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Die Stigmatisierung psychisch Kranker

Eine theoretische Annäherung

Titel: Die Stigmatisierung psychisch Kranker

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2019 , 127 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses wissenschaftliche Projekt folgt dem Versuch, eine möglichst umfassende und breit aufgestellte, theoretische Übersicht über die Stigmatisierung psychisch Kranker zu liefern. Dafür werden anfangs grundlegende Begriffe wie „Stigma“ und „Stigmatisierung“, „Stereotyp“ und „Vorurteil“ erläutert und voneinander abgegrenzt. Die Definitionen deuten bereits vereinzelt Funktionen von Stigmata an, die im darauffolgenden Kapitel geschildert werden. Nachdem die Darstellung einiger grundlegender Hypothesen für die Herausbildung von Stigmata erfolgt, werden ausgewählte Modelle des Stigmatisierungsprozesses in verkürztem Umfang vorgestellt.

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlichster Erklärungsansätze liegt der Fokus dieser Arbeit auf einigen wegweisenden und frühen Erklärungsmodellen, auf die die heutige einschlägige Literatur noch immer verweist. Nachdem die Grundlagen rund um den Begriff „Stigma“ geschaffen wurden, ist es das weitere Bestreben des Projektes, darüber aufzuklären, was eine „psychische Krankheit“ bzw. „psychische Störung“ ist. Wie es in der Theorie häufig der Fall ist, bestehen nahezu unzählige Definitionsversuche für diese Termini, sodass man sich diesen Begrifflichkeiten im Rahmen der Arbeit nur annähern kann. Wie eingangs erläutert, wurde durch den 1975 hervorgerufenen Reformprozess der Psychiatrie eine wesentliche Grundlage für die bis heute andauernde Verbesserung der psychiatrischen Behandlung in Gang gesetzt. Auf dieses außerordentlich bedeutsame Ereignis in der Geschichte der Psychiatrie wird anschließend eingegangen. Der folgende Abschnitt zeigt die Bedeutung subjektiver Krankheitstheorien im Hinblick auf die Stigmatisierung auf und folgt dem Versuch, einige „typische“ Auffassungen über psychische Störungen darzustellen. In den abschließenden Passagen werden die schwerwiegenden Folgen der Stigmatisierung für Erkrankte in vier stigmatisierten und stigmatisierenden Bereichen beschrieben und diese Erkenntnisse in der Zwei-Faktoren-Theorie nach Rüsch et al. verortet. Bevor auf Grundlage des erarbeiteten Wissens ein Fazit zur Stigmatisierung psychisch Kranker gezogen wird, besteht das vorletzte Kapitel aus einer kritischen Reflexion der erarbeiteten Inhalte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erläuterung und Abgrenzung grundlegender Begriffe

2.1 Stigma

2.2 Stigmatisierung

2.3 Stereotyp

2.4 Vorurteil

3. Funktionen von Stigmata

4. Hypothesen zur Entstehung von Stigmata

5. Frühe Modelle des Stigmatisierungsprozesses

5.1 Das Stigma-Konzept nach Goffman

5.2 Der Labeling Approach

5.3 Der Etikettierungsansatz nach Scheff

5.4 Der modifizierte Etikettierungsansatz nach Link et al.

5.5 Das erweiterte Stigma-Konzept nach Link und Phelan

6. Annäherung an grundlegende Begriffe

6.1 Krankheit

6.2 Psychische Krankheit / Psychische Störung

6.3 Klassifikationssysteme psychischer Störungen

7. Die Psychiatrie-Enquête

7.1 Definition: Psychiatrie

7.2 Überblick über die Psychiatrie-Enquête

7.3 Entstehung und Entwicklung der Psychiatrie-Enquête

7.4 State of the Art

8. Zur Bedeutung subjektiver Krankheitstheorien

8.1 Historische Entwicklung öffentlicher Krankheitstheorien

8.2 Krankheitstheorien der Allgemeinbevölkerung

8.3 Ursachenvorstellungen von psychischen Erkrankungen

8.4 Behandlungsvorstellungen von psychischen Erkrankungen

9. Folgebereiche der Stigmatisierung

9.1 Interpersonelle Interaktion

9.2 Strukturelle Diskriminierung

9.3 Das Bild psychisch Erkrankter in der Öffentlichkeit

9.4 Zugang zu sozialen Rollen

10. Die Zwei-Faktoren-Theorie nach Rüsch et al.

10.1 Öffentliche Stigmatisierung

10.2 Selbststigmatisierung

11. Selbstkritische Reflexion

12. Fazit und Ausblick

13. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine umfassende theoretische Übersicht zur Stigmatisierung psychisch kranker Menschen zu liefern. Sie untersucht, wie Stigmatisierungsprozesse entstehen, welche Funktionen sie erfüllen und welche tiefgreifenden Folgen sie für das Alltagsleben und die Lebenschancen der Betroffenen haben.

  • Grundlagen und Abgrenzung der Begriffe Stigma, Stigmatisierung, Stereotyp und Vorurteil.
  • Analyse der Funktionen von Stigmata sowie Entstehungshypothesen.
  • Vorstellung wegweisender Modelle des Stigmatisierungsprozesses (Goffman, Scheff, Link et al.).
  • Die Bedeutung subjektiver Krankheitstheorien und die Rolle der Psychiatrie-Enquête.
  • Untersuchung der Folgebereiche (interpersonelle Interaktion, strukturelle Diskriminierung) und der Zwei-Faktoren-Theorie nach Rüsch et al.

