Mundan, immanent und transzendental. Erfahrung und Wahrnehmung nach Edmund Husserl


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

24 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Erfahrung nach Husserl
II.1 Allgemeines zur Erfahrung
II.2 Unterscheidung mundane und transzendentale Erfahrung
II.3 Erfahrung in der Naturforschung und in der Wesenswissenschaft7

III Wahrnehmung nach Husserl
III.1 Allgemeines zur Wahrnehmung nach Husserl
III.2 Immanente und transzendente Wahrnehmung
III.3 Das Ding in der Wahrnehmung
III.4 Erlebnisse und Dinge hinsichtlich ihrer Wahrnehmbarkeit

IV Zusammenhang von Wahrnehmung und Erfahrung

V Fazit

Literaturverzeichnis

I Einleitung

In dieser Arbeit wird versucht, die Begriffe Erfahrung und Wahrnehmung nach Husserl zu erläutern. Dabei werden Erfahrung und Wahrnehmung in separaten Kapiteln dargestellt. Im Kapitel zur Erfahrung wird zunächst Allgemeines geschildert, dabei wird versucht, die Wichtigkeit der Erfahrung für die Phänomenologie aufzuzeigen. Danach wird zwischen mundaner und transzendentaler Erfahrung unterschieden. Am Ende des Kapitels zur Erfahrung folgt eine Erläuterung dazu, was die Erfahrung nach Husserl in der Naturwissenschaft und der Wesenswissenschaft für eine Aufgabe hat. Dabei wird der Empirismus durch Husserl kritisiert.

Das Kapitel zur Wahrnehmung wird mit einer allgemeinen Erläuterung des Husserlʼschen Verständnisses zur Wahrnehmung beginnen, dabei wird deutlich, dass ein Ich ein Objekt wahrnimmt. Auch wird versucht, die Unterscheidung der immanenten und transzendentalen Wahrnehmung nach Husserl zu erläutern. Danach wird aufgezeigt, was das Ding für eine Stellung in der Dingwahrnehmung hat. An diese Erläuterung knüpft eine Erklärung, was Erlebnisse und Dinge in Bezug auf ihre Wahrnehmbarkeit ausmachen.

Am Ende dieser Arbeit steht der Zusammenhang zwischen der Erfahrung und der Wahrnehmung im Mittelpunkt.

II Erfahrung nach Husserl

In diesem Kapitel werden einige wichtige Aspekte zur Erfahrung nach Husserl zusammengefasst und erläutert. Auch soll hierbei der Unterschied zwischen mundaner und transzendentaler Erfahrung geschildert. Ferner wird erläutert, was die Erfahrung mit der Dingwelt gemein hat und welche Bedeutung ihr in der Phänomenologie zugeschrieben wird. Auch wird es eine Erläuterung geben, was die Erfahrung mit der Wissenschaft zu tun hat und was die Empiristen im Gegensatz zu Husserl darüber denken.

II.1 Allgemeines zur Erfahrung

Die Erfahrung „bildet den Ausgangspunkt jeder phänomenologischen Analyse.“1 Sie ist also sehr wichtig in der Phänomenologie. Laut Husserl ist die natürliche Erfahrung „die gebende Anschauung der ersten, „natürlichen“ Erkenntnissphäre und aller ihrer Wissenschaft“.2 Das, was Husserl unter „natürlich“ versteht, ist das, was die theoretische Einstellung ist, damit bezeichnet er die Welt und bezieht sich mit dieser Darstellung auf die Gesamtheit möglicher Forschungen. Die Welt ist für Husserl auch die Bezeichnung dafür, alle Gegenstände, die mit Erfahrung und Erfahrungserkenntnis in Verbindung stehen, zusammenzufassen. Diese Gegenstände sind jene, die in richtigem theoretischem Denken erkennbar sind und diese sind mit der aktuellen Erfahrung begründet.3

Also ist die natürliche Erfahrung, wie bereits erwähnt wurde, sehr wichtig für die Phänomenologie, da sie der Ursprung der phänomenologischen Analysen ist. Genauer gesagt muss man in der Phänomenologie auf das zurückgreifen, was sich in der Erfahrung befindet. Denn nur so kann man sich auf die Sache selbst konzentrieren, so wie es die Phänomenologie in ihrer Theorie versucht. Somit will man versuchen, in der phänomenologischen Analyse auf den Anfang zu kommen und dies kann man mit Hilfe der reinen Erfahrung4 gelingen.

