Finanzierungskonzepte von Vereinen der deutschen Fußballbundesliga


Hausarbeit, 2019

31 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung.

2 Die Bundesliga.
2.1 Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen.
2.2 Aktuelle wirtschaftliche Situation.

3 Finanzierungskonzepte im Allgemeinen.

4 Innenfinanzierung.
4.1 Interne Eigenfinanzierung.
4.1.1 Spielertransfers.
4.1.2 Merchandise.
4.1.3 Medienvermarktung und Sponsoring.
4.1.4 Ticketverkäufe und Stadien Vermietung.
4.2 Interne Fremdfinanzierung.

5 Außenfinanzierung.
5.1 Externe Eigenfinanzierung.
5.1.1 Besonderheiten des eingetragenen Vereins.
5.1.2 Besonderheiten einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
5.1.3 Besonderheiten einer Aktiengesellschaft
5.1.4 Besonderheiten einer Kommanditgesellschaft auf Aktien.
5.2 Externe Fremdfinanzierung.

6 Fazit und Ausblick.

Literaturverzeichnis.

Kurzfassung

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit, beschäftigt sich mit den verschiedenen Finanzierungskonzepten, die den Fußballvereinen in der Bundesliga zur Verfügung stehen. Es wird hierbei insbesondere auf die wesentlichen Möglichkeiten und Charakteristiken eingegangen, die den Vereinen durch ihr Engagement im Profisport zur Verfügung stehen. Die verschiedenen Methoden der Innen- und Außenfinanzierung, sowie der Eigen- und Fremdfinanzierung, werden jeweils aufgeführt und anschließend so gut wie möglich in Kontext zu den deutschen Bundesligavereinen gesetzt, indem sie mit aktuellem und relevantem Zahlen- und Datenmaterial versehen werden.

Abstract

The present dissertation outlines the different financial concepts, that football clubs in the first German football league can make use of. Especially focused are the essential possibilities and characteristics that are available, due to engagement in the professional sports sector. The different methods of the internal and external financing, as well as the self- and debt financing, are going to be presented and put into context by correlating them to relevant and current data material.

Schlüsselwörter

Finanzierungskonzepte

Fußballvereine

Profisport

Bundesliga

Innenfinanzierung

Außenfinanzierung

Eigenfinanzierung

Fremdfinanzierung

Borussia Dortmund

FC Bayern München

FC Schalke 04

Keywords

Financial concepts

Football club

Professional sport

Bundesliga

Internal financing

External financing

Self-financing

Debt financing

Borussia Dortmund

FC Bayern München

FC Schalke 04

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Organisationsstruktur des deutschen Fußballs.

Abbildung 2.2: Umsätze der Top 20 Vereine in der Saison 2017/18.

Abbildung 3.1: Übersicht der Finanzierungskonzepte.

Abbildung 4.1: Übersicht der Innenfinanzierung.

Abbildung 4.2: Einnahmemix der ersten Bundesligisten während der Saison 2018/ 2019 in Mio. €

Abbildung 5.1: Übersicht der Außenfinanzierung.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

222 Millionen Euro – mit dieser Rekordsumme lockte der französische Top Club Paris St. Germain, den bisher teuersten Spieler der Welt Neymar, im Jahr 2017 vom FC Barcelona an die Stadt an der Seine. Längst sind Spielertransfers im dreistelligen Millionenbereich zwar noch außergewöhnlich, allerdings keine Weltneuheit mehr. Der erste deutsche Verein, der von diesen enorm gestiegenen Verkaufssummen profitierte war Borussia Dortmund, der im Sommer 2017 das Spielertalent Ousmane Dembélé für eine festgeschriebene Ablöse von 105 Millionen Euro verkaufte.1

