Gut Holz, noroc. Eine Analyse des deutschen und rumänischen Lexikons des Kegelsports


Masterarbeit, 2017

121 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis Linguistik

Abkürzungsverzeichnis Kegeln

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Danksagung

1 Einführung
1.1 Die Fachlexik im rumänischen und deutschen Kegelsport
1.2 Der Untersuchungsgegenstand: deutsche und rumänische Kegellexik
1.3 Forschungsfragen, Hypothesen, Ziele und Gliederung der Arbeit

2 Kegelsprache im fachsprachlichen Diskurs
2.1 Fach und Kommunikation
2.1.1 Fach
2.1.2 Soziale Gruppe
2.2 Fachsprachen
2.3 Sportsprache

3 Methodik und Datenkorpus
3.1 Methodisches Vorgehen
3.1.1 Forschungsdesign
3.1.2 Teilnehmende Beobachtung und ethnografisches Vorgehen
3.1.3 Fragebogen zur Elizitierung der Kegellexik
3.1.4 Fragebogen zu Stereotypen
3.1.5 Experteninterview
3.1.6 Korpusrecherche
3.2 Das Datenkorpus der Studie

4 Der Kegelsport und der kulturelle Kontext
4.1 Forschungsstand und Quellenlage
4.2 Historie des Kegelsports
4.2.1 Historie des Kegelsports in Deutschland
4.2.2 Historie des Kegelsports in Rumänien
4.3 Stereotype des Kegelns

5 Der Kegelwettkampf als usage-base des Lexikons
5.1 Ablauf eines Kegelwettkampfes
5.2 Die Fachlexik auf der Ebene der Pragmatik

6 Die rumänische und deutsche Lexik des Sportjargons
6.1 Kegelvokabular
6.1.1 Kegel
6.1.2 kegeln
6.1.3 Fehlwurf
6.1.4 Nullwurf
6.1.5 Vorletzter Wurf
6.2 Gassen
6.2.1 Außengassen
6.2.2 Innengassen
6.3 Kegel
6.3.1 Kegel 1
6.3.2 Kegel 5
6.3.3 Kegel 2, 3, 7, 8
6.3.4 Kegel 4 und 6
6.3.5 Kegel 9
6.4 Kegelbilder
6.4.1 Umgeworfene Kegel 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
6.4.2 Umgeworfene Kegel 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9
6.4.3 Umgeworfene Kegel 1, 2, 3, 6, 7, 8, 9
6.4.4 Umgeworfene Kegel 1, 2, 4, 7, 8, 9
6.4.5 Umgeworfene Kegel 1, 2, 3, 7, 8, 9
6.4.6 Umgeworfene Kegel 1, 7, 8, 9
6.4.7 Umgeworfene Kegel 1, 7, 8
6.4.8 Umgeworfene Kegel 1, 3, 5, 6, 8, 9
6.4.9 Umgeworfene Kegel 1, 5, 9
6.4.10 Umgeworfene Kegel 1, 5, 7, 8, 9
6.5 Fangesänge
6.5.1 Bei einem Neuner
6.5.2 Bei einem Achter
6.5.3 Bei einem Siebener
6.5.4 Bei einem Sechser
6.5.5 Nach dem Abräumen eines, mehrerer oder aller noch stehenden Kegel
6.5.6 Nach dem hauchdünnen Treffen eines Kegels
6.6 Syllogonymien (Vereinsnamen)
6.7 Zusammenfassung

7 Kognitive Schemata im Kontext von Fachsprache und Sportsprache
7.1 Metaphern und Metonymien
7.1.1 Metaphern
7.1.2 Metonymie
7.2 Figure-Ground-Alignment
7.3 Image Schemas
7.4 Kognitive Schemata in der Fachsprache und Sportsprache
7.5 Lexikon und Quelldomänen

8 Die Kegellexik der offiziellen Fachsprachen
8.1 Die offizielle Fachsprache aus der Endoperspektive
8.2 Offizielle Termini für kegelspezifische Konzepte
8.3 Die offizielle Fachsprache aus der Exoperspektive

9 Beeinflussung von Kegelfachsprache und Gemeinsprache
9.1 Einflüsse auf die deutsche Gemeinsprache
9.1.1 Idiomatische Wendungen mit Kegel und Kugel
9.1.2 Weitere Phraseologismen und Bedeutungserweiterungen
9.2 Einflüsse auf das Rumänische
9.3 Einflüsse auf die rumänische und deutsche Fachlexik

10 Exkurse
10.1 Exkurs: Sprachtabus im Kegelsport
10.2 Exkurs: Kegelfachsprache im dokumentationslinguistischen Paradigma: Kegelfachsprache als bedrohte Sprache?
10.3 Exkurs: Kegelfachtermini und Bowlingfachtermini
10.4 Exkurs: Namen von Kegelspielen

11 Resümee und Perspektiven

11.1 Kegellexik in Kürze

11.2 Weiterführende Forschung

Literatur

Anhang

Anhang A: Deutscher Fragebogen zur Kegellexik

Anhang B: Deutscher Fragebogen zu Stereotypen des Kegelns

Abkürzungsverzeichnis Linguistik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis Kegeln

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gliederung des Faches und der Fachsprache nach Hoffmanns (1985:58-62) Dimensionen (links), Erweiterung des Schemas um Coserius (1973: 38-39) Dimension der Diaphase (rechts) 12

Abbildung 2: Elizitationsvarianten im Fragebogen (links: Graphik, rechts: Deskription) 17

Abbildung 3: Zu beurteilendes Statement im Fragebogen 25

Abbildung 4: Dialekte in Bayern; entnommen aus Renn & König (2009: 18) 31

Abbildung 5: Die vier Gassen aus der Vogelperspektive 37

Abbildung 6: Der Kegelstand aus der Vogelperspektive 38

Abbildung 7: Gefallene Kegel 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 44

Abbildung 8: Gefallene Kegel 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9 45

Abbildung 9: Gefallene Kegel 1, 2, 3, 6, 7, 8, 9 45

Abbildung 10: Gefallene Kegel 1, 2, 4, 7, 8, 9 46

Abbildung 11: Gefallene Kegel 1, 2, 3, 7, 8, 9 47

Abbildung 12: Gefallene Kegel 1, 7, 8, 9 48

Abbildung 13: Gefallene Kegel 1, 7, 8 49

Abbildung 14: Gefallene Kegel 1, 3, 5, 6, 8, 9 50

Abbildung 15: Gefallene Kegel 1, 5, 9 51

Abbildung 16: Gefallene Kegel 1, 5, 7, 8, 9 52

Abbildung 17: Fünfstufiges Polaritätenprofil zur Bewertung von Fachlexemen 72

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kegeln in Deutschland nach Bahnarten und Professionalität ● = ist vorhanden, v = vermutlich vorhanden, ? = unklar, leer = nicht vorhanden 8

Tabelle 2: Kegeln in Rumänien nach Bahnarten und Professionalität ● = ist vorhanden, v = vermutlich vorhanden, ?= unklar, leer = nicht vorhanden 8

Tabelle 3: Übersicht über die Kategorien der Vereinsnamen 59

Tabelle 4: Rhetorische Stilmittel in den Kurzgesängen 62

Danksagung

Mein herzlichster Dank gilt zunächst allen, die mich während der Zeit dieser Arbeit in irgendeiner Weise unterstützt haben, sei es fachlich, praktisch oder persönlich; eure Unterstützung war wertvoll und hat zum Erfolg dieser Arbeit beigetragen!

Mein besonderer Dank gilt vor allem meinem Betreuer, für die Möglichkeit dieses Thema bearbeiten zu dürfen, da es für mich persönlich von großer Bedeutung ist. Ihm verdanke ich auch die enorme Begeisterung an sprachlichen Phänomenen und der Sprachwissenschaft, aber auch ihn als Mentor gehabt haben zu dürfen war eine unschätzbare Bereicherung. Seiner ausgewiesenen Expertise und seiner außergewöhnlichen und charaktervollen Lehre verdanke ich mein Interesse an diesem Thema. Besonders bedanken möchte ich mich für seine wertvollen und motivierenden Anmerkungen, seine persönliche und engagierte Betreuung und das große Vertrauen.

Zudem bin ich der gesamten Lehrkörperschaft des Instituts für Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft zu Dank verpflichtet, da sie stets weit über das erforderliche Maß an Engagement ihrer Lehrpflicht nachgekommen sind.

Aber auch auf der Kegelseite gibt es einige Personen, die zum Erfolg dieser Arbeit beigetragen haben: Zunächst möchte ich hier allen Keglerinnen und Keglern danken, die mir freundlicherweise die Beobachtung des Wettkampfes gestattet haben. Des Weiteren gilt mein Dank Herrn S. für das Interview. Ohne die vielen Keglerinnen und Kegler, die sich zahlreich und alle Erwartungen übertreffend an der Umfrage beteiligt haben, wäre diese Arbeit nicht so erfolgreich gewesen. Und nicht zuletzt möchte ich allen Kegellaien danken, die sich an der zweiten Online-Umfrage beteiligt haben.

Ebenso bedanke ich mich bei Soscisurvey für die Bereitstellung der Umfragesoftware und GRIN für die Veröffentlichung der Arbeit!

Weiterhin danke ich meiner Familie die mich stets bei meinem Studium unterstützt haben.

Habt alle vielen Dank dafür!

Dollnstein, im Juli 2017

1 Einführung

1.1 Die Fachlexik im rumänischen und deutschen Kegelsport

Betreten Nichtfachkundige eine Kegelbahn, so werden sie gelegentlich lexikalische Ausdrücke wie Sau, Autobahn, König oder Saunagel bzw. beim Betreten einer rumänischen Kegelbahn Wörter wie popa, dama, canal oder nouar hören. Obwohl die Rezipierenden diese lexikalischen Einheiten aus der deutschen bzw. rumänischen Gemeinsprache kennen, folgern sie, dass die Signifiants in diesem situativen Kontext eine andere Bedeutung tragen. Dass die Person die Lexeme nicht versteht bzw. ihr eine nicht alltagssprachliche Lesart fehlt, hängt damit zusammen, dass es sich hierbei um Fachlexeme handelt.