Auszug aus dem Buch

2.1 Stigma

Bis in die 90er Jahre zeichnete der Begriff „Stigma“ lediglich Begriffe aus der Botanik und der Biologie, sodass beispielsweise die am Griffelende sitzende Narbe einer Blüte und die Atemöffnung von Insekten als „Stigma“ bezeichnet wurden.

Etymologisch, aus dem Griechischen abgeleitet, bedeutet das Wort „Stigma“ „Brandmal“, auch im Bereich der christlichen Theologie kennzeichnet der Terminus ein „Wundmal“ (vgl. u. a. Kulbe 2017, S. 164, vgl. Grausgruber 2005, S. 19f., vgl. Hinterhuber 2002, S. 117). Schon Cicero verwendete den Ausdruck „Stigmatias“, um einen „Gebrandmarkten“ zu beschreiben und auch Plinius der Ältere gebrauchte den Begriff „Stigmosus“, um einen mit Brandmalen gekennzeichneten Verbrecher zu benennen. Wörtlich übersetzt steht das griechische Wort „stigmein“ für „durchbohren“ oder „ein Loch anbringen“ (vgl. u. a. Hinterhuber 2002, S. 118). Der amerikanische Soziologe Ervin Goffman schaffte 1963 (dt. 1967) mit seinem Werk „Stigma: Notes on the Management of Spoiled Identity“ (dt. „Über Techniken der Bewältigung geschädigter Identität“) eine wegweisende Arbeit für den Beginn der sozialwissenschaftlichen Stigma-Forschung. Goffman zufolge verwendeten die Griechen den Begriff „Stigma“ um auf ein körperliches Zeichen zu verweisen, das einen schlechten moralischen Zustand einer Person offenbarte und den Zeichenträger als Verbrecher, Verräter oder Sklaven kennzeichnete, der vor allem auf öffentlichen Plätzen gemieden werden sollten (vgl. ebd., S. 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema Stigmatisierung als gesellschaftliches Problem und Zielsetzung der Arbeit.

2. Erläuterung und Abgrenzung grundlegender Begriffe: Definition und Differenzierung der zentralen Begriffe Stigma, Stigmatisierung, Stereotyp und Vorurteil.

3. Funktionen von Stigmata: Darstellung der psychologischen und sozialen Funktionen, die Stigmata für das Handeln von Individuen erfüllen.

4. Hypothesen zur Entstehung von Stigmata: Analyse gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und Ursachen, die die Entstehung von Stigmata begünstigen.

5. Frühe Modelle des Stigmatisierungsprozesses: Vorstellung wegweisender soziologischer Modelle, darunter Goffman und der Etikettierungsansatz.

6. Annäherung an grundlegende Begriffe: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Krankheit und psychische Störung.

7. Die Psychiatrie-Enquête: Aufarbeitung der historischen Psychiatrie-Reform in Deutschland und ihrer Auswirkungen.

8. Zur Bedeutung subjektiver Krankheitstheorien: Untersuchung, wie individuelle Vorstellungen von Krankheit das Verhalten und die Behandlung beeinflussen.

9. Folgebereiche der Stigmatisierung: Detaillierte Analyse der Stigmatisierung in verschiedenen Lebensbereichen und Interaktionsformen.

10. Die Zwei-Faktoren-Theorie nach Rüsch et al.: Einordnung von öffentlicher Stigmatisierung und Selbststigmatisierung in ein gemeinsames Modell.

11. Selbstkritische Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit und den gewählten methodischen Schwerpunkten.

12. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion des gesellschaftlichen Handlungsbedarfs.

Schlüsselwörter

Stigmatisierung, psychische Krankheit, Psychiatrie-Enquête, Stereotyp, Vorurteil, Labeling Approach, Diskriminierung, soziale Identität, Selbststigmatisierung, soziale Interaktion, Krankheitsmodelle, Psychiatrie-Reform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Annäherung an das Phänomen der Stigmatisierung psychisch kranker Menschen, analysiert deren Entstehung, Funktionen und Folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf soziologische Erklärungsmodelle, gesellschaftliche Vorurteile, die psychiatrische Versorgungsgeschichte in Deutschland sowie subjektive Krankheitstheorien von Patienten und Laien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine umfassende theoretische Übersicht zu liefern, um für die Stigmatisierungsproblematik zu sensibilisieren und den Handlungsbedarf im sozialen und kommunikativen Kontext aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender soziologischer und psychiatrischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition zentraler Begriffe, die Vorstellung von Modellen zum Stigmatisierungsprozess, eine Analyse der Psychiatrie-Enquête sowie die Untersuchung von Folgebereichen der Stigmatisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Stigmatisierung, psychische Störung, Etikettierung, soziale Diskriminierung, Psychiatrie-Reform und das Identitätskonzept nach Goffman.

Welche Rolle spielt die Psychiatrie-Enquête?

Die Psychiatrie-Enquête von 1975 markiert einen Wendepunkt in der psychiatrischen Versorgung in Deutschland, hin zu einer gemeindenahen und menschenwürdigeren Behandlung.

Was besagt die Zwei-Faktoren-Theorie nach Rüsch et al.?

Sie unterscheidet zwischen der öffentlichen Stigmatisierung durch die Gesellschaft und der Selbststigmatisierung, bei der Betroffene die negativen Stereotype verinnerlichen.

Ende der Leseprobe aus 127 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Stigmatisierung psychisch Kranker
Untertitel
Eine theoretische Annäherung
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1.3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
127
Katalognummer
V539561
ISBN (eBook)
9783346183583
ISBN (Buch)
9783346183590
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stigmatisierung Psychiatrie psychisch krank
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Die Stigmatisierung psychisch Kranker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539561
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Leseprobe aus  127  Seiten
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