Medien besitzen eine bedeutende Rolle in unserer Gesellschaft. Die Themen Sport und Sexismus stellen ein relevantes Problemfeld von Sportlerinnen in den Massenmedien dar. In eben diesen Kontext ist die Sexualisierung von Frauen das Thema dieser Arbeit. Der Fokus liegt auf der Fragestellung, in welcher Art und Weise sich Hochleistungssportlerinnen in den Medien für die Vermarktung darstellen lassen. Das Hauptziel der Arbeit ist es, einen kritischen Blickwinkel auf die bestehenden gesellschaftlichen Strukturen zu ermöglichen, die sich auch durch die Vorherrschaft der Männer im Machtgefüge der Medien widerspiegelt.
Weibliche Athletinnen werden überdurchschnittlich oft, nicht wegen ihrer sportlichen Leistung ins Rampenlicht der Medien gerückt. Journalisten stellen Fragen über ihr Privatleben oder beurteilen ihre Erscheinung. Diese Untersuchung knüpft an die Studie des Universitätsverlages der Cambridge University Press an.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Bedeutung von Sexismus
3 Medien und ihre Inhalte
3.1 Die Kriterien der Medienattraktivität
3.2 Inszenierung ungleicher Geschlechterverhältnisse
3.3 Erotik als Mittel der Vermarktung
3.4 Im Zwiespalt von Selbstermächtigung und Selbstvermarktung
3.5 Die Präsenz von Sportlerinnen in den Medien
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Machtgefüge in den Sportmedien und analysiert kritisch, wie Sportlerinnen durch die mediale Inszenierung häufig auf ihre erotische Wirkung reduziert und für Vermarktungszwecke instrumentalisiert werden.
- Strukturelle Ungleichheit im Sportjournalismus
- Die Rolle von Erotisierung und Sexismus in der Sportberichterstattung
- Kriterien der medialen Vermarktungsfähigkeit von Athletinnen
- Konflikt zwischen Selbstvermarktung und objektifizierender Darstellung
- Einfluss ökonomischer Zwänge auf das Frauenbild im Sport
Auszug aus dem Buch
3.3 Erotik als Mittel der Vermarktung
Der Beruf von Sportlern und Sportlerinnen besteht aus täglichem Training, ob im Kraftraum, auf dem Eis oder auf der Gymnastikmatte. Sie verbringen intensiv Zeit damit ihren Körper stetig zu optimieren und ihn perfekt in Form zu halten. Sportlerinnen haben allerdings nicht dieselben Chancen auf hohe Verdienste in der Branche wie die männlichen Sportler. Männer verdienen in den Sportarten Hand-, Basket- und Fußball deutlich mehr als die Frauen. Aus diesem Grund nutzen Sportlerinnen ihre weibliche Attraktivität, Erotik und Sexualität und posieren knapp bekleidet oder nackt vor der Kamera, um sich über die Medien zu vermarkten. Sie sind nicht nur nach Leistung orientiert, auch die Werbebranche spielt eine große Rolle. Im weiteren Verlauf wird der Forschungsfrage nachgegangen, welche Bedeutung Erotik für Sportlerinnen trägt, wenn es um ihre Vermarktung geht.
In der Berichterstattung über Sportlerinnen wird häufiger über ihr attraktives Aussehen berichtet, als bei den Männern. Ihr Körper gerät in den Fokus von ästhetischen Maßstäben. Es werden Bezeichnungen wie „knackige Figur, hübsche Beine, Tennis-Beauty“ oder „die Schöne“ verwendet. Zudem werden bevorzugt Fotomotive von Frauen ausgewählt die diesen ästhetischen Tendenzen entsprechen. Eine Grenze von Erotisierung gibt es hierbei nicht. Diesbezüglich fällt auf, dass Boulevardzeitungen häufiger auf diese Bilder zurück greifen, als andere Medien. Einzelne Sportlerinnen veröffentlichen immer wieder erotisch anmutende Bilder, wodurch deren Image in der Öffentlichkeit sich hauptsächlich auf die Präsentation weiblicher Schönheit bezieht und vor allem – reduziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas im Kontext gesellschaftlicher Strukturen und stellt die Forschungsfrage zur medialen Vermarktung von Hochleistungssportlerinnen vor.