Im Gegensatz zu diesen Dimensionen geht es in der Bundesliga allerdings normalerweise erheblich gemäßigter zu. So tätigen die meisten deutschen Vereine in der Regel Spitzeneinkäufe im kleinen zweistelligen Millionenbereich und der momentan teuerste Spielerkauf der Bundesligageschichte mit 41,5 Millionen Euro ist noch um einiges bodenständiger. Allerdings liegen auch hier bereits Gerüchte in der Luft, dass beispielsweise der FC Bayern in der kommenden Transferperiode im Sommer 2019 bereit ist, diese Summe für Ihren Wunschkandidaten Lucas Hernandez vom spanischen Verein Atletico Madrid, mindestens zu verdoppeln.2

Berechtigterweise stellt man sich bei diesen immensen Ausgaben die Frage, wie es die Vereine schaffen, so viele liquide Mittel zu erwirtschaften, um die überdimensional steigenden Transferkosten und Spielergehälter noch finanzieren zu können.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich daher, mit den grundlegenden Finanzierungskonzepten und -möglichkeiten von Fußballvereinen. Betrachtungsgegenstand werden hierbei aus Gründen des Umfangs vor allem die Vereine aus der ersten deutschen Bundesliga sein.

Das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich vor allem mit den rechtlichen Grundlagen und der finanziellen Situation der Bundesliga, bevor im zweiten Kapitel die Grundlagen der Finanzierungskonzepte erklärt werden. Anschließend wird in den folgenden Kapiteln genauer auf die verschiedenen Methoden und Möglichkeiten der Innen- und Außenfinanzierung eingegangen. Zuletzt wird die Arbeit schließlich in einem kurzen Fazit zusammengefasst.

2 Die Bundesliga

Der deutsche Fußball ist in verschiedenen, abstufenden Ligen organisiert, angeführt von der 1. Bundesliga als höchste Spielklasse. Vom Deutschen Fußball Bund (DFB) im Jahr 1963 eingeführt, treten in dieser Liga die besten 18 Mannschaften Deutschlands im Kampf um die Meisterschaft jeweils in Hin- und Rückspiel gegeneinander an.3

2.1 Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen

Organisiert wird der deutsche Fußball pyramidenförmig im sogenannten 2-Säulen-Modell, mit dem eingetragenen Verein (e.V.) des DFB als Spitze des Konstrukts (Abbildung 2.1).4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da sich diese Hausarbeit hauptsächlich auf Vereine der 1. Bundesliga fokussiert, ist bei diesem Modell vor allem die Säule 2 von Interesse, die den Profibereich des deutschen Fußballs managt. Wie zu sehen ist, obliegt die Verantwortung und Organisation dieses Bereichs dem Ligaverband e.V., der „zur Erfüllung seiner Aufgaben und zur Durchführung seines operativen Geschäfts die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL GmbH) gegründet (hat).“5

In ihren Tätigkeitbereichs fallen mit der 1. und 2. Bundesliga die beiden einzigen professionellen deutschen Fußballligen, die auch Lizenzligen genannt werden. Grund hierfür ist die Tatsache, dass sich die jeweiligen Vereine dieser Ligen, jeweils vor dem Saisonbeginn, dem sogenannten Lizensierungsverfahren unterwerfen müssen. In diesem Verfahren wird, neben vielen verschiedenen administrativen Regulierungen, vor allem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine geprüft. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass während der kommenden Saison keiner der teilnehmenden Vereine aus finanziellen Gründen aus dem Spielbetrieb ausscheidet.6

Aufgrund der steigenden wirtschaftlichen Komplexität des Spielbetriebs, erlaubte der DFB am 24. Oktober 1998 die Teilnahme von Kapitalgesellschaften an den beiden Lizenzligen in Deutschland. Von dieser Möglichkeit machten in den folgenden Jahren fast alle Vereine gebraucht, und organisierten ihre Lizenzspielerabteilungen in Aktiengesellschaften (AG), Kommanditgesellschaften auf Aktien (GmbH & Co. KgaA) oder einfachen Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Dies war eine wegweisende Entscheidung, die den Vereinen viele neue Finanzierungsmöglichkeiten ermöglichte, und auf die im Kapitel 5 noch detaillierter eingegangen wird.7

Voraussetzung für diese Umorganisation ist allerdings die sogenannte „50+1 Regel“ die besagt, dass der jeweilige Verein mindestens die Hälfte, plus einen weiteren Stimmanteil, an der gegründeten Kapitalgesellschaft halten muss. Damit soll sichergestellt werden, dass weiterhin die sportlichen Interessen des Vereins im Vordergrund stehen, anstelle der finanziellen Bestrebungen möglicher Investoren. Ausnahme hierbei bildet allerdings die Regel, dass „Wenn sich ein Investor nachhaltig über 20 Jahre in einem Verein engagiert hat, […] er dort die Mehrheit der Stimmen übernehmen (darf).“8Von dieser Möglichkeit profitieren vor allem Vereine wie beispielsweise der VFL Wolfsburg, oder Bayer Leverkusen, welche ursprünglich aus Werksclubs der Volkswagen AG bzw. der Bayer AG entstanden und diesen Unternehmen somit zu 100% unterstehen.9

2.2 Aktuelle wirtschaftliche Situation

Auf internationaler Ebene rangieren immerhin drei deutsche Bundesligavereine unter den 20 umsatzstärksten Vereinen der Welt. Absoluter Branchenprimus in Deutschland ist hierbei der Fußballclub (FC) Bayern München, der in der Saison 2017/2018 mit 629,2 Millionen € fast doppelt soviel Umsatz erzielte wie sein größter nationaler Verfolger Borussia Dortmund, mit 317,2 Millionen € (siehe Abbildung 2.2).10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Doch auch die Gesamtheit der Bundesliga braucht den internationalen Vergleich nicht zu scheuen, denn so man kämpft beispielsweise seit Jahren erbittert mit der Primera Division aus Spanien, um den zweiten Platz im internationalen Ranking der umsatzstärksten Fußballligen der Welt.11

Mit einem kumulierten Umsatz von ca. 3,8 Milliarden Euro in der letzten Saison 2017/2018, wurde zum 14. Mal in Folge der persönliche Rekord der Bundesliga getoppt.12

Auffallend ist allerdings die große Diskrepanz, die sich aus den Umsätzen der TV-Verträge der verschiedenen Ligen ergibt. Während die englische Premier League als Spitzenreiter durch die Vermarktung der TV-Rechte derzeit umgerechnet bis zu 2,3 Milliarden Euro pro Saison verdient, beträgt der Medienerlös für die deutsche Bundesliga „nur“ rund 1,16 Milliarden Euro in der laufenden Saison. Auch wenn die Summe des neuen TV-Vertrags der Premier League für die nächsten Jahre wohl etwas geringer ausfallen wird, ist ein erheblicher Aufholbedarf der Bundesliga leicht erkennbar und vor allem unabdingbar, um den sportlichen Anschluss an die internationale Spitze nicht zu verlieren.13

Zusammenfassend lässt sich allerdings sagen, dass die Bundesliga durch das professionelle Management der Vereine und auch die strengen Lizenz Bedingungen des DFB wirtschaftlich auf einer sehr soliden Position verbleibt.14

3 Finanzierungskonzepte im Allgemeinen

Die Finanzierung an sich ist ein relativ umfassender Begriff. Im thematischen Zusammenhang dieser Hausarbeit steht er hauptsächlich für die Beschaffung von finanziellen Mitteln (Eigen- oder Fremdkapital) der verschiedenen Fußballvereine, beziehungsweise ihrer ausgegliederten Kapitalgesellschaften. Notwendig ist die laufende Finanzierung der Vereine im Fußball einerseits, um ihre operative Tätigkeit abzusichern, welche beispielsweise die teils sehr hohen Spielergehälter, oder die Logistikkosten der gesamten Verwaltungsapparate beinhaltet. Andererseits spielt vor allem auch die Finanzierung von zukünftigen Investitionen oder Projekten eine erhebliche Rolle, die im professionellen Vereinssport verhältnismäßig häufig anstehen. Beispiele hierfür wären typischerweise der Kauf neuer Spieler auf dem Transfermarkt, oder der Neu- bzw. Umbau von Trainingsgeländen oder Austragungsorten (Stadien).

