Entscheiden sich Lehrkräfte dafür in die Leitung von Schule zu gehen so verändert sich deren Arbeitswelt teilweise erheblich. Wo vorher der Austausch mit den Kolleg*innen war steht nun die Führung von Personal. Wo vorher ein pädagogischer Spielraum in jedem Klassenraum vorhanden war, schwingt nun immer das Wissen um Gesetze und Verordnungen eine Rolle. Einige behaupten sogar, dass Schulleiter*in zu sein ein völlig neues Berufsbild sei und eine eigene Ausbildung für sich darstellen müsse. Doch was ist es genau, dass die Berufsrolle so essentielle verändert? Und wie verändert sich die Rolle? Diese Arbeit beschäftigt sich, wissenschaftlich unterlegt, mit dem Rollenbild Leitungspersonen in der Schule und wie sich deren Rollenbild von einer Lehrkraft ausgehend verändert, welche Herausforderungen aber auch Chancen in diesem Wandel stecken. Dabei wird der Rollenwandel in einen systemischen Zusammenhang eingeordnet und erklärt aus diesem heraus die "Notwendigkeit" der Veränderung des Rollenbilds.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Themeneingrenzung und Forschungsfrage
1.2. Ziele und Gliederung der Arbeit
2. Eine systematische Betrachtungsweise des Rollenwechsels zur Schulleitung
2.1. Rollentherie
2.2. Systemtheorie
3. Herausforderungen, Chancen und Veränderungen des Rollenwechsels zur Schulleitung - Das sagt die Forschung
3.1. Die Rolle des Schulleiters
3.2. Der Rollenwechsel als Lehr- zur Leitungskraft in Schulen
4. Empirische Erhebung
4.1. Beschreibung der Methodik
4.2. Datenerhebung
4.3. Datenanalyse
4.3.1. Analyse des Typus „Schulwechsler“
4.3.1.1. Probandin A
4.3.1.2. Proband B
4.3.1.3. Proband C
4.3.2. Analyse des Typus „Nicht-Wechsler“
4.3.2.1. Proband D
4.3.2.2. Probandin E
4.3.2.3. Probandin F
4.3.2.4. Probandin G
4.3.3. Analyse des Typus „Verwaltungsperspektive“
4.3.3.1. Probandin H
4.3.3.2. Proband J
4.3.3.3. Probandin K
4.3.3.4. Ergänzungen durch Probandin L
4.3.4. Mehrebenenvergleich und Interpretation der Daten
4.3.4.1. Sinngenetische Typenbildung
4.3.4.2. Soziogenetische Typenbildung
4.4. Diskussion der Datenanalyse auf Grundlage der Rollen- und Systemtheorie
4.4.1. Veränderungen durch den Rollenwechsel
4.4.2. Herausforderungen durch den Rollenwechsel
4.4.3. Chancen durch den Rollenwechsel
4.5. Diskussion des gewählten Untersuchungsdesigns
5. Schluss
5.1. Zusammenfassung
5.2. Fazit
5.3. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht den Rollenwechsel von Lehrkräften hin zur Schulleitung unter einer systemischen Perspektive. Ziel ist es, die Herausforderungen, Chancen und Veränderungen dieses Übergangs wissenschaftlich zu analysieren, um Orientierungshilfen für angehende Führungskräfte zu entwickeln und zur wissenschaftlichen Diskussion über den Schulleitermangel beizutragen.
- Rollen- und Systemtheoretische Grundlagen des Schulleiterberufs.
- Empirische Untersuchung mittels Leitfadeninterviews mit verschiedenen Schulleitungstypen.
- Analyse der Erfahrungen bei der Bewältigung von Rollenkonflikten und Erwartungshaltungen.
