, die Wertschöpfung über Ländergrenzen effizient auszubreiten.3 Auch ausländische institutionelle Anle­ger üben ihren Einfluss aus, damit Ihre Interessen durch die Corporate Gover- nance-Regelungen eine angemessene Beachtung erfahren. An Bedeutsam­keit erlangte die Forderung nach mehr Transparenz und Kontrolle der Unternehmensführung jedoch erst durch aufsehenerregende Unternehmens­schieflagen und Missmanagement.4 Eine nachhaltige Aufbereitung nach ver­gangenen Finanz- und Wirtschaftskrisen erhöht zudem das Interesse an der Unternehmenskontrolle.5 Die unzähligen Berichte in den Medien über soge­nannte Whistleblower öffnete die Thematik schließlich für einen Großteil der Bevölkerung.6

1.1 Problemstellung

Hieraus wird deutlich, dass es für eine effiziente und effektive Unternehmens­führung entsprechende Rahmenbedingungen benötigt. Auf internationaler Ebene haben sich unterschiedliche Modelle entwickelt. Dies erschwert einen direkten Vergleich. Neben den einzelnen Definitionen was unter Corporate Covernance (CG) in den jeweiligen Nationalstaaten zu verstehen ist, hat sich gleichzeitig die Fragestellung im internationalen Vergleich aufgetan. Die For­schung unterscheidet zwei verschiedene Systeme. Zum einen die marktorien­tierten und zum anderen die netzwerkorientierten CG-Systeme.7

1.2 Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, die von Weimer und Pape entwickelte Typologie ge­nauer zu betrachten und die dort präsentierten Unterscheidungsmerkmale kri­tisch zu untersuchen. Andere Modelle zur Klassifikation von Corporate Gover- nance-Systeme werden nicht untersucht. Auch eine umfangreiche Analyse der verschiedenen Interessensgruppen eines Unternehmens und deren unter­schiedlichen Ziele erfolgt nicht. Ausgangpunkt der betrachteten Unternehmen ist immer die Aktiengesellschaft. Andere Firmierungen werden nicht berück­sichtig.

1.3 Aufbau und Vorgehensweise

Im zweiten Kapitel wird der Begriff Corporate Governance erläutert sowie die Ziele eines CG-Systems aufgezeigt. Daran anschließend werden die verschie­dene Interessensgruppen eines Unternehmens näher betrachtet. Da jede Gruppe Ihre eignen, teilweise zu anderen Gruppen gegensätzlichen, Absich­ten verfolgt, bedarf es hier einer Veranschaulichung. Im dritten Kapitel wird zuerst ein Überblick über verschiedene in der Literatur vorhandene Typisie­rungsmöglichkeiten von CG-Systemen gegeben. Hierauf wird das Modell von Weimer und Pape zur Kategorisierung detailliert beschrieben. Nach der Dar­stellung der Typologie wird eine kritische Stellungnahme durchgeführt. Diese Arbeit endet im vierten Kapitel mit einem abschließenden Fazit zum Thema Corporate Governance.

2 Theoretische Grundlagen zu Corporate Governance

2.1 Definition von Corporate Governance und Ableitung von Aufgaben

Unter dem Begriff Corporate Governance wird ein Ordnungsrahmen auf recht­licher und faktischer Ebene bezeichnet.8 Dieser Ordnungsrahmen soll eine ordnungsgemäße und fähige Unternehmenskontrolle sowie -führung sicher­stellen. Entsprechend sollen die Interessen der Stakeholder und der Sharehol­der geschützt werden (Vgl. hierzu Kapitel 2.2.).9 Durch Mechanismen zur Re­gelung der Koordination von Außenbeziehungen des Unternehmens, Einführung von Überwachungsprozessen, Kompetenz-Regelungen und Schaffung von Anreizen, kann ein solcher Rahmen gebildet werden.10 Diese Regelungen beziehen sich nicht nur auf das Unternehmen selbst, sondern schließen auch die Integration in dessen Umfeld mit ein.11

Corporate Governance Regelungen verfolgen zwei Ziele. Das erste Bestreben ist die Sicherstellung der Effizienz der Unternehmensführung, indem Effizienz­verluste welche durch die Verfolgung von unterschiedlichen Interessen ver­mieden werden sowie ein maximaler Überschuss aus den eingesetzten Res­sourcen generiert wird. Der zweite Zweck ist die qualifizierte Verteilung der erwirtschafteten Unternehmensgewinne an die verschiedenen Shareholder.12

Je nachdem welche Interessensgruppen im Rahmen des Unternehmens be­rücksichtigt werden sollen und auf welcher Gruppe der Fokus liegt, hat dies auch Auswirkungen auf die Begriffsbestimmung der Corporate Governance. Unterschiedliche regionale Prägungen beeinflussen die Definition weiterhin.13

2.2 Die Interessensgruppen eines Unternehmens

Für das bessere Verständnis bzgl. CG-Systemen ist es nötig auf die verschie­denen Stakeholder und deren Interessen an einem Unternehmen einzugehen. Anschließend können hieraus entsprechende Strukturen entwickelt werden. In der deutschen Literatur wird der Begriff Stakeholder als Synonym für Interes­sensgruppe verwendet. Hierunter sind Individuen oder Gruppen bzw. Organi­sationen innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu verstehen, die ein Unternehmen beeinflussen oder von diesem tangiert werden. Die Stakeholder haben somit ein begründetes Interesse an den Aktivitäten des Unternehmens und verfolgen ihre eigenen Ziele, die unter Umständen konträr zu anderen Stakeholdern sind.14 15 Die folgende Abbildung gibt einen Überblick zu den ver­schiedenen Interessensgruppen, die Einfluss auf Corporate Governance-Sys- teme ausüben.

