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Rhythmische Illusionen. Wahrnehmung, Interpretation und Umsetzung mehrdeutiger Rhythmen

Titre: Rhythmische Illusionen. Wahrnehmung, Interpretation und Umsetzung mehrdeutiger Rhythmen

Thèse de Bachelor , 2019 , 90 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lukas Schwegmann (Auteur)

Musicologie - Musicologie systématique
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Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, wie dem Hörer ein "falsches" Metrum vorgetäuscht werden kann und wie solche sogenannten rhythmischen Illusionen musikalisch umgesetzt werden können.

Hierzu werden die Begriffe Puls, Metrum und Rhythmus definiert sowie die mit diesen zusammenhängenden wahrnehmungspsychologischen Prinzipien beschrieben. Außerdem werden wesentliche Formen der rhythmischen Komplexität und metrischer Mehrdeutigkeit vorgestellt. Anhand von verschiedenen Musikbeispielen wird untersucht, wie rhythmische Illusionen kompositorisch umgesetzt werden können und welche der zuvor beschriebenen Formen rhythmischer Komplexität und metrischer Mehrdeutigkeit dazu verwendet werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Begriffe und Prinzipien

2.1 Beat, Puls und tactus

2.2 Metrum

2.2.1 Metrum als kognitiver Prozess

2.3 Rhythmus

2.3.1 Gruppenbildung

2.3.2 Die Extraktion eines Grundpulses

3. Interaktion von Rhythmus und Metrum

3.1 Metrische Formbarkeit

3.2 Metrische Dissonanz und Mehrdeutigkeit

3.2.1 Polyrhythmus

3.2.2 Metrische Dissonanz

3.3 Lokale metrische Diskrepanzen

4 Betrachtung und Analyse von Beispielen

4.1 Rhythmische Illusionen durch Phasenverschiebungen

4.1.1 ‚Drive my Car’ (The Beatles)

4.1.2 ‚Hang Up Your Hang Ups‘ (Herbie Hancock)

4.1.3 ‚Bring On The Night‘ (The Police)

4.1.4 Sinfonie No. 92 G-Dur 3. Satz (Joseph Haydn)

4.2 Rhythmische Illusionen durch Polyrhythmen

4.2.1 ‚Sightseeing’ - The Yellowjackets

4.2.2 ‚Escher Sketch (A Tale Of Two Rhythms)‘ - Michael Brecker

4.2.3 ‚Echoes’ (Steve Lehman)

4.2.4 ‚Double-Faced‘ (Tigran Hamasyan)

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der "rhythmischen Illusion", bei der Hörer*innen durch musikalische Gestaltung bewusst über das zugrunde liegende Metrum getäuscht werden. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie rhythmische Komplexität und metrische Mehrdeutigkeit kompositorisch genutzt werden, um eine Verlagerung des Grundpulses oder ein "falsches" Metrum im Gehör der Rezipierenden zu etablieren.

  • Wahrnehmungspsychologische Grundlagen von Puls, Metrum und Rhythmus.
  • Die hierarchische Struktur der metrischen Organisation in der westlichen Musik.
  • Analyse von Techniken zur Erzeugung metrischer Dissonanz und Mehrdeutigkeit.
  • Untersuchung konkreter Musikbeispiele aus Pop, Jazz und Klassik hinsichtlich ihrer metrischen Manipulation.
  • Bedeutung der musikalischen Enkulturation und metrischer Schablonen für die Hörerfahrung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Rhythmus gehört neben Melodie und Harmonie zu den grundlegenden Bestand-teilen von Musik und wäre aus dieser nicht wegzudenken. Dabei spielt Rhythmus auch in anderen Bereichen des menschlichen Lebens eine wichtige Rolle. So finden sich schon im menschlichen Körper einige Rhythmen: unser Herz schlägt rhythmisch, wir atmen rhythmisch ein und aus, unser Gang und nicht zuletzt auch die menschliche Sprache haben einen Rhythmus. Die Synchronisation von Aktionen zu einem regelmäßigen Puls spielt außerdem in vielen Bereichen menschlichen Lebens eine wichtige Rolle: Fischinger und Kopiez nennen hier zum Beispiel „rituelle Handlungen oder […] Tanzen“, „[g]emeinsames Marschieren“ und die rhythmische Synchronisation im Sport. Auch im Tierreich ist die rhythmische Synchronisation von Aktionen keine Seltenheit. So können Schimpansengruppen „durch synchronisiertes Rufen die Reichweite ihrer Vokalisation“ erhöhen und auch bei Fröschen und Grillen können „rhythmische Phasenkopplungen und damit verbundenes synchrones Zirpen oder Quaken“ beobachtet werden.

