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Sport und Menschenrechte. Der Einfluss politischer Positionierungen von Profisportlern auf ihr Image

Titre: Sport und Menschenrechte.
Der Einfluss politischer Positionierungen von Profisportlern auf ihr Image

Thèse de Master , 2019 , 82 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Benedikt Mensing (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Die Arbeit geht vor dem Hintergrund des Verhältnisses von Sport und Politik der Frage nach, inwiefern politische Positionierungen von Profisportlern ihr Image beeinflussen. Hierzu wird auf Basis des Framing-Ansatzes ein Experiment durchgeführt, bei dem die Versuchspersonen nach der Rezeption eines manipulierten Interviews, einen Profisportler hinsichtlich der Imagedimensionen Sympathie, Glaubwürdigkeit, Expertise und Vorbildfunktion bewerten. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass der Einfluss von politischen Positionierungen der Profisportler auf ihr Image deutlich positiver ist, als ursprünglich angenommen. Dies zeigt sich besonders stark, wenn sich der Profisportler kritisch äußert. Die Befunde weisen insgesamt darauf hin, dass sich die Sportrezipienten mündige Profisportler wünschen, da unkritische Stellungnahmen, die eine Trennung von Sport und Politik fordern, zu einer negativen Imagebewertung führen.

Obwohl es im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking zu massiven Menschenrechtsverletzungen kam, wird die chinesische Hauptstadt 2022 der erste Ort sein, in dem sowohl Olympische Sommer- als auch Winterspiele ausgetragen werden. Im selben Jahr wird die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft im Wüstenstaat Katar stattfinden, welcher bereits seit Jahren wegen der Missachtung der Menschenrechte kritisiert wird. Weder das IOC noch die FIFA scheinen sich entschieden gegen die Verletzung von Menschenrechten einzusetzen, da in den Augen der Organisationen Sport und Politik getrennt voneinander betrachtet werden sollen. Auch die Profisportler schweigen trotz ihrer großen medialen Reichweite als Hauptakteure der Sportgroßveranstaltungen zu diesem politischen Thema.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sport und Politik

2.1 Definitionen

2.1.1 Der Begriff Sport

2.1.2 Der Begriff Politik

2.1.3 Der Begriff Sportpolitik

2.2 Der kontroverse Umgang mit Sportpolitik

2.3 Das Verhältnis von Sport und Politik

2.4 Sportpolitik in Deutschland

2.5 Transnationale Sportpolitik

2.5.1 Akteursbereich I: Politik

2.5.2 Akteursbereich II: Wirtschaft

2.5.3 Akteursbereich III: Medien

2.5.4 Akteursbereich IV: Sport

2.6 Das politische Mandat des Sports

3 Sportgroßveranstaltungen und Politik

3.1 Bedeutung und Vergabe von Sportgroßveranstaltungen

3.2 Sportgroßveranstaltungen und Menschenrechte

4 Der Framing-Ansatz

4.1 Definition und Grundannahmen des Framing-Ansatzes

4.2 Frames im Kommunikationsprozess

4.3 Arten von Frames

4.4 Wirkungen von Frames auf den Rezipienten

5 Aktueller Forschungsstand

5.1 Sport und Politik

5.2 Sportgroßveranstaltungen und Politik

5.3 Profisportler und Politik

5.4 Hypothesenbildung

6 Methodisches Vorgehen

6.1 Untersuchungsdesign

6.2 Stichprobe

6.3 Versuchsaufbau

6.4 Erhebungsinstrument

7 Ergebnisse

8 Diskussion

9 Gesamtbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vor dem Hintergrund des Verhältnisses von Sport und Politik, inwiefern politische Positionierungen von Profisportlern deren Image beeinflussen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob Sportrezipienten eher unkritische, eine Trennung von Sport und Politik fordernde Athleten bevorzugen oder ob politische Stellungnahmen – insbesondere bei gesellschaftlich kontroversen Themen – eine positive Auswirkung auf die Imagedimensionen Sympathie, Glaubwürdigkeit, Expertise und Vorbildfunktion haben können.

  • Verhältnis von Sport und Politik sowie das politische Mandat des Sports
  • Bedeutung der politischen Dimension bei Sportgroßveranstaltungen
  • Theoretische Fundierung durch den Framing-Ansatz
  • Empirische Analyse mittels eines Online-Experiments zur Wirkung von Athleten-Statements
  • Rolle von Profisportlern als politische Akteure und deren Imagedimensionen

Auszug aus dem Buch

4.1 Definition und Grundannahmen des Framing-Ansatzes

In der Forschungsliteratur finden sich zahlreiche Definitionen von Framing bzw. Frames. Diese Tatsache liegt unter anderem darin begründet, dass drei verschiedene akademische Disziplinen mit speziellen Annahmen und Erkenntnisinteressen zu Framing forschen: die Soziologie, die Psychologie und die Kommunikationswissenschaft (Potthoff, 2012, S. 28). Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive versteht man unter Frames primär die Deutungsmuster, welche der Rezipient nutzt, um Bewertungen zu einem Thema vorzunehmen. Entscheidend hierfür ist die Perspektive, aus der das Thema betrachtet wird. So hebt ein Kommunikator zum Beispiel bestimmte Sachverhalte hervor, während andere gleichzeitig in den Hintergrund treten (Dahinden, 2006, S. 14). Die vielfach zitierte Definition, die diesen Sachverhalt am anschaulichsten zusammenfasst, stammt von Entmann und soll auch für diese Arbeit maßgeblich sein:

„To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation and/or treatment recommendation for the item described” (1993, S. 52).

