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Stickstoffbilanzüberschuss und Nitratauswaschung. Gibt es einen Zusammenhang?

Überprüfung einer direkten Korrelation aus Messreihen unterschiedlicher Publikationen

Titel: Stickstoffbilanzüberschuss und Nitratauswaschung. Gibt es einen Zusammenhang?

Masterarbeit , 2018 , 57 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Nikolas Hirndorf (Autor:in)

Umweltwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Stickstoffbilanzüberschuss wird häufig als Indikator für die Nitratauswaschung mit dem Sickerwasser angesehen. Diverse Arbeiten belegen unter definierten Randbedingungen einen direkten Zusammenhang. Andere hingegen konnten auch in langjährigen Versuchen keine direkte Korrelation feststellen. Diese Arbeit diente der Überprüfung, ob ein etwaiger Zusammenhang über eine Vielzahl von Messreihen unterschiedlicher Publikationen festzustellen ist und von welchen Variablen dieser gegebenenfalls abhängig gemacht werden muss.

Eine signifikante (α < 0.05) Beziehung beider Faktoren konnte neben der Gesamtheit der Daten sowohl bei rein organischer Düngung, wie auch bei reinem Getreideanbau und auf sandigen und sandig lehmigen Böden festgestellt werden. Bei Gliederung nach Sickerwassermenge, Hackfruchtanbau, Grasland und mineralische Düngung war keine sichere Korrelation zu erkennen.

Des Weiteren konnte kein direkter Zusammenhang zwischen der absoluten Düngungsmenge aus mineralischen und organischen Düngemitteln und der Nitratauswaschung festgestellt werden. Die Kombination aus Düngungs- und Sickerwassermenge scheint jedoch einen ungefähren Schluss auf die maximal mögliche Auswaschung zuzulassen. Andere für die Auswaschung relevante Faktoren, wie Feldkapazität, Bodenbearbeitung und Zwischenfruchtanbau, werden häufig nicht ausreichend dokumentiert und boten somit keine verwertbare Datenmenge.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Begriffserläuterungen

2.1 Stickstoffbilanzüberschuss

2.2 Nitratauswaschung

3. Rechtlicher Rahmen

4. Auswaschung unter Berücksichtigung einzelner Faktoren

4.1 Nitratauswaschung relativ zum Sickerwasser

4.1.1 Bodentyp und Niederschlagsmenge

4.1.2 Sickerwasserrate

4.1.3 Nitrifikation & Denitrifikation

4.2 Nitratauswaschung relativ zur Düngung

4.3 Betrachtung unterschiedlicher Bewirtschaftungen und Landnutzungsformen

4.3.1 Landnutzungsform

4.3.2 Angebaute Kulturen und Fruchtfolgen

4.3.3 Zwischenfrüchte und Untersaaten

4.3.4 Bodenbearbeitung

4.4 Mineralisation

4.4.1 Stickstoff-Immobilisierung

5. Schlussfolgerung

5.1 Vergleich der Aussagekraft von N-Saldo und Herbst-Nmin bezüglich der Nitratauswaschung

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Stickstoffbilanzüberschuss landwirtschaftlicher Flächen und der Nitratauswaschung in das Grundwasser, um zu klären, ob der Bilanzüberschuss als verlässlicher Indikator für Nitratverluste dienen kann und welche weiteren Standort- und Bewirtschaftungsfaktoren die Auswaschung maßgeblich beeinflussen.

  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Stickstoff-Saldo und Nitratauswaschung über verschiedene Studien hinweg.
  • Einfluss von Bodenbeschaffenheit, Sickerwassermengen und Klimabedingungen auf die Nitratdynamik.
  • Bedeutung unterschiedlicher Düngungsarten und Anbausysteme (Konventionell, Grünland, Gartenbau).
  • Auswirkung von Bodenbearbeitung, Zwischenfrüchten und N-Mineralisation auf das Auswaschungspotential.

Auszug aus dem Buch

4. Auswaschung unter Berücksichtigung einzelner Faktoren

Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Einflussfaktoren, bezogen auf die Nitratauswaschung, erläutert. Diverse Studien begründen ihre Ergebnisse häufig auf sehr unterschiedlichen und wenigen Faktoren. Einzelne Publikationen zeigen bereits einen direkten Zusammenhang zwischen N-Bilanz und N-Auswaschung auf. Allerdings konnten solche positiven Beziehungen bisher nur erbracht werden, sofern andere Variablen, im Bezug auf Nutzung, Standort etc. über die Prüfglieder hinweg weitestgehend vergleichbar waren. Zur Überprüfung, ob die Auswaschung tatsächlich übergreifend unter Einbeziehung einzelner Einflussgrößen vom N-Saldo abhängig und in einem gewissen Rahmen universell vorhersagbar gemacht werden kann, wurden in dieser Arbeit Daten aus 31 Publikationen herangezogen und verglichen. Sämtliche Daten stammen von Standorten aus Deutschland und umliegenden Ländern mit vergleichbarem Klima, um geographische und klimatische Fehler möglichst gering zu halten.

Die vereinfachte Stickstoffbilanz errechnet sich im Folgenden über die mineralische und organische Düngung, sowie legume N-Bindung abzüglich der mit dem Erntegut abgeführten N-Mengen. Andere Eintrags- und Austragswege sind in sehr wenigen Fällen aufgezeichnet worden, weshalb diese hier nicht eingeschlossen werden. Abbildung 2 zeigt die, im folgenden Kapitel näher differenzierte, N-Auswaschung aus Nitrat relativ zum N-Saldo über 23 Publikationen.

