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Traumapädagogik bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten

Zur Anwendung spezifischer Methoden der Kinder- und Jugendhilfe

Titre: Traumapädagogik bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten

Thèse de Bachelor , 2019 , 46 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lisa Madeleine Halter (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Besonderheiten beachtet und welche Anpassungen an minderjährige Flüchtlinge bei einer Traumatherapie vorgenommen werden müssen. Dazu werden zwei explizite praktische Methoden der Traumapädagogik auf ihre Anwendbarkeit bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten analysiert. Im Vordergrund stehen dabei die besonderen Bedürfnisse, potenziell traumatisierenden Erfahrungen und traumaassoziierten psychischen Auffälligkeiten und Belastungen der Flüchtlinge. Dadurch soll eine umfassende, nicht nur die traumatischen Erlebnisse während der Flucht, sondern auch die Migrationsursachen, die Stressoren und Kontextfaktoren im Aufnahmeland einbeziehende Analyse stattfinden. Dies ist wichtig, da all diese Faktoren Einfluss auf die Ausbildung psychischer Belastungen haben können.

Migration ist kein im 21. Jahrhundert neu entstandenes Phänomen. Doch spätestens seit dem Einwandern von GastarbeiterInnen nach dem Zweiten Weltkrieg ist es für viele in Deutschland ein Begriff. Im öffentlichen Kontext der letzten Jahre, v.a. ab 2013, wird Migration oft im Zusammenhang mit Flucht thematisiert. Dabei wird häufig von Flucht- oder Zwangsmigration gesprochen. Dies liegt vor allem an der stark angestiegenen Anzahl asylantragsstellender Geflüchteter in der westlichen Welt und speziell in Deutschland.

Durch einen strukturellen Mangel an ambulanten und stationären psychosozialen Versorgungsmöglichkeiten, sowie sprachlichen und soziokulturellen Barrieren, erlangen jedoch viel zu wenig traumatisierte Geflüchtete die Chance auf eine systematische "Traumabearbeitung".
Aufgrund der besonderen Vulnerabilität und Schutzbedürftigkeit unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter, sowie deren Inobhutnahme durch Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe und der zu geringen Versorgungsmöglichkeit psychosozialer Anlaufstellen, scheint eine traumabearbeitende Versorgung im pädagogischen Setting der stationären Kinder- und Jugendhilfe sinnvoll und dringend von Nöten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Traumapädagogik

2.1 Trauma und Traumatisierung

2.2 Das Konzept der Traumapädagogik und ihre Ziele

2.3 Kernelemente der Traumapädagogik

3 Unbegleitete minderjährige Geflüchtete als besonders vulnerable Gruppe gegenüber Traumatisierungen und Traumafolgebelastungen

4 Flucht als sequentielle Traumatisierung vor, während und nach der Flucht

4.1 Potentiell traumatisierende Erfahrungen im Heimatland

4.2 Potentiell traumatisierende Erfahrungen auf der Flucht

4.3 Potentiell traumatisierende Erfahrungen im Aufnahmeland

5 Häufige traumaassoziierte Symptome und psychische Auffälligkeiten

6 Traumapädagogische Methoden

6.1 Traumapädagogisches Trommeln auf Congas

6.2 Traumapädagogische Ausdrucksmalerei

7 Die traumapädagogischen Methoden in Bezug auf die besondere Situation unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und ihrer Bedürfnisse

7.1 Effekte auf Selbstbestimmung, Kontrollerleben und Handlungsfähigkeit

7.2 Trommeln und Malen als kriegsassoziierte Trigger

7.3 Die Rolle der Herkunft der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten

7.4 Anpassung der Methoden an die Voraussetzungen, Verhaltensweisen und Ressourcen der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten

7.5 Mögliche positive Auswirkungen auf unbegleitete minderjährige Geflüchtete

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, ob und inwiefern spezifische traumapädagogische Methoden – konkret das Trommeln auf Congas und die Ausdrucksmalerei – effektiv und sinnvoll in der stationären Kinder- und Jugendhilfe bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten eingesetzt werden können. Ziel ist es, Anpassungsmöglichkeiten dieser Methoden an die besonderen Bedürfnisse, Belastungen und Erfahrungen dieser vulnerablen Personengruppe aufzuzeigen.

