In dieser Arbeit werden beispielhaft die neun größten (E-)Carsharing-Anbieter in Deutschland untersucht, um Aufschluss über die verschiedenen Geschäftsmodelle innerhalb der Branche zu gewinnen. Dazu werden die Anbieter mit Hilfe des Konzepts der strategischen Gruppen nach Porter analysiert und gruppiert. Die entdeckten strategischen Gruppen werden dann mit Hilfe des Business Model Wheel nach Royer und Beckmann genauer hinsichtlich ihrer Geschäftsmodelle untersucht.
Es lassen sich vier verschiedene strategische Gruppen unter den Anbieter identifizieren, die jeweils unterschiedliche Geschäftsmodelle verfolgen. Diese Modelle unterscheiden sich zum Teil sehr stark voneinander und lassen sich auf den Großteil der Carsharing-Anbieter in Deutschland anwenden. Die Arbeit liefert insgesamt einen tiefen Einblick in die Branche des (E-)Carsharing in Deutschland und schafft Klarheit über die in ihr vorhandenen Geschäftsmodelle.
Die (E-)Carsharing-Branche hat sich in Deutschland durch Eintritt großer Automobilkonzerne und die Einführung von Elektrofahrzeugen stark verändert und ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Mittlerweile ist das Konzept des Carsharing sehr bekannt, jedoch wurde der Markt noch nicht hinsichtlich der vorhandenen Geschäftsmodelle bei E-Carsharing- Anbietern untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschäftsmodelle und das Konzept der strategischen Gruppen
2.1 Geschäftsmodelle
2.2 Das Business Model Wheel
2.2 Das Konzept der strategischen Gruppen
2.3 Kritik am Konzept der strategischen Gruppen
2.4 Zwischenfazit
3 (E-)Carsharing in Deutschland und Methodik der Fallstudie
3.1 Definition und Abgrenzung
3.2 Die Entwicklung des Carsharing in Deutschland
3.3 Kennzeichen des E-Carsharing
3.4 Methodisches Vorgehen
3.5 Vorläufige Auswertung der Datenbasis
3.6 Vorstellung der Anbieter
3.7 Zwischenfazit
4 Analyse der ausgewählten (E-)Carsharing-Anbieter
4.1 Strategische Dimensionen im (E-)Carsharing
4.1.1 Spezialisierung
4.1.2 Markenidentifikation
4.1.3 Wahl des Vertriebswegs
4.1.4 Technologievorsprung
4.1.5 Vertikale Integration
4.1.6 Kostenposition
4.1.7 Zusätzliche Dienstleistungen
4.1.8 Preispolitik
4.1.9 Finanzielle und operative Macht
4.1.10 Beziehung zum Gesamtunternehmen
4.1.11 Vernachlässigbare Dimensionen
4.2 Karten der strategischen Gruppen
4.2.1 Entscheidende Mobilitätsbarrieren der Branche
4.2.2 Strategische Gruppen und Geschäftsmodelle im (E-)Carsharing
4.3 Zwischenfazit
5 Aktuelle Situation und Zukunft des (E-)Carsharing in Deutschland
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Kritische Würdigung der Arbeit
5.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschäftsmodelle der größten (E-)Carsharing-Anbieter in Deutschland, um Aufschluss über die verschiedenen strategischen Ansätze innerhalb der Branche zu gewinnen. Mithilfe des Konzepts der strategischen Gruppen nach Porter und des Business Model Wheels werden die Wettbewerbsdynamiken analysiert, um zu klären, welche Geschäftsmodelle existieren, ob Nischen vorhanden sind und wie sich der Wettbewerb strukturiert.