Der Anteil des legumen N-Eintrags ist in einigen Publikationen der Bilanz angerechnet, ohne jedoch dessen Anteil am Gesamteintrag zu erwähnen. Andere Arbeiten verwendeten zwar entsprechende Kulturen, ließen aber deren Einfluss bei der Bilanzierung unberücksichtigt. Aus diesem Grund sind hier in diesem Fall die betreffenden Daten korrigiert worden, indem zum Saldo eine für die jeweilige Kultur geschätzte N-Menge addiert wurde. Typische Mengen wurden aus Fritsch (2012) übernommen.

Zusammenfassung der Kapitel

Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über die Zielsetzung und Haupterkenntnisse der Untersuchung zum Zusammenhang zwischen N-Bilanz und Nitratauswaschung.

1. Einleitung: Erläutert die Problematik der Stickstoffbelastung in der Landwirtschaft und die Notwendigkeit, Quantifizierungsmethoden zur Einschätzung der Nitratverluste zu prüfen.

2. Begriffserläuterungen: Definiert die zentralen Begriffe Stickstoffbilanzüberschuss und Nitratauswaschung sowie deren Bedeutung als Indikatoren für N-Verluste.

3. Rechtlicher Rahmen: Beschreibt die regulatorischen Vorgaben, insbesondere durch die Wasserrahmenrichtlinie und die Düngeverordnung zur Begrenzung von N-Überschüssen.

4. Auswaschung unter Berücksichtigung einzelner Faktoren: Untersucht differenziert den Einfluss von Sickerwasser, Düngungsart, Landnutzung, Fruchtfolgen, Bodenbearbeitung und Mineralisation auf die Nitratverlagerung.

5. Schlussfolgerung: Führt die Ergebnisse der Datenanalyse zusammen und bewertet die Eignung von N-Saldo und Herbst-Nmin zur Vorhersage der Nitratauswaschung.

6. Diskussion: Reflektiert methodische Grenzen der ausgewerteten Studien und gibt Empfehlungen für eine verbesserte Datenlage in zukünftigen Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Stickstoffbilanzüberschuss, Nitratauswaschung, Sickerwasser, N-Saldo, Landwirtschaft, Düngeverordnung, Bodenbearbeitung, Zwischenfrüchte, N-Mineralisation, Grundwasserschutz, Agrarpotential, Düngungsintensität, Lysimeter, Bodenkunde, Stickstoffkreislauf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Masterthesis untersucht die Frage, ob der Stickstoffbilanzüberschuss landwirtschaftlicher Flächen als valider Indikator für die Nitratauswaschung in das Grundwasser dienen kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Stickstoffkreislauf auf bewirtschafteten Flächen, die Einflussfaktoren auf die Nitratauswaschung wie Bodenbeschaffenheit und Bewässerung sowie die Rolle der Düngungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Überprüfung, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem N-Saldo und der Nitratauswaschung über eine Vielzahl von Studien hinweg nachweisbar ist und inwiefern dieser Zusammenhang durch andere Variablen beeinflusst wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Sekundäranalyse, bei der Daten aus 31 unterschiedlichen Publikationen und Lysimeterversuchen zusammengeführt, korrigiert und statistisch auf Korrelationen hin ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Faktoren, die die Auswaschung beeinflussen – von klimatischen Bedingungen und Bodentypen über Düngungsmengen bis hin zu spezifischen Anbausystemen wie Gartenbau oder Grünland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Stickstoffbilanzüberschuss, Nitratauswaschung, Sickerwasser, N-Saldo und landwirtschaftlicher Bodenbewirtschaftung beschreiben.

Warum ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Bodentypen so wichtig?

Die Bodenart beeinflusst maßgeblich die Feldkapazität und die Sickerwasserrate; feinkörnige Böden können Nitrat länger speichern, während in grobkörnigen Sandböden ein deutlich höheres und schnelleres Auswaschungsrisiko besteht.

Welche Rolle spielen Zwischenfrüchte bei der Reduktion von Nitratauswaschung?

Zwischenfrüchte dienen als „Stickstoff-Fänger“, indem sie überschüssiges Nitrat aus der Bodenzone aufnehmen, die Sickerwassermenge durch erhöhte Transpiration reduzieren und somit den Stickstoff in Biomasse fixieren, anstatt ihn in tiefere Bodenschichten auswaschen zu lassen.

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Details

Titel
Stickstoffbilanzüberschuss und Nitratauswaschung. Gibt es einen Zusammenhang?
Untertitel
Überprüfung einer direkten Korrelation aus Messreihen unterschiedlicher Publikationen
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement)
Note
1.0
Autor
Nikolas Hirndorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
57
Katalognummer
V538123
ISBN (eBook)
9783346158307
ISBN (Buch)
9783346158314
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stickstoffbilanz Stickstoffbilanzüberschuss n-bilanz Nitrat Nitratauswaschung Düngung nmin N Stickstoff Auswaschung Nitratverlagerung Ammonium Dünger NO3 Eutrophierung Umwelt Umweltschutz Landwirtschaft Sickerwasser Grundwasser mineralisch organisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nikolas Hirndorf (Autor:in), 2018, Stickstoffbilanzüberschuss und Nitratauswaschung. Gibt es einen Zusammenhang?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538123
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  57  Seiten
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