  • Analyse der spezifischen Vulnerabilität unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter.
  • Untersuchung von Flucht als Prozess sequentieller Traumatisierung.
  • Evaluation traumapädagogischer Methoden (Trommeln und Ausdrucksmalerei) hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit.
  • Identifikation von kriegsassoziierten Triggern und notwendigen methodischen Anpassungen.
  • Diskussion der Potenziale für die Traumabearbeitung und Integration innerhalb stationärer Einrichtungen.

Auszug aus dem Buch

6.1 Traumapädagogisches Trommeln auf Congas

Ein auffallend aggressives oder ruhig-gehemmtes Verhalten kann ein eindeutiges Merkmal für innere Spannung sein. Innere Spannungen und Übererregung kann bei traumatisierten Personen eine körperlich-symptomatische Traumafolge sein, die Ausdruck ihrer traumatischen Erlebnisse ist (vgl. Bialek & Kühn 2017, S. 35). Das traumapädagogische Trommeln auf Congas bietet eine Möglichkeit, die eigenen inneren Empfindungen und Spannungen darzustellen und auszudrücken, ohne aktiv darüber reden zu müssen. Durch die Trommelrhythmen und -klänge können Kinder und Jugendliche sowohl ihre Einstellung zu sich als auch zu ihrer Umwelt positiv verändern (vgl. Ding 2013, S. 208f.). Der Einsatz von Congas bietet eine spezifische Möglichkeit der traumapädagogischen Arbeit und unterstützt die Auseinandersetzung der Trommelnden mit sich und ihren traumatischen Erfahrungen (vgl. ebd., S. 219).

Zu Beginn jeder Stunde, bevor die Teilnehmenden kommen, werden alle Congas kreisförmig in der Mitte des Raumes platziert. Die Anordnung unterstützt den gruppendynamischen Prozess, indem durch ihn eine Kontaktaufnahme mittels Sprache, Trommeln, Mimik und Gestik vereinfacht wird. Der Kreis verdeutlicht, dass alle Teilnehmenden Teil der Gruppe sind und dazugehören. Des Weiteren bilden die Congas einen inneren Kreis, der durch die Trommeln abgegrenzt und von ihnen beschützt wird. Dieser Innenkreis wird zur Entspannung genutzt. Hier werden von anderen produzierte Schwingungen und Klänge hör- und spürbar. Im Schutz der Trommeln fällt es Kindern leichter, sich zu den Rhythmen zu bewegen (vgl. ebd., S. 210f. u. S. 215f.).

Grundsätzlich sehen alle Instrumente gleich aus, sodass kein Neid entsteht und negative gruppendynamische Prozesse, z.B. Konkurrenzkampf, unterbunden werden. Jeder sucht sich zu Beginn eine Conga aus, die für diese Stunde ihm gehört. Den Congas wird oft mit Neugierde begegnet und es findet schnell eine Auseinandersetzung statt. Oft beginnt es mit einem zaghaften Abtasten, ehe es zu den ersten Trommelversuchen kommt. Durch Ständer erhalten die Congas weitere Stabilität, sodass sich auch über sie gelegt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Migration und Flucht ein und definiert unbegleitete minderjährige Geflüchtete als eine besonders vulnerable Personengruppe mit erhöhtem Bedarf an psychosozialer Unterstützung.

2 Einführung in die Traumapädagogik: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Traumas, stellt das Konzept der Traumapädagogik sowie deren Ziele und Kernelemente vor.

3 Unbegleitete minderjährige Geflüchtete als besonders vulnerable Gruppe gegenüber Traumatisierungen und Traumafolgebelastungen: Der Fokus liegt auf der besonderen Sensibilität dieser Gruppe gegenüber traumatischen Erfahrungen, bedingt durch das Alter und das Fehlen schützender Bezugspersonen.

4 Flucht als sequentielle Traumatisierung vor, während und nach der Flucht: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der sequentiellen Traumatisierung und unterteilt die Erfahrungen der Geflüchteten in die Phasen vor, während und nach der Flucht.

