Ptolemaios XIII. Umfeld und politisches Handeln


Hausarbeit, 2017
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Herkunft von Ptolemaios dem 13.

3. Ptolemaios und seine Begleiter
3.1. Der Eunuch Potheinos
3.2. Der Achillas

4. Kleopatra VII.
4.1. Der Beginn ihrer Amtszeit
4.2. Die Vertreibung aus Ägypten

5. Pompeius und das Ptolemäerreich
5.1. Der Beginn einer Freundschaft
5.2. Pompeius Tod

6. Die Ankunft Caesars
6.1. Die Rückkehr Kleopatras VII. auf den Thron
6.2. Der Alexandrinische Krieg

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Die Ihnen vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem 13. Ptolemäer, seinem Umfeld und seinem politischen Handeln auseinander.

Nach dem Tod von Ptolemaios XII. war Ptolemaios XIII. gerade erst 10 Jahre jung. Auf Grund dessen, dass er in solch jungem Alter an die ägyptische Machtspitze gelangte, war sein Verständnis für Politik noch nicht all zu groß. Deshalb stellte man ihm Vormünder an die Seite, auf die ich im zweiten Teil meiner Arbeit genauer eingehen werde. Die Vorstellung dieser Personen ist für das Verständnis der weiteren beschriebenen Handlungen essenziell. Der dritte Abschnitt befasst sich mit dem Machtkampf zwischen Ptolemaios und seiner größten Widersacherin Kleopatra VII. In den letzten beiden Teilen dieser Arbeit geht es um Pompeius und seinen größten Kontrahenten Gaius Julius Caesar. Diese Kapitel, vor allem das von „Pompeius und das Ptolemäer Reich“, sollen zugleich den Wendepunkt in Ptolemaios Leben darstellen. Auf Grund seines kurzen Lebens wurde es mir ermöglicht alle wichtigen Ereignisse in seiner Schaffenszeit zu erfassen und in dieser Arbeit darzustellen. Allerdings befassen sich die anschließenden Seiten weder mit dem Einfluss Kleopatra VII. auf Pompeius, noch mit dem angeblichen Liebesdrama zwischen Gaius Julius Caesar und Kleopatra VII. Es wird einen kleinen Abriss in den römischen Bürgerkrieg geben, jedoch nur in Bezug auf die essentiellen Ereignisse, die die hier beschriebene Person Ptolemaios XIII. betreffen. Da der 13. Ptolemäer nicht allzu bekannt und anscheinend auch interessant war, findet man in antiken Quellen nur sehr wenig über sein Dasein. Allein in Bezug auf Pompeius und Caesar lassen sich einige Dinge durch die antiken Schriftsteller Plutarch und Appian herausfinden. Dementsprechend bietet die neuartige Forschungsliteratur einen größeren Überblick über Ptolemaios sein Schaffen vor dem Zusammenstoß mit den großen römischen Persönlichkeiten, so beispielsweise Heinz Heinen mit seinen Kleopatra – Studien, die vereinzelt auch auf Primärquellen zurückgreifen oder Günther Hölbl mit „Geschichte des Ptolemäerreiches“. Ab der Zeit von Caesars Ankunft in Ägypten, dienen vor allem sein eigenes Schaffenswerk, das Bellum Civil, und das Bellum Alexandrinum als herausragende Informationsquellen.

2. Die Herkunft von Ptolemaios dem 13.

Ptolemaios der 13. ist circa 61 vor Christus in Ägypten geboren. Während von seinem Vater, dessen ältester Sohn er war, relativ viel Literatur existiert, ist über seine Mutter so gut wie gar nichts bekannt. Sein Vater war Ptolemaios der XII. Neos Dionysos Auteles von Ägypten, welcher 51 vor Christus eines natürlichen Todes starb. Ptolemaios XIII. hatte einen Bruder, Ptolemaios XIV. und zwei Schwestern, Arsinoe IV. und die allseits bekannte Kleopatra VII. Laut dem Testament von Ptolemaios XII. sollte es zwischen Kleopatra VII. und Ptolemaios XIII. zu einer Geschwisterhochzeit kommen. Ob diese nach ptolemäischen Usus stattgefunden hat, ist jedoch fraglich.1 Genauso umstritten ist die Todesursache von Ptolemaios. Eindeutig bekannt ist nur, dass er 48/47 vor Christus im Alexandrinischen Krieg gegen Caesar gefallen ist.

3. Ptolemaios und seine Begleiter

3.1. Der Eunuch Potheinos

2 Potheinos war sowohl der Erzieher (nutricius 3 ) von Ptolemaios XIII., als auch der bedeutendste und einflussreichste Minister, genau genommen das Amt des Dioiketen ab 48 vor Christus4. Nach dem Tod von Ptolemaios XII. Neos Dionysos um 51 v.Chr. übernahm er die Vormundschaft für Ptolemaios XIII. Seine Aufgaben waren die Kontrolle über die allgemeine Verwaltung und zeitweise auch über die Finanzen. Von Beginn an war er ein großer Widersacher Kleopatras und hegte große Ablehnung gegenüber der römischen Präsenz.5 Dementsprechend war Potheinos kein Befürworter von Caesars Versöhnungspolitik zwischen Kleopatra VII. und Ptolemaios XIII. Er versuchte Caesar, während seiner Zeit in Alexandria, stets zur Abreise zu drängen. Nachdem der Eunuch den Alexandrinischen Krieg ausgelöst hatte und Caesar ihm auf die Schliche gekommen war, ließ er Potheinos 48 v.Chr. hinrichten. Da es eigentlich nur römische Quellen zur Sachlage über Potheions gibt, wird häufig sehr negativ über ihn berichtet. Dies kommt vor allem durch sein Handeln, das oft als hinterhältig beschrieben wird, gegenüber großen Persönlichkeiten wie Caesar oder Pompeius. Jedoch kann man die Entscheidungen des Potheinos gut nachvollziehen. Er wollte einerseits die Interessen seines Landes vertreten und andererseits Ägypten nicht in den Machtkampf von Rom hineinziehen.

3.2. Der Achillas

Achillas war der zweite große Begleiter des 13. Ptolemäers und gilt in mancher Literatur, ebenso wie Potheinos, als Vormund für den jungen König.6 Laut Caesar war er der praefectus regius, sprich der Oberbefehlshaber der Truppen. Über seinen genauen Rang ist jedoch nichts bekannt. Wie Potheinos war auch er ein Gegner von Kleopatra.7 So kam es auch dazu, dass er am Tod des Pompeius8 eine tragende Rolle spielte, dazu jedoch in Kapitel 5.1 „Pompeius Tod“ mehr. Im Alexandrinischen Krieg führte er auf Befehl des Potheinos das Heer gegen Caesar an. Nachdem Arsinoe, Kleopatras Schwester, und der Eunuch Ganymedes zu seinem Heer geflüchtet waren, verlor er nach einiger Zeit das Oberkommando an diese beiden und wurde exekutiert.9

4. Kleopatra VII.

4.1. Der Beginn ihrer Amtszeit

Neos Dionysos hatte seine Thronfolge zwar testamentarisch geregelt, vertraute dem Inkrafttreten jedoch nicht vollends. Deshalb nahm er Kleopatra VII. im Jahr 51 in die Mitherrschaft auf.10 Das zeigt sich auch daran, dass Kleopatras erstes Regierungsjahr nicht als ihr erstes, sondern als dreißigstes Regierungsjahr gezählt wurde. Bei ihrem Amtseintritt war sie gerade 18 Jahre jung und erhielt den Titel Thea Philopator. Mit diesem Beinamen proklamierte Kleopatra die Fortführung der Regierung und Politik ihres Vaters.11 Viele Forscher nehmen an, dass sie in den ersten 18 Monaten, im Gegensatz zur testamentarischen Grundlage, alleine regierte. Diese Annahme wird auch durch das Präskript zur neuen Inthronisierung Buchisstier bestätigt, in dem Kleopatra allein genannt wird.12 Dies änderte sich jedoch im Herbst 50 vor Christus.

4.2. Die Vertreibung aus Ägypten

Im Jahr 50 vor Christus gewannen Ptolemaios XIII. und seine Vormünder an Macht und waren Kleopatra demzufolge überlegen. Deutlich wird dies durch die neuen Datierungen in den Dokumenten. Dort wird er indirekt als regierender König benannt. So erschien sein Regierungsjahr in Dokumenten vor dem seiner Schwester: „das erste Jahr, was auch das dritte ist“.13 Dennoch regierte das Geschwisterpaar für eine kurze Dauer gemeinsam. Die Tatsache der gemeinsamen Herrschaft lässt sich vor allem durch ein Ereignis bestätigen, die Ankunft von Cnaeus Pompeius. Er war der Sohn von Magnus Pompeius und ersuchte das Königspaar von Ägypten um Unterstützung. Sein Vater befand sich im Bürgerkrieg mit Caesar. Da Ptolemaios XII. primär durch die Bemühung von Magnus Pompeius auf den Thron gelangte, war die Hilfe des Geschwisterpaares gewiss. Ein weiterer Grund war das bei Alexandria stationierte „römische“ Heer der Gabinianer, welches aus Germanen und Galliern bestand.14 Ptolemaios XIII. und Kleopatra stellten Pompeius etwa 60 Schiffe mit Geld, Proviant und 500 Gabinianer zur Verfügung.15 Im selben Jahr 49 vor Christus wurde Kleopatra dennoch vollkommen von der Herrschaft ausgeschlossen. Der pompeianische Senat in Thessaloniki erkannte Ptolemaios zudem als alleinigen Herrscher Ägyptens an16 und missachtete somit das Testament von Neos Dionysos Auteles.