Die Lexeme stellen das prägende Moment der Fachsprachen dar (vgl. Baumann 1992: 20), weswegen in der Fachsprachenforschung spezifische Lexeme diverser Fächer analysiert werden, allerdings zeigt die bisherige Forschung eine Lücke bezüglich der Fachlexeme des Kegelsports. Das basale Erkenntnisinteresse dieser Masterarbeit liegt deshalb in der Analyse der Kegelfachtermini des Ninepin-Kegelns auf Classicbahnen im Paradigma der Kognitiven Linguistik, die annimmt, dass Sprache in kognitiven Fähigkeiten gründet (vgl. Faber 2012: 1; vgl. Dabrowska & Divjak 2015: 1), und der Cultural Linguistics, die die Beziehung zwischen Sprache und kulturellen Konzeptualisierungen untersucht (vgl. Palmer 1996; vgl. Janda 2007; vgl. Sharifian 2015: 3, 2017a: 2). Diese Arbeit schließt an Modelle an, die sich durch eine Verortung des Untersuchungsgegenstands in holistischen und kontextualisierenden Theorien, das heißt in einem Nexus aus kognitiven und kulturellen Modellen, auszeichnen (vgl. Schulze 2012; vgl. Schulze 2014; vgl. Siebenhütter 2016).

Ziel der Arbeit ist eine Deskription der lexikalischen Termini, die selektiv dokumentationslinguistische Züge aufweist, sowie eine Explikation der Benennungsmotive im kulturellen und kognitiven Kontext, um weitere Arbeiten in dem Bereich der wissenschaftlichen Analyse des Kegelsports anzuregen und die gegenwärtige Forschungslücke zumindest partiell zu schließen. Eine umfassende holistische Behandlung dieses Themas würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit jedoch sprengen, weswegen aufbauend auf den Resultaten der Bachelorarbeit (vgl. Graf 26.05.2015) die Auswahl der zu untersuchenden linguistischen Phänomene durch die Replikationsstudie präzisiert wurde.

Diese Studie vertritt einen iterativ-zyklischen Ansatz, der vom klassischen Aufbau anderer Arbeiten mit einem einführenden Theorieteil und einem darauf aufbauenden Empiriepart divergiert und somit einer Theorie-Empirie-Integration nahekommt. Vielmehr sollen Induktion und Deduktion wie in der Datenerhebung und -auswertung fusionieren, sodass dies vom Aufbau reflektiert wird. Die Dimension der Cultural Linguistics wird vor allem über die Verbindung der deutschen zu den rumänischen Fachtermini geöffnet, weswegen die Analyse über eine rein kontrastive Ebene hinausgehen soll und auch kulturelle und historische Prozesse berücksichtigt werden müssen. Die deutlich von einer paritätischen Verteilung abweichenden Daten spiegeln sich im quantitativen Verhältnis der Teilkapitel.

1.2 Der Untersuchungsgegenstand: deutsche und rumänische Kegellexik

Als Forschungsgegenstand der Arbeit fungieren die deutschen, geografisch repräsentiert von Bayern, und rumänischen Fachtermini im Kegelsport. Genauer gesagt handelt es sich um den intrafachlichen Fachsprachwortschatz (vgl. Roelcke 2010: 56–57). Von Fachtermini im engeren Sinne möchte ich jedoch bezogen auf die Fachlexeme im Kegelsport nicht sprechen, da der Begriff Terminus eine gewisse Normierung, das heißt einen soziokulturell institutionalisierten und sprachplanerischen Handlungsvorgang supponiert (vgl. Ankudinova 2014: 80), der im Falle der Kegellexik so nicht gegeben ist. Fachtermini wird deshalb in einem weiteren Sinne verwendet .

Den Fokus auf die lexikalischen Elemente der deutschen und rumänischen Fachsprachen der Keglerinnen und Kegler zu legen, erfolgte keineswegs randomisiert. Vielmehr ist die Wahl der beiden geografischen Forschungsgebiete motiviert, da zwischen beiden Regionen eine historische Verbindung besteht, die sich auch im Kegelsport zeigt. Zudem ist der kulturelle Brauch des Kegelsports mit Emigranten aus dem deutschen Gebiet in andere Länder getragen worden (vgl. Grimm & Grimm 1998-2017), bspw. Namibia, USA und Rumänien, weswegen ein Vergleich zwischen Deutschland und einem dieser Länder gerechtfertigt ist.

Die Studie baut daher vorwiegend auf bereits gewonnenen Erkenntnissen aus der Bachelorarbeit auf, versucht jedoch die Resultate noch weiter zu validieren und darüber hinaus sprachenkontrastiv zu forschen. Dies verlangt unter anderem eine starke Empirie, da in der wissenschaftlichen Forschung, egal welcher Fachrichtung, die Sportart wenig untersucht wurde und somit wenig geeignete Literatur vorliegt. Das Hauptkorpus beinhaltet die durch die Online-Umfrage gewonnenen Daten der Fachtermini. Diese sollen auf kognitive Schemata wie Metaphorik oder Image Schemas hin analysiert werden, da auch die Fachsprache der Keglerinnen und Kegler bei aller Varianz doch gewissen Schemata folgt, die in der kognitiven Regression der Sprache gegründet sind. Dies postuliert bereits Baumann (1992: 21):

Die lexikalisch-semantischen Merkmale von Fachsprachen können nur dann umfassend bestimmt werden, wenn in den Untersuchungen von der Dialektik der kommunikativen und kognitiven Funktion der Sprache ausgegangen wird. Im Zusammenhang mit einer adäquaten Beschreibung des lexikalisch-semantischen Aspekts der Fachsprachen ist die Frage von grundlegender Bedeutung, wie durch die sprachlichen Einheiten die Prozesse des Denkens abgebildet werden.

Obwohl der Fokus auf der Lexik und somit den Fachtermini liegt, ist seit Goldberg (1995) und Croft (2001) durch die Konstruktionsgrammatik (CxG) postuliert, dass Lexik und Grammatik eng verbunden sind, nicht einfach zu trennen sind und daher ein Kontinuum formen, dessen Grenzen fließend sind. Vor allem ist auch die Notwendigkeit des Ko- und Kontextes gegeben, da einerseits der Kotext entscheidend für sprachliche Phänomene ist und andererseits der kulturelle Kontext Konzepte prägt (vgl. Sharifian 2014, 2017b). Aus diesem Grund muss ebenso die Gebrauchsbasis (usage-base) dokumentiert werden.

1.3 Forschungsfragen, Hypothesen, Ziele und Gliederung der Arbeit

Die zentrale Fragestellung der Arbeit schließt somit an die Pilotstudie der Bachelorarbeit, sowohl vertiefend als auch erweiternd, im Sinne einer Replikationsstudie an. Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit lautet demnach: Wie ist die Fachsprache der Keglerinnen und Kegler auf lexikalischer Ebene beschaffen? Die Relevanz für das Forschungsprojekt ergibt sich aus der bisher mangelnden wissenschaftlichen Analyse, die sich einerseits in einer quantitativ vorhandenen Populärliteratur widerspiegelt und andererseits in der Absenz der Thematik in der wissenschaftlichen Literatur. Dabei können folgende Fragestellungen (symbolisiert durch den Pfeil) und Forschungshypothesen (symbolisiert durch den Kreis) aus dem zentralen Erkenntnisinteresse abgeleitet werden:

Wie ist das fachsprachliche Paradigma der Kegelsprache beschaffen, das heißt, wie fügen sich die deutsche und rumänische Fachsprache der Keglerinnen und Kegler in den fachsprachlichen und sportsprachlichen Diskurs ein? (siehe Kapitel 2) o Die Kegelfachsprache kann als Varietät innerhalb des sportsprachlichen und damit auch des fachsprachlichen Systems kategorisiert werden.

Welche kulturellen Gegebenheiten, im Besonderen historische Verläufe und stereotype Assoziationen, modellieren die Lexik des Kegelsports? (siehe Kapitel 4) o Durch die Historie ergibt sich einerseits ein Nexus zwischen dem deutschen und rumänischen Kegelsport als auch daraus resultierende Stereotype des Glücksspiels und eine Verbindung zum Alkoholkonsum.

Wie zeichnet sich die Gebrauchsbasiertheit (usage-base) der Fachsprache auf der pragmatischen Ebene aus? (siehe Kapitel 5)

- Die Fachtermini werden bei kegelspezifischen Tätigkeiten zur Kommunikation verwendet.

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zeigen die deutschen und rumänischen Termini, bezogen sowohl auf die Signifiant-Seite als auch auf die Signifié-Seite der Zeichen und wie ist die Etymologie der Termini? (siehe Kapitel 6)

- Durch die historische Verbindung sind die Signifiés sehr ähnlich.

Auf welchen kognitiven Schemata (metaphorische Prozesse, Image Schemas etc.) gründet das fachsprachliche Lexikon und welche Domänen dienen als Quelldomänen? Welche Entlehnungen finden dabei statt? (siehe Kapitel 7 und 7.5)

- Die Fachterminologie des Kegelsports ist sowohl im Rumänischen als auch im Deutschen durch metaphorische Übertragungen, Metonymien und Image Schemas geprägt. Es finden sich zuweilen einzelne Entlehnungen.

Welche stilistischen Unterschiede sind in der Fachlexik zu finden und wie sind diese Differenzen kontrastiv beschaffen? (siehe Kapitel 8)

- Wie in anderen sportsprachlichen Varietäten gibt es eine Mehrschichtigkeit des Lexikons auf stilistischer Ebene, die in eine offizielle Fachsprache und einen Sportjargon differenziert wird.

Wie prägen fachsprachliche Konstruktionen die Gemeinsprachen? (siehe Kapitel 9)

- Gemeinsprache und Fachsprache stehen in einem wechselseitig interagierenden Verhältnis der Beeinflussung.

Um die Forschungsfrage zu beantworten und die Hypothesen zu prüfen, wird in Kapitel 2 die Verortung des Kegelns im Fachdiskurs angesprochen sowie im Rahmen der Sportsprachen ergründet. Anschließend wird die methodische und methodologische Basis der Arbeit, die im Zeichen der Mixed Methods steht und deswegen qualitativ und quantitativ konzipiert ist, angesprochen. Kapitel 4 ist der Historie und aus ihr entstandener Stereotypen über den Sport gewidmet. Der gebrauchsbasierte Ko- und Kontext der Arbeit soll nicht unberücksichtigt bleiben, was einer dokumentationslinguistischen Annäherung nahekommt. Im sechsten Kapitel stehen eine onomasiologische Deskription und erste Interpretation der Daten aus der Online-Umfrage im Fokus, das heißt die stilistische Variante des Sportjargons. Die andere Variante, die offizielle Fachsprache, soll Gegenstand des folgenden Kapitels sein, bevor in Passus 8 auf die vorhandenen kognitiven Schemata referiert wird. Weil die Metapher als ein zentrales Schema in der Fachsprache der Kegler fungiert, sollen in Kapitel 9 die Quelldomänen für die metaphorischen Übertragungen herausgearbeitet werden, da hier eine soziolinguistische Schematik zu verzeichnen ist. Im darauffolgenden Passus werden drei, nicht notwendigerweise kohäsive, Exkurse präsentiert, bevor schließlich über die wechselseitige Beeinflussung von Fach- und Gemeinsprache diskutiert wird.