Abbildung 1: Einflussnehmende Interessensgruppen auf die Corporate Governance

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Überblich der Klassifizierungsmöglichkeiten

Auf internationaler Ebene haben sich verschiedene Corporate Governance- Systeme etabliert. Der Begriff Corporate Governance vereint eine große Band­breite von wirtschaftlichen Bereichen, Rechts- und Finanzsysteme in sich. Als Lösungsansatz wurden durch verschiedene Nationalstaaten unterschiedliche Verhaltensregeln für Corporate Governance entwickelt. Grundlage für die Kon­trolle und Unternehmensführung waren somit die jeweils vorliegenden natio­nalen Rahmenbedingungen. International gibt es deshalb je nach System so­wohl Unterscheide als auch Gemeinsamkeiten.16

Corporate Governance-Systeme können anhand von drei Kriterien eingeord­net werden. Eine Systematisierung kann entweder anhand formaler Unter­schiede, der Kapitalstruktur oder durch Kontrollmechanismen erfolgen.17 Zu den bekanntesten formalen Unterschieden zählt die dualistische (Two-Tier- System) und die monistische (Board-System) Unternehmensverfassung. Hin­sichtlich geeigneter Kontrollmechanismen kann eine Fokussierung entweder auf outsider (Shareholder-Value) oder insider (Stakeholder-Value) orientierte System erfolgen.18 Nach dem Shareholder-Ansatz sind die Aktionäre im Besitz des Unternehmens. Hieraus lässt sich die Unternehmensausrichtung auf die finanziellen Interessen der Aktionäre, d.h. Maximierung des Aktienkurses, ab­leiten. Der Stakeholder-Ansatz berücksichtigt die verschiedenen Interessens- gruppen.19

Auch das „Four Types“ System von Weimer und Pape ist ein Modell hinsicht­lich Kontrollstruktur.20 Die Klassifizierung anhand der Kapitalstruktur baut auf den vorherigen Kategorisierungen auf. Hier kann zwischen markt- und bezie­hungsorientierten Systemen unterscheiden werden.21

3.2 Markt- vs. Netzwerkorientierte CG-Systeme nach Weimer und Pape

Weimer und Pape systematisierten CG nach Wirtschaftsregionen und veröf­fentlichten Ihre Ergebnisse zu ihrem „Four Types System“ im Jahr 1999. Ein System von Corporate Governance umfasst eine Vielzahl von länderspezifi­schen Rahmen aus rechtlichen, institutionellen und kulturellen Faktoren. Sta­keholder üben somit Einfluss auf die Entscheidungsfindung der Unterneh­mensführung aus. Die beiden Autoren Jeroen Weimer und Joost Pape identifizieren acht Hauptmerkmale für CG-Systeme. Die Merkmale in der fol­genden Tabelle haben entweder rechtliche, institutionelle oder kulturelle Di- mensionen.22 23

Tabelle 1: Merkmale von CG-Systemen[23]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. deloitte.com, Deutscher Corporate Governance Kodex 2019, abgerufen am 24.02.2020.

2 Vgl. Furch (2011), S. 123.

3 Vgl. Schottmüller-Einwag (o.J), S. 13 und Furch (2011), S. 129.

4 Vgl. Von Werder (2015), S. 5f.

5 Vgl. Haid (2001), S. 196.

6 Vgl. Delmas (2015), S. 77.

7 Vgl. Blies (2000), S. 11f.

8 Vgl. Von Werder (2015), S. 3.

9 Vgl. Welge/Eulerich (2012), S. 6.

10 Vgl. Paetzmann (2008), S. 21f.

11 Vgl. Von Werder (2015), S. 4.

12 Vgl. Witt (2003), S. 2.

13 Vgl. Furch (2011), S. 52.

14 Vgl. Freeman/Reed (1983), S. 88ff. und Witt (2003), S. 6.

15 Eigene Darstellung in Anlehnung an Guserl/Pernsteiner (2015), S. 45.

16 Vgl. Zöllner (2007), S. 12.

17 Vgl. Berrar (2001), S. 36ff.

18 Vgl. Von Werder (2008), S. 9 und Von Werder (2015), S. 25.

19 Vgl. Furch (2011), S. 52f.

20 Vgl. Weimer/Pape (199), S. 159.

21 Vgl. Kaplan (1997), S. 86ff.

22 Vgl. Weimer/Pape (1999), S. 15.

23 Eigene Darstellung nach Brockhoff (2005), S. 182 und Weimer/Pape (1999), S. 153.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Corporate-Governance-Typologien
Untertitel
Merkmale und kritische Würdigung
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V537980
ISBN (eBook)
9783346143914
ISBN (Buch)
9783346143921
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Governance, Unternehmensführung, Weimer und Pape
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Corporate-Governance-Typologien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537980

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Corporate-Governance-Typologien



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden