Diese Zusammenfassung beschäftigt sich mit der Sprechakttheorie Austins und ihrer Weiterführung durch Searle.
Zunächst wird kurz auf die Wegbereiter der Sprechakttheorie eingegangen. Im Anschluss soll auf die Ideen Austins eingegangen werden, gefolgt von den Modifikationen und Veränderung durch Searle. Daraufhin werden Anfragen und Kritikpunkte der Sprechakttheorie aufgeführt. Den Abschluss bilden Ideen zu den fünf formulierten Thesen.
Die Sprechakttheorie gilt als Begründerin der linguistischen Pragmatik, die das sprachliche Handeln und die Sprachverwendung, d.h. die Beziehung von sprachlichen Zeichen zu ihren Benutzern erforscht. In diesem Kontext prägte Austin den Begriff Performanz, der sich auf Gelingen von Sprechakten bezieht, die die soziale Welt verändern (z.B. Taufe). Durch diese Ansicht wurde die performative Wende (performative turn) eingeleitet, bei der nicht mehr der wahre oder falsche Inhalt eines Satzes im Zentrum steht, sondern dessen Handlungsfähigkeit und die des Emittenten. Treffend formulierte Villers den vollzogenen Wandel: "In diesem Sinne hat das Wort keine Bedeutung, sondern es ist Bedeutung."
Inhaltsverzeichnis
1. Sprechakttheorie
2. Nicht-notwendige Bedingungen
2.1. Aufrichtigkeitsforderung
2.2. Konsistenzforderung
3. Notwendige Bedingungen
3.1. Konventional-inhaltliche Voraussetzungen
3.1.1. Konventional-inhaltliche Voraussetzungen
3.1.2. Angemessenheit des Kontexts
3.2. Methodisch-formale Voraussetzungen
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet eine strukturierte Einführung in die Sprechakttheorie, ausgehend von den theoretischen Grundlagen bei John L. Austin bis hin zu deren systematischer Weiterentwicklung durch John Searle, um das Verhältnis von sprachlicher Äußerung und handlungsleitender Wirkung zu beleuchten.
- Grundlagen der Sprechakttheorie nach Austin (performative vs. konstatierende Äußerungen)
- Differenzierung in lokutionäre, illokutionäre und perlokutionäre Akte
- Die Rolle von Konventionen und Gelingensbedingungen für Sprechakte
- Searles Erweiterung der Theorie und die Klassifikation von Illokutionstypen
Auszug aus dem Buch
Sprechakttheorie
Die Sprechakttheorie gilt als Begründerin der linguistischen Pragmatik, die das sprachliche Handeln und die Sprachverwendung, d.h. die Beziehung von sprachlichen Zeichen zu ihren Benutzern erforscht.
In diesem Kontext prägte Austin den Begriff Performanz, der sich auf Gelingen von Sprechakten bezieht, die die soziale Welt verändern (z.B. Taufe). Durch diese Ansicht wurde die performative Wende (performative turn) eingeleitet, bei der nicht mehr der wahre oder falsche Inhalt eines Satzes im Zentrum steht, sondern dessen Handlungsfähigkeit und die des Emittenten. Treffend formulierte Villers den vollzogenen Wandel: „In diesem Sinne hat das Wort keine Bedeutung, sondern es ist Bedeutung.“
Austins Sprechakttheorie bzw. in Folge dessen der performtive turn lässt sich im linguistic turn verorten, einer interdisziplinären Bewegung (Philosophie, Literaturwissenschaft, Linguistik) mit dem Ziel, die Sprache an sich genauer zu untersuchen, worunter v.a. die Bedingungen von sprachlicher Kommunikation fallen. Man sieht Sprache im Sinne des linguistic turn nicht mehr als reines Medium von Informationen, sondern als Diskurs, der bestimmten Regeln folgt. Die Ausführungen unten werden zeigen, dass sowohl Austin als auch Searle Bedingungen bzw. Regeln formuliert haben, die für das Gelingen eines Sprechaktes notwendig sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Sprechakttheorie: Einleitung in die historischen und theoretischen Ursprünge der Theorie, insbesondere die Einführung des Begriffs Performanz und die Wende hin zur handlungsorientierten Sprachbetrachtung.
Nicht-notwendige Bedingungen: Untersuchung der subjektiven Gelingensvoraussetzungen wie die Aufrichtigkeit des Sprechers und die Konsistenz des gezeigten Verhaltens.
Notwendige Bedingungen: Detaillierte Analyse der konventionellen, inhaltlichen und methodisch-formalen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Sprechakt soziale Gültigkeit erlangt.
Zusammenfassung: Synthese der zentralen Erkenntnisse über die Einheit von Sagen und Tun sowie die kritische Reflexion der Trennung zwischen konstatierenden und performativen Aussagen.
Schlüsselwörter
Sprechakttheorie, Linguistik, Pragmatik, Performanz, Austin, Searle, Lokution, Illokution, Perlokution, Sprachphilosophie, Performative Äußerung, Sprechakt, Konvention, Handlungsfähigkeit, Diskurs
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen und die systematische Entwicklung der Sprechakttheorie von Austin bis hin zu Searle.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Unterscheidung von Sprachformen (konstatierend vs. performativ) und die Analyse der Gelingensbedingungen von Sprechakten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Sprechakttheorie nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie sprachliche Äußerungen als soziale Handlungen verstanden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und Literaturinterpretation der klassischen Werke von Austin und Searle sowie deren linguistische Einordnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Akte (Lokution, Illokution, Perlokution), die Analyse von Gelingensbedingungen und die Klassifizierung der Sprechaktrollen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Sprechakttheorie, Performanz, Illokution, Perlokution und die Unterscheidung zwischen Konstativen und Performativen.
Worin liegt der Unterschied zwischen einem lokutionären und einem illokutionären Akt?
Der lokutionäre Akt bezieht sich auf den Vollzug der sprachlichen Äußerung an sich, während der illokutionäre Akt die beabsichtigte soziale Handlung oder Funktion (z.B. ein Versprechen oder eine Warnung) beschreibt.
Warum sind für Austin nicht alle Sätze wahr oder falsch?
Austin argumentiert, dass viele Äußerungen performativ sind und somit keine deskriptive Funktion haben, die auf Wahrheitsgehalt prüfbar wäre, sondern soziale Handlungen vollziehen.
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- Anonym (Autor), 2017, Die Sprechakttheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539621