2 Die Bedeutung von Sexismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff Sexismus in verschiedenen Ausprägungen und beleuchtet die damit verbundene Abwertung von Frauen in unserer Gesellschaft.
3 Medien und ihre Inhalte: Das Kapitel analysiert die Rolle der Medien als Sozialisationsinstanz und untersucht die Unterrepräsentation sowie die einseitige Darstellung von Frauen.
3.1 Die Kriterien der Medienattraktivität: Hier wird untersucht, welche persönlichen und medialen Faktoren die mediale Sichtbarkeit von Sportlerinnen beeinflussen und wie diese instrumentalisiert werden.
3.2 Inszenierung ungleicher Geschlechterverhältnisse: Der Abschnitt befasst sich mit der Konstruktion von Geschlechterstereotypen in Sportberichten und der damit verbundenen Aufrechterhaltung machtpolitischer Verhältnisse.
3.3 Erotik als Mittel der Vermarktung: Dieser Teil beleuchtet, wie Erotik gezielt als ökonomisches Kapital eingesetzt wird, um in einer von Männern dominierten Sportbranche finanziell zu bestehen.
3.4 Im Zwiespalt von Selbstermächtigung und Selbstvermarktung: Das Kapitel diskutiert den Konflikt, in dem Athletinnen stehen, wenn sie zwischen finanzieller Vermarktung und der Gefahr einer Objektifizierung abwägen müssen.
3.5 Die Präsenz von Sportlerinnen in den Medien: Anhand konkreter Praxisbeispiele wird verdeutlicht, wie Sportlerinnen durch Kleidungsvorschriften oder Boulevardberichterstattung in die Rolle von Sexsymbolen gedrängt werden.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die mediale Vermarktung von Frauen im Sport eine kritische Balance zwischen Professionalität und Selbstinstrumentalisierung erfordert und strukturelle Veränderungen notwendig sind.
Schlüsselwörter
Sportlerinnen, Sexismus, Medien, Erotik, Vermarktung, Sportberichterstattung, Gender, Objektifizierung, Selbstvermarktung, Machtgefüge, Sportjournalismus, Geschlechterrollen, Mediale Inszenierung, Hochleistungssport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Machtgefüge in den Sportmedien und die Art und Weise, wie Sportlerinnen für Vermarktungszwecke medial dargestellt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss von Sexismus auf die Sportberichterstattung, die mediale Inszenierung von Frauen und die ökonomische Bedeutung von Erotik als Vermarktungsstrategie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den kritischen Blick auf gesellschaftliche Strukturen zu lenken, die dazu führen, dass Sportlerinnen primär über ihre ästhetische Wirkung statt ihre sportliche Leistung vermarktet werden.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Auswertung empirischer Studien und Medienausschnitte, um die aktuelle Situation von Athletinnen darzustellen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert, wie Medien Geschlechterverhältnisse konstruieren, welche Rolle Erotisierung spielt und unter welchem Druck Sportlerinnen im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Erfolg und Selbstbestimmung stehen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wesentliche Begriffe sind Sexismus, mediale Vermarktung, erotisches Kapital, Geschlechterklischees und strukturelle Diskriminierung im Sport.
Inwiefern beeinflussen Boulevardmedien das Bild von Sportlerinnen?
Laut der Untersuchung greifen Boulevardmedien verstärkt auf erotisierte Bilder zurück, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erhöhen, was oft zu einer Reduzierung der Sportlerin auf ihre äußere Erscheinung führt.
Warum wird die erotische Inszenierung häufig als "Selbstermächtigung" legitimiert?
Viele Athletinnen empfinden die mediale Vermarktung als eigene Entscheidung, um finanzielle Engpässe zu überbrücken; die Arbeit ordnet dies jedoch als Resultat von gesellschaftlichem Druck und ökonomischen Sachzwängen ein.
- Citar trabajo
- Rebekka Gajewski (Autor), 2017, Sexismus im Sport. Die Sexualisierung von Sportlerinnen in den Medien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539298