Laut dem hier verwendeten Husserl Lexikon vollbringt die Erfahrung das transzendentale Leben des Bewusstseins. Während dieses Vollbringens ist das Leben auf das Ego fixiert, aber es kann sich auch auf Gegenstände richten, die in der Welt sind, also genauer auf intentionale Gegenstände5. Somit kann man sagen, dass das Wie einer Erfahrung vom Subjekt abhängt. Das Ego richtet sich auf Gegenstände und je nachdem wie es konstituiert ist, ist auch die Erfahrung eine andere. Man könnte hier auch sagen, dass wenn es vom Subjekt abhängt, wie die Erfahrung ist, Subjekte, oder besser gesagt das Egon, je nachdem einen intentionalen Gegenstand mehr oder weniger stark wahrnehmen. Nicht jedes Egon interessiert sich für die gleiche Sache und deshalb kann die Erfahrung unterschiedlich ausfallen. Auch lässt sich hier vermuten, dass, je nachdem wie gut ich mich mit dem Gegensand auskenne, meine Erfahrung anders sein wird. Wenn ich als Laie etwas betrachte, werde ich eine andere Erfahrung damit machen, wie jemand der sich in der Materie beheimatet fühlt. Trotz meines laienhaften Daseins bezüglich des Gegenstandes kann ich ihn erfahren und mache mir meinen eigenen Begriff beziehungsweise ine eigene Vorstellung davon. Mit der Erfahrung lernt das Egon folglich den Umgang mit der Welt.

Wir haben durch die vorherige Erläuterung erfahren, dass man mit Erfahrung intentionale Gegenstände wahrnehmen kann. Husserl bezeichnet aus diesem Grund Erfahrungswissenschaften als Tatsachenwissenschaften.6 So hat man in der Erfahrungswissenschaft etwas mit Tatsächlichem zu tun. Es wird also davon ausgegangen, dass es sich um reell Daseiendes handelt. Laut Husserl setzten die „fundierten Erkenntnisakte des Erfahren(…), Reales individuell“7 und dies machen sie „als räumlich-zeitlich Daseiendes“.8 Dieses Etwas ist also während des Geschehens an der Stelle und hat dabei seine Dauer und laut Husserl auch einen Realitätsgehalt. Dieses Etwas könnte laut ihm aber auch zu einer anderen Zeit da sein oder sogar an einem anderen Ort und das wiederum auch in jeder beliebigen Gestalt, es kann sich dabei auch verändern.9 Man kann folglich sagen, dass der Gegenstand, der erfahren wird, real ist und dabei ist dieser erfahrbare Gegenstand nicht an einen Ort oder an eine Zeit gebunden. Wenn ich also einen Gegenstand erfahre, dann kann dieser an jedem beliebigen Ort sein und ich werde ihn erfahren können, dabei kommt es auch nicht darauf an zu welcher Zeit dieses Erfahren stattfindet. Selbst wenn sich der Gegenstand ändert, werde ich ihn noch erfahren können. Die Frage die sich hier stellt, ist folglich: Wirkt sich mein Erfahren zu einer bestimmten Zeit oder an einem bestimmten Ort auf meine Erkenntnis aus? Dies kommentiert Husserl aber nicht direkt, man kann aber davon ausgehen, dass sich diese Erkenntnis aus dem Erfahren auch nicht durch Zeit, Raum oder Veränderung ändert, da das Erfahren dasselbe sein wird.

Es gehört zum Sinn jedes Zufälligen, dass es ein Wesen und daraus folgend auch ein Eidos hat, das rein zu fassend ist. Als Erläuterung dafür sagt Husserl, dass „ein individueller Gegenstand (…) nicht bloß überhaupt ein individueller, ein Dies da ist!, ein einmaliger, er hat als ‚in sich selbst‘ so und so beschaffener Eigenart, seinen Bestand an wesentlichen Prädikabilien, die ihm zukommen müssen ( als ‚Seiender, wie er sich selbst ist‘), damit ihm andere, sekundäre, relative Bestimmungen zukommen können“10. Jeder Gegenstand ist also unterschiedlich beschaffen, er hat seine Eigenarten und das ist das, was diesen Gegenstand ausmacht. Man kann also nicht nur sagen, jeder Gegenstand ist individuell, es geht viel weiter als das. Genauso hat jedes Wesen seine Wesensartung, dabei hat es „zuoberst die allgemeine Artung ‚materielles Ding überhaupt‘, mit Zeitbestimmung-überhaupt, Dauer-, Figur-, Materialität-überhaupt.“11 Also ist jedes Wesen eine bestimmte Artung, dabei kann es eine Oberart haben, dabei wird es so sein, dass jede Unterart der Oberart dieselben Eigenschaften haben werden, aber sie sind nicht identisch, sondern haben wieder einer andere Beschaffenheit. Es ist aber auch möglich, dass ein Wesen einer Oberart, die gleichen Eigenschaften aufweist wie ein Wesen einer anderen Oberart.