Die möglichen Finanzierungskonzepte lassen sich wie in Abbildung 3.1 dargestellt strukturieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zunächst einmal werden die Finanzierungskonzepte nach der Herkunft des Kapitals unterteilt. Die erste Möglichkeit dies sich hieraus ergibt, ist die sogenannte Innenfinanzierung, bei der das benötigte Kapital ohne das Hinzuziehen externer Faktoren gestemmt wird, also einzig aus der operativen Tätigkeit des Unternehmens generiert wird. Die zweite Methode ist die Finanzierung durch unternehmensexterne Quellen, bei der das gewonnene Kapital somit nicht aus den erzielten Umsätzen des jeweiligen Unternehmens stammt.15

Der nächste Betrachtungspunkt ist die rechtliche Stellung des Kapitalgebers, die entweder eine Eigenfinanzierung oder Fremdfinanzierung mit sich führt. Während die sogenannte Eigenfinanzierung in der Regel eine Eigenkapitalerhöhung (EK) des Unternehmens bewirkt, führt die Fremdfinanzierung zwangsläufig zur Erhöhung der bilanziellen Fremdkapitalposition (FK) und ist somit in den meisten Fällen an Zins- und Rückzahlungsvereinbarungen gebunden.16Aus diesen Konstellationen ergeben sich schließlich die vier folgenden Finanzierungskonzepte, welche in den nächsten beiden Kapiteln noch detaillierter erklärt werden:

1. Interne Eigenfinanzierung
2. Interne Fremdfinanzierung
3. Externe Eigenfinanzierung
4. Externe Fremdfinanzierung

Betrachtungspunkt hierbei sind vor allem die besonderen Finanzierungsmöglichkeiten, die durch die Tätigkeit im Profisport entstehen, und wie sie von den Fußballvereinen der Bundesliga profitabel umgesetzt werden.

4 Innenfinanzierung

Charakteristisch an der Innenfinanzierung ist wie bereits erwähnt die Tatsache, dass das freigesetzte Kapital ausschließlich aus unternehmensinternen Quellen stammt und somit Resultat der operativen Tätigkeit des Unternehmens ist. In Abbildung 4.1. sind zusammenfassend die wichtigsten Finanzierungskonzepte dieses Bereichs dargestellt, aufgeteilt nach der jeweiligen Kategorie des Kapitals (EK oder FK).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.1 Interne Eigenfinanzierung

Die mit Abstand größte und relevanteste Funktion der internen Eigenfinanzierung, auch offene Selbstfinanzierung genannt, ist die Einbehaltung von generierten Gewinnen durch die operative Tätigkeit. Der Umsatzrendite der Vereine fällt somit eine entscheidende Rolle zu, da sie Bemessungsgrundlage der Gewinnerzielung ist. Da die Umsätze der Vereine und Unternehmen im Profisport, im Gegensatz zu produzierenden oder Handel treibenden Unternehmen grundverschieden generiert werden, stehen in diesem Kapitel vor allem die verschiedenen Einnahmequellen der Vereine im Fokus. In Abbildung 4.2. ist der kumulierte Einnahmemix aller Bundesligavereine in der Saison 2017/2018 abgebildet.17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie zu sehen ist, fällt vor allem dem Sponsoring und der Medianvermarktung mit einem 56 prozentigem Anteil aller Einnahmen eine wichtige Rolle zu. Doch auch die Einnahmen durch die Ticketverkäufe und den Spielbetrieb in Höhe von 538,4 Millionen Euro und vor allem auch der wichtige Posten der Transfereinnahmen sind nicht zu vernachlässigen.

