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Die Konzeption des unglücklichen Bewusstseins in Georg Wilhelm Friedrich Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Title: Die Konzeption des unglücklichen Bewusstseins in Georg Wilhelm Friedrich Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Master's Thesis , 2019 , 78 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ercan Coskun (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit befasst sich mit dem "unglücklichen Bewusstsein" als einer von mehreren Bewusstseinsgestalten in Georg Wilhelm Friedrich Hegels "Phänomenologie des Geistes".

Sie unternimmt dies im Rahmen einer Struktur wie auch einer Vollzugsanalyse. Die Figur des unglücklichen Bewusstseins stellt sich bekanntlich in einer Entzweiung dar: Es ist sowohl allgemeines als auch einzelnes Bewusstsein in einer Selbstbewusstseinseinheit. Die Relation dieser zwei entgegengesetzten Komponenten des Selbstbewusstseins konstituiert näherhin ein Herr-Knecht-Verhältnis, indem das eine – das Einzelne – dem anderen – dem Allgemeinen – unterjocht, die Entgegensetzung der beiden in dieser Koexistenz jedoch nicht aufgehoben, sondern vielmehr befestigt wird.

All diesen Merkmalen nach weist das unglückliche Bewusstsein, wie in dieser Abhandlung vertreten wird, auf zwei Konzeptionen in früheren Abhandlungen Hegels hin: zum einen auf den Mittelbegriff in Hegels Jenaer Logik aus den Jahren 1804/05, zum anderen auf das kantische Sittensubjekt, wie dieses in Hegels Frankfurter Religionsschriften behandelt worden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Phänomenologie des Geistes

2.1 Spielregeln

2.2 Das Bewusstsein als die sinnliche Gewissheit

2.3 Selbstbewusstsein als Begierde

2.4 Genese des unglücklichen Bewusstseins

3 Die Struktur des unglücklichen Bewusstseins

3.1 Das Verhältnis des Denkens im Jenenser Logikentwurf von 1804/05

3.1.1 Begriff

3.1.2 Urteil

3.1.3 Schluss

3.1.4 Analogie zwischen Logikformen und Bewusstseinsgestalten

3.2 Zerrissenheit des kantischen Sittensubjekts

4 Das Hervortreten des Unwandelbaren

5 Die Religiosität des unglücklichen Bewusstseins

5.1 Der knechtische Geist des Judentums

5.2 Jesus als Wesenseinheit

6 Das Verhältnis zu dem „gestalteten Unwandelbaren“

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Figur des ,unglücklichen Bewusstseins‘ in Hegels Phänomenologie des Geistes durch eine detaillierte Struktur- und Vollzugsanalyse, um dessen innere Zerrissenheit und dessen Relation zum Unwandelbaren aufzuzeigen.

  • Strukturanalyse des unglücklichen Bewusstseins in Korrelation zur Logik von 1804/05
  • Vergleich der Zerrissenheit des Bewusstseins mit dem kantischen Sittensubjekt
  • Untersuchung des Wissensvollzugs und des Hervortretens des Unwandelbaren
  • Religionsphilosophische Deutung des Übergangs vom jüdischen Geist zum Christentum

Auszug aus dem Buch

Die Konzeption des unglücklichen Bewusstseins in Hegels Phänomenologie des Geistes

Sie ist also selbst zu fragen: Was ist das Diese? Nehmen wir es in der gedoppelten Gestalt seines Seyns, als das Itzt, und als das Hier, so wird die Dialektik, die es an ihm hat, eine so verständliche Form erhalten, als es selbst ist. Auf die Frage: was ist das Itzt? antworten wir also zum Beyspiel: Das Itzt ist die Nacht. Um die Wahrheit dieser sinnlichen Gewißheit zu prüffen, ist ein einfacher Versuch hinreichend. Wir schreiben diese Wahrheit auf; eine Wahrheit kann durch Aufschreiben nicht verlieren; eben so wenig dadurch, daß wir sie aufbewahren. Sehen wir Itzt, diesen Mittag, die aufgeschriebene Wahrheit wieder an, so werden wir sagen müssen, daß sie schaal geworden ist.