5 Häufige traumaassoziierte Symptome und psychische Auffälligkeiten: Es werden die häufigsten psychischen Belastungen und Symptome unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter, wie die Posttraumatische Belastungsstörung, dargelegt.

6 Traumapädagogische Methoden: Die Methoden des traumapädagogischen Trommelns auf Congas und der Ausdrucksmalerei werden als spezifische Interventionsmöglichkeiten im pädagogischen Setting vorgestellt.

7 Die traumapädagogischen Methoden in Bezug auf die besondere Situation unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und ihrer Bedürfnisse: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Anwendbarkeit der beiden Methoden unter Berücksichtigung der spezifischen Situation und Vulnerabilität der Zielgruppe.

8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer traumasensiblen Haltung sowie der fachgerechten Anpassung traumapädagogischer Methoden.

Schlüsselwörter

Traumapädagogik, unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Flucht, sequentielle Traumatisierung, stationäre Kinder- und Jugendhilfe, Ausdrucksmalerei, Congas, Traumabearbeitung, psychische Belastung, Posttraumatische Belastungsstörung, Trigger, Ressourcen, Integration, Selbstwirksamkeit, Bindungspädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie traumapädagogische Methoden wie das Trommeln und die Ausdrucksmalerei zur Unterstützung von traumatisierten unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Jugendhilfeeinrichtungen beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Themen Traumapädagogik, die spezifische Vulnerabilität geflüchteter Jugendlicher, sequentielle Traumatisierung durch Flucht sowie die praktische Umsetzung und Anpassung von therapeutisch orientierten Methoden im pädagogischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie die beiden gewählten traumapädagogischen Methoden an die besonderen Bedürfnisse und Hintergründe unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter angepasst werden müssen, um effektiv und sinnvoll eingesetzt werden zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Analyse bestehender traumapädagogischer Konzepte in Bezug auf die spezifische Zielgruppe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Trauma und Traumapädagogik, die Erläuterung des Modells der sequentiellen Traumatisierung, die Vorstellung der Methoden (Trommeln/Malen) sowie eine detaillierte Analyse ihrer Anwendbarkeit bei Geflüchteten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Traumapädagogik, unbegleitete minderjährige Geflüchtete, Traumabearbeitung, stationäre Jugendhilfe, Ausdrucksmalerei, Trommeln auf Congas und sequentielle Traumatisierung.

Warum ist eine "einfache" Übertragung der Methoden auf Geflüchtete problematisch?

Eine ungeprüfte Übertragung könnte die Jugendlichen aufgrund der etikettierenden Wirkung von Sondermaßnahmen stigmatisieren oder ihre Angst vor negativer Aufmerksamkeit verstärken, da viele Geflüchtete versuchen, im Asylprozess möglichst unauffällig zu bleiben.

Welche Rolle spielen "Trigger" bei der methodischen Umsetzung?

Trigger sind Faktoren (wie laute Geräusche oder Farben), die bei traumatisierten Geflüchteten an kriegerische Ereignisse erinnern und dysfunktionale Reaktionen oder Retraumatisierungen auslösen können, weshalb ein sehr individueller und vorsichtiger Umgang zwingend erforderlich ist.

Welchen Vorteil bietet die Durchführung der Methoden durch das Stammpersonal?

Wenn pädagogische Fachkräfte der Einrichtung die Methoden selbst nach einer Weiterbildung anwenden, kann das bereits bestehende Vertrauensverhältnis genutzt werden, und es besteht keine Notwendigkeit für eine offizielle Diagnose oder externe Etikettierung, was die Hemmschwelle für die Jugendlichen senkt.

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Résumé des informations

Titre
Traumapädagogik bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten
Sous-titre
Zur Anwendung spezifischer Methoden der Kinder- und Jugendhilfe
Université
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Note
1,0
Auteur
Lisa Madeleine Halter (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
46
N° de catalogue
V538048
ISBN (ebook)
9783346152954
ISBN (Livre)
9783346152961
Langue
allemand
mots-clé
Traumapädagogik unbegleitete minderjährige Geflüchtete UMF Kinder- und Jugendhilfe Trauma Traumatisierung Flucht
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Citation du texte
Lisa Madeleine Halter (Auteur), 2019, Traumapädagogik bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538048
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