Durch die vielen physischen Eigenschaften kann die Erfahrung in das Unendliche laufen, denn diese physischen Eigenschaften können laut Husserl in das Unendliche hineinziehen und „somit lässt jede „noch so weite Erfahrungsmannigfaltigkeit noch nähere und neue Dingbestimmungen offen (…) und so in Infinitum.“12 Das heißt, dass durch die vielen physischen Eigenschaften eines erfahrbaren Dinges, die Erfahrung immer weiter laufen kann, da man diese immer weiter erfahren kann und somit die Erfahrung in das Unendliche laufen kann.

Nun wurde erläutert, wie es mit der Erfahrung und den Gegenständen aussieht, die erfahren werden. Dabei stellt sich die Frage, wie sich die eigene Erfahrung charakterisieren lässt. Diese kann charakterisiert werden durch das selbstgegebene der Gegenstände und der “gleichzeitige unmittelbare Rückbezug auf das erfahrende Subjekt.“13 Also setzt sich die Erfahrung aus den Gegenständen zusammen, die ihre bereits unterschiedlichen physischen Eigenschaften haben. Dabei spielt aber auch das erfahrende Subjekt eine Rolle. Es wurde bereits erwähnt, dass je nach Subjekt die Erfahrung anders sein kann. Somit lässt sich daraus schließen, dass je nach Eigenschaften eines Gegenstandes und je nach Subjekt, die Erfahrung eine andere sein kann. Dabei spielen Raum, Zeit und Veränderung des Gegenstandes keine Rolle. „Erfahrung ist Bewusstsein von einem individuellen Gegenstand, und als anschauendes bringt sie ihn zu Gegebenheit.“14 So wird man sich durch die Erfahrung um den Gegenstand bewusst und kann ihn somit zur Gegebenheit bringen.

Diese eigene Erfahrung, ist von der Fremderfahrung zu unterscheiden. In der Fremderfahrung können wir als Subjekt durch Einfühlen mittelbaren Zugang zu dem bekommen, was andere Erfahren. Diese Erfahrung wiederum entspricht aber nicht der eigenen Erfahrung. Also ist es zwar möglich durch Einfühlung Zugang zu dem Erfahren der anderen Subjekte zu bekommen, jedoch wird diese Erfahrung – aus den bereits erläuterten Gründen – nicht dieselbe sein.

Möchte man nun Erfahrungsurteile bestätigen oder widerlegen, benötigt man das „Wahrheitskriterium der Evidenz“15. Laut Husserl ist die vorprädikative Erfahrung der Prozess der noch leeren Intention, der in einem Erfahrungsverlauf zu seiner Erfüllung kommt. Also wird während des Erfahrungsverlaufes, die vorprädikative Erfahrung mit Intentionen gefüllt, um so zur Erfüllung zu kommen. Möchte man nun schauen ob diese Erfahrungsurteile, die daraus gefällt wurden, bestätigt werden können oder widerlegt werden müssen, braucht man die Evidenz dazu. Die Evidenz ist hierbei laut Husserl „Durch die Selbstgegebenheit ihres Gegenstandes charakterisiert“16. Laut Husserl müssen „jede Logik und Urteilstheorie und ihre prädikativen Evidenzen (…) daher genetisch zurückgeführt werden auf „die nichtprädikative Evidenz, die da Erfahrung heißt.“17 Somit kann man daraus schließen, dass durch Evidenz der Erfahrungsverlauf bestätigt oder widerlegt wird und dies wird durch die Erfahrung selbst gemacht, denn man versucht in der Logik und Urteilstheorie auf die nichtprädikativen Evidenten zurück zu kommen und diese ist – laut Husserl – die Erfahrung.

