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Biblischer Kontext in Matthias Hermanns '72 Buchstaben'

Title: Biblischer Kontext in Matthias Hermanns '72 Buchstaben'

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Zillmer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Juden und Christen lesen die gleichen biblischen Schriften als „Heilige Schrift“. Die Juden lesen sie als ihren Tenach, die Christen lesen sie als ihr „Erstes Testament“.
Die Bibel bildet die zentrale Grundlage für den christlichen und jüdischen Glauben. Sie ist das wichtigste Schriftstück, welches diese beiden Religionen beurkundet. Die Bezeichnungen für die christliche Bibel belaufen sich aufHeilige Schrift, Wort Gotteswie auchBuch der Bücher.Die christliche Bibel unterscheidet zwei Teile: das Alte Testament (auch Erstes Testament) und das Neue Testament. Der Inhalt des Alten Testaments wird in drei Gruppen eingeteilt: „a) Geschichtsbücher, Darstellung aus der Geschichte des Volkes Gottes; b) Lehrbücher, das ein Problem in Gesprächsform behandelnde Buch Hiob und die poetischen Schriften; c) prophetische Bücher, die Reden der Propheten“. Die hebräische Bibel wirdTenachoder auchTanachgenannt. Dabei teilt sich der Tenach im Vergleich zur christlichen Bibel in verschiedene Teile auf. Der Kanon der hebräischen Bibel setzt sich aus folgenden drei Teilen zusammen: Tora (hebräisch: Belehrung, Lehre) Nebiim (hebräisch: Propheten) und Ketubim (hebräisch: Schriften). Die Anfangsbuchstaben dieser Teile bilden das Wort Tenach. Die Tora umfasst fünf Bücher und wird deshalb auch oft mit der griechischen BezeichnungPentateuchbenannt. Da sich die Erzählung um David im Nebiim befindet, werde ich in dieser Hausarbeit nicht weiter auf die Tora und den Ketubim eingehen.
Der zweite Teil des Tenach ist der Nebiim und gliedert sich wiederum in Nebbiim rischonim (die ersten Propheten) und Nebiim acharonim (die späteren Propheten) auf. Im Nebiim rischonim beschreiben die ersten Propheten die Geschichte Israels von der Eroberung Kanaans bis zur Zerstörung des Tempels. In den Büchern des Propheten Samuel (Schemuel) wird das Leben und Wirken Davids beschrieben.
Diese Bücher (1. und 2. Buch Samuel) und teilweise auch das 1. Buch der Könige (hebräisch: Melachim) sind meine Bezugsquellen für die Geschichte um David. Sie sind in der christlichen Bibel in den prophetischen Büchern zu finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der biblisch tradierte David in Kurzfassung

3 Die Davidfigur in Matthias Hermanns Gedichten

3.1 „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“

3.1.1 Biblische Hintergrundgeschichte zu „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“

3.1.2 Die Hochzeitsnacht – einseitig oder vielfältig?

3.2 „König Dawid“

3.2.1 Biblische Hintergrundgeschichte zu „König Dawid“

3.2.2 Der König und seine wahre Herrschaft

4 Die Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der biblischen Figur David in ausgewählten Gedichten des deutsch-jüdischen Autors Matthias Hermann, um dessen literarische Auseinandersetzung mit biblischen Stoffen und jüdischen Traditionen zu ergründen.

  • Analyse der biblischen David-Überlieferung als Referenzrahmen.
  • Interpretation der Gedichte „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“ und „König Dawid“.
  • Untersuchung von Aspekten wie Eheschließung, Sexualität und Machtkritik im Judentum.
  • Diskussion der De-Monumentalisierung der Davidfigur durch Hermann.
  • Reflektion über die Verknüpfung von kollektiver Erinnerung und individueller Autorenschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Hochzeitsnacht – einseitig oder vielfältig?

Durch die Kenntnis des biblischen Hintergrundes kann nun das Ereignis gedanklich in den Kontext eingefügt und können die Personennamen im Gedicht zugeordnet werden. Wie die Überschrift schon proklamiert, handelt es sich bei dem Gedicht um die Begebenheiten während der Hochzeitsnacht von David und seiner ersten Frau Michal. Schon der Titel des Gedichtes weist darauf hin, dass es sich bei dem lyrischen Ich um Michal handelt. Die Titulierung lässt eine gewisse Einseitigkeit anklingen, da es sich um Michals Hochzeitsnacht handelt und das Ereignis aus ihrer Sicht beschrieben wird. Davids Name wird vorerst im Titel nicht erwähnt.

Das Gedicht gliedert sich in zwei Strophen. Dabei ist die erste Strophe mit fünf Versen besetzt. Die zweite Strophe beinhaltet acht Verse. Die Einteilung des Gedichtes in Strophen ist für eine meiner folgenden Auslegungen von Bedeutung und ist daher hier zu erwähnen.

In der ersten Zeile des Gedichtes wird der Kosename Taube verwendet.