4.1.1 Spielertransfers

Eine der bekanntesten Charakteristiken im Profisport ist der „Handel“ mit Spielern auf dem sogenannten Transfermarkt. Dass die Marktwerte von sehr talentierten Spielern mittlerweile dreistellige Millionenbeträge erreicht haben, ist vor allem der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Vereine vom sportlichen Erfolg geschuldet. Je länger ein Bundesligaverein sportlich erfolgreich ist, im Idealfall auch auf internationaler Ebene, beispielsweise durch die Teilnahme an der Champions- oder Europa League, desto höher werden die Einnahmen durch Merchandise, Medienvermarktung, Sponsoring, etc.

Da der sportliche Erfolg wiederum zu 100% auf den Spielern und verschiedenen Trainer der Vereine beruht, bewirken die Angebot- und Nachfragemechanismen des Transfermarkts die schon fast inflationären Preissteigerungen für außergewöhnliche Talente, die gegebenenfalls ganze Spiele im Alleingang entscheiden und den eigenen Mannschaften einen nachhaltigen Aufschwung verleihen.

Auch der emotionale Faktor der verschiedenen Spielertypen spielt eine nicht unerhebliche Rolle. So werden die die verschiedenen Spieler von den Anhängern der Vereine natürlich unterschiedlich sympathisch angesehen und viele Vereine legen Wert auf spezielle menschliche Charakteristiken wie beispielsweise ein positives Mindsetting und Kampfgeist. Die Marktwerte der Spieler beruhen somit nicht allein auf deren sportlichen Leistung und die Vereine müssen sich mit einer sehr komplexen und nur schwer durchschaubaren Marktsituation auseinandersetzten.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Spielerkader wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass der Gesamtmarktwert aller Spieler der Bundesliga etwa 4,54 Milliarden Euro hoch ist. Bei 513 Spielern ergibt das einen durchschnittlichen Marktwert von 8,85 Millionen Euro pro Spieler18(ca. 252 Millionen Euro pro Verein19).

Der „Handel“ mit Spielern birgt immenses wirtschaftliches Potential und daher haben einige Bundesligisten die eigene Ausbildung bzw. den billigen Kauf von (jungen) Spielern und ihren teuren Weiterverkauf als klare Finanzierungsstrategie erfolgreich etabliert. Der Sportclub (SC) Freiburg war 1990 der erste deutsche Proficlub, der sich explizit als Ausbildungsverein positionierte. Ein Konzept, dass sich für den Sportverein aus dem Schwarzwald definitiv bewährt hat20. So befähigt es den, mit nur geringer finanzieller Strahlkraft ausgestatteten Club, auch diese Saison wieder an der besten deutschen Fußballiga teilzunehmen, in der sie derzeit immerhin den 11. Platz verteidigen.21

Ein weiteres populäres Beispiel für eine erfolgreiche Transferpolitik, ist vor allem der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund (BvB), der diese quasi perfektioniert hat. Im Zeitraum von der Saison 2016/2017 bis zum jetzigen Zeitpunkt, stehen Transferausgaben von 321,44 Millionen Euro, Einnahmen von ca. 480,85 Millionen Euro gegenüber22– ein Plus von knapp 160 Millionen Euro.23Dass dieser Überschuss noch dazu in einem Zeitraum generiert wurde, in dem sich der Verein in einer schwierigen sportlichen Situation befand und damit kämpfte, sich auch auf internationaler Ebene wieder als Top Club zu etablieren, zeigt die strategische und wirtschaftliche Raffinesse, die das Management eines erfolgreichen Bundesligavereins heutzutage an den Tag legen muss.

