In dieser Arbeit sollen die Funktionen von Emojis und Emoticons in WhatsApp-Dialogen untersucht werden. Da die Unterscheidung dieser beiden Zeichensysteme häufig noch undeutlich ist, soll im ersten Teil eine Abgrenzung von Emojis und Emoticons vorgenommen werden. Im zweiten Abschnitt folgt die Untersuchung einiger repräsentativer WhatsApp-Dialoge, in denen Emojis und Emoticons enthalten sind. Anhand dieser Daten sollen die Funktionen der Zeichensysteme herausgearbeitet werden. Zum Schluss bündelt ein Fazit die erarbeiteten Verwendungsweisen, um so abschließend zu einem Gesamtergebnis zu kommen.
Das Smartphone ist im Zeitalter der Digitalisierung zum populärsten Kommunikationsmittel der Welt geworden. Es lassen sich in Sekundenschnelle Nachrichten an beinahe alle erdenklichen Orte schicken. Dazu braucht es nicht mehr als eine Internetverbindung, ein Smartphone und einen der vielen Messengerdienste. Weltweit führend ist dabei der Messenger WhatsApp, der bereits 2018 über 1,5 Milliarden aktive Nutzer vorweisen konnte. Auch in Deutschland hat sich der Hype um WhatsApp mehr als bemerkbar gemacht: mit circa 33.5 Millionen Nutzern im Jahr 2018. Den Druck, immer erreichbar zu sein, kann man tagtäglich spüren und auch sehen. Die Innenstädte sind voll von Menschen, die ihr Smartphone in der Hand halten, um eine eingegangene Nachricht zu lesen oder selbst eine zu verfassen. Der große Vorteil bei der neuen Art der Gesprächsführung liegt in der räumlichen und zeitlichen Irrelevanz. Es ist mittlerweile weder notwendig, darauf zu warten, dass der jeweilige Gesprächspartner Zeit für ein Telefonat hat, noch dass man sich in räumlicher Nähe befindet, um aktiv einen Dialog führen zu können. Sobald man eine Minute an der Schlange beim Bäcker oder im Bus auf dem Weg nach Hause freie Zeit hat, kann das Gespräch über die Wochenendplanung mit den Freunden oder Smalltalk mit der Familie fortgeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Emojis und Emoticons im Vergleich
2.1 Emoticons
2.2 Emojis
3 Analyse
3.1 Korpusbeschreibung
3.2 Analyse-Beispiel 1: „Treffen für einen spontanen Spaziergang“ (Kennzeichnung #mCfzY)
3.3 Analyse-Beispiel 2: „Austausch über eine Klausur“ (Kennzeichnung: #kulMr)
3.4 Analyse-Beispiel: „Einladung zum Feiern“ (Kennzeichnung: oz0W8) und „Führerscheinprüfung“ (Kennzeichnung: bRqaV)
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kommunikativen Funktionen von Emojis und Emoticons in der digitalen Kommunikation über den Messengerdienst WhatsApp. Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede zwischen diesen beiden Zeichensystemen herauszuarbeiten und ihre spezifischen Verwendungsweisen anhand von realen Chatverläufen zu analysieren, um so die Wirkung dieser Piktogramme auf die Dialoggestaltung besser zu verstehen.
- Abgrenzung von Emojis und Emoticons
- Analyse der Funktionen von Bildzeichen in WhatsApp-Dialogen
- Einfluss von Emojis auf die Beziehungsgestaltung und Kommunikation
- Untersuchung von alters- und situationsspezifischen Verwendungsmustern
- Strukturierung digitaler Kurznachrichten durch Piktogramme
Auszug aus dem Buch
3.1 Korpusbeschreibung
Der nachfolgende Teil der Hausarbeit beinhaltet eine datenbasierte Analyse von drei repräsentativen Beispielen aus WhatsApp-Chatverläufen. Diese wurden in der Mobile Communication Database 2, kurz MoCoDa2, zusammengetragen. Die Idee dieser Datenbank stammt von Michael Beißwenger, Marcel Fladrich, Wolfgang Imo und Evelyn Ziegler, die mit ihrem Projekt das Ziel verfolgen, eine „Forschungs- und Lehrdatenbank mit digitaler Kurznachrichtenkommunikation […] für die linguistische und die sprachdidaktische Forschung und Lehre sowie für den Unterricht an Schulen und die Förderung sprachlicher Kompetenzen“ (MoCoDa2 Blog 2017) aufzubauen. Nutzer und Nutzerinnen von WhatsApp können auf der Internetseite der MoCoDa2 nach Chatverläufen kostenlos recherchieren oder eigene Daten hochladen. Die Grundbedingungen für das Einreichen eigener WhatsApp-Gespräche ist die Anonymisierung sämtlicher Namen und Orte, die in den einzelnen Nachrichten enthalten sind. Nach der Abgabe wird jeder Datensatz mit einem speziellen Code versehen. So lassen sich bestimmte Chats schnell wiederfinden. Darüber hinaus werden für das bessere Verständnis Metadaten über die Gesprächspartner und die äußeren Umstände der Situation bereitgestellt.
Die MoCoDa2 enthält mittlerweile 330 WhatsApp-Chats, die wiederum aus 26820 Nachrichten bestehen, also durchschnittlich 82 pro Chatverlauf. Aufgrund dieser hohen Zahl werden in der nachfolgenden Analyse lediglich Ausschnitte der WhatsApp-Gespräche berücksichtigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Smartphone-Kommunikation ein und stellt die Zielsetzung der Arbeit vor, Funktionen von Emojis und Emoticons in WhatsApp-Dialogen zu untersuchen.
2 Emojis und Emoticons im Vergleich: Dieses Kapitel nimmt eine theoretische Abgrenzung der beiden Begriffe vor und beleuchtet ihre unterschiedliche Herkunft sowie ihre jeweiligen Verwendungseigenschaften.
3 Analyse: Hier erfolgt die empirische Auswertung anhand ausgewählter Chatverläufe aus der MoCoDa2-Datenbank unter Anwendung funktionaler Kategorien.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die unterschiedlichen Funktionen und Verwendungszusammenhänge von Emojis und Emoticons in der WhatsApp-Kommunikation zusammen.
Schlüsselwörter
WhatsApp, Emojis, Emoticons, Digitale Kommunikation, Sprachwissenschaft, MoCoDa2, Beziehungsgestaltung, Modalisierung, Chatverlauf, Sprachverfall, Bildzeichen, Kommunikation, Mediatisierung, ASCII, Interpunktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Emojis und Emoticons in WhatsApp-Nachrichten und deren Funktion in der alltäglichen digitalen Interaktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen Emojis und Emoticons, die Analyse ihrer Funktionen (z.B. Modalisierung, Beziehungsgestaltung) und ihr Einfluss auf die Klarheit und Stimmung in Chats.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die spezifischen Verwendungsweisen von Emojis und Emoticons in WhatsApp-Dialogen zu identifizieren und zu zeigen, wie diese zur Gestaltung von Gesprächen beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine datenbasierte Analyse von realen, anonymisierten WhatsApp-Chatverläufen aus der wissenschaftlichen Datenbank MoCoDa2.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Abgrenzung der Zeichensysteme sowie die detaillierte Analyse von vier Beispiel-Chatverläufen unter Einbeziehung von Funktionsmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind WhatsApp, Emojis, Emoticons, digitale Kommunikation, Beziehungsgestaltung, Modalisierung und Sprachwissenschaft.
Warum werden im ersten Analysebeispiel Emoticons verwendet?
Die Autorin argumentiert, dass die Nutzer in diesem Fall Emoticons für eine schnellere Kommunikation verwenden, um Zeit beim Eintippen zu sparen, ohne dabei unfreundlich zu wirken.
Welche Bedeutung hat das Herz-Emoji im Kontext der Untersuchung?
Das Herz-Emoji wird besonders zur Beziehungsgestaltung und zur gegenseitigen Sympathiebeteuerung zwischen den Gesprächspartnern eingesetzt, um Nähe zum Ausdruck zu bringen.
Wie unterscheiden sich die Chatverläufe zwischen Freunden und Bekannten?
Bei engen Freunden zeigt die Analyse eine häufigere Verwendung von Emojis zur emotionalen Aufladung, während die Kommunikation bei Bekannten oft distanzierter wirkt und förmlichere Sprachmuster aufweist.
- Citation du texte
- Felix Pulpanek (Auteur), 2019, Funktionen von Emojis und Emoticons in WhatsApp-Dialogen. Die Bedeutung hinter dem Gesicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538128