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Found Footage-Montage in "Ein Tag im Leben der Endverbraucher" von Harun Farocki

Titel: Found Footage-Montage in "Ein Tag im Leben der Endverbraucher" von Harun Farocki

Hausarbeit , 2015 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janina Isabel Weida (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, der Frage nachzugehen, auf welche Art und Weise die Technik der Montage von Fremdmaterial in "Ein Tag im Leben der Endverbraucher" von Harun Farocki eingesetzt wird, welche Wirkung sie dabei hervorruft und wie sich dieses Filmbeispiel generell in den Gesamtkontext der Found Footage-Montage bei Farocki einordnen lässt.

Dazu steht die These der "Permutation von Motiven" seiner Werke im Vordergrund, die vom Medienwissenschaftler Tilman Baumgärtel in dieser Arbeit übernommen wird, um – besonders anhand des vorliegenden Films – konkreter auf eine Permutation von Motiven des Konsums in Farockis Œuvre einzugehen.

Im Hinblick auf das Verfahren der Montage soll hier auch ein Bezug zu anderen Montagetheorien hergestellt werden, wodurch sich ein besseres Verständnis der Found Footage-Montage und ihrer Wirkung erzielen lässt, da mögliche Parallelen zur Konkretisierung des hier zu betrachtenden Phänomens beitragen.

"[D]ie Dinge anders als vorgesehen zu kombinieren, ein Organisationsverfahren zu suchen, in dem die Bilder und Töne mehreren Lektüren unterworfen werden können" – das ist laut Filmemacher Harun Farocki eine Notwendigkeit, um den determinierten filmischen Konventionen und der damit einhergehenden eindimensionalen Meinungsbildung entgegenzuwirken. Als habe er sich diese Aussage zum Leitmotiv gemacht, zieht sie sich nahezu durch Farockis gesamtes Œuvre und gipfelt in seinen Found Footage-Filmen, die ausschließlich aus filmischem Fremdmaterial bestehen, das durch seine spezifische Verwendung der Montage eine innere Logik erhält und somit nicht mehr fremd erscheint, sondern etwas vollkommen Neues bildet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung der Hausarbeit

2. Die Arbeit mit Found Footage

2.1 Found Footage-Montage im Allgemeinen

2.2 Found Footage-Montage bei Harun Farocki

3. Found Footage-Montage in Ein Tag im Leben der Endverbraucher

3.1 Informationen zum Film

3.2 Eigenschaften der Montage in Ein Tag im Leben der Endverbraucher

3.3 Wirkung der Montage im vorliegenden Werk

4. Weitere Motive des Konsums bei Farocki

5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

6. Bibliographie

7. Filmographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Harun Farocki in seinem Film Ein Tag im Leben der Endverbraucher (1993) durch eine spezifische Found-Footage-Montagetechnik Werbemotive permutiert, um die Konsumgesellschaft und deren mediale Repräsentation zu hinterfragen und zu reflektieren.

  • Found-Footage-Montage und ihre theoretischen Grundlagen
  • Die Montage-Praxis und Arbeitsweise von Harun Farocki
  • Analyse der narrativen Struktur in Ein Tag im Leben der Endverbraucher
  • Verhältnis von Konsum, Werbung und postindustrieller Gesellschaft
  • Vergleich der Farocki-Montage mit filmtheoretischen Ansätzen (z.B. Zapping, Eisenstein)

Auszug aus dem Buch

3.2 Eigenschaften der Montage in Ein Tag im Leben der Endverbraucher

Die motivisch-assoziative Montage der einzelnen Werbeclips erfolgt sowohl durch die Aneinanderreihung von analogen Motiven auf der Bild-, als auch teilweise auf der Ton-Ebene. An einigen Stellen finden sogar beide Arten der analogen Verbindung von Motiven gleichzeitig statt, beispielsweise das Rauschen der Wellen, das in der nächsten Einstellung in das Rauschen des Wassers aus einem Wasserhahn übergeht, wobei man die Wassergeräusche auf Tonebene hört und zugleich das Wasser als Motiv im Bild wiederfindet (vgl. Ein Tag im Leben der Endverbraucher: TC 00:02:29).

Bezüglich des Tons ist es hier auch wichtig, zu unterstreichen, dass der Film den Originalton der jeweiligen Werbespots übernimmt und im Gegensatz zu vielen anderen Werken Farockis komplett ohne Off-Kommentar des Regisseurs auskommt. Die Spots scheinen dadurch einerseits komplett sich selbst und ihrem Aufeinandertreffen überlassen zu sein, andererseits geschieht dieses 'Aufeinanderprallen' jedoch in einer gut durchdachten, narrativen Ordnung.

