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Was bleibt nach der Rüstung? Kriegerinnendarstellungen im Mittelalter und der Postmoderne

Titre: Was bleibt nach der Rüstung? Kriegerinnendarstellungen im Mittelalter und der Postmoderne

Dossier / Travail , 2020 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Julius Zukowski-Krebs (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im letzten Jahrzehnt bildete sich in den populären Kunstformen immer mehr ein Trend heraus starke weibliche Figuren in kontemporäre Geschichten zu integrieren. Ein Trend der mit dem Wiedererstarken der Frauenbewegung und der Verbreitung feministischer Gedanken einhergeht. Der Unterrepräsentanz von Frauen in modernen Narrativen wird immer aktiver entgegengetreten. Dabei schlaffen auch die großen Filmproduktionen nicht.

Doch bleibt die Frage offen ob diese Figuren wirklich den modernen Standards der feministischen Theorie standhalten. Oft hat man eher den Eindruck, dass patriarchale Strukturen in der Kunst einen Weg suchen die Nachfrage zu befriedigen, ohne die eigene Vormachtstellung einzubüßen. So entpuppen sich vermeintliche feministische Ikonen als Produkte patriarchaler Ideologie.

Unter allen Erzeugnissen der Kulturindustrie des vergangenen Jahrzehnts hatte die HBO Serie Game of Thrones eine große Einwirkung auf das kulturelle Verständnis der heutigen Zeit und verarbeitete viele Fragestellungen der spätkapitalistischen Gesellschaft über eine Gesamtdauer von acht Jahren (2011-2019). Auch die Frauenfrage hat in der Serie eine prominente Rolle bekommen. Starke weibliche Figuren übernahmen die Bildschirme und ließen einige bürgerliche Feminist*innen sie zu neuen Ikonen erheben. Zum Beispiel schreibt Lela London in ihrem Artikel Telegraph (UK) „Brienne of Tarth: from knighthood to heartbreak, how she became GoT's strongest female player“: „I’m just going to put it out there – Brienne of Tarth, or rather Ser Brienne of Tarth, is a feminist icon.“

Natürlich kollidiert die Frage mit der Frage danach wie sehr ist eigentlich Brienne of Tharth, das Produkt der heutigen Zeit und da Game of Thrones ein fantastisches Mittelalter darstellt, wie viel ihrer Vorgängerinnen aus der mittelalterlichen Literatur steckt in Brienne? Waren sie die „feministischen“2 Ikonen ihrer Zeit und haben sie Brienne sogar vielleicht etwas voraus?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kriegerfrauen in der mittelalterlichen Literatur

2.1 Brunhild (Nibelungenlied)

2.2 Bradamante (Orlando Furioso)

3. Kriegerfrauen in Game of Thrones am Beispiel von Brienne of Tarth

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung kriegerischer Frauenfiguren vom Mittelalter bis in die Postmoderne, mit einem besonderen Fokus auf die Mechanismen der patriarchalen Unterwerfung. Durch den Vergleich der Figuren Brunhild, Bradamante und Brienne of Tarth wird analysiert, wie diese Frauen in höfischen Strukturen agieren und inwiefern ihre ritterliche Rolle durch das Narrativ des Brautwerbermärchens in eine traditionell weibliche Rolle transformiert oder eingeschränkt wird.

  • Analyse des literarischen Topos des Brautwerbermärchens
  • Untersuchung der Rollenstabilität und des Spannungsfeldes zwischen Kriegerin und Frau
  • Vergleich zwischen mittelalterlichen Werken (Nibelungenlied, Orlando Furioso) und postmoderner Rezeption (Game of Thrones)
  • Diskussion über die Auswirkungen patriarchaler Strukturen auf weibliche Autonomie
  • Bewertung der Emanzipationsmöglichkeiten von Frauenfiguren in ritterlichen Kontexten

Auszug aus dem Buch

3. Kriegerfrauen in Game of Thrones am Beispiel von Brienne of Tarth

Auch wenn, wie anfangs beschrieben einige Stimmen Brienne von Tarth zu einer feministischen Ikone erheben wollen, lohnt sich ein genauerer Blick auf ihre Figur um einige Verwirrungen aufzulösen. Brienne ist sicherlich keine gewöhnliche Figur, wenn es um die Frauenfrage in Game of Thrones geht. Sie ist stark, entschlossen, eigensinnig und sie ist unvollständig. Nicht durch ihr Sein sondern durch ihren Anspruch. Brienne oszilliert im Verlauf der Geschichte nicht zwischen Frau-Sein oder Ritter-Sein, sondern zwischen Nicht-Frau-Sein und Nicht-Ritter-Sein. Sie ist etwas was es in der Welt von Westeros eigentlich nicht geben sollte eine Kriegerin bzw. ein Ritter ohne den eigentlichen Titel, den es so für eine Frau nicht gibt und sie ist von sich aus etwas was sich vom Frau-Sein abgrenzt. Mehrfach betont sie, nicht als Lady angesprochen werden zu wollen. Sie ist gefangen in einer Rüstung, die es ihr nicht erlaubt vorwärts zu gehen, „zurück“ jedoch möchte sie ebenfalls nicht. Das konstatiert ihre Unvollständigkeit.