Ob nun eine Erfahrung als normal gilt, bestimmen hierbei „intersubjektive Einstimmigkeit bzw. wechselseitige Korrektur der Erfahrungsverläufe“18. Man korrigiert folglich in seinem Wahrnehmungsverlauf seine Erfahrung und schaut dann, ob eine intersubjektive Einstimmigkeit vorhanden ist.

Laut Husserl ist die Erfahrung der originär gebende Akt, auf den sich die Naturwirklichkeit bezieht.19 Diese originäre Erfahrung, ist in den physischen Dingen, die sich in der äußeren Wahrnehmung befinden. Dabei verläuft es sich so, dass diese Art von Erfahrung von uns selbst kommt. Sie ist nichts, dass wir von anderen haben, folglich kommt sie nicht von deren Erleben und auch nicht durch Einfühlung. Sie kommt von unseren Bewusstseinszuständen, die sich in „der sogenannten inneren oder Selbstwahrnehmung“ befinden.20 Das Thema der Wahrnehmung wird in einem separaten Kapitel näher erläutert.

„Die letzte Quelle aus der die Generalthesis der Welt, die ich in der natürlichen Einstellung vollziehe, ihre Nahrung schöpft, die es also ermöglicht, dass ich bewusstseinsmäßig als mir gegenüber eine daseiende Dingwelt vorfinde, dass ich mir in dieser Welt einen Leib zuschreibe und nun mich selbst einordnen kann. Offenbar ist diese letzte Quelle sie sinnliche Erfahrung.“21 Durch die Erfahrung lernen wir also mit der Welt umzugehen, wir können durch sie eine Dingwelt vorfinden, die durch die Erfahrung in unser Bewusstsein dringen kann. Somit ist wieder einmal gezeigt worden, dass die Erfahrung von großer Bedeutung ist.

II.2 Unterscheidung mundane und transzendentale Erfahrung

Laut dem verwendeten Lexikon zu Husserl gibt es eine Unterscheidung von mundaner und transzendentaler Erfahrung. Unter mundaner Erfahrung versteht man demnach, was unter die eigene Erfahrung fällt und die auf die natürliche Realität führt. Dazu gehört also nicht das, was wir durch Einfühlung von anderen Erfahrungen bekommen, sondern das, was subjektiv von dem Ich erfahrbar ist. Dabei entspricht diese Art von Erfahrung dem, was die Empiristen in ihren Theorien nutzen. Ihre Existenz wird laut dem verwendeten Lexikon durch das Bewusstsein zum Gesetz.22

Anders verläuft es in der Phänomenologie. Man möchte hier von der Selbstverständlichkeit wegkommen, dass die Welt existiert, nach der Phänomenologie ist dies nämlich ein naiver Gedanke. Bei diesem Versuch von der Selbstverständlichkeit der Existenz der Welt weg zu kommen, streicht man nicht einfach den Gedanken an die Existenz, sondern man versucht die Selbstverständlichkeit der Welt in „(…) eine Beschreibung der Welt und ihrer Sinnesursprünge im Bewusstsein zu verwandeln und die Dinge der Natur in Phänomene.“23 Somit geht es in der Phänomenologie nicht darum, von einer Existenz auszugehen, sondern man erforscht das, was die Welt ausmacht, und versucht, diese zu beschreiben. Dabei kann man nur etwas beschreiben, von dem man ausgeht, dass es existiert, also gehen sie in der Phänomenologie davon aus, dass es die Welt gibt. Diese soll aber in ihrer Existenz beschrieben und nicht für selbstverständlich betrachtet werde.

Husserl fasst in seinem Werk Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie das zusammen, was er unter dem Begriff der Welt versteht. Für ihn ist die Welt die Gesamtheit aller möglichen Forschungen, alles was zur natürlichen Einstellung gehört, die wiederum zu den theoretischen Einstellungen gehört.24 Man könnte folglich sagen, dass die Phänomenologie versucht, in den Beschreiben der Welt alle möglichen Forschungen miteinzubeziehen und dabei die Dinge, die in der Natur vor sich gehen, nicht einfach zu interpretieren, sondern in ihren Phänomenen, in denen sie auftauchen, zu betrachten und somit zu beschreiben. Dabei kann man vermuten, dass durch die mundane Erfahrung ein einfaches Beschreiben der Welt mit ihren natürlichen Phänomenen möglich wird. Doch diese Art von Erfahrung reicht der Phänomenologie nicht aus, da hier noch die Naivität in der Erfahrung steckt.

