Ziel der Arbeit ist es, ältere Menschen bei ihrem Wunsch nach selbstständigem Wohnen in der gewohnten Umgebung zu unterstützen. Hierfür soll ein ambulanter Dienst eingerichtet werden, der als kompetenter Ansprechpartner für alle anfallenden pflegerischen, hauswirtschaftlichen, sozialen und technischen Herausforderungen eine koordinatorische Aufgabe übernimmt. Durch eine Vernetzung verschiedenster Hilfeleistungen soll für diese Zielgruppe eine einfach zu handhabende Struktur geschaffen werden, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter ermöglicht.
Zunächst soll die Situation älterer Menschen dargestellt werden. Des Weiteren werden die Wünsche und Anforderungen älterer Menschen an die zukünftige Wohn- und Betreuungssituation herausgearbeitet. Anschließend wird die Marketingstrategie beschrieben. Dazu wird die Zielsetzung und Zielgruppe beschrieben, eine SWOT-Analyse durchgeführt sowie die Themen Marktfeld-, Marktstimulierungs-, Marktsegmentierungs- und Marktarealstrategie bearbeitet. Außerdem werden die Aspekte Produkt- und Preispolitik herausgearbeitet.
Die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen über 65 steigt. Diese Zielgruppe hat zunehmend den Wunsch, in der gewohnten Umgebung zu bleiben, denn die Bedeutung der eigenen Wohnung und dem bekannten Umfeld nehmen mit steigendem Alter zu.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemsituation
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Situationsanalyse
2.1 Gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland
2.2 Gesellschaftliche Entwicklung im Kreis Wesel
2.3 Erwartungen und Wünsche älterer Menschen an Wohnen und Betreuung
3 Marketingstrategie
4 Marketingmix
4.1 Produktpolitik
4.1.1 Angebotsbeschreibung
4.1.2 Besonderheiten personenbezogener sozialer Dienstleistungen
4.2 Preispolitik
5 Fazit und Entwicklungsausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein Teilmarketingkonzept für ein ambulant betreutes Wohnmodell für ältere Menschen im Kreis Wesel, das als gewinnorientierte Erweiterung in ein bestehendes Unternehmen integriert werden soll. Im Zentrum steht dabei die Fragestellung, wie durch gezielte Preis- und Produktpolitik ein Angebot geschaffen werden kann, das einerseits den Wünschen älterer Menschen nach Selbstbestimmung in der eigenen Wohnung entspricht und andererseits unter den gegebenen sozioökonomischen Rahmenbedingungen finanzierbar bleibt.
- Demografischer Wandel und die Verschiebung der Altersstrukturen im Kreis Wesel.
- Bedürfnisse älterer Menschen an Wohnumfeld und soziale Vernetzung.
- Strategische Planung und SWOT-Analyse für soziale Dienstleistungsangebote.
- Gestaltung von Produkt- und Preispolitik für personenbezogene Dienstleistungen.
- Herausforderungen der Finanzierbarkeit und Altersarmut bei der Marktsegmentierung.
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Besonderheiten personenbezogener sozialer Dienstleistungen
Personenbezogene Dienstleistung haben im Vergleich zu Produkten vier wesentliche Unterschiede: Immaterialität, das uno-actu-Prinzip, die Integrativität und die Individualität. Im Folgenden sollen diese Unterschiede mit dem ambulant betreuten Wohnen für alte Menschen in Bezug gesetzt werden.
„Soll ein konsistentes Sozialmarketing betrieben werden, gilt es, diese Besonderheiten im Prozess des strategischen und operativen Marketings zu berücksichtigen.“
Immaterialität: Der Kunde kann die Dienstleistung vor dem Kauf nicht begutachten, daher ist es einerseits wichtig, das Vertrauen in das Unternehmen zu stärken („Vertrauensgut“) und andererseits dem Kunden die Möglichkeit zu geben den Dienst zu testen, bevor er sich längerfristig daran bindet.