- Analyse von (E-)Carsharing-Geschäftsmodellen in Deutschland
- Einsatz des Konzepts der strategischen Gruppen nach Porter
- Anwendung des Business Model Wheels zur Charakterisierung
- Vergleich von stationsbasierten und free-floating Systemen
- Untersuchung von Mobilitätsbarrieren und Marktdynamiken
Auszug aus dem Buch
3.3 Kennzeichen des E-Carsharing
Das E-Carsharing zeichnet sich im Gegensatz zum klassischen Carsharing, durch den Einsatz elektrisch betriebener Fahrzeuge, an Stelle von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aus. Dabei werden allerdings laut des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit auch Hybrid-Fahrzeuge und Fahrzeuge mit einem Range Extender zu den Elektroautos gezählt (Vgl. BMU, 2019). Der Antrieb stellt den größten Unterschied zum klassischen Carsharing dar. Jedoch ergeben sich aufgrund der verschiedenen Antriebsformen weitere Differenzen. Handelt es sich um reine Elektroautos, die vom Carsharing-Anbieter bereitgestellt werden, so besitzen diese Akkus, welche im Vorfeld geladen werden müssen, um das Fahrzeug benutzen zu können. Diese Akkus haben den Nachteil, dass sie eine begrenzte Menge an Strom speichern können, was wiederum in einer limitierten Reichweite der Fahrzeuge resultiert (Vgl. Rid, et al., 2016, S. 96). Z.B. besitzt ein BMW i3, welcher in der SHARE NOW Flotte als Elektrofahrzeug eingesetzt wird, laut Herstellerangaben eine Reichweite von 160 Kilometern, bevor dieser wieder geladen werden muss (Vgl. BMW AG, 2019). Eine Version mit Range Extender soll bis zu 300 Kilometer zurücklegen können. Allerdings gibt BMW ebenfalls an, dass diese Angaben durch verschiedene äußere Faktoren beeinflusst werden können, wie z.B. die Fahrweise, Streckenbeschaffenheit, Außentemperatur etc. (ebd.). Daraus lässt sich schließen, dass die reale Reichweite geringer ausfallen kann. Hinzu kommt, dass eine Aufladung des Akkus bis zu 80 % der vollen Kapazität an einer Schnellladestation bei einem BMW i3 laut Herstellerangaben 45 Minuten dauert, was zeigt, dass Langstreckenfahrten jenseits der 300 Kilometer Grenze nur mit längeren Ladepausen zu bewerkstelligen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Elektromobilität und Carsharing ein, beleuchtet deren wachsende Bedeutung sowie Barrieren und definiert die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Geschäftsmodelle und das Konzept der strategischen Gruppen: In diesem theoretischen Kapitel werden das Business Model Wheel und das Konzept der strategischen Gruppen als analytisches Fundament für die Untersuchung erläutert und kritisch hinterfragt.
3 (E-)Carsharing in Deutschland und Methodik der Fallstudie: Hier werden Grundlagen des (E-)Carsharing definiert, die Branchenentwicklung nachgezeichnet und das methodische Vorgehen für die Fallstudienanalyse der Anbieter festgelegt.
4 Analyse der ausgewählten (E-)Carsharing-Anbieter: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Anbieter anhand strategischer Dimensionen analysiert, Mobilitätsbarrieren identifiziert und strategische Gruppen sowie Geschäftsmodelle charakterisiert werden.
5 Aktuelle Situation und Zukunft des (E-)Carsharing in Deutschland: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen, würdigt die Arbeit kritisch und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Schlüsselwörter
Carsharing, E-Carsharing, Geschäftsmodell, strategische Gruppen, Mobilitätsbarrieren, Business Model Wheel, Elektromobilität, Fallstudie, Wettbewerb, Wertschöpfungskette, Preispolitik, Flottengröße, Nachhaltige Mobilität, Marktanalyse, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Geschäftsmodelle führender (E-)Carsharing-Anbieter in Deutschland, um die Branchenstruktur besser zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Carsharing, Elektromobilität, strategisches Management und die Analyse von Geschäftsmodellen mittels theoretischer Rahmenkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Geschäftsmodelle der größten (E-)Carsharing-Anbieter zu identifizieren, zu vergleichen und die Wettbewerbssituation in Deutschland systematisch zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine multiple, illustrative Fallstudie durchgeführt, die Konzepte der strategischen Gruppen nach Porter sowie das Business Model Wheel nach Royer und Beckmann nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse strategischer Dimensionen, der Identifikation von Mobilitätsbarrieren und der Charakterisierung spezifischer Gruppen von Anbietern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Carsharing, E-Carsharing, strategische Gruppen, Geschäftsmodelle und Wettbewerbsanalyse.
Welche Rolle spielen Elektrofahrzeuge für die Geschäftsmodelle?
Elektrofahrzeuge wirken als Technologietreiber und Differenzierungsmerkmal, bringen jedoch spezifische Herausforderungen wie Ladeinfrastruktur und Reichweitenbeschränkungen mit sich.
Wie unterscheiden sich die identifizierten Anbieter-Gruppen?
Die Gruppen unterscheiden sich primär durch ihr Leistungsangebot (z.B. klassisch vs. multimodal), ihre geografische Ausrichtung und ihre Preisstrukturen.
- Arbeit zitieren
- Jan-Philipp Breithaupt (Autor:in), 2019, Geschäftsmodelle im E-Carsharing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538391