Diese Hausarbeit verschafft dem Leser einen Gesamtüberblick über die finanzielle Lage des deutschen Gesundheitssystems und legt ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der GKV in den Jahren 1990 - 2012. Das Hauptaugenmerk richtet sich demzufolge auf die Ausgabenstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung, da diese einen sehr starken Einfluss auf das gesamte deutsche Gesundheitssystem haben kann, wie es in der Vergangenheit oft genug beobachtet werden konnte. Anfangs werden Bedeutung und Zuständigkeit der GKV und des GKV-Spitzenverbandes mit Hilfe von Gesetzestexten erläutert. Somit wird für den Leser eine solide Basis geschaffen, um das Kommende nachvollziehen zu können. Die Kostenexplosion der letzten Jahre wird anhand von Statistiken analysiert und anschließend medizin-ökonomische Bezüge zu deren Einflussfaktoren hergestellt. Es werden stets die Einnahmen und Ausgaben des besagten Jahres gegenübergestellt und verglichen. Desweiteren werden die kostenverursachenden Gründe der demographischen Entwicklung unter die Lupe genommen. Dazu zählen Einflussfaktoren wie die steigende Lebenserwartung, eine konstant niedrige Geburtenrate und der Wandersaldo. Anschließend wird all dies in Beziehung zur deutschen Volkswirtschaft gesetzt. Die Höhe der gesamten Ausgaben des Gesundheitssystems wird in Relation zum BIP gesetzt und bewertet. Schlussendlich wird auf allen zugrundeliegenden Informationen und den zuvor analysierten Daten die volkswirtschaftliche Bedeutung konkretisiert.
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist in Deutschland, neben der Arbeitslosen-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung, ein wichtiger Bestandteil unseres Sozialversicherungssystems. Sie ist ebenfalls eine bedeutende, einflussreiche Säule des deutschen Gesundheitssystems. Alle Arbeitnehmer und diverse weitere Staatsbürger sind verpflichtet, Mitglied in dieser Versicherung zu sein. Demnach sind in der GKV rund 90 % der deutschen Bevölkerung versichert und genießen Leistungsansprüche, um ihre Gesundheit weitgehend zu erhalten und im Krankheitsfall wiederherzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Abstract
1.1 Der wissenschaftliche Nutzen der Hauarbeit
1.2 Wahl der Themenfelder
2 Die GKV und der GKV-Spitzenverband
2.1 GKV – Was ist das?
2.2 Aufgaben und Zuständigkeit der GKV
2.3 Abgrenzung des GKV-Spitzenverbandes
3 Kostenentstehung und statistische Auswertung von Einnahmen und Ausgaben
3.1 Kostenentstehung in der GKV
3.2 Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben anhand statistischer Daten
3.2.1 Einnahmen und Ausgaben von 1990 bis 2009
3.2.2 Erläuterung der Einnahmen und Ausgaben von 2009 – 2012
3.3 Prognose für die Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2013
4 Kostenverursachende Gründe der demographischen Entwicklung
4.1 Die demographische Herausforderung
4.1.1 Steigende Lebenserwartung der Bevölkerung
4.1.2 Die konstant niedrige Geburtenrate
4.1.3 Der Wandersaldo und dessen Auswirkung
5 Die volkswirtschaftliche Bedeutung
5.1 Ökonomischer Stellenwert des Gesundheitssystems
5.2 Anteil des Gesundheitssystems am BIP
6 Lösungsansatz in wissenschaftlicher Eigenarbeit
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die finanzielle Entwicklung des deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystems (GKV) im Zeitraum von 1990 bis 2012, um die Ursachen für die Kostensteigerungen zu identifizieren und deren volkswirtschaftliche Tragweite zu bewerten. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwieweit demographische Faktoren und strukturelle Rahmenbedingungen das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben beeinflussen.
- Strukturelle Analyse von Einnahmen und Ausgaben der GKV seit 1990
- Einfluss des demographischen Wandels auf die Kostenstruktur
- Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssystems und dessen BIP-Anteil
- Evaluation der Rolle von Gesundheitsfonds und Morbi-RSA
- Diskussion potenzieller Reformansätze zur langfristigen Sicherung der Finanzierbarkeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Kostenentstehung in der GKV
Die größten Kostentreiber in der GKV sind, neben der demographischen Entwicklung, der medizinisch technische Fortschritt und die ansteigende Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung. Um die Kostenentwicklung der GKV nachvollziehen zu können, muss erst einmal das grundlegende System, das Solidaritätsprinzip, verstanden sein. Ein prägendes Kennzeichen der GKV ist das Solidaritätsprinzip.