2 Kegelsprache im fachsprachlichen Diskurs

Zunächst einmal stellt sich die epistemologische Frage, ob die Sportart Kegeln als Fach gelten kann, und damit als Untersuchungsgegenstand der Fachsprachenforschung und darunter der Sportsprachen überhaupt entspricht. Dies wiederum führt zu der vorher zu stellenden ontologischen Frage, was überhaupt unter dem Terminus Fach bzw. Fachbereich subsummiert wird und wie dieser definiert ist. Deswegen soll in diesem Abschnitt über die Ontologie von Fächern und die damit verbundene kommunikative Praxis referiert werden.

2.1 Fach und Kommunikation

2.1.1 Fach

Obschon der Terminus in der heutigen Zeit ein im Alltag und im Besonderen der modernen westlichen arbeitsteiligen Gesellschaft häufig verwendeter Terminus ist , bleibt dennoch offen, was genau als Fach zu gelten hat, wie weit der Skopus eines Faches reicht und ob bzw. wie ein Fach untergliedert wird. Die wissenschaftliche Forschung gibt dabei keine klare Richtung vor, sodass für Fach keine adäquate Definition existiert. Diese Problematik wird in der Forschung von vielen kritisiert (vgl. Kalverkämper 1997; vgl. Roelcke 2010) oder fast völlig außer Acht gelassen (vgl. Fluck 1996: 16).

Kalverkämper versucht sich dem Terminus interdisziplinär zu nähern, indem er gesellschaftliche, soziokulturelle, referentielle, sprachliche und interfachliche Dimensionen zur Definition heranzieht (vgl. Kalverkämper 1997). Roelcke (2010: 15) verweist ebenso auf die Unzulänglichkeit bisheriger Definitionen, bleibt jedoch mit seiner Definition sehr allgemein, da für ihn Fach als „ein mehr oder weniger spezialisierter menschlicher Tätigkeitsbereich aufzufassen ist“ (Roelcke 2010: 15), sodass weiter Unklarheiten bestehen. Sinner (2014: 195) sieht ein Fach als einen „durch Erfahrung und Wissen strukturierten Sachbereich“. Die Forschungsliteratur zeigt, dass Fach aus verschiedenen wissenschaftstheoretischen und praktischen Perspektiven beschrieben werden kann und damit eine Kontextualisierung über die Linguistik hinaus angebracht ist. Gläser (1990: 14) definiert Fach wie folgt:

Eine in sich strukturierte Menge von Wissensbeständen und Kenntnissystemen sowie ein System von gegenstandsbedingten und zielgerichteten Handlungsweisen in einer bestimmten Sphäre der gesellschaftlichen Arbeitsteilung mit fortschreitender Spezialisierung.

Gläser (1990) wie auch Kalverkämper (1997) verweisen dabei auf die Relevanz von Wissen , dessen Inhalte in den einzelnen Wissensdimensionen fachspezifisch geprägt sind. Dies schließt an Prämissen der Cultural Linguistics an, die annehmen, dass kulturelles Wissen in linguistischen Kategorien eingebettet ist (vgl. Janda 2007), woraus aus der Existenz eines Faches eine Fachsprache erwächst. Ausgehend von der bisherigen Forschung und dem Erkenntnisinteresse dieser Arbeit muss das Fach definitorisch eingegrenzt werden, um daraus folgernd die Fachlexeme abzuleiten. Deshalb soll etwas in Anlehnung an Kalverkämper und Gläser als ein Fach gelten, wenn es wie folgt definiert ist: Als Fach gilt eine spezifische Wissensmenge, dessen Wissen durch gesellschaftliche, sozio-kulturelle, referentielle, sprachliche und interfachliche Dimensionen geprägt, in diesen gründet und aus ihnen historisch erwachsen ist. Das Wissen eines Faches ist größtenteils disjunkt von anderen Fächern. Erst durch die Exoperspektive kann das Wissen als fachspezifisch gelten.

Als Fach wird demnach ein Sachbereich definiert, der sich durch eigene kulturelle, historische, sprachliche Ausprägungen und Wissensbestände von anderen Sachbereichen sowie vom Alltagswissen unterscheidet. Ein Problem, das sich aus dieser Definition und auch aus anderen Definitionen zu Fach in der Forschung ergibt, ist die Frage der Gliederung und Kategorisierung von Fächern, die hier am Beispiel des Kegelsports exemplarisch illustriert werden soll: Wie ist ein Fach in die Gesamtheit aller Fächer einzuordnen? Ist Kegeln ein Fach oder nur Bestandteil des Faches Sport? Ist Kegeln ein Fach oder untergliedert es sich hinsichtlich der verschiedenen Kegelbahnarten , demzufolge dann Kegeln auf Scherenbahnen und Kegeln auf Classicbahnen zwei verschiedene Fächer wären? Bedingt die nationale Organisation des Kegelsports eine Gliederung in zwei verschiedene Kegelbereiche?

Das Fach Kegelsport kann gemäß der obigen Annahmen als ein Fach definiert werden, da es als eine spezifische Wissensmenge, dessen Wissen durch gesellschaftliche, soziokulturelle, referentielle, sprachliche und interfachliche Dimensionen geprägt, in diesen gründet und aus ihnen historisch erwachsen ist. Das Wissen des Faches ist ebenso zum Großteil disjunkt von anderen Fächern, wie beispielsweise anderen Sportarten. Wie in anderen Fächern bestehen Untergliederungen, die sich historisch ausgeprägt haben. An dieser Stelle soll ein Modell zur Untergliederung des Faches folgen. Der Kegelsport lässt sich gemäß der horizontalen Gliederung nach Hoffmann (1985: 58–62), hier übertragen auf die Gliederung ohne sprachlichen Hintergrund, nach den differenten Bahnarten Bohle, Schere und Classic trennen. Dies ist sinnvoll, da die hier genannten Disziplinen relativ eigenständig handeln, es wenig interdisziplinären Kontakt und teilweise sogar differente Regeln gibt. Inwiefern jedoch linguistische Varianten für gemeinsame Signifiés bestehen, darüber kann an dieser Stelle nicht referiert werden. Die vertikale Gliederung eines Faches nach Hoffmann (1985: 64–70) findet sich auch im Kegelsport in der Einteilung in Sportkegler, Breitensportkegler/Freizeitkegler und Hobbykegler und gliedert die Spieler in absteigender Reihenfolge gemäß der Professionalität. Diese Gliederung ist für Deutschland in Tabelle 1 und für Rumänien in Tabelle 2 grafisch dargestellt, jedoch muss berücksichtigt werden, dass es nicht für jede Bahnart eine Ausprägung der vertikalen Dimension gibt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Kegeln in Deutschland nach Bahnarten und Professionalität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Kegeln in Rumänien nach Bahnarten und Professionalität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2 Soziale Gruppe

Die Gruppe stellt ein weiteres konstituierendes Moment des Faches und ergo auch für die Fachsprache dar. Um den Untersuchungsgegenstand weiter einzugrenzen, stellt sich zunächst die Frage, inwiefern der Kegelsport etwas Kulturelles und die in diesem Kontext handelnden Humana etwas Soziologisches darstellen. Fachsprachliche Kommunikation lässt sich demnach nur an der Identifizierung einer Gruppe festmachen, was mit vielen Definitionen einhergeht. Die Individuen einer Gesellschaft formen sich zu verschiedenen Gruppen, die nach außen abgrenzbar sind und somit auch identitätsstiftende Funktion besitzen. Ein sozialer Kreis (vgl. Simmel 1890), in dem sich die Individuen zusammenfinden, ist auch der Kreis des Kegelsports. Dies führt zu der Vermutung, dass die Humana, die im Kegelsport – oder im Sinne der Fachsprachenforschung in einem Fach – handeln , als eine Gruppe oder ein sozialer Kreis zu betrachten sind, die auch als kommunikative Gruppe verstanden werden müssen . Dieses gruppenspezifische und in der Gruppe sinnbehaftete Verhalten definiert Bourdieu als den Habitus (vgl. Bourdieu & Wacquant 1996), dessen Skopus auch die sprachlichen Handlungen inhärent sind (vgl. Schulze 2012).

Zur weiteren Annäherung an das soziale Momentum der Kegler als Gruppe muss erst eine kulturelle Eingrenzung erfolgen. Hierzu kann die Definition von Kövecses (2010b: 740) herangezogen werden, indem Kegeln als Mikrokultur eines übergeordneten Makrokulturbegriffs begriffen wird:

We have a culture [...] when a group of people living in a social, historical, and physical environment make sense of their experiences in a more or less unified manner. This means, [...] that they understand what other people say, they identify objects and events in similar ways, they find or do not find behavior appropriate in certain situations, they create objects, texts, and discourses that other members of the group find meaningful, [...]. In all of these and innumerable other cases, we have meaning making in some form: not only in the sense of producing and understanding language but also in the sense of correctly identifying things, finding behavior acceptable or unacceptable, being able to follow a conversation, being able to generate meaningful objects and behavior […] and so forth.

Kövecses (2010b: 740) nennt in dieser Definition mehrere Charakteristika zur Beschreibung einer Gruppe, die am Beispiel des Kegelsports erklärt werden. Dabei weist die soziale Umwelt auf die Gemeinschaft der Keglerinnen und Kegler in Vereinen oder im intervereinshaften Kontext hin. Als historische Umwelt kann gemäß der Definition die Historie der kulturellen Institutionen, das heißt Vereine oder vereinsähnliche Strukturen, in denen sie agieren, verstanden werden. Die physische Umwelt wird durch das Miteinander in der Gruppe auf Kegelbahnen konstituiert. Die Gruppe der Keglerinnen und Kegler erkennt aufgrund ihres gemeinsamen sportlichen Momentums Sinn aus ihren Erfahrungen im Feld des Kegelns und im Kegeln selbst. Die Kommunikation im und über den Sport stellt dabei ein zentrales Merkmal dar. Die Identifizierung von Objekten wie den Kegeln, Kegelbahnen, Kugeln und die Identifizierung intersubjektiv und subjektiv sinnhafter Ereignisse, findet in Form von Trainingseinheiten, Wettkämpfen oder Meisterschaften statt. Davon abgeleitet gibt es angemessene und sinnvolle Verhaltensweisen, die die Akteure in ihren Rollen durchführen . Die Produktion von Objekten und Texten, die im Feld intersubjektiv sinnvoll sind, findet sich ebenfalls im Kegelsport wider. Es scheint demnach als schließe Kövecses an die Überlegungen von Simmel und Bourdieu an.

Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung zeigen, dass es eben eine Kultur bzw. einen sozialen Kreis der kegelnden Personen gibt, jedoch kann dieser in rekursive Untereinheiten zergliedert werden. Denn es existieren zwar die gleichen Bezeichnungen für kegelspezifische Phänomene (einzelne Kegel, Kegelbilder etc.) in vielen Vereinen für das gleiche Phänomen, inwiefern aber von einer großen Kegelgruppe als sozial interagierende Gruppe ausgegangen werden kann, bleibt fraglich. Da die beiden nationalen Gruppierungen relativ isoliert voneinander sind, wird hier von zwei Varietäten ausgegangen.

2.2 Fachsprachen

Wie im vorigen Abschnitt angesprochen, ist ein Teil des sozialen Handelns, des Habitus, in den sozialen Kreisen das sprachliche Handeln. Die Disziplin, die sich mit der Triade bestehend aus sozialen Kreisen, Fach und Sprache beschäftigt, ist die Fachsprachenforschung. Die Anfänge der Fachsprachenforschung können ins 17. Jahrhundert datiert werden, allerdings wurden Fachsprachen anfänglich auf ihre Lexik reduziert. Vor allem aber lag kein linguistisches Interesse im Vordergrund, sondern die Beschäftigung diente vielmehr dem Ziel, den Bestand an Termini (Fachlexik) in Fachsprachen verschiedener Sachgebiete gemäß der außersprachlichen Realität zu ordnen (vgl. Grucza 2012: 25–26). In der neueren Forschung berücksichtigt Fachsprachenforschung neben der Lexik auch Syntax und Textuelles, was in der Definition von Hoffmann (1985: 53) explizit gesagt wird:

Fachsprache, das ist die Gesamtheit aller sprachlichen Mittel, die in einem fachlich begrenzbaren Kommunikationsbereich verwendet werden, um die Verständigung zwischen den in diesem Bereich tätigen Menschen zu gewährleisten.

Das kognitiv markierteste Charakteristikum der Fachsprache bleibt jedoch die Fachlexik (vgl. Roelcke 2010: 55). Nimmt man Coserius Modell der Architektur von Sprache (vgl. Coseriu 1973: 38–39), so lässt sich eine Sprache in vier bzw. drei Diasysteme bzw. Varietäten untergliedern. Die diatopischen Varietäten umfassen die Variationen einer Sprache hinsichtlich räumlicher Parameter, während diastratische Varietäten Unterschiede in den sozialen Schichten bzw. Milieus verorten und diese mit einem bestimmten Prestige bemessen. Die diaphasische Varietät umfasst linguistische Variation hinsichtlich der außersprachlichen Situation. Sinner (2014: 191) ordnet Fachsprachen sowohl den diaphasischen, als auch den diastratischen Varietäten zu, da „Fachleute einerseits als soziale Gruppe identifiziert werden können, anderseits aber die Fachsprache in bestimmten – fachbezogenen – Situationen und in der Kommunikation innerhalb der Gruppe erfolgt“. Dieses Postulat kann auch für die Kegelfachsprache angenommen werden .

Die Frage, die nun zu diskutieren ist, ist, inwiefern man die zur Kegellexik gehörige Varietät überhaupt als Fachsprache kategorisieren kann, da sie sich von anderen Fachsprachen in manchen Punkten unterscheidet. Die definitorische Abgrenzung einer Varietät als Fachsprache, wie etwa der Kegelsprache hin zu anderen linguistischen Kategorien gestaltet sich fließend und hängt natürlich immer von der jeweilig vorliegenden Definition ab. So finden sich etwa typischerweise als sondersprachliche Merkmale definierte Aspekte in der Varietät der Kegelnden. Hierzu zählt etwa die Abgrenzung von anderen Sprechenden außerhalb des Fachs im Sinne einer Ingroup-Outgroup Kategorisierung. Der Outgroup würden dementsprechend nicht Fachkundige des Kegelns angehören. Ein Indikator für die Klassifizierung der Kegelfachsprache als Gruppensprache ist das gruppenstärkende Momentum der Varietät. Beim Soziolekt wird eine sprachliche Varietät an einer sozialen Variablen, in diesem Fall etwa die Mitgliedschaft in einem Verein, festgemacht.

Zur Frage der Gliederung und Untergliederung von Fachsprache gilt Ähnliches wie im vorherigen Abschnitt zur Diskussion um den Fachbegriff bereits erwähnt wurde. Neben der vertikalen Gliederung in Bohle, Schere und Classic existiert wiederum eine horizontale Gliederung gemäß der Professionalität. Um die einzelnen Disziplinen des Kegelsports vollständig beschreiben zu können, muss eine dritte Achse, das heißt eine laterale Gliederung nach Stilistik, der offiziellen Fachsprache und des Sportjargons, eingeführt werden. Diese Dichotomie in eine offizielle Fachsprache und einen vorwiegend mündlich gebrauchten Sportjargon ist ein weiteres fachsprachliches Merkmal (vgl. Born 2009: 15; vgl. Küster 2009: 64), was auch für die Kegelsprache bewiesen werden kann (siehe Kapitel 6 und 8). Eine schematische Übersicht findet sich hierzu nachstehenden Abbildung 1. Inwiefern für jede Zelle der 3-D-Matrix verschiedene lexikalische Begriffe bestehen, darüber kann an dieser Stelle keine fundierte Antwort gegeben werden.

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Abbildung 1: Gliederung des Faches und der Fachsprache nach Hoffmanns (1985:58-62) Dimensionen (links), Erweiterung des Schemas um Coserius (1973: 38-39) Dimension der Diaphase (rechts)

An diese Erkenntnis anschließend stellt sich die Frage, inwiefern von einer Kegelfachsprache gesprochen werden kann oder im Falle dieser Arbeit von zwei Fachsprachen, denen jeweils eine andere Nationalsprache zugrunde liegt. Ein Argument, die beiden Varietäten unter einer Fachsprache anzusiedeln ist, dass jeweils die gleichen sportartspezifischen Objekte zugrunde gelegt werden und demnach auch die Signifiés gleich sind. Ein Argument für eine disjunkte Auffassung ist die unterschiedliche Gemeinsprache. In dieser Arbeit werden die rumänische und die deutsche Ausprägung der Kegelfachsprache als zwei Varietäten einer Fachsprache angesehen, da die außersprachlichen kulturellen Konzepte gleich, die sprachlichen Grundlagen jedoch verschieden sind. Dies manifestiert sich in der translatorischen Herausforderung von Fachsprachen (vgl. Reinart 1993).

2.3 Sportsprache

Die Kegelsprache kann, wie im vorigen Abschnitt besprochen, als Fachsprache kategorisiert werden. Weiterhin kann sie in den Bereich der Sportfachsprachen eingegliedert werden, die eine Fachsprache zu einer Sportart ausgebildet haben. Als Sportsprache wird die Varietät definiert, die mit einer bestimmten Sportart korreliert und sich von anderen in der Terminologie differenziert, und die von Sportlern zur Kommunikation im und über den Sport gebraucht wird (vgl. Born 2009: 15). Inwiefern die Kegelfachsprache Gemeinsamkeiten mit anderen Fachsprachen im Sport teilt, soll an dieser Stelle aufgezeigt werden. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sportfachsprache begann in den 1930er Jahren durch vereinzelte Studien (vgl. Eckardt 1937). Auch heute ist dies immer noch ein Randgebiet in der Sprachwissenschaft. Wenghoffer (1998: 27) postuliert für jede Sportart eine eigene Fachsprache, nichtsdestotrotz besteht das die Sportfachsprachen verbindende Momentum in der onomasiologischen Analyse der einzelnen Sprachen zum Konzept des Faches Sports. Nimmt man dies an, so ergeben sich für jede Fachsprache zu einer Sportart auch lexikalische Konvergenzen zu den anderen Sportsprachen, beispielsweise Wurf, Schuss oder Punkte.

Wie andere Sportfachsprachen manifestiert sich die Kegelfachsprache primär in den lexikalischen Konstruktionen, die wie die Technik erlernt werden muss. Born (2009: 15) stellte Charakteristika für die Sportsprache(n) zusammen, die auch auf die Kegelfachsprache angewandt werden können: Sie wird von den Keglerinnen und Keglern gesprochen, es gibt eine kegelspezifische Terminologie (Autobahn, trei brazi de la Sinaia ˈdrei Tannen von Sinaiaˈ), es gibt in der Kegelsprache Termini, die in anderen Sportarten existieren (Wurf, rum. lansare), es existiert eine diaphasisch-diastratische Gliederung in normierte Terminologie (Kegel 2) und eine dialektal geprägte Fachterminologie (Bohrer), welche weitgehend mit der Teilung mündlich und schriftlich korreliert. Diatopische Varianz findet sich zudem über Sprachen hinweg. Weiterhin üben die neuen Medien auf die Kegelsprache Einfluss aus. Die globale Dominanz der englischen Sprache prägt zwar viele Fachsprachen (vgl. Lipczuk 1996), die Kegelsprache ist davon jedoch weniger betroffen. Als mögliche Ursachen könnten das traditionelle Image des Kegelns sowie die Demographie der Aktiven herangezogen werden, da Kegeln eine Sportart ist, die vorwiegend von älteren Personen betrieben wird. Des Weiteren unterliegt die Kegelfachsprache wie andere Sportsprachen einem diachronen Wandel, der jedoch wegen der Quellenlage schwer zu dokumentieren ist.