- Reflexion über notwendige Unterstützungsmaßnahmen und Qualifizierungsinstrumente.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Rolle des Schulleiters
Der Versuch einiger Ratgeber die Frage zu beantworten „Was eine gute Schulleitung ausmacht?“ scheitert in der Regel. Dies liegt daran, dass die Definition einer „guten“ Führungskraft immer vor dem Hintergrund der örtlichen Gegebenheiten sowie einer individuellen Sichtweise zu betrachten ist. Den Anspruch eine perfekte Führungskraft zu skizzieren muss dementsprechend zwangsweise ins Leere laufen. Jedoch können einer Führungskraft diverse Attribute, Kompetenzen oder Aufgabenbereiche zugesprochen werden, welche man nutzen kann, um sein persönliches Bild einer guten Führungskraft zu zeichnen. Diese stellen zwar noch nicht das Rollenbild einer Leitungskraft dar, ermöglichen jedoch anhand von Attributen ein Rollenbild zu zeichnen, welches von der Gesellschaft erwartet wird. MARKUS GMÜR hat hierzu 2004 eine Studie durchgeführt und Attribute erhoben, welche eine Führungskraft nach Ansichten der Mitarbeiter vorweisen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Mangel an Schulleitungspersonal und den Wandel des Berufsbildes von der klassischen Lehrkraft hin zur modernen Führungskraft.
2. Eine systematische Betrachtungsweise des Rollenwechsels zur Schulleitung: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen durch die Rollentheorie nach Goffman und Dahrendorf sowie die Systemtheorie nach Luhmann.
3. Herausforderungen, Chancen und Veränderungen des Rollenwechsels zur Schulleitung - Das sagt die Forschung: Hier werden bestehende Forschungsansätze zum Rollenbild und den Anforderungen an Schulleitungen kritisch diskutiert.
4. Empirische Erhebung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise (Interviews und Dokumentarische Methode) sowie die Datenauswertung für die verschiedenen Probandentypen.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf notwendige strukturelle Änderungen im Bildungssystem zur Unterstützung des Rollenwechsels.
Schlüsselwörter
Schulleitung, Rollenwechsel, Rollentheorie, Systemtheorie, Lehrer, Führungskraft, Schulentwicklung, Rollenkonflikt, Leitungsfunktion, Bildungsmanagement, Qualifizierung, Reflexion, Dokumentarische Methode, Lehrerberuf, Profession
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Anforderungen, denen Lehrkräfte bei einem Wechsel in eine Schulleitungsfunktion begegnen, und beleuchtet diesen Übergang theoretisch sowie empirisch.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Rollen- und Systemtheorie, die Analyse von Rollenkonflikten in Führungspositionen sowie die Untersuchung von Unterstützungsinstrumenten für angehende Schulleitungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Rollenwechsel vom "Geführten zum Führenden" besser zu verstehen und auf Basis der empirischen Ergebnisse Empfehlungen für eine bessere Begleitung dieses Prozesses zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die dokumentarische Methode zur Auswertung qualitativer Experten- und Leitfadeninterviews mit verschiedenen Akteuren im Schulsystem.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen dargelegt und empirische Daten zu unterschiedlichen Probandentypen (Schulwechsler, Nicht-Wechsler, Verwaltungsperspektive) analysiert und interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schulleitung, Rollenwechsel, Rollentheorie, Systemtheorie, Führungskraft und Schulentwicklung stehen im Zentrum der Untersuchung.
Wie unterscheidet sich der Typus "Schulwechsler" von "Nicht-Wechslern"?
Der Schulwechsler wechselt die Stammschule für die neue Leitungsfunktion, während der Nicht-Wechsler in der bekannten Umgebung bleibt und bereits als Kollege bzw. Mitglied des mittleren Managements bekannt war.
Warum wird Coaching als wesentliches Instrument hervorgehoben?
Die Interviews zeigen, dass Coaching als Instrument zur Selbstreflexion und zur professionellen Bewältigung von systemisch bedingten Rollenkonflikten von den Probanden als besonders hilfreich wahrgenommen wird.
- Quote paper
- Thomas Odemer (Author), 2019, Vom Geführten zum Führenden. Der Rollenwechsel einer Lehrkraft hin zur Führungskraft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538777