Digitalisierung der Wirtschaftsprüfung. Digitale Prüfverfahren bei der Jahresabschlussprüfung


Hausarbeit, 2019

15 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Zunehmender Einsatz der Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfung

2 Grundlegende Treiber des Audit 4.0

3 Wesentliche Inhalte der digitalen Prüfung beim Jahresabschluss
3.1 Datenanalysen beim Prüfungsprozess
3.2 Einsatzmöglichkeiten digitaler Prüfverfahren
3.3 Bewertung digitaler datenanalytischer Prüfverfahren

4 Anforderungen an den künftigen Wirtschaftsprüfer

5 Bedarf an hochqualifizierten Data Scientists

Literaturverzeichnis i

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verwendung von Datenanalysen im Prüfungsprozess

Abbildung 2: Prüfung bezogen auf den Technologie-Reifegrad des Mandanten

1 Zunehmender Einsatz der Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfung

Der digitale Wandel nimmt in den heutigen Gesellschafts und Wirtschaftsbereichen enorme Ausmaße an und reformiert grundlegend viele Berufsfelder. Die Veränderungen beschränken sich dabei nicht nur auf die Kerngeschäfte eines Unternehmens, sondern umfassen immer wieder Tätigkeiten, die der Unterstützung der Geschäftsausführung dienen, wie zum Beispiel dem Controlling, Consulting und Auditing. Deshalb sind Unternehmen dem enormen Druck ausgesetzt, der Entwicklung von Systemen und Prozessen mit schritthaltendem und technologischem Fortschritt zu begegnen, um mit dem rasanten Tempo der digitalen Transformation weiterhin mithalten zu können.

Diese technischen Fortschritte machen auch vor dem Berufsstand des Wirtschaftsprüfers keinen Halt. In diesem Sinne muss sich auch die Wirtschaftsprüfung mit den Anforderungen der digitalen Transformation und den damit verbundenen Chancen und Risiken auseinandersetzen.[1]

„Weg vom langweiligen, vergangenheitsorientierten, Checklistengetriebenen Häckchenmachen hin zum modernen Business-Analysten und Prüfer, der mit modernsten Instrumenten und Werkzeugen die Wirtschaft auf dem Weg der Digitalisierung fachkundig begleitet“.[2] Mit dieser Aussage bringt der Wirtschaftsprüfer Martin Wambach den aktuellen Aufbruch der Digitalisierung im Tätigkeitsfeld des Wirtschaftsprüfers deutlich zum Ausdruck. Es gibt jedoch auch konträre Positionen, die ein Ende vieler Tätigkeiten von Fachkräften, unter anderen auch der des Wirtschaftsprüfers, durch eine immer weiter zunehmende Digitalisierung vorhersagen.[3]

Beim Blick auf die Big Four der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte, EY, KPMG und PWC zeigt sich ein deutlicher Trend des zunehmenden Technologieeinsatzes.[4] Es fällt auf, dass die Wirtschaftsprüfung sich derzeit neue Chancen durch die digitale Transformation erhofft und sich deshalb strategisch neu ausrichten muss. Interessant ist hierbei, welche Ansätze in dem Berufsfeld der Wirtschaftsprüfer dafür angegangen werden müssen.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll herausgearbeitet werden, inwieweit sich digitale Prüfverfahren auf die Tätigkeit des Wirtschaftsprüfers im Bereich der Jahresabschlussprüfung unterstützend auswirken. Um diese Fragestellung klären zu können, werden zunächst die treibenden Faktoren, die den Änderungsdruck hin zum Audit 4.0 intensivieren, behandelt. Im darauffolgenden Kapitel erfolgt eine Ausführung wesentlicher Inhalte der digitalen Prüfungsprozesse beim Jahresabschluss. Hierbei wird an die Datenanalyse beim Prüfungsprozess angeknüpft und das Ausmaß automatisierter Verfahren für die Prüfungspraxis erläutert. Folglich werden Einsatzmöglichkeiten digitaler Prüfverfahren beschrieben und zur abschließenden Bewertung den Herausforderungen der digitalen Wirtschaftsprüfung im Bereich der Jahresabschlussprüfung gegenübergestellt. Wichtig ist es, in diesem Kontext auch die neuen Anforderungen und Erwartungen an den Wirtschaftsprüfer von morgen zu diskutieren, denn diese definieren unter anderem auch die künftige Arbeitsweise der Wirtschaftsprüfung. Abgerundet wird diese Arbeit mit einer kurzen Zusammenfassung der untersuchten Erkenntnisse.

