In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Begriffe Management buy-in und Management buy-out gegeneinander abgegrenzt. Im Anschluss werden zwei Fallstudien aus der Unternehmenspraxis präsentiert. Zum Abschluss wird ein kurzes Fazit gezogen, sowie ein Ausblick auf die zukünftige der Management buy-ins bzw. buy-outs gegeben.
Immer mehr deutsche Unternehmen sind nicht in der Lage einen Nachfolger zu stellen. Besonders bei Familienunternehmen tritt diese missliche Lage in den letzten Jahren in Deutschland immer häufiger auf. Auch zukünftig wird sich die Situation immer stärker zuspitzen. Dies liegt zum einen daran das es in Zukunft immer mehr Unternehmen geben wird, die zur Übernahme bereit stehen und das Nachfolgerpotential, also geeignete Nachfolge Kandidaten, schrumpft. Obwohl es rein rechnerisch keine Nachfolgerlücke gibt.
Da dieses Thema in Zukunft immer wichtiger werden wird, behandelt diese Arbeit das Thema des Management buy-outs und Management buy-ins. Das geschieht in der Form, dass zuerst die Theoretische Seite des Themas beleuchtet wird und dann folgen Beispiele aus der Praxis.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Management buy-out und buy-in
2.1 Management buy-out
2.2 Management buy-in
3 Praxisbeispiele zum Thema Management buy-out und Management buy-in
3.1 Praxisbeispiel eines Management Buy-out an Hand der Mercury Engineering Ltd
3.2 Praxisbeispiel eines Management Buy-in an Hand der Lacon Electronic GmbH
4 Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassung
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relevanz und Funktionsweise von Management buy-outs (MBO) und Management buy-ins (MBI) als Instrumente der Unternehmensnachfolge in Deutschland. Ziel ist es, theoretische Grundlagen dieser Transaktionsformen zu vermitteln und anhand praktischer Fallbeispiele deren praktische Umsetzung, Herausforderungen und Erfolgspotenziale aufzuzeigen.
- Aktuelle Situation der Unternehmensnachfolge in Deutschland
- Definition und Abgrenzung von MBO und MBI
- Primär- und Sekundärmerkmale von Buy-out-Transaktionen
- Finanzierungsmodelle und Transaktionsstrukturen
- Fallstudien zu erfolgreichen Übernahmeprozessen
Auszug aus dem Buch
3.1 Praxisbeispiel eines Management buy-out an Hand der Mercury Engineering Ltd
Ein aktuelles Beispiel aus Irland zeigt im Folgenden, wie ein Management buy-out funktionieren kann.
So hat das Management des Bauunternehmens Mercury Engineering mittels finanzieller Unterstützung der Allied Irish Banks (AIB) eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen erworben. Mercury Engineering die zu den größten Bauunternehmen in Großbritannien zählen, arbeiten für und mit Unternehmen zusammen, die im IT und Pharmasektor expandieren. Mercury wurde 1972 von Frank O’Kane und Joe Morgan gegründet. O’Kane, der Vorsitzender und Geschäftsführer von Mercury war und etwa 70% des Geschäfts besaß, starb im Dezember 2007 im Alter von 65 Jahren plötzlich. Mercury arbeitet an großen Büros, Fabriken und Rechenzentren für multinationale Technologie- und Pharmakunden, hierzu zählen beispielsweise Intel, IBM und Pfizer. Die knapp 3.000 Mitarbeiter von Mercury Engineering haben dem Unternehmen in den letzten Jahren Einnahmen von rund 500 Millionen Euro erwirtschaftet.