Was will die sinnliche Gewissheit? Sie will die ontologische Präsenz des Seienden oder sein reines Sein nachweisen. Diese Gegenwärtigkeit stellt sich, wie Hegel zeigt, in einer „gedoppelten Gestalt“ als zeitliche und räumliche Präsenz dar. Wie oben festgestellt wurde, ist der Wissensvollzug der sinnlichen Gewissheit auf eine Vermittlung angewiesen: das Bewusstsein vollzieht sie anhand eines Beispiels. Das gilt auch, wenn das Bewusstsein das Seiende jeweils in seiner zeitlichen oder räumlichen Anwesenheit aufzuzeigen versucht. Nimmt es beispielsweise für wahr, „das Itzt ist die Nacht“, und schreibt diese Wahrheit auf oder behält sie im Gedächtnis, wird es erkennen müssen, dass diese Wahrheit am hellen Mittag „schal geworden ist.“ Das gleiche gilt für „das Itzt ist der Tag“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des unglücklichen Bewusstseins ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2 Phänomenologie des Geistes: Dieses Kapitel erläutert die allgemeinen Spielregeln von Hegels Phänomenologie und untersucht die ersten Bewusstseinsgestalten bis hin zur Genese des unglücklichen Bewusstseins.

3 Die Struktur des unglücklichen Bewusstseins: Hier wird das unglückliche Bewusstsein in Bezug auf Hegels Logik von 1804/05 und die Kantische Ethik analysiert, um die logische Struktur der Zerrissenheit freizulegen.

4 Das Hervortreten des Unwandelbaren: Der Abschnitt behandelt den Wissensvollzug des unglücklichen Bewusstseins, in dem das Unwandelbare als das Wesen hervortritt.

5 Die Religiosität des unglücklichen Bewusstseins: Dieses Kapitel verknüpft die Struktur des Bewusstseins mit der jüdischen Religionsgeschichte und der Gestalt Jesu als Wesenseinheit.

6 Das Verhältnis zu dem „gestalteten Unwandelbaren“: Dieser Teil fasst die Ansätze zum unglücklichen Bewusstsein zusammen, indem er das dreifache Verhältnis des Bewusstseins zum gestalteten Unwandelbaren analysiert.

7 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bestätigt die zentrale These der inneren Zerrissenheit und der notwendigen Selbstentfremdung im unglücklichen Bewusstsein.

Schlüsselwörter

Hegel, Phänomenologie des Geistes, unglückliches Bewusstsein, Zerrissenheit, Wissensvollzug, Sinnliche Gewissheit, Selbstbewusstsein, Herr-Knecht-Verhältnis, Unwandelbares, Fichte, Kant, Sittensubjekt, Logik, Dialektik, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Gestalt des ,unglücklichen Bewusstseins‘ innerhalb von Hegels Hauptwerk Phänomenologie des Geistes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Struktur der Entzweiung, die Beziehung zwischen Denken und Sein sowie die religionsphilosophische Bedeutung von Herrschaft und Knechtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die innere Logik des unglücklichen Bewusstseins durch einen Vergleich mit Hegels Jenaer Logik und Kants Moralphilosophie präzise herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Struktur- und Vollzugsanalyse, um die dialektischen Bewegungen des Bewusstseins zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der logische Status des Bewusstseins, die Parallelen zum Kantischen Sittensubjekt und die religiöse Dimension dieser Bewusstseinsform erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Unwandelbarkeit, Entzweiung, Begierde, Herr-Knecht-Verhältnis, Dialektik und Selbstbewusstsein.

Inwiefern korreliert das unglückliche Bewusstsein mit dem Schluss in Hegels Logik?

Die Arbeit folgt der These von Johannes Heinrichs, nach der die Struktur des unglücklichen Bewusstseins der logischen Kategorie des Schlusses entspricht, indem sie Einheit und Trennung vereint.

Wie lässt sich die Kritik am kantischen Sittensubjekt in diesen Kontext einordnen?

Hegel sieht im Kantischen Subjekt eine ähnliche Zerrissenheit zwischen Pflicht und Neigung, die der inneren Entzweiung des unglücklichen Bewusstseins entspricht.

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Details

Title
Die Konzeption des unglücklichen Bewusstseins in Georg Wilhelm Friedrich Hegels "Phänomenologie des Geistes"
College
University of Bonn  (Philosophy)
Grade
1,0
Author
Ercan Coskun (Author)
Publication Year
2019
Pages
78
Catalog Number
V539046
ISBN (eBook)
9783346182739
ISBN (Book)
9783346182746
Language
German
Tags
Hegel Phenomenology of the Spirit Phänomenologie des Geistes Deutscher Idealismus Bewusstsein Selbstbewusstsein Sinnliche Gewissheit Das unglückliche Bewusstsein Fichte Hegels theologische Jugendschriften Person Entzweiung Kant Kant-Kritik Metaphysik der Sitten Achtung fürs Gesetz Herrschaft und Knechtschaft Religionsphilosophie Geist des Judentums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ercan Coskun (Author), 2019, Die Konzeption des unglücklichen Bewusstseins in Georg Wilhelm Friedrich Hegels "Phänomenologie des Geistes", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539046
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