2 Grundlegende Treiber des Audit 4.0

Im Zusammenhang mit der zunehmenden digitalen Transformation wird häufig von einer automatisierten Jahresabschlussprüfung gesprochen, dem sogenannten Audit 4.0. Neue Technologien wie etwa Machine Learning und Big Data Analytics bilden dabei die Grundlage für die digitale Wirtschaftsprüfung. Zudem ermöglichen innovative Kommunikationsplattformen eine globale Vernetzung der Prüforganisationen.[5] Für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bedeutet Audit 4.0 eine unmittelbare Nutzung von bestehenden Unternehmensdaten. Durch das Audit 4.0 verspricht sich KPMG unter anderem Innovation, Effizienzsteigerung, Individualisierung und Vernetzung der IT-Technologien.[6] Im Allgemeinen kann man sagen, dass Audit 4.0 Daten zu Sicherheitszwecken analysiert, modelliert und visualisiert, indem es auf Unregelmäßigkeiten und Muster prüft sowie notwendige Informationen auf konkrete Fälle überträgt.[7]

Beschleunigt werden die Veränderungen hin zur digitalen Jahresabschlussprüfung zum einen durch die zunehmende Komplexität neuer Geschäftsprozesse und Modelle.[8] Zahlreiche Entwicklungen wie zum Beispiel Smart Manufacturing, vernetzte Systeme, Cloud Computing, Big Data oder Blockchain-Anwendungen öffnen Unternehmen enorme Möglichkeiten zur Effizienz und Effektivitätssteigerungen. Für die Prüfungsgesellschaften gilt es nun, sich das Wissen über diese Anwendungen anzueignen, um auf das sich verändernde Umfeld reagieren zu können.[9]

Des Weiteren nimmt die Masse an auszuwertenden Daten noch nie dagewesene Dimensionen an. Diese müssen von den Wirtschaftsprüfern aufgenommen und verarbeitet werden. Dabei rückt die Fähigkeit der digitalen Erfassung und Kommunikation von Daten zunehmend in den Vordergrund. Um die datenbezogenen Anforderungen bewerkstelligen zu können, werden umfassende und leistungsfähige digitale Informationssysteme benötigt.[10]

Im engen Zusammenhang mit dem datenanalytischen Verfahren stehen regulatorische Aspekte, die eine Vernetzung zwischen Mandant und Prüfer weiter voranschreiten lassen. Digitale Möglichkeiten der Zusammenarbeit bilden die Basis für weitreichende Wertschöpfungsnetzwerke und bauen deshalb viel Potenzial zu einer engeren und effizienteren Kooperation von Wirtschaftsprüfer und Mandant auf.[11] Die Integration digitaler Verfahren beim Jahresabschluss stellt somit einen möglichen wichtigen Erfolgsfaktor für die Zukunft des Prüfungswesens dar.

3 Wesentliche Inhalte der digitalen Prüfung beim Jahresabschluss

Die Erfüllung aktueller und künftiger Kundenanforderungen verlangt die Integration geeigneter datenanalytischer Verfahren in den Prüfungsprozess. Eine interessante Frage ist dabei, inwiefern digitale Entwicklungen beim Prüfungsprozess überhaupt angewandt werden können, und ob diese eine unterstützende Funktion für den Wirtschaftsprüfer mit sich bringen.

In diesem Kapitel wird auf die Fragestellung eingegangen, indem zuerst die grundlegende Datenanalyse beim Prüfungsprozess thematisch behandelt wird. Folglich werden potenzielle Einsatzmöglichkeiten digitaler Prüfverfahren im Bereich der Jahresabschlussprüfung erläutert und deren Erfolgsaussichten diskutiert.

3.1 Datenanalysen beim Prüfungsprozess

Bedingt durch die zunehmenden IT-gestützten Geschäftsprozesse des Audit-Kunden, bedarf es einer Neuausrichtung der Prüfansätze beim Jahresabschluss. Hierfür bieten Datenanalysen angemessene Prüfungsmethoden. In der Wirtschaftsprüfung bezeichnet der Begriff der Datenanalyse zahlreiche „Analyseverfahren und -techniken, welche im gesamten Prüfungsprozess sowohl explorativ als auch bestätigend eingesetzt werden können“.[12] Zudem wird durch die Analyse eine automatische Überprüfung der Daten, eine Verifikation der Kontrollen und die Identifikation von Abweichungen erreicht.[13] Ein weiteres Merkmal der Datenanalysetechnologien ist die Fähigkeit, große Datenvolumen von unterschiedlicher Struktur und Form zu bearbeiten, die zuvor mit herkömmlichen Methoden nicht erfasst werden konnten.[14]

