Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the present

Das Theaterstück "Terror". Ein Dilemma als Ausgangspunkt einer Entwicklung moralischer Beurteilung

Title: Das Theaterstück "Terror". Ein Dilemma als Ausgangspunkt einer Entwicklung moralischer Beurteilung

Bachelor Thesis , 2017 , 37 Pages , Grade: 1,15

Autor:in: Nour Al-Asmar (Author)

Philosophy - Philosophy of the present
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In dieser wissenschaftlich-didaktischen Arbeit wird zunächst eine Sachanalyse des Theaterstücks "Terror" von Ferdinand von Schirach erfolgen. Zu Beginn werden der Inhalt des Stückes und die aktuelle Rechtslage in Deutschland wiedergegeben. Daraufhin werden die beiden im Theaterstück dargelegten philosophischen Grundpositionen – Der Kantische Vernunftbegriff in Gestalt der Staatsanwältin und der Utilitarismus in Form des Verteidigers und des Angeklagten – erläutert. Die inhaltlichen und fachlichen Überlegungen münden dann in einer Analyse des didaktischen Potentials. Hierbei wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich das im Theaterstück beschriebene Dilemma für die Schulung der Urteilskompetenz der Schüler eignet. Darauf aufbauend wird eine Unterrichtseinheit für die gymnasiale Oberstufe in den Fächern Philosophie und Werte und Normen skizziert.

Darf man also den Tod einiger Menschen in Kauf nehmen, wenn man dadurch den Tod vieler verhindert? Diese Grundsatzfragen sind Gegenstand der sogenannten "Trolley-Probleme", die als Gedankenexperiment ein ethisch-moralisches Dilemma thematisieren, in dem sich eine Person zwischen zwei sich ausschließenden Handlungsweisen entscheiden muss, die beide negative Konsequenzen hervorrufen.

Eines dieser klassischen Dilemmata präsentiert Ferdinand von Schirach in seinem Theaterstück Terror. Das im Stück beschriebene moralische Dilemma eröffnet mit der Frage, ob man Menschenleben gegeneinander abwägen darf, eine grundlegende ethische Diskussion. Durch die ARD-Verfilmung des Theaterstücks wurde das mediale und öffentliche Interesse an dieser Debatte noch einmal gesteigert. In der heutigen globalisierten Welt werden Jugendliche immer wieder vor Dilemmata unterschiedlicher Art und Weise gestellt und müssen diese bewältigen. Infolgedessen spielt die Förderung eines moralischen Urteilvermögens eine große Rolle im Leben der Jugendlichen. Eine gereifte Urteilsfähigkeit ermöglicht es den Schülern, an gesellschaftlichen und politischen Debatten teilzunehmen und eine eigene Meinung zu vertreten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltliche Überlegungen und Sachanalyse

2.1 Terror – ein inhaltlicher Überblick

2.2 Besonderheiten der ARD-Verfilmung

2.3 Die aktuelle Rechtslage in Deutschland

2.3.1 Das Luftsicherheitsgesetz von 2005

2.3.2 Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts

2.3.3 Die Bedeutung der Menschenwürde

2.3.5 Unschuld trotz Begehen einer Rechtswidrigkeit

2.4 Kritik am Stück Terror

3. Philosophische Positionen im Theaterstück Terror

3.1 Der Utilitarismus nach Jeremy Bentham

3.2 Moralphilosophie nach Immanuel Kant

3.2.1 Das Gewissen als innerer Gerichtshof

3.2.2 Der kategorische Imperativ

3.2.3 Die Selbstzweckformel

3.2.4 Die Würde des Menschen

4. Das didaktische Potential

4.1 Die Urteilsbildung im Unterricht des Faches Philosophie bzw. Werte und Normen

4.2 Die Urteilsbildung in der gymnasialen Oberstufe

4.3 Die Verwendung des Stückes Terror in der Unterrichtseinheit „Grundpositionen ethischen Argumentierens“

4.4 Mögliche Lernziele

5. Unterrichtsskizzen

5.1 Einstieg und Problematisierung

5.2 Erarbeitung und Sicherung

5.3 Anwendung

5.4 Distanzierung und Auswertung

5.5 Vertiefung

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial des Theaterstücks "Terror" von Ferdinand von Schirach für den Philosophie- und Werte-&-Normen-Unterricht der gymnasialen Oberstufe, indem sie die moralische Dilemma-Situation des Piloten Lars Koch analysiert und mit juristischen sowie ethischen Grundpositionen in Beziehung setzt.

  • Sachanalyse des Theaterstücks Terror unter Berücksichtigung der deutschen Rechtslage.
  • Gegenüberstellung der philosophischen Grundpositionen von Utilitarismus und Kants Moralphilosophie.
  • Analyse des didaktischen Potenzials zur Förderung moralischer Urteilskompetenz.
  • Skizzierung einer Unterrichtseinheit zur reflektierten ethischen Auseinandersetzung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Utilitarismus nach Jeremy Bentham

Der englische Philosoph Jeremy Bentham (1748-1832) gilt als Begründer und Hauptvertreter des Utilitarismus und damit der teleologischen Ethik. Das ausschlaggebende Merkmal einer jeden Handlung ist für den Utilitarismus, dass sie Folgen für alle von ihr Betroffenen hat. Ein ethisches Urteil gründet demnach auf der Kenntnis dieser Folgen und gibt an, ob sie denen, von der Handlung betroffen nützt oder schadet. Das Motiv oder die Beweggründe einer Handlung sind für den Utilitarismus nicht relevant. So umfasst die utilitaristische Grundformel vier Teilkriterien: Diejenige Handlung bzw. Handlungsregel ist moralisch richtig, deren Folgen (Konsequenzprinzip) für das Wohlergehen (hedonistisches Prinzip) aller Betroffenen (universalistisches Prinzip) ideal sind (Utilitätsprinzip). Ein konsequenter Handlungs-Utilitarismus verlangt, dass man für jede einzelne Entscheidung die Folgen berücksichtigen muss, um der Einzigartigkeit der Situation gerecht zu werden.