Ein Merkmal der Sportfachsprachen sind die nicht standardisierten Termini, wie Burkhardt & Schlobinski (2009: 8) feststellen: „Sind Fachtermini [...] klar definiert und schriftlich kodifiziert, so sind Wörter und Wendungen aus dem Sportjargon eher salopp und umgangssprachlich“. Dies zeigt sich bei der Analyse der empirischen Daten, da für ein Signifié mehrere Signifiants existieren. Zudem können dialektale Formen oder Aussprachen die Lexik des Sports prägen. Dies zeigt sich an der teilweisen Korrelation von einem Subdialektraum des Bairischen und der Varianz der Termini wie der Verwendung von Bezeichnungen für Kegel 2: Gassenkeil und Bauer korrelieren mit dem Unterostfränkischen/Oberostfränkischen, Bahrer mit dem Mittelbairischen, Barren mit dem Ostschwäbischen, Siebener mit dem Nordbairischen. Eine andere Besonderheit gegenüber Fachsprachen sind die Fanparolen. Das Erlernen einer Sportfachsprache kann einerseits praktisch beim Ausüben der Sportart selbst mit anderen Fachkundigen erfolgen oder theoretisch durch Rückgriff auf Lexika oder Literatur . Als weitere Merkmale für Sportsprachen führt Schmidt (2008) eine starke Verwendung metaphorischer Konstruktionen aus dem Bereich Krieg und Kampf an (vgl. Flatter 2009). Für Stichproben im Bereich Kegeln kann dies teilweise verifiziert werden. Ein weiteres Charakteristikum stellt die Beeinflussung der Gemeinsprache durch sportspezifische Konstruktionen dar, wie in die Vollen gehen oder eine ruhige Kugel schieben. Diese idiomatischen Wendungen waren fachsprachliche Konstruktionen, die durch Metaphorik in die Gemeinsprache entlehnt wurden. Darüber hinaus können Konzepte, und mit ihnen die fachsprachlichen Benennungen, aus anderen Sportarten übernommen werden. Im Kegeln finden sich aus dem Fußball übernommen die gelbe und die rote Karte (in der rumänischen Kegelfachsprache cartonaş galben ˈgelbe Karteˈ und cartonaş roşu ˈrote Karteˈ).

Dieses Kapitel zusammenfassend kann Kegeln als ein Fach gesehen werden, das sich durch gesellschaftliche, soziokulturelle, referentielle, sprachliche und interfachliche Dimensionen beschreiben lässt, und das sich weiter untergliedern lässt. Durch diese Prämisse kann dem Kegelsport auch eine Fachsprache zugeordnet werden, die sich vor allem in der Lexik konstituiert. Außerdem steht es im sportsprachlichen Diskurs.

3 Methodik und Datenkorpus

Wie genau die Fachsprache des Kegelsports, die ja auch als Sportsprache zu kategorisieren ist, im Rahmen dieser Studie empirisch erforscht wurde und wie sich das Datenkorpus der Arbeit zusammensetzt, soll in diesem Kapitel besprochen werden.

3.1 Methodisches Vorgehen

3.1.1 Forschungsdesign

Zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage steht das gesamte Forschungsdesign im Zeichen der Triangulation der Mixed-Methods-Methoden und -methodologien, was folglich sowohl qualitative als auch quantitative empirische Verfahren der Datenerhebung und -auswertung zwecks Erkenntniszuwachs einschließt (vgl. Plano Clark & Ivankova 2016). Demzufolge ist die Arbeit zwecks Beantwortung der Forschungsfrage induktiv sowie explorativ-deskriptiv ausgerichtet. Die qualitative Empirie gründet in einem Mangel an bisherigen Erkenntnissen, da explorativ-interpretative Verfahren für wenig erforschte Sachverhalte geeignet sind (vgl. Albert & Marx 2014: 13), wie dies für die Kegellexik gilt. Gleichzeitig bieten qualitative Methoden die Möglichkeit dem Forschungsgegenstand offen und methodisch angemessen zu begegnen (vgl. Strübing 2013: 22).

Zur gebrauchsbasierten Analyse der Kegellexik wird ein Kegelwettkampf durch eine offene teilnehmende Beobachtung untersucht. Basierend auf den Ergebnissen dieser Methode wurde ein online Fragebogen zur quantitativen Fundierung konzipiert. Darüber hinaus wurde ein Experteninterview zu sprachplanerischen Aspekten in der Kegelhochsprache durchgeführt. Des Weiteren wurde eine Online-Umfrage für Nichtfachkundige des Kegelns konzipiert. Das gesamte empirische Vorgehen in dieser Arbeit ist demnach stark ethnografisch ausgerichtet, was sich besonders zur Kontextualisierung des Untersuchungsgegenstandes eignet (vgl. Breidenstein, Hirschauer, Kalthoff & Nieswand 2015: 7) .

3.1.2 Teilnehmende Beobachtung und ethnografisches Vorgehen

Die teilnehmende Beobachtung wurde gewählt, da sie besonders bei der Erforschung von kleinen Lebenswelten als „flexible, methodenplurale kontextbezogene Strategie“ (Lüders 2015) Vorteile mit sich bringt. Eine Problematik ist jedoch die Gefahr des going native, bei der die forschende Person die Distanz zum Forschungsgegenstand und die Rolle als Wissenschaftler zunehmend verliert. In diesem Fall war es besonders schwierig, da es sich um eine aktive offene teilnehmende Beobachtung handelte, in der die Autorin als Forschende selbst aktiv war. Zur Sicherung der Datenqualität musste deswegen eine Befremdung des Vertrauten durchgeführt und der eigene Standpunkt genau reflektiert werden .

Neben den Feldnotizen, die gemäß Rosenthal (2011: 113) angefertigt wurden, wurden andere Datentypen, wie Webseiten und Spielberichte zu den Wettkämpfen in die Auswertung miteinbezogen. Das Sampling erfolgte bei der offenen Beobachtung gezielt, sodass ein deutschsprachiger Wettkampf beobachtet wurde . Während der Beobachtungen wurden Feldnotizen angefertigt, auf Videoaufnahmen wurde aufgrund von Datenüberfluss verzichtet. Gezielt dokumentiert wurden alle relevanten Kategorien, die Aufschluss über den Ko- und Kontext der Fachtermini zulassen, beispielsweise wann ein Fachterminus verwendet wird. Diese Methodik wird dem gebrauchsbasierten (usage-based) Ansatz gerecht, wie er unter anderem von Langacker (2008: 220) gefordert wird: „One motivation for this label is the claim that usage events are the source of all linguistic unites“. Die Aufzeichnungen stellen demnach eine erste empirische Datenquelle dar, von den ausgehend ein Fragebogen erarbeitet wurde.

3.1.3 Fragebogen zur Elizitierung der Kegellexik

Die in der Populärliteratur angeführten Daten für die Bezeichnungen für Kegel und Kegelbilder könnten zwar als Grundlage für die Arbeit zur Untersuchung verwendet werden, jedoch sind aufgrund des Mangels an dokumentarischen Informationen zur Erhebung und Repräsentativität eigene Daten vorzuziehen, sodass die Kegellexik mittels eines Fragebogens erhoben wurde.

Ausgehend von den Ergebnissen der teilnehmenden Beobachtungen konnte dieser Bogen entworfen werden, sodass er die Fachlexeme elizitiert und somit als Hauptdatenquelle des empirischen Teils dient. Dabei wurde auf die Ergebnisse der Bachelorarbeit, die somit als Pilotstudie fungierte, und des zugehörigen Fragebogens als Vorlage zurückgegriffen, jedoch wurde dieser gemäß Schleef (2014), Raab-Steiner & Benesch (2012) und Kirchhoff, Kuhnt, Lipp & Schlawin (2008) komplett überarbeitet und gekürzt, sodass die Bearbeitungszeit nur noch ca. 10 Minuten betrug. Er wurde mit dem Programm Soscisurvey erstellt und per E-Mail an Experten, das heißt Kegelclubs, versendet. Die Informantenauswahl erfolgte gemäß einer zweistufigen Zufallsstichprobe , die aus der Grundgesamtheit generiert wurde. Nahezu alle Kegelvereine aus den Bereichen Sportkegeln und Breitensportkegeln in Bayern von Classickegelbahnen wurden kontaktiert . Da die Kontaktierung aller Kegelvereine den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, wurde der deutsche Fragebogen repräsentativ nur an Kegelvereine aus Bayern gesendet. Am Ende der Befragungsperiode beteiligten sich 119 verschiedene Vereine, wobei nicht immer alle Felder ausgefüllt wurden. Der rumänische Fragebogen wurde zuerst ebenso per E-Mail durch die mit der Federaţia Română de Popice ˈrumänische Keglerföderationˈ kooperierenden Vereine versandt . Da auf diesem Weg keine Rückmeldungen erfolgten, wurde der Fragebogen auf der Seite der Föderation in einem sozialen Netzwerk geteilt. Jedoch war die Resonanz dort ebenso gering, sodass nach einem weiteren Aufruf Ergebnisse von vier verschiedenen Vereinen elizitiert wurden.

Der Fragebogen enthält eine deutsche und eine rumänische Sprachversion. Die Elizitierung erfolgte mittels Graphiken oder Beschreibung einer Situation (siehe Abbildung 2). Die Fragen dienen zur Elizitierung von Lexemen für einzelne Kegel, Kegelbilder, Gassen, Sprüche und Synonyme. Für diese Kategorien können folglich Variablen definiert werden, bspw. die Variable Name für Kegel 5. Diese Variablen bzw. Merkmale können je nach Verein verschiedene Merkmalsausprägungen aufweisen, beispielsweise König oder Mittlerer.

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Abbildung 2: Elizitationsvarianten im Fragebogen (links: Graphik, rechts: Deskription)

Zur Kontrolle wurde eine stichprobenartige Studie durchgeführt, bei der der Fragebogen Kegellaien präsentiert wurde, mit der Bitte ihn auszufüllen. Da die Probanden die Aufgabe nicht erfüllen konnten, zeigt dies, dass es sich hierbei um fachlexikalische Termini handelt. Die Probanden der Kontrollgruppe haben dementsprechend kein Wissen von der Fachsprache und können weder enzyklopädisches noch episodisches Wissen dazu abrufen .

Die Auswertung der Daten erfolgte mittels Methoden der deskriptiven Statistik. Da die elizitierten Fachtermini nominalskaliert sind, sind die statistischen Operationen auf die Berechnung von Häufigkeiten und die Nennung des Modus beschränkt. Die Vorteile dieser Befragung liegen in der einfachen Möglichkeit der Datenerhebung und -auswertung sowie der Möglichkeit der Erfassung von authentischen und kontrollierten Daten . Als Nachteil einer solchen Befragung kann angeführt werden, dass die Fachlexeme aus ihrem Kotext isoliert werden, deswegen wurde aber die teilnehmende Beobachtung durchgeführt.

3.1.4 Fragebogen zu Stereotypen

Basierend auf den Ergebnissen eines Interviews, das eine Mischung aus Fokusgruppendiskussion und leitfadengestütztem Interview darstellte, wurde ein Fragebogen zu Stereotypen und Meinungen zum Kegelsport konzipiert. Dies war notwendig, da Literatur zu dieser Fragestellung gänzlich fehlt bzw. mögliche Vorurteile, wie der hohe Alkoholkonsum, nur angedeutet werden. Der Fragebogen wurde ebenfalls mit der Software Soscisurvey gestaltet und elektronisch an Studierende, also Kegellaien, distribuiert.

