Der Lehrberuf ist, besonders in Volks- und Mittelschulen, noch klar weiblich dominiert. In der Sekundarstufe sowie in höheren Schulen nimmt der Anteil an Lehrerinnen und vor allem auch Direktorinnen beobachtbar ab, und in der universitären Bildung erst recht sind Frauen unterrepräsentiert. Daraus ergeben sich die Fragen, warum das so ist, da doch das Berufsfeld per se weiblich konnotiert ist, und wie man auch in den prestigeträchtigeren Ebenen im Bildungsbereich eine höhere Frauenquote herbeiführen kann.
Im Folgenden wird die Situation von Frauen in pädagogischen Führungspositionen genauer beleuchtet und Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Führung werden aufgezeigt. Außerdem soll die verschiedenartige Motivation, einen Führungsposten überhaupt anzustreben, herausgearbeitet werden. Der Fokus liegt am Ende darauf, Empfehlungen abzuleiten, wie auch im Bildungssektor mehr Frauen in leitende Funktionen kommen können.
Inhaltsverzeichnis
1 FRAUEN IM BILDUNGSBEREICH
2 FRAUEN UND FÜHRUNGSPOSITIONEN
2.1 FÜHRUNGSMOTIVATION
2.2 VERHÄLTNIS ZU MACHT
2.3 LEITUNGSHANDELN
3 HINDERLICHE UND FÖRDERLICHE BEDINGUNGEN
3.1 HINDERNISSE
3.2 FÖRDERLICHE BEDINGUNGEN
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen in pädagogischen Leitungsfunktionen und leitet Strategien ab, wie dieser Umstand durch gezielte Maßnahmen verbessert werden kann.
- Analyse der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Führungsmotivation
- Untersuchung des Machtbegriffs im Kontext weiblicher Führungskräfte
- Identifikation struktureller und persönlicher Hindernisse für den weiblichen Aufstieg
- Entwicklung von Empfehlungen zur Förderung von Frauen im Bildungsmanagement
Auszug aus dem Buch
2.2 Verhältnis zu Macht
Macht ist für die meisten Frauen kein erstrebenswertes Ziel, für das es sich lohne, eine Führungsstelle anzunehmen. In biografischen Interviews stellten Fahrenwald und Porter (2007, S. 239ff) fest, dass der Machtbegriff noch traditionell männlich behaftet ist und viele europäische Frauen Macht als etwas Negatives betrachten. Von der amerikanischen Vergleichsgruppe hingegen wurde der Machtbegriff als aktiv und dynamisch interpretiert. Macht („power“) war für sie wichtig, um gestalten und verändern zu können, um unter Teilhabe aller die persönliche und organisationale Entwicklung vorantreiben zu können.
Die Studie von Wottawa, Hiltmann, Mette, Montel und Zimmer (2011, S. 56) belegt analog dazu, dass Männer Macht und Geld ein größeres Gewicht beimessen, während für Frauen ethische Werte, Spaß im Beruf und Image, aber auch Freundschaften von Bedeutung sind. Der Stellenwert von Macht verringerte sich bei den befragten Frauen im Vergleichszeitraum sogar um über 10% zugunsten der Wertigkeit von Familie, die um beinahe 10% stieg.
Zusammenfassung der Kapitel
1 FRAUEN IM BILDUNGSBEREICH: Dieses Kapitel beleuchtet die Unterrepräsentanz von Frauen im Bildungsmanagement, trotz ihrer Überrepräsentanz im pädagogischen Berufsfeld insgesamt.
2 FRAUEN UND FÜHRUNGSPOSITIONEN: Hier werden Unterschiede in der Führungsmotivation, der Einstellung zu Macht sowie spezifische Ansätze des Leitungshandelns bei Frauen analysiert.
3 HINDERLICHE UND FÖRDERLICHE BEDINGUNGEN: Das Kapitel diskutiert Barrieren, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mangelnde Netzwerkanbindung, und stellt Lösungsansätze wie den „Circle of Diversity“ vor.
4 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass eine geänderte Kultur und gezielte Unterstützung notwendig sind, um mehr Frauen für Führungspositionen im Bildungsbereich zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Bildungsmanagement, Frauen in Führungspositionen, Führungsmotivation, Machtbegriff, pädagogische Leitung, Vereinbarkeit, Karrierehindernisse, Fördermaßnahmen, Networking, Mentoring, Bildungsbereich, Unterrepräsentanz, Schulleitung, Geschlechterrollen, Leitungshandeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Gründe, warum Frauen in pädagogischen Leitungspositionen unterrepräsentiert sind, obwohl das Berufsfeld selbst einen hohen Frauenanteil aufweist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf Führungsmotivation, dem Verständnis von Macht, strukturellen Hindernissen sowie Möglichkeiten zur gezielten Förderung von Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, Faktoren für die geringe Frauenquote im Bildungsmanagement zu identifizieren und konkrete Empfehlungen für eine höhere Frauenrepräsentanz abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und theoretische Ansätze zum Thema Frauen in Führungspositionen zusammengeführt und kritisch betrachtet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Führungsmotivation, die Interpretation des Machtbegriffs durch Frauen sowie die Diskussion hinderlicher Strukturen und förderlicher Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildungsmanagement, Führungsmotivation, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Networking sowie geschlechterspezifische Karrierehindernisse.
Wie unterscheidet sich der Machtbegriff bei Frauen laut der Arbeit?
Frauen assoziieren Macht häufig traditionell negativ, während ein aktiv-dynamischer Machtbegriff – als Gestaltungsmittel für positive Veränderungen – eher selten im Vordergrund steht.
Warum ist das Thema Vereinbarkeit für Frauen im Bildungsbereich kritisch?
Die Arbeit zeigt auf, dass insbesondere in höheren Leitungsfunktionen die Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen aufgrund steigender Anforderungen schwieriger wird als in der normalen Lehrtätigkeit.
Welche Strategie wird für Personalauswahlprozesse empfohlen?
Es wird empfohlen, Stellenausschreibungen genderneutral zu formulieren und stärker auf Eigenschaften wie Team- und Kommunikationsfähigkeit statt auf rein männlich konnotierte Durchsetzungsattribute zu fokussieren.
- Arbeit zitieren
- MA Bianca Lehner (Autor:in), 2020, Frauen im Bildungsmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539450