In der transzendentalen Erfahrung läuft dies anders. Im Gegensatz zur mundanen Erfahrung, die die natürliche Welt miteinbezieht, wird hier die natürliche Welt und Einstellung außerkraftgesetzt und somit kann man zur einzigen Quelle der Erkenntnis kommen, was transzendentale Subjektivität genannt wird. Folglich entspricht dies eher dem, was die Phänomenologie erreichen möchte.25 Durch das Außerkraftsetzen der natürlichen Welt und Einstellung geht, dem verwendeten Lexikon zufolge, die Naivität der Erfahrung verloren. Nur so ist es möglich, eine Wissenschaft zu definieren, mit Hilfe derer wir die Operatoren unseres Bewusstseins erforschen können. Aufgrund diesem ist es uns möglich, das zu erforschen, womit sich die Welt für uns darstellen lässt.26 Man versucht hier also nicht das zu erforschen, was die Welt ist und wie sie beschaffen ist, sondern man versucht zu untersuchen, wie sich die Welt für uns durch unsere Erfahrung in unserem Bewusstsein darstellen lässt. Es geht hier also nicht darum die Welt in ihrem Ganzen zu interpretieren, man möchte eher Deskription betreiben als Interpretation, wobei diese nicht völlig außer Acht gelassen werden kann.

Hier wird nun deutlich, dass sich mundane und transzendentale Erfahrung dadurch unterscheiden, dass sich das Naive der mundanen Erfahrung – also das in Kraft sein der natürlichen Welt und Einstellung – in der transzendentalen Erfahrung außer Kraft setzen lässt. Des Weiteren kann man nur durch dieses Außerkraftsetzen zur Quelle der Erkenntnis kommen, nicht durch mundane Erfahrung, denn diese enthält durch ihre Naivität keine transzendentale Subjektivität.

II.3 Erfahrung in der Naturforschung und in der Wesenswissenschaft

Aus dem vorherigen Kapitel wurde ersichtlich, dass mundane Erfahrung nicht genügt und man die transzendentale Erfahrung zur Beschreibung der Welt benötigt. Husserl geht noch weiter in seiner Theorie zur Erfahrung und sagt, dass Erfahrung in den reinen Wesenswissenschaften, wie z.B. reine Logik, reine Mathematik usw., nicht „als Wirklichkeit, als Dasein erfassendes, bzw. setzendes Bewußtsein, die Funktion der Begründung übernehmen“27 kann. Wir können uns also nicht nur auf unserer Erfahrung ausruhen und damit versuchen, eine reine Wesenswissenschaft zu begründen, hier bedarf es viel mehr als nur die bloße Erfahrung mit deren Hilfe wir die Welt beschreiben.

[...]


1 Hans-Helmut Gander: Husserl-Lexikon, in redaktioneller Zusammenarbeit mit Thiemo Breyer, Daniel Creutz, Sarah Eichner, Andreas Friedrich, Katharina Keßler, Philippe Merz, Andrea Staiti, Frank Steffen, Maren Wehrle. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2010, S.86.

2 Husserl 7 p1

3 S8 p1

4 Gander: Husserl-Lexikon. S.86.

5 Ebd.

6 S8p2

7 S8p2

8 S.8p2

9 S.8p2

10 S.9 p2

11 S9p2

12 S10 p3

13 S87

14 S.70 p39

15 Gander: Husserl-Lexikon. S.87.

16 Gander: Husserl-Lexikon. S.87.

17 Ebd.

18 Gander: Husserl-Lexikon. S.86.

19 S 35 p19

20 S8 p1

21 S.70 p39

22 Gander: Husserl-Lexikon, S. 86.

23 Ebd.

24 Husserl 7

25 Gander: Husserl-Lexikon. S. 86.

26 Ebd.

27 Husserl S.16 p7

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Mundan, immanent und transzendental. Erfahrung und Wahrnehmung nach Edmund Husserl
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,0
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V538612
ISBN (eBook)
9783346154729
ISBN (Buch)
9783346154736
Sprache
Deutsch
Schlagworte
edmund, erfahrung, husserl, mundan, wahrnehmung
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Mundan, immanent und transzendental. Erfahrung und Wahrnehmung nach Edmund Husserl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538612

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