3.1.5 Experteninterview

Zur empirischen Fundierung der offiziellen Fachsprache wurde ein Experteninterview mit Herrn Roland Schiffner, dem Präsidenten der Vereinigung Bayerischer Freizeitkegler (VBFK) durchgeführt. Darin legt er die sprachplanerischen Bemühungen und die Ziele der Imageverbesserung dar.

3.1.6 Korpusrecherche

Um die Einflüsse der Kegelfachsprache auf die Gemeinsprache zu untersuchen, wurde eine korpuslinguistische Analyse durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, ob die von Lexika angeführten idiomatischen Wendungen, die aus dem Kegelbereich entlehnt wurden, tatsächlich so im Gebrauch existieren. Bei der hier angewandten Methode handelt es sich um einen korpusbasierten Ansatz, der die Hypothese der Entlehnung prüft (vgl. Perkuhn, Keibel & Kupietz 2012: 20). Da die Daten für das Rumänische nicht aussagekräftig genug sind und die rumänischen Korpora schwer erreichbar waren, wurde die Korpusanalyse nur für die deutsche Kegelfachsprache durchgeführt. Dabei wurde mithilfe des Webtools Cosmas II des Instituts für deutsche Sprache Mannheim im deutschen Referenzkorpus gesucht.

3.2 Das Datenkorpus der Studie

Neben der teilnehmenden Beobachtung und der Korpusanalyse wurden drei Korpora aufgebaut. Das erste Korpus basiert auf der Online-Umfrage und beinhaltet die deutschen und rumänischen Kegelfachtermini. Insgesamt beteiligten sich 119 deutsche und 4 rumänische Vereine, wobei nicht immer alle Felder ausgefüllt wurden. Zumindest die deutschen Termini stellen ein statistisch repräsentatives Korpus dar, während für die rumänischen Termini die Datenbasis nicht umfassend ist, sodass beispielsweise Häufigkeitszählungen wenig sinnvoll und Ausreißer nicht als solche zu erkennen sind. Das zweite Korpus umfasst die auf der Online-Umfrage für Kegellaien zu Stereotypen basierten Daten. Hier bearbeiteten 72 Probanden den deutschen Fragebogen und zwei den rumänischen, sodass hier wieder die Aussagekraft der rumänischen Ergebnisse kritisch hinterfragt werden muss. Die deutschen Daten geben somit wieder eine gute Vorstellung, zumindest für die Zielgruppe der zwanzig- bis dreißigjährigen Studierenden. Das dritte Korpus ist ein selbst zusammengestelltes Korpus aus offiziellen Satzungen und Sportordnungen der Organisationen des Kegelsports. Da in Rumänien weniger solche Verbände existieren, konnten nur die Daten der rumänischen Kegelföderation eingegliedert werden.

4 Der Kegelsport und der kulturelle Kontext

Bisher wurde sich der Lexik des Kegelsports zur genauen Definition des Untersuchungsgegenstandes sehr theoretisch genähert, nun soll zu den genauen Ausprägungen der Fachlexik hingeführt werden, indem kontextualisiert wird. Da die meisten Lesenden mit dem Untersuchungsgegenstand des Kegelns wohl eher marginal vertraut sind, sollen an dieser Stelle wichtige Inhalte skizziert werden, die für das Verständnis der Arbeit unerlässlich sind. Dies beinhaltet die Historie und aus ihr erwachsene Stereotypen zum Sport.

4.1 Forschungsstand und Quellenlage

Während des gesamten Rechercheprozesses zu dieser Arbeit wurde immer wieder deutlich, dass der Kegelsport von vielen Wissenschaften, einschließlich der Linguistik, in der bisherigen Forschung nur peripher untersucht wurde. So fehlen neuere größere Studien aus der Sportwissenschaft oder Kulturwissenschaft. In der Sportmedizin findet die Sportart hin und wieder Beachtung (vgl. Mauch & Bauer 1999; vgl. Brusis, Matlik & Unverdorben 2002). In der Geschichtswissenschaft können Chroniken von Städten als Quellen definiert werden, jedoch fehlt auch in diesem Fach eine Arbeit mit Konzentration auf den Kegelsport. Da die Thematik dieser Arbeit in den Bereich der Soziolinguistik fällt, wären darüber hinaus vor allem Untersuchungen aus der Soziologie, die die Keglerinnen und Kegler thematisieren oder Aussagen über Stereotype über den Sport machen, von Nöten . Mittels dieser Feststellungen könnten Relationen zum qualitativen Sprachstatus und zur Sprachideologie gezogen werden, so wie dies in Arbeiten zu diaphasischen, diatopischen und diastratischen Varietäten erfolgte . Diese drei Kategorien zeigen die enge Korrelation von Sprechenden und Sprache, sowie die Möglichkeit der induktiven Hypothesenbildung über die Sprechenden. Durch die Projektion von Eigenschaften der Sprecher auf die sprachliche Varietät wird diese mit einem bestimmten Prestige versehen (vgl. Hufschmidt 1983).

Weitaus problematischer zeigt sich jedoch die insgesamt vorherrschende Forschungslücke zur Lexik des Kegelns in der Linguistik. So fehlen einerseits Erkenntnisse zum Forschungsgegenstand in der Fachsprachenforschung, als auch seitens der kulturellen und kognitiven Linguistik. Anders stellt sich die Situation im nichtwissenschaftlichen Bereich dar: Hier gibt es eine Vielzahl von populärwissenschaftlichen Büchern über die Freizeitbeschäftigung und auch die Lexik wird darin behandelt (Pehle 1907; Zakl 1962; Gensert 1970; vgl. Lewinsky 1977; Haas 1988; Höfer 2012). Insbesondere die Signifiants für Kegelbilder, Kegelspiele und einzelne Kegel werden darin aufgelistet, jedoch ohne Quellenangaben. In diesen Fällen steht jedoch kein vorrangiges linguistisches Interesse im Vordergrund, da erstens die meisten dieser Autoren wohl keine wissenschaftliche linguistische Ausbildung haben und zweitens die primäre Motivation in der Ordnung und Dokumentation der Termini liegt, wie auch Grucza (2012: 26) vermutet:

Sie befassten sich mit Fachsprachen lediglich zum Zwecke des Ordnens, denn die Termini (Fachlexik) wurden als taxonomische Werkzeuge gebraucht, die vor allem der Klassifikation (dem Ordnen) der realen (wirklichen) Welt dienten.

Nichtsdestotrotz sind diese Bücher zumindest ein anfänglicher Anhaltspunkt bzw. sogar ausschlaggebend für die Konzeption dieser Arbeit gewesen. Da schon bei Pehle (1907) Fachtermini dokumentiert sind, könnte dies als Vergleichsbasis für eine historisch-diachrone Analyse fungieren, jedoch sind die so gewonnenen Erkenntnisse kritisch zu betrachten, da ja bei Pehle (1907) der wissenschaftliche Rahmen fehlt.

Das gesamte Forschungsdefizit wirkt sich auf die Arbeit insofern aus, als dass die Kontextualisierung im Sinne einer soziolinguistischen Untersuchung erschwert wird, da belastbare Erkenntnisse fehlen bzw. in kleinen Teilen in der empirischen Umfrage gesammelt.

4.2 Historie des Kegelsports

Im vorherigen Abschnitt wurde bereits die viele Fachrichtungen umfassende Forschungslücke zum Kegelsport angesprochen. Zur Geschichte des Kegelsports und seiner Entwicklung existiert dagegen eine quantitativ bessere Quellenlage. Da viele soziale Konnotationen einer sprachlichen Varietät historisch bedingt sind, soll in diesem Abschnitt die Historie in Deutschland und Rumänien und damit verbundene Stereotype sowie die einhergehende Genese und Entwicklung der Fachsprache herausgearbeitet werden.

Zunächst stellt sich die Frage wann und wo man den Ursprung dessen rekonstruiert, was heute unter Kegeln verstanden wird. Denn Wurf-Ziel-Spiele, bei denen eine Spielerin oder ein Spieler mit einem Spielgerät auf ein oder mehrere Zielobjekte wirft, in der Absicht, diesen entweder möglichst nahe zu kommen oder diese zum Umfallen zu bewegen, finden sich in vielen Kulturen, was nicht verwundert, da Spielen zu den menschlichen Universalien zählt (vgl. Brown 1991). Dementsprechend können die zeitlichen Angaben voneinander abweichen, je nachdem, was als Kegeln definiert wird.

Der Ursprung des Kegelns wird in den meisten Quellen in das Jahr 3.500 v. Chr. in Ägypten datiert (vgl. Höfer 2012: 9), da bei Ausgrabungen Reste eines derartigen Wurf-Ziel-Spiels in einem Kindergrab gefunden wurden . Die frühesten Befunde eines solchen Wurf-Ziel-Spiels auf europäischem Boden sind bei den Germanen zu finden (vgl. Grasso & Hartman 2014: 1). Dass dabei sowohl die Form als auch die Anzahl der Kegel und weitere heute etablierte normierte Standards variierten, ist sicher (vgl. Pehle 1907: 18). Inwieweit von Beginn an eine Entwicklung der Fachlexik einhergeht, ist nicht sicher. Heute gibt es im Kegelsport eine breite internationale Vernetzung über die World Bowling Organisation (ehemals Fédération Internationale des Quilleurs (FIQ)), die sich in die World Ninepin Bowling Association (WNBA) und die World Tenpin Bowling Association (WTBA) untergliedert (vgl. World Ninepin Bowling Association 2017). Die WNBA unterteilt sich in die jeweiligen bahnspezifischen Sparten Bohle, Schere und Classic, in denen jeweils internationale Turniere gespielt werden. Internationale Transfers von Spielern sind beim Sportkegeln nicht unüblich, sodass dies berücksichtigt werden muss. Mit dieser Sportart ist auch eine Sprachvarietät entstanden, die sich als lexikalisch motivierte Fachsprache kategorisieren lässt. Wie diese Varietät beschaffen ist, wird vor allem in Kapitel 6 und 8 dargestellt.

