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Das Phänomen Volksetymologie

Titre: Das Phänomen Volksetymologie

Dossier / Travail , 2015 , 19 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Philipp Kaiser (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Begriffsbildung und dessen Abgrenzung und Definition geben. Zudem soll sie einen theoretischen Umriss der Entstehungsprozesse und -bedingungen für Volksetymologien liefern. Letztendlich soll der Terminus "Volksetymologie" unter Berücksichtigung der dargestellten Definition, seiner Abgrenzung und seiner Entstehungsprozesse und -bedingungen und in Hinblick auf seine kontrovers diskutierte Verwendung und Definition kritisch reflektiert werden.

"Es zieht wie Hechtsuppe" ist eine Redewendung der deutschen Sprache, dessen Bedeutung und Inhalt dem Sprachbenutzer klar und schlüssig ist. Was aber hat die "Hechtsuppe" in der Redewendung damit zu tun, dass den Sprachnutzer, der diese benutzt, eine starke Zugluft stört. Auch was ein "Maulwurf" ist, wie dieser aussieht, usw. weiß eigentlich jeder, aber warum er wirklich so heißt und woher der Begriff kommt ist für den Großteil der Sprachbenutzer unklar. Wie in den beiden einleitenden Beispielen klar wird, gibt es (Sprich-)Wörter, Phrasen und Redewendungen in der Verwendung der deutschen Sprache, die zwar jedem klar und geläufig sind, dessen Bestandteile und (vermeintliche) Herkunft für den Sprachbenutzer jedoch (teilweise) nur schwer einen Sinn ergeben. Man erwischt sich selber dabei diese Wörter irgendwie nach üblichen Wortbildungskriterien und
-ableitungen, nach vermeintlicher Logik und allgemeinem Sprach- und Weltwissen herzuleiten. Dies ist jedoch meistens ein unmögliches Unterfangen. Verantwortlich für die Entstehung solcher Wörter und Phrasen ist nämlich das Phänomen "Volksetymologie".

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen Volksetymologie

2.1. Begriffsfindung und -abgrenzung

2.1.1. Die Entwicklung des Begriffs „Volksetymologie“

2.1.2. Abgrenzung und Definition des Terminus Volksetymologie

2.2. Entstehungsprozesse und Bedingungen für Volksetymologie

2.2.1. Sekundäre Motivation

2.2.2. Isolation

2.2.3. Lautliche Ähnlichkeit

2.3. Kritische Reflexion des Terminus Volksetymologie unter Berücksichtigung von Definition, Abgrenzung und Entstehungsprozessen und -bedingungen

3. Schluss und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Begriffsbildung, die Abgrenzung und die Definition des Phänomens "Volksetymologie". Ziel ist es, einen theoretischen Umriss der Entstehungsprozesse und -bedingungen zu liefern und den Terminus im Hinblick auf seine kontrovers diskutierte Verwendung kritisch zu reflektieren.

  • Historische Entwicklung des Begriffs Volksetymologie
  • Abgrenzung zur wissenschaftlichen Etymologie
  • Zentrale Entstehungsbedingungen (Isolation, sekundäre Motivation, lautliche Ähnlichkeit)
  • Kritische Reflexion der Terminologie
  • Sprachwandel durch volksetymologische Prozesse

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Isolation

Als erstes entscheidendes und vorausgehendes Kriterium für die Entstehung von Volksetymologien hat sich aus der wissenschaftlichen Betrachtung die „Isolation“ von Wörtern oder Wortteilen ergeben.

Ein Wort dessen Bedeutung nicht klar oder undurchsichtig ist, welches ohne direkten Anschluss an eine Wortfamilie ist und alleine dasteht, entspricht dem Zustand der Isolation. Dieser Terminus taucht in vielen Beiträgen zur Volksetymologie auf. Er wird „als konstitutive Voraussetzung für ihr Eintreten angesehen.“ Wieder einmal Förstemann weist schon, jedoch noch ohne Bennenung des bekannten Terminus, darauf hin, dass Volksetymologie durch nicht mehr verstandenes (isoliertes) Wortmaterial entstehe und erklärt dazu, dass der „erste[...] anlaß für das entstehen der volksetymologie [...] die entartung der sprache von ihrem ursprünglichen zustande [ist].“ „Je groeßer diese ist, desto mehr werden sich selten gewordene und im untergehen begriffene oder trümmerhafte oder endlich ganz entstellte wörter finden und den volksgeist anreizen, diesen [...] ein neues [...] leben einzuhauchen.“

Auch Lenkowa (1959), Sanders (1971) und Panagl (1982) stellen den Moment der Isolation als Volksetymologie-bildend in ihren Arbeiten heraus. Damit in Verbindung steht vor allen Dingen der fehlende, für die deutsche Sprache typische, Anschluss an Wortfamilien im Zusammenhang. Dazu Bebermeyer (1974): „Kann nun ein Sprecher ein Wort nicht mehr sicher einer bestimmten Familie zuordnen, wird er es als isoliert [...] empfinden.“

Kurt Baldinger und Andreas Blank sprechen in diesem Zusammenhang auch von „einer“ Verwaisung der Wörter. „Wörter, die [...] Waisenkinder werden, suchen gerne den Anschluß an weiterlebende vitale Familien.“ Für diese Verwaisung/Isolation von Wörtern und Wort-

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Anhand von Beispielen wird das Phänomen der Volksetymologie als ein vom Sprachnutzer oft unbewusst gesteuerter Prozess der Verständlichmachung eingeführt.

