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Barrieren einer aktiven Vaterschaft

Titel: Barrieren einer aktiven Vaterschaft

Bachelorarbeit , 2013 , 48 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Alexandra Tschiersky (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit sich die Arbeitsteilung bei der Kinderbetreuung verändert hat und welche Rolle Väter heutzutage übernehmen.

Die Zahl der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, ist seit dessen Einführung 2007 beträchtlich gestiegen. Darüber hinaus ist ein Wandel der Vaterrolle in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen. Die Rolle des Vaters hat vom Patriarchen, dem Ernährer der Familie zu einem fürsorgenden Erzieher, der mit seiner Frau in einer egalitären Partnerschaft lebt, verändert. Doch inwieweit ist dieser Wandel wirklich real und inwiefern nur Wunschvorstellung? Denn trotz gestiegener Beteiligung der Väter am Elterngeld übernehmen vor allem die Frauen die Hausarbeit. Und es sind immer noch viel häufiger die Frauen, die Elternzeit in Anspruch nehmen und dies auffallend für einen längeren Zeitraum als die Männer. Somit kann gefragt werden, ob Männer eine aktive Beteiligung an der Familienarbeit überhaupt wünschen und vorantreiben, oder ob vielmehr die Frau, oder andere Einflussfaktoren sie zu einer solchen Einstellung drängen. Des Weiteren besteht die Frage, welche äußeren Faktoren Väter daran hindern können, sich stärker auf die Familie zu konzentrieren und sich stärker an familialen Aufgaben zu beteiligen. So ist beispielsweise in vielen Betrieben die Inanspruchnahme der Elternzeit bei Männern häufig nicht sehr gerne gesehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorien innerfamilialer Arbeitsteilung

3. Wandel der Männer- und Vaterrolle

3.1 Einstellungen von Männern zu der Männer- und Vaterrolle

3.2 Einstellungen von Frauen zu der Männer- und Vaterrolle

3.3 Soziodemographische und soziostrukturelle Merkmale der modernen Männer

4. Empirische Befunde männlicher Beteiligung an der Familienarbeit

4.1 Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung

4.2 Beteiligung der Männer an der Hausarbeit

4.3 Gerechtigkeitsempfinden und Zufriedenheit mit der Aufgabenteilung zwischen den Partnern

5. Hindernisse für eine aktive Teilnahme an der Familienarbeit

5.1 Hindernisse auf innerfamilialer Ebene

5.2 Hindernisse einer aktive Vaterschaft durch außerfamiliale Bedingungen

5.2.1 Antizipierte Hindernisse aus Sicht der Männer

5.2.2 Einstellungen Vorgesetzter und des betrieblichen Umfeldes

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Bachelorarbeit untersucht die Diskrepanz zwischen den egalitären Einstellungen moderner Väter und ihrer tatsächlich geringen Beteiligung an der Familien- und Hausarbeit. Es wird analysiert, welche innerfamilialen sowie außerfamilialen Barrieren eine aktive Vaterschaft verhindern und inwieweit soziale Normen, ökonomische Faktoren und betriebliche Kulturen das Verhalten von Vätern beeinflussen.

  • Wandel der Männer- und Vaterrollen in den letzten Jahrzehnten.
  • Empirische Analyse der tatsächlichen Beteiligung von Vätern an Kinderbetreuung und Hausarbeit.
  • Identifikation innerfamilialer Barrieren, wie Geschlechteridentität und Erwartungen der Partnerin.
  • Untersuchung beruflicher Hindernisse, inklusive Unternehmenskultur und Vorgesetztenverhalten.
  • Rolle von ökonomischen Faktoren und Ressourcen (Ressourcentheorie) bei der Aufgabenteilung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Einstellungen von Männern zu der Männer- und Vaterrolle

Der Vater ist für die befragten Männer der Untersuchung von Pross (1978) „(alleiniger) Ernährer, […] Beschützer der Kinder, stark genug, um sie vor Unbillen zu bewahren und ihnen zugleich so liebevoll zugewandt, daß sie auf ihn als Freund und Kameraden vertrauen können.“ (130). Obwohl sich die Befragten als „verstehender älterer Partner“ ihrer Kinder verstehen, ist für sie die Partnerschaft mit ihrer Frau noch von weit höherer Wichtigkeit, als eigene Kinder zu haben (Pross 1978: 87ff.). Trotz dieser hohen Wertschätzung ihrer Partnerin und der als äußerst wichtig eingeschätzten Partnerschaft befürwortet die Mehrzahl der befragten Männer ein hegemoniales Männlichkeitsbild und versteht den Mann als allumfassend überlegen gegenüber der Frau (Pross 1978: 154). Eine Beteiligung an der Hausarbeit ist für die Männer aus der Untersuchung von Pross (1978) in nur wenigen Fällen nachzuweisen, was sich durch die geringe Wertigkeit dieser erklärt (94f.). Die Kinderbetreuung obliegt vorwiegend der Frau und der Vater ist nicht der verstehende Partner (Pross 1978: 130f.).