Aufgrund dessen, dass Kleopatra ihre ganze Macht an der Regierung verloren hatte, floh sie zunächst nach Thebais in Oberägypten. Dort war sie jedoch auch nicht völlig sicher, weshalb sie kurz vor Caesars Ankunft Ägypten gänzlich Richtung Syrien verlassen musste.17 In Syrien scharte sie ein neues Heer aus Söldnern um sich und hoffte ihre Herrschaft wieder gewinnen zu können.18

5. Pompeius und das Ptolemäerreich

5.1. Der Beginn einer Freundschaft

19 Die Beziehung zwischen Pompeius Magnus und den Ptolemäern geht allem Anschein nach bis in das Jahr 64 vor Christus zurück. Ptolemaios XII. brachte Pompeius zunächst viele persönliche Geschenke und folgend auch Proviant für dessen militärische Truppen. So begann eine hospitium zwischen diesen beiden. Diese Freundschaft war sicherlich auch maßgeblich daran beteiligt, dass Caesar im Jahr 59 vor Christus, seinem ersten Konsulatsjahr, die Anerkennung Neos Dionysos Auteles als König von Ägypten durch setzte. Im Jahr 57 vor Christus wurde er allerdings aus Ägypten vertrieben und suchte in Rom Zuflucht. Diese fand er auch in der Albaner Villa von seinem Freund Pompeius. Er verhalf ihm im Jahre 55 vor Christus zu dem Prokonsul von Syrien, A. Gabinius, welcher bereit dafür war, Ptolemaios XII. den Weg zurück auf den Thron von Ägypten zu ebnen. Die römischen Truppen erzwangen die Wiederherstellung der Regierungsmacht von Neos Dionysos und schützen ihn vor den Einwohnern Alexandrias. So gelangte also das in Kapitel 4.2 „Die Vertreibung aus Ägypten“ erwähnte „römische Heer“ (Gabinianer) nach Ägypten, welches sie auch nie wieder verlassen sollten.

Trotz dessen die beiden Freunde nun geografisch getrennt waren, hielt ihre amicitia fortlaufend an. Bereits vor dem Tod von Auteles hatte dieser veranlasst, dass sein Bündnispartner Rom für die akkurate Ausführung seines Testaments zu sorgen hatte. Dementsprechend sandte er das Testament nach Rom, wo Pompeius es anfänglich aufbewahrte. Durch die hospitium gilt Pompeius für einige Autoren auch als patronus für das Herrschergeschlecht der Ptolemäer. Wie so viele Dinge in der Antike, ist auch dieses Bündnis erblich. Dementsprechend gehen Lukan und Seneca beispielsweise davon aus, dass Pompeius auch eine Art Vormundschaftsverhältnis zu Ptolemaios XIII. hatte.20 Umso interessanter ist die Entwicklung beziehungsweise der traurige Höhepunkt dieses Verhältnisses, um den es im nächsten Kapitel gehen soll.

[...]


1 Vgl. Hölbl (1994), 205.

2 Vgl. Clauss (1995); 25, 30.

3 Siehe Caes.bell.civ. III 108, 1. / vgl. auch Caes.bell.civ. III 112,12.

4 Vgl. Heinen (2009), 46.

5 Vgl. Hölbl (1994), 210.

6 Vgl. App.bell.civ. II 84.

7 Vgl. Heinen (2009), 48.

8 Vgl. Hölbl (1994), 207.

9 Siehe Caes.bell.civ. III 112, 11f.; Cassius Dio XLII 39f.

10 Vgl. Huß (2001), 705.

11 Vgl. Hölbl (1994), 205.

12 Vgl. Heinen (2009), 37-38.

13 Vgl. Huß (2001), 707.

14 Vgl. Clauss (1995), 25.

15 Vgl. App.civ. II, 49.

16 Vgl. Lucan. V, 58-64.

17 Vgl. Caes.bell.civ. III, 103.

18 Vgl. App.civ. II, 84.

19 Vgl. Heinen (2009), 26 ff.

20 Ebenda, 27.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ptolemaios XIII. Umfeld und politisches Handeln
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V538779
ISBN (eBook)
9783346135988
ISBN (Buch)
9783346135995
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ptolemaios, Pompeius Tod
Arbeit zitieren
Edwin Jansig (Autor), 2017, Ptolemaios XIII. Umfeld und politisches Handeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/538779

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