Darüber hinaus handelt es sich nicht um eine simple Juxtaposition eines Spots nach dem anderen, sondern oft wird nach dem Anfang des Clips geschnitten und das Ende wird später wieder aufgegriffen. So werden die einzelnen Werbungen, die selbst bereits als Fragmente fungieren – zum einen im Sinne von Bruchstücken eines Ganzen, d.h., als Teile des vorliegenden Films und zum anderen als Überreste einer medialen Vergangenheit, d.h. konkret, der BRD – noch einmal in unterschiedlich lange Sequenzen fragmentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung der Hausarbeit: Einleitung in die Thematik der Found-Footage-Filme Farockis und Formulierung der Fragestellung bezüglich der Permutation von Konsummotiven.

2. Die Arbeit mit Found Footage: Theoretische Einbettung der Found-Footage-Praxis im Allgemeinen sowie Spezifizierung der Arbeitsmethode Harun Farockis.

3. Found Footage-Montage in Ein Tag im Leben der Endverbraucher: Analyse der Struktur, der Montageeigenschaften und der Wirkung des konkreten Filmbeispiels unter Einbeziehung medientheoretischer Diskurse.

4. Weitere Motive des Konsums bei Farocki: Untersuchung weiterer Werke Farockis zur Konsumthematik und deren Einordnung in den Gesamtzusammenhang.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und abschließende Bewertung der Bedeutung des Films innerhalb des Œuvres.

6. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.

7. Filmographie: Verzeichnis der in der Arbeit behandelten und zitierten Filme.

Schlüsselwörter

Harun Farocki, Found Footage, Montage, Werbefilm, Konsumgesellschaft, Permutation, Ein Tag im Leben der Endverbraucher, Medientheorie, Zapping, Selbstreflexivität, Archivmaterial, Postindustrielle Gesellschaft, Filmtheorie, Sergej Eisenstein, Warenästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Film Ein Tag im Leben der Endverbraucher von Harun Farocki hinsichtlich seiner spezifischen Montagetechnik und deren Bedeutung für die Reflexion der Konsumgesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Found-Footage-Montage, die kritische Auseinandersetzung mit Werbebildern, die Rolle der Konsumgesellschaft und die filmtheoretische Einordnung von Farockis Arbeitsweise.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Farocki durch die "Permutation von Motiven" eine neue narrative Ordnung aus Werbefilm-Fragmenten schafft, um sowohl die Konsumlogik zu ironisieren als auch mediale Konventionen offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung filmtheoretischer Literatur (u.a. Baumgärtel, Blümlinger, Winkler) und einer detaillierten Beobachtung der Montagestrukturen im Werk Farockis basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Found-Footage-Montage, der spezifischen Methode Farockis (ähnlich der "Backsteinmethode"), der detaillierten Analyse des Films Ein Tag im Leben der Endverbraucher sowie der Einordnung weiterer Werke Farockis zum Thema Konsum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Found Footage, Montage, Harun Farocki, Konsumgesellschaft, Permutation und Selbstreflexivität des Mediums Film.

Warum spielt die "Zapping-Erfahrung" eine Rolle für das Filmverständnis?

Farockis Impuls für den Film entstammt der Beobachtung des zufälligen Zappens zwischen Werbeblöcken; dieses Prinzip der Montage ahmt die Erfahrung des Rezipienten nach und erzeugt einen neuen Sinnzusammenhang, den der Zuschauer individuell assoziativ verknüpft.

Inwiefern hat der Film Einfluss auf die Wahrnehmung von Geschlechterrollen?

Durch die Montage von Werbespots aus der BRD-Zeit werden traditionelle Rollenbilder (z.B. der Hausfrau) aus dem ursprünglichen, werbestrategischen Kontext herausgelöst und wirken aus heutiger Sicht oft grotesk oder veraltet, was deren Dekonstruktion ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Found Footage-Montage in "Ein Tag im Leben der Endverbraucher" von Harun Farocki
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Theaterwissenschaft, Seminar für Filmwissenschaft)
Veranstaltung
Filmästhetik und Kunst- / Medientheorie
Note
1,0
Autor
Janina Isabel Weida (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V538156
ISBN (eBook)
9783346140517
ISBN (Buch)
9783346140524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Harun Farocki Found Footage Konsumgesellschaft Montage Filmwissenschaft Collage Medientheorie Filmästhetik Kunsttheorie Permutation Ein Tag im Leben der Endverbraucher BRD Found Footage Montage
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janina Isabel Weida (Autor:in), 2015, Found Footage-Montage in "Ein Tag im Leben der Endverbraucher" von Harun Farocki, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538156
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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