Auch der FC Schalke 04 e.V., als einer der größten sportlichen Konkurrenten von Borussia Dortmund, betreibt mit der sogenannten „Knappenschmiede“ ein populäres und engagiertes Projekt zur Förderung eigener Perspektivspieler.24

4.1.2 Merchandise

Auch wenn das Merchandise mit nur fünf Prozent Anteil am Einnahmemix der Bundesligisten ein eher kleiner Posten ist, so ist er mit über 180 Millionen Euro Gesamtumsatz in der letzten Saison, ein nicht zu vernachlässigender wirtschaftlicher Faktor. Im Gegensatz zu den anderen Einnahmequellen der Vereine ist allerdings im Bereich des Merchandisings in der gesamten Bundesliga eine eintretende Stagnation zu beobachten.25

Absolute Spitze in diesem Sektor bildet seid vielen Jahren der FC Bayern München. So beanspruchte er allein in der Saison 2016/2017 mit knapp 97 Millionen Euro am Umsatz, mehr als die Hälfte des generierten Gesamtvolumens für sich.26Grunde hierfür ist zum einen die große Fanbasis des Vereins. Mit 291.000 eingetragenen Mitgliedern, ist der Club in dieser Kategorie weltweit unerreicht. Auch die größten nationalen Konkurrenten aus Gelsenkirchen und Dortmund, mit jeweils ca. 155.000 Mitgliedern, stellen die Münchener dabei weit in den Schatten.27

Des Weiteren sind einerseits natürlich der sportliche Erfolg des Vereins und andererseits auch sein frühzeitiges und strategisch raffiniertes Engagement am asiatischen Markt für diesen Erfolg verantwortlich. So investierte der FC Bayern beispielsweise als erster europäischer Fußballverein in China28- Eine Strategie, die sich die Konkurrenz zum Vorbild nimmt. So unternahm der BvB allein in den letzten drei Jahren, zwei große Asienreisen, um seine Popularität und Wahrnehmung in den so wichtigen Zukunftsmärkten zu erhöhen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einnahmen aus dem Merchandise sehr charakteristisch für den Profisport stehen, da sie in hohem Maß von dem sportlichen Erfolg und der Beliebtheit der jeweiligen Vereine abhängig sind. Diesem Geschäftsfeld allerdings aktiv nachzugehen und es bestmöglich zu nutzen, ist absolute Grundvoraussetzung für alle Vereine der 1. Bundesliga.

[...]


1 Weber 2018.

2 Krämer 2017.

3 Deutscher Fußball Bund 2014.

4 Holzhäuser 2004, S.146.

5 Holzhäuser 2004, S.146.

6 Deutsche Fußball Liga 2017, S. 3-8.

7 Förster 2015.

8 Förster 2015.

9 Förster 2015.

10 Hammond / Ross / Winn / Wood 2019, S. 2-7.

11 Rentz 2018.

12 Deutsche Fußball Liga 2019, S. 8 -11.

13 Die Welt 2018.

14 Deutsche Fußball Liga 2019, S.10.

15 Funding Circle 2018.

16 Funding Circle 2018.

17Deutsche Fußball Liga 2019, S. 11.

18 Transfermarkt 2019a.

19 Eigene Berechnung auf Grundlage von Transfermarkt 2019.

20 Sport Club Freiburg.

21 Bundesliga 2019.

22 Transfermarkt 2019b.

23 Eigene Berechnung auf Grundlage von Transfermarkt 2019b.

24 Fußball Club Schalke 04.

25 Weßling 2018.

26 Fußball Geld 2017.

27 Wikipedia 2019.

28 Riaz 2017.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Finanzierungskonzepte von Vereinen der deutschen Fußballbundesliga
Hochschule
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Note
1,3
Jahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V539528
ISBN (eBook)
9783346164001
ISBN (Buch)
9783346164018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung, Bundesliga, Fußball, Vereine, Sport, Fußballvereine, Einnahmen, Ausgaben, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Fremdkapital, Eigenkapital, Investition, Rendite, Eigenfinanzierung, Fremdfinanzierung, Profisport, Finanzierungskonzepte, FC Bayern München, BVB, Borussia Dortmund, Rechtsformen, FC Schalke 04, Fußballbundesliga, Kapital, Führung, Management, Sponsoring, Merchandise, Ticketverkäufe, Spielertransfers, Fußballverein, Aktien, AG, Aktiengesellschaft, GmbH, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, KG, Kommanditgesellschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Finanzierungskonzepte von Vereinen der deutschen Fußballbundesliga, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539528

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