Die Taube ist in der Bibel der einzige Vogel, der als Opfer zugelassen wurde. Sie galt als Reinigungsopfer besonders für die Frauen nach ihrer Niederkunft. Ebenso wird der Taube, seit der Entsendung einer Taube aus Noas Arche im Buch Genesis, das Symbol des Friedens zugewiesen. Das Girren einer Taube kann mit dem schluchzenden Klagen eines trauernden Menschen verglichen werden und wird somit häufig als Ausdruck der schmachtenden Liebe interpretiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert die biblischen Bezugsquellen (Tenach und Altes Testament) und umreißt die methodische Herangehensweise an die Untersuchung der Gedichte von Matthias Hermann.

2 Der biblisch tradierte David in Kurzfassung: Hier wird der Lebenslauf Davids gemäß der biblischen Überlieferung zusammengefasst, um die Grundlage für die Analyse der dichterischen Bearbeitungen zu schaffen.

3 Die Davidfigur in Matthias Hermanns Gedichten: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die zwei ausgewählten Gedichte „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“ und „König Dawid“ unter Einbeziehung ihres biblischen Hintergrundes.

3.1 „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“: Eine Untersuchung des Gedichtes, das die Hochzeitsnacht aus der Perspektive Michals thematisiert und dabei sowohl biblische als auch jüdisch-traditionelle Aspekte reflektiert.

3.1.1 Biblische Hintergrundgeschichte zu „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“: Dieses Unterkapitel liefert das notwendige Wissen über die Vorgeschichte, insbesondere das angespannte Verhältnis zwischen David und Saul sowie die Rolle der Brautgabe.

3.1.2 Die Hochzeitsnacht – einseitig oder vielfältig?: Eine interpretatorische Analyse der Strophenstruktur, der Symbolik der Taube und der erotischen Konnotationen innerhalb des Gedichts.

3.2 „König Dawid“: Eine Analyse dieses zweiten Gedichtes, das sich explizit mit David in seiner Rolle als König und Herrscher auseinandersetzt.

3.2.1 Biblische Hintergrundgeschichte zu „König Dawid“: Detaillierte Darstellung der historischen Ereignisse von Davids Flucht vor Saul bis zu seiner Krönung und seinen militärischen Kriegen.

3.2.2 Der König und seine wahre Herrschaft: Dieses Kapitel befasst sich mit der kritischen Darstellung von Davids Regentschaft und der Entlarvung seiner Fehlbarkeiten durch den Autor.

4 Die Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, wie Matthias Hermann durch seine spezifische Perspektive der biblischen Figur die Monumentalität nimmt und sie vermenschlicht.

Schlüsselwörter

Matthias Hermann, Davidfigur, Biblische Überlieferung, Michal, König Dawid, Judentum, Literaturanalyse, Lyrik, biblischer Kontext, Homoerotik, Herrschaftskritik, Tenach, Altes Testament, 72 Buchstaben, Geschichtsbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie der deutsch-jüdische Autor Matthias Hermann die biblische Figur des Königs David in seinem Gedichtband „72 Buchstaben“ literarisch verarbeitet und interpretiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Auseinandersetzung mit biblischen Texten, die Rolle jüdischer Traditionen, Fragen der Sexualität im Judentum sowie die kritische Hinterfragung historisch-religiöser Monumentalfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Darstellung Davids in den Gedichten „Die Hochzeitsnacht von Sauls Tochter“ und „König Dawid“ zu analysieren und herauszuarbeiten, wie Hermann die biblische Vorlage verändert und kommentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Gedichte in den Kontext der biblischen Überlieferung stellt und diese durch jüdisches Fachwissen und historische Hintergründe erläutert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil findet eine detaillierte Einzelanalyse der zwei genannten Gedichte statt, wobei jeweils die biblische Hintergrundgeschichte vorangestellt und anschließend die dichterische Auslegung durch den Autor betrachtet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Matthias Hermann, Davidfigur, biblische Überlieferung, Herrschaftskritik, Judentum und literarische Dekonstruktion.

Warum spielt die Perspektive von Michal in der Analyse eine so wichtige Rolle?

Die Perspektive Michals ist zentral, da Hermann durch diese Wahl das Ereignis der Hochzeitsnacht aus einer subjektiven, „einseitigen“ Sicht schildert und damit den biblischen Mythos hinterfragt.

Wie bewertet der Autor Davids homoerotische Züge in den Gedichten?

Die Arbeit diskutiert, dass Hermann durch Andeutungen im Gedicht eine homoerotische Komponente (Beziehung zu Jonatan) einführt, um die Interpretationsvielfalt der Bibel zu betonen und der monumentalen Figur menschliche Schwächen zuzuschreiben.

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Details

Title
Biblischer Kontext in Matthias Hermanns '72 Buchstaben'
College
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Course
Hauptseminar "Konzentrisches Schreiben"
Grade
1,7
Author
Katharina Zillmer (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V53909
ISBN (eBook)
9783638492294
ISBN (Book)
9783656786986
Language
German
Tags
Biblischer Kontext Matthias Hermanns Buchstaben Hauptseminar Konzentrisches Schreiben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Zillmer (Author), 2006, Biblischer Kontext in Matthias Hermanns '72 Buchstaben', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53909
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