2. Das Phänomen Volksetymologie: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung, der fachlichen Abgrenzung zur Etymologie sowie den zentralen Entstehungsprozessen wie Isolation, sekundärer Motivation und lautlicher Ähnlichkeit.

2.1. Begriffsfindung und -abgrenzung: Es wird die Entstehung des Terminus durch Ernst Förstemann beleuchtet und die notwendige Differenzierung zum wissenschaftlichen Verständnis der Etymologie vorgenommen.

2.1.1. Die Entwicklung des Begriffs „Volksetymologie“: Hier wird der historische Kontext der Begriffsprägung sowie die spätere wissenschaftliche Debatte und Versuche alternativer Terminologien diskutiert.

2.1.2. Abgrenzung und Definition des Terminus Volksetymologie: Es erfolgt eine klare Trennung zwischen Etymologie als historischer Disziplin und dem volksetymologischen Prozess, der Wörter an neue, vermeintlich logische Strukturen anpasst.

2.2. Entstehungsprozesse und Bedingungen für Volksetymologie: Das Kapitel analysiert die Faktoren, die einen volksetymologischen Prozess innerhalb des lebendigen Sprachwandels auslösen.

2.2.1. Sekundäre Motivation: Dieser Abschnitt beschreibt, wie unmotivierte Wörter durch eine neue, oft semantisch abweichende Zuweisung in den Sprachgebrauch re-integriert werden.

2.2.2. Isolation: Die Verwaisung von Wörtern, die ihren Anschluss an eine Wortfamilie verloren haben, wird als eine der Hauptvoraussetzungen für volksetymologische Umdeutungen identifiziert.

2.2.3. Lautliche Ähnlichkeit: Es wird dargelegt, wie die phonetische Ähnlichkeit als Brücke fungiert, um ein unbekanntes oder isoliertes Wort an eine bekannte Wortfamilie anzuschließen.

2.3. Kritische Reflexion des Terminus Volksetymologie unter Berücksichtigung von Definition, Abgrenzung und Entstehungsprozessen und -bedingungen: Das Kapitel reflektiert die Problematik der aktuellen Terminologie und plädiert für einen präzisen, aber einheitlichen Gebrauch des Begriffs.

3. Schluss und Ausblick: Zusammenfassend wird die Bedeutung der Volksetymologie für den Sprachgebrauch betont und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Forschung hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Volksetymologie, Etymologie, Sprachwandel, Sekundäre Motivation, Isolation, Lautliche Ähnlichkeit, Sprachgebrauch, Wortfamilie, Wortbildung, Sprachwissenschaft, Umdeutung, Sprachnutzer, Lexem, Motivierung, Historische Linguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem linguistischen Phänomen der Volksetymologie, untersucht dessen Ursprünge, Begriffsgeschichte und die Mechanismen, die zu einer solchen sprachlichen Umdeutung führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition und Abgrenzung des Begriffs gegenüber der wissenschaftlichen Etymologie sowie die Analyse der psychologischen und sprachlichen Bedingungen, die den Prozess der Volksetymologie vorantreiben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, einen theoretischen Umriss der Entstehungsprozesse zu schaffen und den umstrittenen Terminus "Volksetymologie" kritisch im Kontext des modernen Sprachgebrauchs zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung bestehender Fachliteratur und linguistischer Forschungsergebnisse zu den Themen Wortbildung, Etymologie und Sprachgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsfaktoren – insbesondere Isolation, sekundäre Motivation und lautliche Ähnlichkeit – und bewertet die terminologische Problematik des Begriffs Volksetymologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Volksetymologie, Sprachwandel, Isolation, sekundäre Motivation und lautliche Ähnlichkeit.

Wie unterscheidet sich die Volksetymologie von der klassischen Etymologie?

Während die klassische Etymologie die historisch korrekte Entwicklung von Wörtern erforscht, basiert die Volksetymologie auf einer wissenschaftlich falschen, aber für den Sprachbenutzer motivierten Verknüpfung von Wörtern aufgrund von Anklang oder Isolation.

Warum ist das Kriterium der "Isolation" so wichtig für den Entstehungsprozess?

Isolation tritt auf, wenn ein Wort seinen Bezug zu einer Wortfamilie verliert. Ein solches "Waisenkind" sucht nach einer neuen Anbindung, wodurch es anfällig für volksetymologische Umdeutungen wird.

Warum bleibt der Begriff "Volksetymologie" trotz Kritik bestehen?

Obwohl der Begriff aufgrund seiner abwertenden Konnotation und terminologischen Ungenauigkeit umstritten ist, hat er sich seit seiner Etablierung durch Förstemann im Jahr 1852 als allgemeingültiger Oberbegriff in der Sprachwissenschaft durchgesetzt.

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Résumé des informations

Titre
Das Phänomen Volksetymologie
Université
University of Paderborn  (Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Cours
Der Wortschatz des Deutschen
Note
1,3
Auteur
Philipp Kaiser (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
19
N° de catalogue
V538668
ISBN (ebook)
9783346147097
ISBN (Livre)
9783346147103
Langue
allemand
mots-clé
phänomen volksetymologie Etymologie Wortbedeutung Linguistik Wort Wörter Wortgeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Philipp Kaiser (Auteur), 2015, Das Phänomen Volksetymologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538668
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Extrait de  19  pages
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