Die Rüstung ist in unserem Falle der Schlüssel zum Verständnis der Figur der Brienne of Tarth. Sie ist genau der Ausdruck der beschriebenen Unvollständigkeit. Die Rüstung ist der Inbegriff des Rittertums, doch in dieser Rüstung steckt eine Frau. Ein Bruch mit dem hergebrachten Ritterbild. Man kann also die Funktion der Rüstung im Falle von Brienne zu zwei Hauptsächlichen Funktionen zusammenfassen. Die Rüstung als (fanatisch verfolgter) Auftrag (Das Nicht-Ritter Sein) und als Symbol der patriarchalen Struktur in Game of Thrones (Das Nicht Frau-Sein). Während Bradamante eine Frau in der Rüstung eines Ritters ist, hat Brienne keine komplette Sicherheit über ihre beiden Rollen. Das Dazwischen Bradamantes ist ein Oszillieren zwischen den Sicherheiten beider Rollen, Brienne hingegen oszilliert zwischen der Unsicherheit beider Rollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Trend starker weiblicher Figuren in modernen Narrativen ein und stellt die Forschungsfrage, ob diese Ikonen tatsächlich feministischen Standards entsprechen oder als Produkte patriarchaler Ideologie zu werten sind.

2. Kriegerfrauen in der mittelalterlichen Literatur: Hier werden die historischen Vorbilder Brunhild und Bradamante als hybride Figuren zwischen ritterlichem Anspruch und höfischem Frau-Sein analysiert und ihr Verhältnis zum Topos des Brautwerbermärchens beleuchtet.

2.1 Brunhild (Nibelungenlied): Dieses Kapitel untersucht, wie Brunhilds kriegerisches Sein als Exzess dargestellt wird, der durch eine erzwungene Ehe im Sinne des Brautwerbermärchens in patriarchale Normen zurückgeführt werden muss.

2.2 Bradamante (Orlando Furioso): Die Analyse zeigt, wie Bradamante zwischen ihren ritterlichen Pflichten und ihrer durch göttliche Vorsehung bestimmten Rolle als Matriarchin oszilliert, wobei sie ihre Rüstung am Ende zugunsten höfischer Ehe-Ideale ablegt.

3. Kriegerfrauen in Game of Thrones am Beispiel von Brienne of Tarth: Das Kapitel vergleicht Brienne mit ihren literarischen Vorgängerinnen und stellt fest, dass ihre vermeintliche ritterliche Freiheit letztlich an der patriarchalen Struktur von Westeros und männlichem Einfluss scheitert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass alle drei untersuchten Figuren trotz individueller Unterschiede letztlich von einem männlichen Zwang zur Anpassung an patriarchale Strukturen dominiert werden.

Schlüsselwörter

Kriegerinnen, Mittelalter, Postmoderne, Game of Thrones, Brautwerbermärchen, Patriarchat, höfische Liebe, Brienne of Tarth, Brunhild, Bradamante, Rittertum, Gender, Emanzipation, Literaturwissenschaft, Rollenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung kriegerischer Frauenfiguren in Literatur und Film über verschiedene Epochen hinweg und analysiert, wie diese Charaktere mit traditionellen Geschlechterrollen und patriarchalen Strukturen interagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle der Frau im Rittertum, die literarische Funktion des "Brautwerbermärchens", das Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität und männlich geprägten Machtstrukturen sowie die Kontinuität von Rollenbildern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Darstellung der "kriegerischen Frau" entwickelt hat und ob diese Figuren tatsächlich als emanzipatorische Ikonen gelten können oder ob sie lediglich Werkzeuge zur Aufrechterhaltung patriarchaler Normen darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und medienanalytische Untersuchung durchgeführt, die verschiedene Figuren anhand ihrer narrativen Entwicklung und ihrer Interaktion mit höfisch-ritterlichen Normen miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Brunhild aus dem Nibelungenlied, Bradamante aus dem Orlando Furioso und Brienne of Tarth aus Game of Thrones, wobei jeweils die Aspekte der "Bezwingung" und der Rollenzuschreibung im Vordergrund stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kriegerinnen, Brautwerbermärchen, Rittertum, Patriarchat, Gender-Rollen, höfische Liebe und die spezifischen Charakteranalysen der drei Hauptfiguren.

Warum wird Brienne of Tarth als eine unvollständige Figur beschrieben?

Laut der Arbeit ist Brienne unvollständig, weil ihr Anspruch, als Ritter zu agieren, in der Welt von Westeros auf eine Struktur trifft, die ihr eine solche Identität verwehrt. Sie oszilliert zwischen dem Nicht-Frau-Sein und dem Nicht-Ritter-Sein, ohne je eine vollständige Autonomie zu erlangen.

Inwiefern spielt Jaime Lannister für die Entwicklung von Brienne of Tarth eine Rolle?

Jaime Lannister fungiert als entscheidender Akteur, der Briennes Narrativ bestimmt. Durch sein Eingreifen – sowohl im Kampf als auch durch die Verleihung von gesellschaftlicher Anerkennung – zwingt er sie indirekt in eine patriarchale Anpassung, die sie letztlich ihrer ursprünglichen Unabhängigkeit beraubt.

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Résumé des informations

Titre
Was bleibt nach der Rüstung? Kriegerinnendarstellungen im Mittelalter und der Postmoderne
Université
Free University of Berlin
Note
1,3
Auteur
Julius Zukowski-Krebs (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
24
N° de catalogue
V539050
ISBN (ebook)
9783346150813
ISBN (Livre)
9783346150820
Langue
allemand
mots-clé
rüstung kriegerinnendarstellungen mittelalter postmoderne
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julius Zukowski-Krebs (Auteur), 2020, Was bleibt nach der Rüstung? Kriegerinnendarstellungen im Mittelalter und der Postmoderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539050
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Extrait de  24  pages
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