Boreout. Unterforderung am Arbeitsplatz


Akademische Arbeit, 2020

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Boreout
2.1 Begriffserklärung
2.2 Elemente des Boreout
2.3 Ursachen
2.4 Folgen
2.4.1 Boreout-Strategien
2.4.2 Boreout-Symptome

3 Wissenschaftlicher Forschungsstand

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1 Einleitung

Psychische Erkrankungen zählen mittlerweile zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen. Die steigende Zahl der krankheitsbedingten Mitarbeiterausfälle verur- sacht für Unternehmen immer mehr Kosten. Berufliche Überforderung wie berufliche Unterforderung sind Phänomene moderner Beschäftigungsverhältnisse, die den erhöh- ten Krankenständen zugrunde liegen. Während Überforderung durch den Anstieg der Krankheitsfälle in den Unternehmen Beachtung findet, wird die Unterforderung der Beschäftigten am Arbeitsplatz häufig übersehen. Menschen die Arbeitstätigkeiten un- terhalb ihrer Fähigkeiten verrichten müssen, erleben einen Person-Job-Mismatch, der eine ständige und dauerhafte Unterforderung herbeiführt. „Die Mitarbeiter sind mit Tä- tigkeiten beschäftigt, die sie nicht im geeigneten (geistigen oder körperlichen) Ausmaß fordern.“1 Bedingt dadurch verfügen sie entweder über zu viel inhaltliche oder zeitliche Kapazitäten und fühlen sich unterfordert und gelangweilt. Unterforderung kann auch durch monotone Arbeiten entstehen. Eintönige Handlungsabläufe, ermüdende Doku- mentationsarbeit und routinemäßige Prozessverläufe stellen langfristig keine Herausfor- derung für Mitarbeiter dar. Somit bieten langweilige und anspruchslose Tätigkeiten ei- nen besonderen Nährboden für Boreout. Betroffen sind gleichermaßen Arbeiter und Angestellte aus dem Verwaltungs-, Handwerks-, dem IT-Bereich und dem Dienstleis- tungssektor. Auch Führungskräfte und Menschen in hohen Positionen, bleiben weder vom Burnout noch vom Boreout verschont. Beide Störungen stehen sogar in gewisser Wechselwirkung zueinander. Burnout als Folge dauerhafter Überforderung ist mittler- weile sozial anerkannt, sodass Betroffene offen mit der Situation und den Symptomen umgehen. Weniger bekannt ist jedoch der Boreout, der entsteht, wenn der Arbeitsalltag von langanhaltender Unterforderung geprägt ist. In dieser Hausarbeit soll das bislang weniger bekannte Boreout-Syndrom vorgestellt werden sowie die Ursachen, Folgen, Symptome sowie den Umgang damit und mögliche Perspektiven aufzeigen.

2 Boreout

2.1 Begriffserklärung

Die Definition des Begriffs „Boreout“ wurde im Jahre 2007 durch Philippe Rothlin und Peter R. Werder geprägt und ist zeitlich betrachtet noch relativ jung. Die beiden Schweizer Unternehmensberater übersetzten das englische Wort „Boreout“ als Ausge- langweilt-Sein. Sie definierten damit einen langanhaltenden Zustand am Arbeitsplatz der durch bestimmte Elemente gekennzeichnet ist. Boreout beschreibt den unbefriedi- genden Zustand der negative Folgen für Mitarbeiter und das Unternehmen haben kann, und aus Mangel an Abwechslung der Beschäftigung entsteht. Es ist eine Unzufrieden- heit, körperliche und psychische Störung, die durch Unterforderung im Beruf ausgelöst wird.2 Weiterhin umfasst der Begriff Verhaltensweisen und Strategien, die zur Vertu- schung und Aufrechterhaltung angewendet werden. So entwickeln Menschen, die unter einem Boreout-Syndrom leiden, beobachtbare Verhaltensweisen, die eine stetige Be- schäftigung vortäuschen, um zu vertuschen, dass sie Nichtarbeiten. „Wer über kürzere Zeit wenig bis nichts zu tun hat, erliegt der Illusion, dass das ein angenehmer Zustand sei. Zwar kann dieser Leerlauf kurzfristig zu Erholung führen; weniger zu tun, als man könnte wird allerdings als ermüdend beschrieben.“3

2.2 Elemente des Boreout

Ein Boreout entsteht, wenn die folgenden drei Elemente, wie Unterforderung, Langeweile und Desinteresse bei Beschäftigten zu bestimmten Verhaltensweisen führen.