Zur besseren Charakterisierung männlicher Einstellungen bilden einige Untersuchungen unterschiedliche Männertypen auf Basis der von Männern getätigten Aussagen bezüglich ihrer Einstellungen zu gewissen Lebensbereichen, wie zum Beispiel Familie, Kinder und Gleichstellung (Vorwerk 2010, Wippermann et al. 2009; Volz und Zulehner 2009; Metz-Göckel und Müller 1986). In all diesen Studien gibt es einen neuen, modernen Typ Mann und den Gegenpol des Konservativen. Metz-Göckel und Müller stellen im Jahr 1986 fest, dass „der Neue Mann noch eine geringe Minderheit“ ist (19). Dem egalitären Mann, der zu der (beruflichen) Förderung seiner Frau auch zulasten eigener Interessen bereit ist, schreiben sie gerade einmal 5 Prozent der 1039 Befragten zu (Metz-Göckel und Müller 1986: 16). Die Einstellung bezüglich der Geschlechterrollen bei den Männern hat sich in 23 Jahren deutlich verändert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Vaterrolle und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Beteiligung an der Familienarbeit.

2. Theorien innerfamilialer Arbeitsteilung: Dieses Kapitel führt zentrale soziologische und ökonomische Theorien ein, wie den Geschlechtsrollenansatz und die New Home Economics Theory, um die Verteilung von Hausarbeit zu erklären.

3. Wandel der Männer- und Vaterrolle: Es wird die historische Entwicklung der Vaterrolle aufgezeigt und verschiedene Männertypen wie der moderne oder der konservative Mann definiert und charakterisiert.

4. Empirische Befunde männlicher Beteiligung an der Familienarbeit: Das Kapitel vergleicht die tatsächliche Beteiligung von Vätern an Kinderbetreuung und Hausarbeit mit den theoretisch formulierten Einstellungen.

5. Hindernisse für eine aktive Teilnahme an der Familienarbeit: Eine detaillierte Analyse der innerfamilialen und außerfamilialen Faktoren, welche Männer von einer stärkeren Beteiligung an Familienaufgaben abhalten.

Schlüsselwörter

Vaterschaft, Familienarbeit, Geschlechterrollen, Hausarbeit, Elterngeld, Kinderbetreuung, Arbeitszeitreduzierung, innerfamiliale Arbeitsteilung, Geschlechtsrollenansatz, Unternehmenskultur, Ressourcen- und Austauschtheorie, moderner Mann, Rollenbilder, Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Diskrepanz zwischen der gestiegenen Akzeptanz einer aktiven Vaterrolle in der Gesellschaft und der tatsächlichen, häufig noch traditionellen Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Felder sind der historische Wandel der Vaterrolle, die Typologie moderner Männer, empirische Daten zur Zeitverwendung in Haushalten sowie die Identifikation von Barrieren, die Väter bei der Familienarbeit hemmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für das Missverhältnis zwischen den egalitären Einstellungen von Paaren und ihrem realen Verhalten im Familienalltag sowie im Beruf aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene soziologische Studien und empirische Daten (wie Zeitbudgeterhebungen und Familienberichte) auswertet.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der Arbeitsteilung über die Beschreibung des modernen Männertypus bis hin zur detaillierten Untersuchung von Barrieren auf betrieblicher und familiärer Ebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Vaterschaft, Geschlechterrollen, Familienarbeit, Elterngeld und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Warum beteiligen sich moderne Männer trotz gegenteiliger Einstellung nicht stärker?

Die Arbeit identifiziert komplexe Barrieren, darunter ökonomische Zwänge (höheres Einkommen des Mannes), betriebliche Vollzeitmentalitäten und die Erwartungen der Partnerin, die oft männliche Attribute bevorzugt.

Spielt die Unternehmenskultur eine Rolle bei den Hindernissen?

Ja, die Arbeit zeigt, dass Vorgesetzte und Kollegen die Arbeitszeitreduzierung von Männern oft kritisch bewerten, was bei Vätern die Angst vor dem Karriereknick schürt und die Inanspruchnahme von Elternzeit erschwert.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Barrieren einer aktiven Vaterschaft
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie)
Note
2,3
Autor
Alexandra Tschiersky (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
48
Katalognummer
V539248
ISBN (eBook)
9783346149886
ISBN (Buch)
9783346149893
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familiensoziologie Ehe Scheidung Soziologie der Ehe Vaterschaft Rollen Familienbilder Barrieren moderne Familie Arbeitsteilung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Tschiersky (Autor:in), 2013, Barrieren einer aktiven Vaterschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539248
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Leseprobe aus  48  Seiten
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