„Für die Akzeptanz dieses neuen Angebots ist es wichtig, dass Art und Umfang der angebotenen Dienstleistungen bereits in der Beratung transparent werden und anschließend im Vertrag detailiert geregelt sind. Umfangreiche Aufklärung schafft Vertrauen und vermittelt Sicherheit in Bezug auf den Betreuungsträger.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die demografische Problemsituation durch eine wachsende Altersgruppe bei gleichzeitiger Abnahme familiärer Unterstützungsstrukturen und definiert das Ziel, ein koordinatorisches Betreuungskonzept für selbstständiges Wohnen zu entwickeln.
2 Situationsanalyse: Es wird die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und spezifisch im Kreis Wesel betrachtet, um die steigende Nachfrage und die Wünsche älterer Menschen an eine verlässliche Wohn- und Betreuungssituation zu identifizieren.
3 Marketingstrategie: Hier erfolgt eine strategische Einordnung des Angebots mittels SWOT-Analyse, welche die Stärken und Chancen der Dienstleistung in Relation zu den Herausforderungen der Finanzierung und des Markteintritts setzt.
4 Marketingmix: Dieses Kapitel detailliert die Produktgestaltung durch Grund- und Wahlleistungen sowie die Preispolitik, unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Dienstleistungen wie Immaterialität und Integrativität.
5 Fazit und Entwicklungsausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass ambulant betreutes Wohnen eine zukunftsträchtige Alternative zur stationären Pflege darstellt, deren Erfolg maßgeblich von politischen Rahmenbedingungen zur Sicherung der Finanzierbarkeit abhängt.
Schlüsselwörter
Ambulant betreutes Wohnen, Kreis Wesel, Marketingkonzept, Produktpolitik, Preispolitik, Demografischer Wandel, Altenhilfe, Soziale Dienstleistungen, Betreuungsmodell, Altersarmut, Pflegedienst, Sozialmarketing, Selbstbestimmtes Wohnen, Versorgungsstruktur, Dienstleistungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit erstellt ein Marketingkonzept für ein ambulant betreutes Wohnmodell, das älteren Menschen ein Leben in der eigenen Häuslichkeit trotz zunehmender Hilfsbedürftigkeit ermöglichen soll.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Situationsanalyse des demografischen Wandels im Kreis Wesel sowie der Ausarbeitung konkreter Marketingstrategien, speziell in den Bereichen Produkt- und Preispolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das eine Koordinationsrolle für pflegerische und hauswirtschaftliche Leistungen übernimmt und diese passgenau für die Zielgruppe im Kreis Wesel aufbereitet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse statistischer Daten zur Demografie sowie auf der Anwendung betriebswirtschaftlicher Analyseinstrumente wie der SWOT-Analyse und des Marketingmix-Modells.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Situationsanalyse die strategischen Ansätze zur Markteinführung und die detaillierte Ausgestaltung des Leistungsportfolios sowie die Kalkulationsgrundlagen des Dienstes diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ambulant betreutes Wohnen, Marketingkonzept, Altenhilfe, Demografischer Wandel und soziale Dienstleistungsqualität geprägt.
Wie unterscheidet sich das Modell von klassischen Pflegediensten?
Der Fokus liegt nicht auf der Erbringung medizinischer Pflegeleistung allein, sondern auf der koordinatorischen Aufgabe, verschiedene externe Hilfeleistungen zu vernetzen, um ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Preispolitik angesichts der Altersarmut?
Die Preispolitik muss eine Balance finden zwischen der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Unternehmens und der begrenzten Zahlungsfähigkeit der Zielgruppe, wobei Zusatzangebote individuell über Wahlleistungen finanziert werden.
- Citation du texte
- Anna Gathmann (Auteur), 2020, Ambulant betreutes Wohnen für Senioren. Marketingkonzept mit den Schwerpunkten Preis- und Produktpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538246