4.2.1 Historie des Kegelsports in Deutschland

Erste Belege über das Kegeln im deutschen Raum finden sich im 13. Jahrhundert in einer Handschrift aus Xanten (vgl. Fischer 2013: 119). Ursprünglich fand das Kegeln im Freien statt (vgl. Palm 1956: 10), wobei meist Kinder oder Jugendliche, die als Kegeljungen bezeichnet wurden, für ein kleines Taschengeld die Kegel wieder aufstellen durften (vgl. Bichler 2007: 79). Im Mittelalter musste das Kegeln aufgrund von hohem Alkoholkonsum und hohen Wetten oft reglementiert oder teilweise ganz verboten werden (vgl. Aumüller & Schmieder 2014: 143). Somit stand es in enger Beziehung zu anderen Vergnügungen der Kategorie Glücksspiele, wie etwa dem Würfel- oder Kartenspiel , die u.a. bei der Kirche in Ungnade fielen (vgl. Segeth 1986: 14; vgl. Wörner 2010: 56–57). Wahrscheinlich stammt aus dieser Zeit das heute noch immer teilweise negative Image, was Kegeln in Verbindung mit hohen Alkoholkonsum bringt. Aber nicht nur das niedere Volk, sondern auch die Obrigkeiten bestehend aus Adel und Klerus betrieben den Sport (vgl. Palm 1956: 10; vgl. Höfer 2012: 10). Das Verbot bzw. der Gegensatz zu nicht-christlichem Verhalten wurde in den mittelalterlichen Klöstern durch eine Umbenennung des Sports in Heidentöten oder Heidenwerfen umgangen (vgl. Gensert 1970: 10) . Gemälde und zahlreiche Einträge in Chroniken dienen als Quellen, die u.a. belegen, dass die Obrigkeit schon im 17. Jahrhundert mit neun Kegeln einschließlich eines Königs kegelte (vgl. Höfer 2012: 10–11).

Ende des 18. Jahrhunderts begannen schließlich Normierungen, die durch die Gründung des Deutschen Keglerbundes (DKB) im Jahre 1885 und die Entstehung von Lokalverbänden die großflächige Organisation und die Normierung von Bahnen und Ausrüstung hin zu einer richtigen Sportart vorantrieben (vgl. Werner & Schiffner 2008). Als in den 1960er Jahren die Technik Einzug hielt, wurde auch der Kegeljunge abgelöst (Haas 1988: 73) und die Anlagen modernisiert. Heute kegeln in Deutschland ca. 70.000 Menschen organisiert im Bereich Sportkegeln, daneben betreiben Millionen Kegelfans unregelmäßig diesen Sport . Jedoch sinken seit Jahren die Mitgliederzahlen beständig ab.

4.2.2 Historie des Kegelsports in Rumänien

Die Quelllage für die Historie des Kegelsports in Rumänien ist nicht sehr ergiebig. Schuch (ca. 2012: 167) skizziert eine ähnliche Geschichte für den Sport wie in Deutschland. Erste Kegelbelege finden sich bereits im Mittelalter, im 13. Jahrhundert. Die negative Konnotation und die Verbindung zum Glücksspiel führten auch in Siebenbürgen und dem Banat zu diversen Verboten und Einschränkungen. Wahrscheinlich brachten auch die Aussiedler aus den deutschsprachigen Gebieten, wie die Siebenbürger Sachsen oder die Banater Schwaben, den Sport mit in die neue Heimat. Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Vereinsgründungen unternommen, die sich in lokalen Verbänden organisierten und spielten. Durch die Gründung der Federaţia Română de Popice ˈrumänische Kegelföderationˈ (FRP) im Jahr 1932 in Cluj wurde der rumänische Kegelsport national organisiert.

4.3 Stereotype des Kegelns

Im vorausgehenden Abschnitt wurde die Historie des Kegelsports in Deutschland und Rumänien fokussiert, aus der mentale Texturen und zum Teil Stereotype resultieren. Inwiefern Stereotype die Wahrnehmung eines Sportes und letztlich auch die damit verbundene Fachlexik prägen, soll in diesem Abschnitt verdeutlicht werden. Die in diesem Abschnitt vorgestellten Erkenntnisse fußen auf den empirischen Daten der Online-Umfrage.

Stereotype hängen vor allem damit zusammen, dass humane Individuen aufgrund der subjektiven Lebenswelten in jeweils verschiedenen Gruppen sozial interagieren, auf dass sich differente soziale Kreise herausbilden (vgl. Simmel 1890). Diese Kreise können als gemeinsamen Rahmen eine Kultur haben. Die kognitive Aktivierung eines sozialen Kreises regt Assoziationen bzw. verknüpfte Texturen an. Diese mentalen Texturen werden auch als Stereotype bezeichnet. Unter Stereotyp soll an dieser Stelle Folgendes begriffen und die Definition von (Fiske 2004: 398–399) aufgegriffen werden:

Stereotyping entails applying to an individual one’s cognitive expectancies and associations about the group. […] stereotypes are beliefs about the characteristics of group members and theories why those attributes go together. […] Stereotypes justify (or rationalize) our affective and behavioral reactions to the category. […] they embody a societal consensus, a collective belief system.

Stereotype können demnach jegliche mentale Haltung beinhalten, egal ob gut oder schlecht für die Gruppe. Davon abzugrenzen sind Vorurteile, die immer negatives Verhalten gegenüber einer Gruppe darstellen (vgl. Mckinley & Mcvittie 2009: 134). Diese Texturen und Stereotypen können den Sport und die damit verbundene Lexik negativ konnotieren, weswegen diese Thematik zu behandeln ist. In der Definition fehlt, dass Stereotype wandelbar sind und sie individuell aufgrund der persönlichen Erfahrung different sein können.

Um ein genaues Bild der Meinungen von nicht kegelnden Personen über die Sportart zu erlangen, wurde ebenfalls eine Online-Umfrage durchgeführt, weil dazu keine belastbaren wissenschaftlichen Daten existieren. Dies soll helfen die Wahrnehmung des Sports in der Öffentlichkeit abzubilden. Insgesamt beteiligten sich 72 Probanden. Der Altersschwerpunkt der Teilnehmenden lag zwischen 20 und 29 Jahren (72%). Die meisten Antwortenden waren weiblich (79%) und aus Deutschland (79%). Über die Hälfte kannte den Unterschied zwischen Kegeln und der verwandten Sportart Bowling (61%). 19% der Befragten konnten schon bei einem Wettkampf teilnehmen, sodass sie Kegeln als richtigen Sport im Gegensatz zum reinen Freizeitvergnügen kennenlernen konnten. Fast die Hälfte (47%) war schon ein paar Mal im Leben kegeln, während ein Drittel (33%) die Sportart noch nie praktiziert hat. Ein Viertel (25%) war öfter kegeln als bowlen und 18% taten beides gleich oft.

Auf Basis einer Fokusgruppendiskussion wurden stereotype Statements generiert, die im Online-Fragebogen den Probanden präsentiert wurden (siehe Abbildung 4). Insgesamt konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 13 Statements auf einer vierstelligen Skala von trifft voll zu bis trifft gar nicht zu bewerten.

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Abbildung 3: Zu beurteilendes Statement im Fragebogen

Bei der Auswertung lag der Modus nur bei einer Aussage auf trifft voll zu, nämlich bei „beim Kegeln ist hohe Konzentration erforderlich“. Der Modus für trifft eher zu würde für folgende Statements gewählt: „Vorwiegend ältere Menschen kegeln“; „Vorwiegend Männer kegeln“; „Kegelbahnen sind dunkle, alte, schäbige Orte“; „Kegeln ist ein typischer Sport vom Land“; „Es gibt Profi-Kegler, die fürs Kegeln bezahlt werden“. Mit trifft eher nicht zu wurden folgende Aussagen markiert: „Hoher Alkoholkonsum ist ein fester Bestandteil des Kegelns“; „Kegeln ist kein echter Sport, sondern ein Vergnügen“; „Kegeln ist kein körperlich anstrengender Sport“; „Kegeln ist ein langweiliger Sport“; „Das Kegeln hat ein negatives Image in der Gesellschaft“. Der Modus lag bei folgenden Postulierungen auf trifft gar nicht zu: „Kegeln ist ein gefährlicher Sport“; „Kegeln ist ein Sport für ungebildete Personen“. Es wurde keine signifikante Korrelation zwischen den Beurteilungen der Meinungen und den Variablen Kegelerfahrung oder Wettkampferfahrung der Probanden festgestellt. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass insgesamt das Image des Kegelns in der Gesellschaft nicht so schlecht ist, wie in der Hypothese angenommen .

Neben diesen quantitativen Daten wurden zu dieser Thematik noch qualitative Daten erhoben, wobei die Probanden die offene Frage, was sie gut und schlecht am Kegeln finden, ausfüllen konnten. Als die drei häufigsten positiven Aspekte unterstrichen die Probanden die Gemeinschaft bzw. die Gruppendynamik des Kegelns, den Spaßfaktor sowie die Tradition des Sports. Weniger geschätzt bzw. sogar als störend empfunden wurden das Alter der Anlagen, der Alkoholkonsum sowie die Überalterung der Spieler.

Damit die Ergebnisse der Umfrage kritisch in den Diskurs eigeordnet werden können und um die sprachplanerischen und prestigeverbessernden Intentionen zu ergründen, wurde ein schriftliches Experten-Interview mit Herrn Roland Schiffner durchgeführt (vgl. Schiffner 30.01.2017). Im ersten Teil des Interviews geht es um die Stereotype des Kegelns, der zweite Part handelt von sprachplanerischen Maßnahmen, auf die in Abschnitt 8 näher eingegangen wird. Bereits zu Beginn nennt er die Förderung des Kegelns als anerkannten und attraktiven Sport, intern wie extern, als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Auf die Frage nach Stereotypen über den Sport nennt er die in der Exoperspektive oft betonte Verbindung zu Wirtshaus- oder Biertischkeglern, das heißt den mangelnden Fokus auf den Sport selbst und die Verwechslung zwischen dem sogenannten Gaudi-Kegeln und dem echten Sport. Jedoch betont Schiffner einen positiven Wandel der Stereotype in den letzten Jahren. Allerdings sieht er noch erheblichen Verbesserungsbedarf bei der Akquirierung von Neumitgliedern, sei es im Erwachsenen- oder Jugendbereich, sei es auch im professionellen Trainingsbereich (Trainer, Pädagogen etc.). Als weiteren Punkt spricht er die in der Umfrage auch bestätigte mangelnde Präsenz des Sports in den Medien an, obwohl er auf der Mikroebene durchaus in lokalen Medien hin und wieder präsent ist. Weiterhin nennt auch er, wie Probanden der Online-Umfrage, die teilweise undurchsichtigen Regeln oder Spielsysteme.