Unterforderung:

beschreibt das Gefühl, eigentlich mehr leisten zu können als gefordert wird. Die Unterforderung kann qualitativ oder quantitativ sein. Die quantitative Unterforderung betrifft das „Wie viel“ an Arbeit und beschreibt, dass der Betroffene dauerhaft zu wenig zu tun hat. Die qualitative Unterforderung betrifft das „Was“, den Inhalt der Arbeit.

Es verdeutlicht, dass dem Betroffenen die Aufgabe entweder zu leicht, zu anspruchslos oder gar sinnlos erscheint. Er bekommt vom Vorgesetzten keine Verantwortung übertragen und die herausfordernden Arbeiten bekommen andere zugeteilt, während er Routinearbeiten verrichten soll.4

Langeweile:

entsteht nach einer gewissen Zeit als Resultat der lang anhaltenden Unterforderung. Wichtig dabei ist, dass es sich hierbei nicht um einzelne Arbeitstage handelt, an denen weniger zu erledigen ist als üblich, sondern prägnant ist die dauerhafte Langeweile am Arbeitsplatz. Der Betroffene verspürt keinen inneren Antrieb und er sieht auch im außen keinen Anreiz oder Ansporn, etwas zu tun.5 Weil keine Herausforderung mehr besteht, setzt ein Gefühl der Leere, Lustlosigkeit, Leidenschaftslosigkeit sind weitere Folgen.

Desinteresse:

Infolge permanenter Unterforderung und Langeweile geht letztendlich dann das Interes- se an den Aufgaben verloren. Der Boreout-Betroffene kann keine Sinnhaftigkeit mehr in seiner beruflichen Tätigkeit finden. Den Betroffenen kostet es viel Überwindung, eine aus seiner Sicht sinnlose und uninteressante Aufgabe erledigen zu müssen. Darun- ter leidet seine Identifikation mit der Arbeit und der Antrieb geht vollkommen verloren. Das kennzeichnet sich auch in der Haltung gegenüber den ihm übertragenden Arbeiten, sowie dem Unternehmen gegenüber, denn beides wird dem Betroffenen völlig gleich- gültig.6

[...]


1 Prammer, E., Boreout - Biografien, 2013, S. 14

2 Vgl.,https://www.duden.de/suchen/dudenonline/bore%20out, [Zugriff am 27.12.2019]

3 Prammer, E., Boreout - Biografien, 2013, S. 16

4 Vgl. Rothlin, P., Werder, P. R., Diagnose Boreout, 2007, S. 17

5 Vgl. Rothlin, P., Werder, P. R., Diagnose Boreout, 2007, S. 23

6 Vgl. Rothlin, P., Werder, P. R., Diagnose Boreout, 2007, S. 20

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Boreout. Unterforderung am Arbeitsplatz
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule  (Fachhochschule)
Veranstaltung
2. Semester
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V538211
ISBN (eBook)
9783346140258
ISBN (Buch)
9783346140265
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Vollständige Arbeit, die sich am FOM Leitfaden orientiert. Orthographie und Interpunktion auf sehr gutem Niveau, Zitation tadellos. Problembezug gut herausgearbeitet und stringent durch die Arbeit geleitet, die Interpretation der Ergebnisse im Fazit gelingt gut. 9 Quellen bei netto 8 geschriebenen Seiten ausreichend. Gute Gliederung, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit werden in der Einleitung gut herausgearbeitet. Die Argumentation erfolgt sachlich und kohärent, der sprachliche Ausdruck zeigt sich z.T. umgangssprachlich. Problemlösung im Fazit gut. Die Arbeit hat die Note 1,7
Schlagworte
Boreout Überforderung, Elemente Symptome Strategien, Ursachen Folgen, Wissenschaft Forschungsstand, Definition Boreout, Fazit Literaturverzeichnis
Arbeit zitieren
Sandra Waldermann-Scherhak (Autor:in), 2020, Boreout. Unterforderung am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538211

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