Das Management buy-out wurde durch sechs Manager durchgeführt, an der Spitze des Teams stand der Geschäftsführer Eoin Vaughan. Gestartet ist der Übernahmeprozess im April, die Leitung hat IBI Corporate Finance aus Dublin übernommen. Trotz regem Interesse von außen wurde das buy-out schnell zur bevorzugten Option. Der Wert des Unternehmens wurde ebenso im April auf eine Summe zwischen 80 und 100 Millionen Euro geschätzt. Mit Hilfe eines Finanzierungspakets der AIB Bank kann das Management buy-out realisiert werden. Dieses Paket umfasst vorrangig Darlehen, Mezzanine-Finanzierungen und ein Element der Lieferantenfinanzierung, das aus den finanziellen Ressourcen von Mercury unterstützt wird. Die Firmeneigentümer, in diesem Fall die Familien O’Kane und Morgan, behalten ihre Minderheitsbeteiligungen an der Firma und unterstützen laut firmennahen Quellen das Management buy-out Team um Eoin Vaughan. Neben Vaughan gehören dem leitenden Management-Team von Mercury der Chief Operating Officer Rickie Rogers, der Finanzdirektor Ronan Lynch und der Group Commercial Manager Alan Slattery an. Das Unternehmen verfügt zusätzlich über einzelne Geschäftsführer seiner verschiedenen Geschäftsbereiche, darunter Healthcare und Life Science.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert die zunehmende Herausforderung bei der Unternehmensnachfolge in Deutschland und begründet die wachsende Bedeutung von Management-Buy-out und Management-Buy-in Modellen.
2 Grundlagen des Management buy-out und buy-in: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten definiert, die Einordnung in Unternehmensgründungsarten vorgenommen sowie spezifische Merkmale und Hypothesen zur Unternehmensentwicklung nach einer Übernahme erläutert.
3 Praxisbeispiele zum Thema Management buy-out und Management buy-in: Dieses Kapitel veranschaulicht die theoretischen Konzepte anhand von zwei konkreten Fallstudien zur Unternehmensübernahme bei Mercury Engineering Ltd und Lacon Electronic GmbH.
4 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des deutschen Marktes für Unternehmensnachfolgen.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Management buy-out, Management buy-in, MBO, MBI, Unternehmensgründung, Private Equity, Nachfolgeplanung, Finanzierung, Familienunternehmen, Eigenkapital, Asset Deal, Share Deal, Nachfolgerlücke, Unternehmenskauf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Unternehmensnachfolge in Deutschland und analysiert Management-Buy-outs und Management-Buy-ins als Lösungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Definition dieser Übernahmeformen, den Merkmalen von Transaktionen sowie der praktischen Anwendung durch Fallstudien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie MBOs und MBIs dazu beitragen können, den Fortbestand von Unternehmen zu sichern und welche Faktoren dabei für den Erfolg ausschlaggebend sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer Fallstudienanalyse, um die praktische Umsetzung der beschriebenen Konzepte zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Definitionen, Merkmale, Finanzierung) erörtert und anschließend zwei Praxisbeispiele (Mercury Engineering und Lacon Electronic) detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Unternehmensnachfolge, MBO, MBI, Finanzierung, Familienunternehmen und Unternehmenskauf.
Welche Rolle spielt der Finanzier bei einer Übernahme?
Ein Finanzier tritt oft als Spezialist auf, der die Transaktion strukturiert und notwendiges Kapital bereitstellt, wenn das Eigenvermögen des Nachfolgers allein nicht ausreicht.
Warum können Interessenskonflikte bei einem MBO entstehen?
Konflikte können durch unterschiedliche Interessen oder Fähigkeiten zwischen dem bisherigen Eigentümer und dem übernehmenden Management während des Verkaufsprozesses entstehen.
Was unterscheidet das Lacon-Electronic-Beispiel von anderen?
Bei der Lacon Electronic GmbH war die Finanzierung durch ein Zusammenspiel von privatem Eigenkapital, einem öffentlich geförderten Existenzgründerprogramm und einem Verkäuferdarlehen charakteristisch.
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- Anonym (Autor), 2018, Potentielle Unternehmensnachfolge. Management buy-in vs Management buy-out, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539303