Die folgende Abbildung 1 bildet die Anwendung von Datenanalysen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verwendung von Datenanalysen im Prüfungsprozess

Der Prüfungsprozess einer Jahresabschlussprüfung gliedert sich in vier Phasen, welche wiederum aus einzelnen Prüfungsschritten bestehen. In jeder dieser Phasen kommen datenanalytische Verfahren zum Einsatz.[15] Die Analyse umfangreicher Transaktionsdaten und Big Data bildet dabei zwei Hauptgebiete.[16]

Der Prozess der Jahresabschlussprüfung beginnt üblicherweise mit der Auftragsannahme. In dieser ersten Phase setzt die Datenanalyse bei der Generierung von Unternehmenskenntnissen an.[17] Unter Einbezug externer Daten[18] zielt man darauf ab, wesentliche Informationen über die Geschäftstätigkeit sowie das Geschäftsumfeld des zu prüfenden Unternehmens zu erlangen.[19] Gezielte Prüfungshandlungen haben an dieser Stelle die Aufgabe, Fehler der Finanzberichterstattung aufzudecken. Der Three-Way-Match stellt zum Beispiel eine geeignete Kontrolle in Hinblick auf die getätigten Buchungen dar. Dabei wird die Übereinstimmung von Mengen und Werten der Bestellung, Warenlieferung und eingegangener Rechnung überprüft.[20]

[...]


[1] Vgl. IAASB, Exploring the Growing Use of Technology in the Audit, 2016, S. 6.

[2] Berger, C., karriereführer consulting 2017/2018, S. 26.

[3] Vgl. Schmutz, G.C., NZZ (24.05.2018).

[4] Vgl. KPMG, Dimensionen 2017, S. 5; EY, Neue digitale Technologien für die Abschlussprüfung, 2017, S. 2; PWC, Transparenzbericht 2016/2017, 2017, S. 3; Deloitte, Digitale End-to-End-Transformation (24.05.2018).

[5] Vgl. Rausenberger, R./Prenrecaj, K., Expert Fokus 2017, S. 779.

[6] Vgl. KPMG, Dimensionen, 2017, S. 5-9.

[7] Vgl. Daj, J., Three essays on audit technology, 2017, S. 32.

[8] Vgl. König, C., Digitale Transformation, (26.05.2018).

[9] Vgl. Groß, S./Sellhorn, T., Thesen zur Digitalisierung, 2017, S. 3.

[10] Vgl. IAASB, Exploring the Growing Use of Technology in the Audit, 2016, S. 6.

[11] Vgl. Groß, S./Sellhorn, T., Thesen zur Digitalisierung, 2017, S. 4.

[12] Langhein, J./Kiesow, A./Strobel, C. u.a., Digitale Wirtschaftsprüfung, 2018, S. 415.

[13] Vgl. Jansen, T./Goldshteyn, M., Datenanalysen, (25.05.2018).

[14] Vgl. Daj, J., Three essays on audit technology, 2017, S. 9.

[15] Vgl. Langhein, J./Kiesow, A./Strobel, C. u.a., Digitale Wirtschaftsprüfung, 2018, S. 417.

[16] Vgl. Meuldijk, M./Wattenhofer, T., Expert Fokus 2017, S. 766.

[17] Vgl. Langhein, J./Kiesow, A./Strobel, C. u.a., Digitale Wirtschaftsprüfung, 2018, S. 414.

[18] Vgl. Langhein, J./Kiesow, A./Strobel, C. u.a., Digitale Wirtschaftsprüfung, 2018, S. 414.

[19] Vgl. Langhein, J./Kiesow, A./Thomas, O, Expertenbefragung, 2018, S. 1301.

[20] Vgl. Werner, M., Einsatzmöglichkeiten von Process Mining, 2012, S.212.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Digitalisierung der Wirtschaftsprüfung. Digitale Prüfverfahren bei der Jahresabschlussprüfung
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1.3
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V538586
ISBN (eBook)
9783346143129
ISBN (Buch)
9783346143136
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digitalisierung, wirtschaftsprüfung, digitale, prüfverfahren, jahresabschlussprüfung
Arbeit zitieren
Daniyar Kulmurzayev (Autor), 2019, Digitalisierung der Wirtschaftsprüfung. Digitale Prüfverfahren bei der Jahresabschlussprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538586

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