Demgegenüber greift der Regelutilitarismus auf bewährte Regeln zurück, deren Folgen uns aus der Erfahrung bekannt sind. Statt also regelmäßig die Folgen neu zu bedenken, macht der Regelutilitarist in einer Entscheidungssituation von allgemein moralischen Regeln Gebrauch, die sich in vergleichbaren Situationen bewährt haben. Diese Regeln müssen mit dem Prinzip der Nützlichkeit einhergehen. Der klassische Utilitarismus definiert Nutzen als Maximierung von Lust oder Glück. Da diese Begriffe sehr unpräzise und deshalb schwierig zu bestimmen sind, sind für viele Utilitaristen heute die Interessen der von einer Handlung betroffenen Person das Fundament für die moralische Beurteilung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Trolley-Problem als Gedankenexperiment ein und verknüpft dieses mit dem Theaterstück "Terror", um die Relevanz der moralischen Urteilsbildung bei Jugendlichen zu begründen.

2. Inhaltliche Überlegungen und Sachanalyse: Dieses Kapitel gibt den Handlungsverlauf des Stücks wieder, erläutert die Besonderheiten der Verfilmung und analysiert die Rechtslage in Deutschland bezüglich des Luftsicherheitsgesetzes.

3. Philosophische Positionen im Theaterstück Terror: Hier werden die beiden zentralen ethischen Strömungen, der Utilitarismus nach Bentham und die Moralphilosophie nach Kant, als Grundlage für das moralische Dilemma im Stück gegenübergestellt.

4. Das didaktische Potential: Dieses Kapitel untersucht, inwiefern sich die Auseinandersetzung mit "Terror" zur Förderung der Urteilskompetenz im Philosophie-Unterricht der gymnasialen Oberstufe eignet und welche Lernziele damit verfolgt werden können.

5. Unterrichtsskizzen: Hier wird ein konkreter methodischer Aufbau einer Unterrichtseinheit skizziert, der von der Problemorientierung über die ethische Erarbeitung bis hin zur abschließenden Vertiefung reicht.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Theaterstück ein exzellentes, motivierendes Beispiel für ein moralisches Dilemma darstellt, um Schüler zur intensiven Reflexion ethischer Grundpositionen und der Bedeutung unserer Verfassung anzuregen.

Schlüsselwörter

Terror, Ferdinand von Schirach, Utilitarismus, Jeremy Bentham, Immanuel Kant, Moralphilosophie, Menschenwürde, Luftsicherheitsgesetz, moralische Urteilsbildung, Dilemma, Grundgesetz, Rechtswidrigkeit, Schuld, Unterricht, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das didaktische Potenzial des Theaterstücks "Terror" von Ferdinand von Schirach, um zu untersuchen, wie es als moralisches Dilemma im Philosophieunterricht zur Förderung der Urteilskompetenz eingesetzt werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?

Die zentralen Themenfelder umfassen die rechtliche Lage in Deutschland bezüglich des Luftsicherheitsgesetzes, die ethischen Gegensätze zwischen Utilitarismus und Kantischer Moralphilosophie sowie didaktische Konzepte zur moralischen Urteilsbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das durch das Theaterstück präsentierte Dilemma Schülern helfen kann, ihre eigene moralische Orientierung zu hinterfragen und die Bedeutung der Grundrechte sowie der Rechtsstaatlichkeit besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftlich-didaktische Analyse, bei der eine inhaltliche Sachanalyse des Stücks mit philosophischen Theorien und didaktischen Konzepten der Oberstufenlehre verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Handlungszusammenfassung des Stücks, die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Rechtslage (Luftsicherheitsgesetz, BVerfG-Urteil), die ethischen Positionen (Bentham/Kant) und die didaktische Planung einer Unterrichtseinheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Terror, Utilitarismus, Moralphilosophie, Menschenwürde, moralische Urteilsbildung, Rechtsstaatlichkeit und didaktisches Potenzial.

Warum wird das Stück Terror als besonders geeignet für den Unterricht angesehen?

Aufgrund der hohen Aktualität des Themas und der klaren Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher ethischer Positionen wirkt es motivierend auf Schüler und zwingt sie, sich in einer Dilemmasituation zu positionieren.

Wie unterscheidet sich die im Stück dargestellte Welt von der realen deutschen Rechtslage?

Das Stück suggeriert eine unrealistische Wahlmöglichkeit zwischen Freispruch und lebenslanger Haft, während die tatsächliche deutsche Rechtswissenschaft deutliche Unterscheidungen zwischen Rechtswidrigkeit und Schuld vorsieht.

Excerpt out of 37 pages  - scroll top

Details

Title
Das Theaterstück "Terror". Ein Dilemma als Ausgangspunkt einer Entwicklung moralischer Beurteilung
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,15
Author
Nour Al-Asmar (Author)
Publication Year
2017
Pages
37
Catalog Number
V539271
ISBN (eBook)
9783346170460
ISBN (Book)
9783346170477
Language
German
Tags
Dilemma moralisches Dilemma Jeremy Bentham didaktisches Potential didaktik Unterrichtsskizze Hausarbeit Kant Moralphilosophie Ferdinand von Schirach philosophische Positionen Theaterstück Werte und Normen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nour Al-Asmar (Author), 2017, Das Theaterstück "Terror". Ein Dilemma als Ausgangspunkt einer Entwicklung moralischer Beurteilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539271
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  37  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint