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Frauen und Kriminalität. Sozialwissenschaftliche Erklärungsmodelle zur geschlechtsspezifischen Delinquenz

Title: Frauen und Kriminalität. Sozialwissenschaftliche Erklärungsmodelle zur geschlechtsspezifischen Delinquenz

Term Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Päd. Alexander Geldmacher (Author)

Sociology - Relationships and Family
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„Petra wird 1982 in N. geboren und ist seit zwei Jahren wegen dreifachen Raubes und versuchten Mordes in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta inhaftiert.“ Die Ursachen für ihre Taten lassen sich nicht klar erschließen, aber Faktoren kann man in ihrer Vergangenheit viele finden. Vielleicht lag es nicht an einzelnen Aspekten wie Gewalt in der Familie (bedingt durch die langjährige Arbeitslosigkeit des Vaters und die damit verbundene Unzufriedenheit), dem Verlust eines Elternteils (denn sie lebt seit der achten Lebenswoche bei ihrem heute sechzigjährigen Vater. Ihre Mutter hat sie nie kennengelernt) und dem Verzicht von sozialen Kontakten (da dieser vom Vater durch Einsperren unterbunden wurde), sondern an der Summe aller an ihr verübten Gewalttaten, die sie in ihrem jungen Leben erleiden musste. Dies ist kein Einzelfall in unserer Gesellschaft, denn immer mehr Frauen erleiden ähnliche Schicksale, was an der Kriminalitätsstatistik zu erkennen ist, denn diese besagt „dass in den letzten Jahren die Zahl der weiblichen Tatverdächtigen deutlich angestiegen ist.“ Die Fragen die an dieser Stelle auftauchen lauten:

1. Was ist Frauenkriminalität überhaupt und wie kann man dieses Problem wissenschaftlich erschließen?

2. Was sind die Ursachen für den Anstieg der frauenkriminalistischen Kennwerte?

Gegenstand dieser Arbeit ist das Problem der Frauenkriminalität im Kontext von Kriminalitätstheorien. Dabei wird die Staatszugehörigkeit nicht betrachtet, vielmehr das Phänomen der weiblichen Kriminalität als Ganzes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema

2. Der Begriff der Kriminalität

3. Geschlechtsspezifische Kriminalitätszahlen

3.1 von Männern am häufigsten begangenen Straftaten

3.2 von Frauen am häufigsten begangene Straftaten

3.3 Erklärung der prozentualen Unterschiede

3.4 Das Dunkelfeld Frauenkriminalität

4. Frauen und Kriminalität

4.1 Biologische Erklärungsansätze

4.2 Mikrosoziologische Theorien

4.3 Makrosoziologische Theorien

4.4 Der Labeling-approach

4.5 Anthropologische Erklärungsansätze

5. Kriminalitätsbestimmende Faktoren

5.1 Gesellschaftliche Rolle der Frau

5.2 Alter

5.3 Bildung

6. Ausblick und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Frauenkriminalität im Kontext soziologischer Kriminalitätstheorien, um Ursachen für die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Delinquenz zu identifizieren. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse statistischer Kennwerte sowie der kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Erklärungsmodellen, um die Rolle gesellschaftlicher Faktoren bei weiblichem abweichendem Verhalten zu beleuchten.

  • Analyse geschlechtsspezifischer Kriminalitätsstatistiken und der Dunkelfeldproblematik.
  • Untersuchung biologischer, mikrosoziologischer und makrosoziologischer Erklärungsansätze.
  • Einfluss der gesellschaftlichen Rolle der Frau auf das Deliktverhalten.
  • Bedeutung von Alter und Bildungsstand als determinierende Faktoren.
  • Kritische Reflexion über die Veränderung der weiblichen Kriminalitätslandschaft.

Auszug aus dem Buch

3.4 Das Dunkelfeld Frauenkriminalität

Wie bereits gesagt ist nur jeder fünfte oder gar sechste nachgewiesene und verurteilte Straftäter eine Frau. Diese Zahl verweist auf eine Problematik, die auch in der Literatur intensiv diskutiert wird. Es handelt sich hierbei um das „Dunkelfeld“ oder die „Dunkelziffer“, die im Kontext von Frauenkriminalität einen besonderen Stellenwert einnimmt. In der Literatur wird der Begriff des Dunkelfeldes verschieden betrachtet. So versteht man unter der Dunkelziffer folgend definierte Sachverhalte:

a) der Teil der Straftaten, die der Polizei nicht bekannt werden

b) die Summe der Delikte, die zwar den Strafverfolgungsbehörden bekannt werden, bei denen der Täter aber unbekannt bleibt

c) die Summe jener Delikte die zwar den Strafverfolgungsbehörden bekannt werden, bei denen aber aus irgendwelchen Gründen (Ritterlichkeitsthese) der Täter nicht abgeurteilt werden kann

d) die Summe jener Delikte, die bei den Strafverfolgungsbehörden zwar bekannt werden, bei denen aber der (vermutliche) Täter in der Hauptverhandlung nicht überführt werden kann

e) die Anzahl der tatsächlich begangenen aber nicht abgeurteilten Straftaten (am weitesten gefasste Definition)

Aus der Existenz des Dunkelfeldes, über das intensivste Forschung betrieben wird, heraus muss man schließen, dass die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik lediglich Indikator für die Gesamtkriminalität ist, was bedingt durch Faktoren wie Anzeigebereitschaft der Bevölkerung, die Verfolgungsintensität der staatlichen Behörden und Möglichkeit der Deliktverheimlichung zusätzlich verzerrt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die Problematik anhand eines Fallbeispiels, die statistische Relevanz steigender weiblicher Tatverdächtiger und Definition des Forschungsziels.

2. Der Begriff der Kriminalität: Theoretische Herleitung und Abgrenzung des Kriminalitätsbegriffs durch verschiedene Ansätze und dessen juristische Orientierung.

3. Geschlechtsspezifische Kriminalitätszahlen: Darstellung quantitativer Daten zu Massendelikten, Differenzierung nach Geschlecht sowie Analyse der Dunkelzifferproblematik.

4. Frauen und Kriminalität: Systematische Gegenüberstellung biologischer, mikrosoziologischer und makrosoziologischer Erklärungsmodelle zur Entstehung weiblicher Delinquenz.

5. Kriminalitätsbestimmende Faktoren: Untersuchung des Einflusses spezifischer Variablen wie Geschlechterrollen, Alter und Bildungsniveau auf die Kriminalitätsbelastung von Frauen.

6. Ausblick und Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und die Reflektion über die gesellschaftliche Wahrnehmung von Kriminalität.

Schlüsselwörter

Frauenkriminalität, Soziologie, Kriminalitätstheorien, Delinquenz, Dunkelfeld, Kriminalitätsstatistik, Geschlechterrolle, Sozialisation, White-Collar-Kriminalität, Anomietheorie, Labeling-Approach, Kriminalisierung, abweichendes Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Untersuchung von Frauenkriminalität und den verschiedenen wissenschaftlichen Erklärungsmodellen, die versuchen, geschlechtsspezifische Unterschiede in der Delinquenz zu begründen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die statistische Erfassung von Frauenkriminalität, die theoretische Einordnung in kriminologische Ansätze sowie die Analyse gesellschaftlicher Faktoren wie Rollenbilder, Alter und Bildung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Phänomen weiblicher Kriminalität in den Kontext etablierter Kriminalitätstheorien zu setzen und aufzuzeigen, warum Frauen seltener oder anders straffällig werden als Männer.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung statistischer Daten aus Polizeiberichten und anderen kriminologischen Studien, um ein umfassendes Bild der aktuellen Forschungslage zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme, eine detaillierte Diskussion verschiedener theoretischer Erklärungsmodelle (biologisch, mikro- und makrosoziologisch) und eine Untersuchung relevanter Einflussfaktoren auf die weibliche Delinquenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Frauenkriminalität, Soziologie, Dunkelfeld, Geschlechterrolle und kriminologische Erklärungsmodelle definieren.

Warum ist das "Dunkelfeld" bei der Frauenkriminalität besonders relevant?

Das Dunkelfeld ist entscheidend, da viele von Frauen begangene Delikte (oft sogenannte "weiche" Delikte) seltener zur Anzeige gebracht werden oder unentdeckt bleiben, was die offizielle Statistik als alleinige Datenbasis problematisch macht.

Welche Rolle spielt die "Rollensozialisation" der Frau?

Die traditionelle Rollenzuweisung der Frau auf den häuslichen Bereich hat historisch gesehen den Zugang zu kriminellen Handlungen (z.B. den Umgang mit Werkzeugen für Einbrüche) erschwert, was die Unterschiede in der Kriminalitätsstatistik maßgeblich beeinflusst.

Wie bewertet der Autor biologische Erklärungsansätze?

Der Autor stuft biologische Erklärungsansätze als größtenteils überholt oder wissenschaftlich nicht belegbar ein, da sie das komplexe soziale System, das zu Delinquenz führt, nicht hinreichend erfassen können.

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Details

Title
Frauen und Kriminalität. Sozialwissenschaftliche Erklärungsmodelle zur geschlechtsspezifischen Delinquenz
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Einführung in die Kriminalsoziologie
Grade
2,0
Author
Dipl.-Päd. Alexander Geldmacher (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V53898
ISBN (eBook)
9783638492225
ISBN (Book)
9783638662925
Language
German
Tags
Frauen Kriminalität Sozialwissenschaftliche Erklärungsmodelle Delinquenz Einführung Kriminalsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Päd. Alexander Geldmacher (Author), 2004, Frauen und Kriminalität. Sozialwissenschaftliche Erklärungsmodelle zur geschlechtsspezifischen Delinquenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53898
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