Nicht zuletzt diese Fähigkeit der Synchronisation erlaubt es Menschen also sich passend zur Musik zu bewegen. Ermöglicht wird die Synchronisation zu einem Puls, einem Groove etc. durch ein inneres metrisches Raster. Mit Hilfe ebenjenes lassen sich musikalische Ereignisse zeitlich einordnen und dementsprechend antizipieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Rhythmus als grundlegendes menschliches und musikalisches Phänomen dar und führt das Konzept der rhythmischen Illusion ein.

2. Grundlegende Begriffe und Prinzipien: Dieses Kapitel definiert essenzielle Termini wie Beat, Puls, Metrum und Rhythmus und erläutert deren Zusammenspiel als hierarchisches System.

3. Interaktion von Rhythmus und Metrum: Hier wird analysiert, wie sich Rhythmus und Metrum gegenseitig beeinflussen, wobei Konzepte wie metrische Formbarkeit und Dissonanz zentral sind.

4. Betrachtung und Analyse von Beispielen: In diesem Hauptteil werden konkrete Musikstücke mittels Phasenverschiebung und Polyrhythmik auf ihre metrischen Täuschungsmanöver hin untersucht.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass rhythmische Illusionen auf der gezielten Ausnutzung metrischer Reflexe und Schablonen basieren.

Schlüsselwörter

Rhythmus, Metrum, Puls, rhythmische Illusion, metrische Dissonanz, Polyrhythmus, musikalische Wahrnehmung, Phasenverschiebung, metrische Mehrdeutigkeit, Kognition, Takt, Gestaltgesetze, Synkope, musikalischer Groove, metrische Schablone.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der "rhythmischen Illusion", bei der musikalische Strukturen die Hörer*innen dazu verleiten, ein falsches oder von der objektiven Notation abweichendes Metrum wahrzunehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Wahrnehmungspsychologie von Rhythmus und Metrum, die Interaktion metrischer Ebenen sowie die praktische Anwendung metrischer Manipulation in verschiedenen Musikgenres.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kompositorische Techniken zu identifizieren, die zu metrischer Mehrdeutigkeit führen, und zu verstehen, wie das menschliche Gehirn mit widersprüchlichen rhythmischen Informationen umgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen der Musikwissenschaft und Kognitionsforschung mit einer systematischen Analyse von Musikbeispielen aus der Pop-, Jazz- und klassischen Musik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Stücke von Künstlern wie The Beatles, Herbie Hancock, The Police und Joseph Haydn analysiert, um zu zeigen, wie Phasenverschiebungen und Polyrhythmen die metrische Wahrnehmung steuern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie rhythmische Illusion, metrische Dissonanz, Phasenverschiebung, Polyrhythmik, metrische Schablone und perzeptuelle Synchronisation stehen im Mittelpunkt.

Warum spielt die Unterscheidung von Puls, Metrum und Rhythmus eine so große Rolle?

Ohne eine klare Definition dieser zeitlichen Organisationsstrukturen ist eine präzise Analyse musikalischer Mehrdeutigkeiten nicht möglich, da sie unterschiedliche Ebenen der Wahrnehmung und Kognition ansprechen.

Wie wirkt sich die musikalische Vorbildung auf die Wahrnehmung der Illusionen aus?

Die Vorbildung und Enkulturation bestimmen, auf welche metrischen Schablonen ein Hörer zurückgreift, was die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, ob er auf eine rhythmische Illusion hereinfällt oder das "richtige" Metrum rekonstruiert.

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Résumé des informations

Titre
Rhythmische Illusionen. Wahrnehmung, Interpretation und Umsetzung mehrdeutiger Rhythmen
Université
University of Applied Sciences Osnabrück  (Institut für Musik)
Note
1,0
Auteur
Lukas Schwegmann (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
90
N° de catalogue
V539416
ISBN (ebook)
9783346182906
ISBN (Livre)
9783346182913
Langue
allemand
mots-clé
illusionen interpretation rhythmen rhythmische umsetzung wahrnehmung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lukas Schwegmann (Auteur), 2019, Rhythmische Illusionen. Wahrnehmung, Interpretation und Umsetzung mehrdeutiger Rhythmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539416
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Extrait de  90  pages
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