Nach diesem Prinzip verhält es sich so, dass jeder Versicherte einen Anspruch auf medizinische Leistungen hat, unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge. Das bedeutet wiederum, dass der gesetzliche Krankenversicherte nach seinem Bedarf Leistungen erhält und im Gegenzug entsprechend seiner finanziellen Leistungskraft prozentuale Beiträge von seinem Bruttogehalt Monat für Monat zahlt. In diesem auch so genannten Umlageverfahren wird davon ausgegangen, dass die Einnahmen gegenüber den Ausgaben über einen langen Zeitraum konstant bleiben.
Das Problem, verursacht durch die demographische Entwicklung, ist, dass in Zukunft eine immer kleiner werdende Anzahl von Beitragszahlern, eine immer größer werdende Gruppe Rentner mitfinanzieren muss. Im Jahr 1999 betrug der prozentuale Anteil der Rentner in der GKV noch 29.9%, im Jahr 2009 waren es 30.2%. In Zahlen ausgedrückt waren 1999 schon 15.26 Mio. Mitglieder im Ruhestand und 2009 ganze 20 Mio. Insgesamt stieg im Vergleichszeitraum die Mitgliederzahl von 50.92 Mio. auf 51.08 Mio. an. Man fürchtet somit um die Haupteinnahmequelle, in Form von Beiträgen.
Der wachsende Anteil von Rentnern in der GKV bringt ein weiteres kostentreibendes Problem mit sich. Die Gesundheitsausgaben für einen sechzig jährigen sind mehr als doppelt so hoch, als bei einen zwanzig Jährigen. Daraus resultieren, in Folge der Altersstrukturentwicklung, hohe Ausgaben für die Versorgung der Versicherten.
Zusammenfassung der Kapitel
Abstract: Einführung in die Thematik der finanziellen Lage des deutschen Gesundheitssystems und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
Die GKV und der GKV-Spitzenverband: Definition der GKV als Teil des Sozialversicherungssystems sowie Darstellung der Aufgaben und Abgrenzung des GKV-Spitzenverbandes.
Kostenentstehung und statistische Auswertung von Einnahmen und Ausgaben: Analyse der Kostentreiber in der GKV sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der statistischen Daten zur Einnahmen- und Ausgabenentwicklung von 1990 bis 2013.
Kostenverursachende Gründe der demographischen Entwicklung: Untersuchung des demographischen Wandels als zentralen Kostenfaktor, unterteilt in Lebenserwartung, Geburtenrate und Wanderungssaldo.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung: Einordnung des Gesundheitssystems in die Gesamtwirtschaft anhand des Anteils am Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Lösungsansatz in wissenschaftlicher Eigenarbeit: Vorstellung eines theoretischen Reformmodells zur finanziellen Stabilisierung der GKV durch risikobasierte Zusatzversicherungen.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit politischer Weichenstellungen zur Qualitätssicherung.
Schlüsselwörter
GKV, Gesundheitssystem, Kostenentstehung, Einnahmen, Ausgaben, Solidaritätsprinzip, Demographischer Wandel, BIP, Gesundheitsfonds, Morbi-RSA, Reformansatz, Gesundheitsökonomie, Kostenstruktur, Finanzierbarkeit, Sozialversicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland zwischen 1990 und 2012 und deren Auswirkungen auf die Volkswirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Kostenstruktur der GKV, die Auswirkungen des demographischen Wandels, die Rolle des GKV-Spitzenverbandes sowie die Einordnung des Gesundheitssystems als wirtschaftlichen Sektor.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Komplexität der Kostensteigerungen in der GKV transparent zu machen und zu untersuchen, wie diese die volkswirtschaftliche Stabilität beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Hausarbeit, die auf Basis von statistischen Daten (KZBV-Jahrbücher, amtliche Statistiken), Gesetzestexten (SGB V) und gesundheitsökonomischen Theorien argumentiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der statistischen Auswertung der Einnahmen und Ausgaben, den demographischen Kostentreibern sowie der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Sektors.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Solidaritätsprinzip, Kostenexplosion, Demographischer Wandel, BIP-Anteil und Gesundheitsreform geprägt.
Wie wirkt sich die demographische Entwicklung konkret auf die GKV aus?
Die Kombination aus steigender Lebenserwartung, niedriger Geburtenrate und wachsendem Rentneranteil führt zu einem Ungleichgewicht zwischen einer abnehmenden Anzahl Beitragszahler und steigenden Gesundheitskosten pro Kopf.
Welcher Lösungsansatz wird in der Arbeit diskutiert?
Der Autor schlägt ein Modell vor, bei dem durch die Einführung von Zusatzversicherungen in vier Risikoklassen eine Differenzierung nach dem persönlichen Gesundheitszustand vorgenommen wird, um die Einnahmen der Krankenkassen zu stärken.
- Citar trabajo
- Philipp Schiffer (Autor), 2013, Die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der GKV zwischen 1990 und 2012 und deren volkswirtschaftliche Bedeutung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539034