Laut Entman weisen Frames somit grundsätzlich vier Elemente auf. Zunächst geben sie eine Problemdefinition für einen bestimmten Sachverhalt und somit „eine sprachliche Bezeichnung des Themas, was entscheidend für das weitere Verständnis des Themas ist“ (Matthes, 2014, S. 11). Eng damit verbunden ist die Ursachenzuschreibung, bei der in erster Linie die Verantwortung für negative oder positive Zustände betont wird. Des Weiteren kommt es zu einer Bewertung, welche auf moralischen Werten basiert sowie zu expliziten Handlungsaufforderungen, die zu einer Problemlösung führen sollen (Matthes, 2014, S. 11–12).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Kritik an der politischen Neutralität des Sports angesichts von Menschenrechtsverletzungen bei Sportgroßveranstaltungen wie den Olympischen Spielen in Peking oder Weltmeisterschaften in Katar.

2 Sport und Politik: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begrifflichkeiten und untersucht die untrennbare Verflechtung von Sport und Politik sowie die Rolle verschiedener Akteure im Rahmen der transnationalen Sportpolitik.

3 Sportgroßveranstaltungen und Politik: Hier wird die politische Dimension von Sportgroßereignissen analysiert, insbesondere die Verbindung zwischen der Vergabe an autokratische Regime und der Missachtung universeller Menschenrechte.

4 Der Framing-Ansatz: Das vierte Kapitel führt in den theoretischen Framing-Ansatz ein und erläutert, wie Deutungsmuster im Kommunikationsprozess funktionieren und welche Wirkung sie auf die Rezipienten ausüben.

5 Aktueller Forschungsstand: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über bisherige Studien zur politischen Dimension des Sports, zu Sportgroßveranstaltungen und zum politischen Engagement von Profisportlern, woraus die Hypothesen abgeleitet werden.

6 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das Design des durchgeführten Online-Experiments, die Stichprobenauswahl unter Studierenden sowie das Erhebungsinstrument zur Messung der Imageparameter.

7 Ergebnisse: Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung werden präsentiert, wobei insbesondere die Auswirkungen unterschiedlicher politischer Positionierungen auf das Image des fiktiven Profisportlers analysiert werden.

8 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse im Kontext der Forschungsfragen und der theoretischen Vorannahmen, wobei auch methodische Limitationen und Forschungsdesiderate adressiert werden.

9 Gesamtbetrachtung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf die Bedeutung politisch mündiger Sportler für die zukünftige gesellschaftliche Rolle des Sports.

Schlüsselwörter

Sport, Politik, Menschenrechte, Profisportler, Image, Framing, Sportgroßveranstaltungen, politische Positionierung, Experiment, Medienwirkung, Sportpolitik, Vorbildfunktion, Gesellschaft, Athletenaktivismus, Deutungshoheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sport und Politik, insbesondere den Einfluss, den politische Äußerungen von Profisportlern auf deren Image bei Sportrezipienten haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Instrumentalisierung des Sports bei Großveranstaltungen, dem Framing-Ansatz in der Kommunikation sowie den Konsequenzen politischer Positionierungen für Athleten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage: Inwiefern beeinflussen politische Positionierungen von Profisportlern ihr Image?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein experimentelles Online-Design (Between-Groups) gewählt, bei dem Versuchspersonen verschiedene Varianten eines Interviews mit einer fiktiven Profisportlerin bewerteten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen (Framing), den aktuellen Forschungsstand, die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der experimentellen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Sport, Politik, Menschenrechte, Framing, Profisportler, Image, Sportgroßveranstaltungen und Athletenaktivismus.

Hat sich die Annahme bestätigt, dass politischer Aktivismus dem Image schadet?

Überraschenderweise nein. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere eine kritische Haltung zu Menschenrechtsfragen das Image bei deutschen Sportrezipienten sogar positiver beeinflussen kann als eine unkritische Haltung.

Welche Rolle spielt das "Fantum" der Rezipienten bei den Ergebnissen?

Obwohl eine Moderation durch das Fantum (hinsichtlich Badminton) vermutet wurde, konnte in diesem Experiment kein signifikanter Einfluss der Moderatorvariable auf die Beziehung von Positionierung und Image nachgewiesen werden.

Ist das Ergebnis auf alle Sportler übertragbar?

Die Arbeit betont, dass die Ergebnisse aufgrund der studentischen Stichprobe und des fiktiven Stimulus-Materials nur unter Vorbehalt generalisiert werden können und weiterführende Studien sinnvoll sind.

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Résumé des informations

Titre
Sport und Menschenrechte. Der Einfluss politischer Positionierungen von Profisportlern auf ihr Image
Université
Sport Academy Cologne  (Institut für Kommunikations- und Medienforschung)
Note
1,0
Auteur
Benedikt Mensing (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
82
N° de catalogue
V538646
ISBN (ebook)
9783346143020
ISBN (Livre)
9783346143037
Langue
allemand
mots-clé
sport menschenrechte einfluss positionierungen profisportlern image
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benedikt Mensing (Auteur), 2019, Sport und Menschenrechte. Der Einfluss politischer Positionierungen von Profisportlern auf ihr Image, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538646
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Extrait de  82  pages
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