Zusammenfassend für dieses Kapitel kann gesagt werden, dass der Forschungsstand in der Wissenschaft zum Kegelsport und der Kegellexik mangelnd ist. Die Historie des Kegelns ist zumindest für Deutschland etwas besser dokumentiert. Das Kegeln stand immer wieder in Verruf und unterlag auch in Rumänien Verboten, jedoch finden sich heute internationale Reglementierungen, die den Sport standardisieren. Das Image des Kegelns ist weniger negativ ausgeprägt als gedacht, jedoch sehen Kegelexperten noch Verbesserungsbedarf.

5 Der Kegelwettkampf als usage-base des Lexikons

In diesem Abschnitt soll die Struktur eines Kegelwettkampfes skizziert werden, um die Kommunikation im Sport darzulegen, obwohl auch außerhalb des Wettkampfes mit der Fachlexik kommuniziert wird (vgl. Digel 2016: 551). Dabei soll insbesondere auf die fachspezifische Lexik und deren pragmatischen Ko- und Kontext eingegangen werden.

Warum ist es notwendig, ein Kapitel über Kegelwettkämpfe in diese Arbeit einzugliedern? Zum einen soll mittels der Methode der teilnehmenden Beobachtung, wie sie vor allem in der empirischen qualitativen Sozialwissenschaft angewandt wird, der nicht-sprachliche Kontext erfasst werden. Zum anderen wird dadurch die Gebrauchsbasiertheit der Fachkommunikation und insbesondere der Fachtermini verdeutlicht, da so belegt werden kann, dass die empirischen Daten der Befragung, also die lexikalischen Entitäten, pragmatisch in der Anwendung existieren.

Wie in Abschnitt 2.1.2 geklärt wurde, kann das Handeln der Menschen im Kegelsport als soziales Handeln betrachtet werden. Dieses Handeln kann nach Durkheim dann der Beobachtung zugänglich gemacht werden, wenn es verdinglicht wird . Weiter führt er an: „Es bedeutet vor allem, an ihre Erforschung mit dem Prinzip heranzutreten, dass man absolut nicht weiß, was sie sind“ (Durkheim 1965: 89). Hier spricht er die wichtigen Faktoren der Befremdung und der Offenheit an .

5.1 Ablauf eines Kegelwettkampfes

Bei dem beobachteten Wettkampf handelt es sich um verlegtes Nachholspiel der Kreisliga in der Herrenklasse der Kegelkreisrunde Ebersberg-Erding . Der Zugang zum Feld gestaltete sich in diesem Fall als sehr einfach, da die Verfasserin selbst schon lange Zeit aktiv bei einem der beteiligten Vereine spielt und alle Teilnehmenden vor Beginn über die teilnehmende Beobachtung per E-Mail und persönlich informiert wurden, sodass eventuelle Skepsis im Vorfeld widerlegt werden konnte und die Beobachtung als offen zu kategorisieren war. Dies ist natürlich ein Sonderfall, da hier die Rolle des Forschenden und die einer Schlüsselperson mit Zugang zum Feld zusammenfallen. Die gewählte Methodik erlaubte eine involvierte und distanzierte Beobachtung, sodass auch die Perspektive der aktiven Sportlerinnen und Sportler dokumentiert werden konnte.

Der Gesamtablauf des Wettkampfes verlief in etwa folgendermaßen: Ca. eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn ist die Heimmannschaft schon auf der Kegelbahn und bereitet alles vor, während alle Spieler eintreffen. Auf einem Whiteboard werden die Namen der kegelnden Personen angeschrieben, um später die Ergebnisse zu notieren. Ergebnisse über 400 Kegeln werden in rot angeschrieben, Ergebnisse unter 400 Kegeln in schwarz. Die Heimmannschaft sitzt an einem Tisch hinter einer Bahn und die Gastmannschaft an einem anderen Tisch hinter der zweiten Bahn. Währenddessen finden Gespräche über Kegelthemen und andere Thematiken statt. Da schon vor 19.00 Uhr die meisten Aktiven anwesend sind, beginnt der Wettkampf unter gegenseitigem Einverständnis ein paar Minuten früher. Außerdem wird wieder unter Konsens der beiden Mannschaften über die vorhandenen vier Bahnen gekegelt, um schneller fertig zu sein. Am Anfang gibt es eine offizielle Begrüßung, bei der die Namen der Spieler genannt werden und beiden Mannschaften Gut Holz gewünscht wird. Es spielen immer ein Kegler der Heim- und ein Kegler der Gastmannschaft nebeneinander, wobei sie nach 50 Würfen die Bahnen wechseln. Das offizielle Spiel beginnt mit je 5 Probewürfen der Spieler, die Wurfergebnisse werden durch einen Drucker je Bahn dokumentiert. Nach den Probewürfen geben sich die beiden Kegler auf der Bahn die Hand und wünschen sich Gut Holz. Nach jedem Wurf, bei dem mehr als sechs Kegel zu Fall gebracht werden, gibt es Anfeuerungen des jeweiligen Teams, die sich unterscheiden. Hat ein Spieler eine schlechte Phase, so bekommt er zuweilen von seinem Team Tipps, wie beispielsweise jetzt in die Mitte, jetzt haben wir ihn aber (nach einem Fehlwurf auf einen Kegel), super, guter Schub, du kannst das, sehr schön, schade oder auf geht‘s. Beim Abräumen klatsch einer der anwesenden Vereine. Während der gesamten Begegnung tauschen sich die Zuschauer miteinander aus und es herrscht eine lustige Atmosphäre. Fällt ein außergewöhnliches Bild oder erfolgt ein Fehlwurf, reden die Zuschauer darüber und verwenden dabei auch die Namen der Bilder und der Kegel, beispielsweise jetzt hat er schon wieder diesen Chinesenfünfer geschoben. Auf der Anzeigetafel sind die aktuelle Wurfanzahl, das aktuelle Gesamtergebnis, die Fehler und das Gesamtergebnis auf 100 Wurf zu sehen. Damit sich die aktiven Kegler auf den Bahnen nicht behindern, laufen sie zeitlich versetzt an und nehmen auch die Kugel so aus dem Rücklauf auf. Nicht nur die Zuschauer, sondern auch die kegelnden Personen ärgern sich, was man ihren Gesten, ihrer Mimik und ihren sprachlichen Äußerungen, beispielsweise fall halt um, du Hund, du verreckter, entnehmen kann. Sobald die Kegel verhängt sind, läuft eine Person der Heimmannschaft nach vorne und behebt dies. Haben die Spieler ihre Würfe beendet, gratulieren sie sich zum Ergebnis, bevor die Zuschauer dies tun. Während des Wettkampfes muss die Heimmannschaft für einen reibungslosen Ablauf sorgen, indem sie die Anlagen einstellt. Nach der letzten Paarung rechnet die Heimmannschaft das Ergebnis aus und beendet den Wettkampf offiziell mit einer Verabschiedung durch den Mannschaftsführer und dem Keglergruß Gut Holz. Zudem wird ein Spielbericht mit den Ergebnissen verfasst, später finden sich die Ergebnisse der Wettkämpfe auf der Website der Kegelkreisrunde.

Im gesamten Wettkampf gibt es daher konventionalisierte und erlernte Verhaltensweisen, die das Handeln auf der Kegelbahn regeln und den involvierten Personen Rollen zuweisen. Diese Verhaltensweisen sind teils offiziell reglementiert, teils sozial angeeignet. Zudem können verschiedene kommunikative Einheiten identifiziert werden, die im nächsten Abschnitt thematisiert werden.

5.2 Die Fachlexik auf der Ebene der Pragmatik

Durch die rekonstruierende Methode der teilnehmenden Beobachtung eines Kegelwettkampfes konnte die pragmatische Ebene der Fachlexik untersucht werden. Insgesamt findet während des Wettkampfes sehr viel sprachliche Interaktion statt, wobei nicht nur kegelspezifische Thematiken besprochen werden. Der Sportjargon ist hier situativ bedingt vorhanden und die Lexeme erhalten im Ko- und Kontext ihre spezifische Fachsemantik. Es können darüber hinaus diverse situativ-bedingte sprachliche Äußerungen unterschieden werden:

-Stimulus-Response: Auf einen Stimulus folgen bei Wiederholung immer die gleichen Responses. Dies bezeichnet vor allem die etablierten und standardisierten Anfeuerungsrufe. Beispiele: Vegas, yeah (bei einem Neuner). Sexy (bei einem Sechser). Jawollmaus (bei einem Siebener). Supermaus (bei einem Achter). Supermauser (beim Achter eines männlichen Keglers). Und weg (vor dem Abräumen eines möglichen Bildes).
-Fachlexeme: Es wird auf einzelne Kegel, Kegelbilder oder kegelspezifische Tätigkeiten referiert. Beispiele: Chinesenfünfer. Gut Holz. Abgebrochener Stier.
-Anfeuerungen (Direktiva): Diese Äußerungen sollen vor allem den aktiven Spieler der eigenen Mannschaft antreiben. Beispiele: Du kannst das. Weg mit dem. Du hast 80 geräumt im ersten Durchgang. Passt schon. Auf geht’s. Das reparieren wir. Fall halt um.
-Hilfestellungen (Repräsentativa): Diese verbalen und auch teilweise nonverbalen Sequenzen sollen dem Spieler helfen, falls er oder sie Schwierigkeiten hat. Beispiele: Jetzt in die Mitte. Mach dich lang. Streck dich.
-Gefühle (Expressiva): Unter diese Kategorie können sowohl Flüche, als auch Glückwunsche und Lob als auch Interjektionen wie wah, oh, ouh, ui, gruppiert werden. Beispiele: Sehr schön. Ja sag a mal. Das gibt es doch nicht. Du Hund, du verreckter.

Aus der semantischen Perspektive werden demnach Kohortativ, Adhortativ, Optativ und Imperativ verwendet. Diese Elemente der Kommunikation sind typisch für sportsprachliche Situationen und finden sich nicht nur im Kegelsport. Im nächsten Kapitel wird vor allem auf die Kategorien Stimulus-Response und die Fachlexeme eingegangen.

6 Die rumänische und deutsche Lexik des Sportjargons

In diesem Abschnitt wird eine sprachübergreifende, onomasiologische, qualitative und quantitative Auswertung der Bezeichnungen für spezielle Kegelfachtermini, alle einzelnen Kegel, die Gassen und ausgewählte Kegelbilder erfolgen. Ferner werden die Strukturen der Fangesänge sowie der Syllogonymien expliziert. Das Korpus basiert auf den Antworten der Probandinnen und Probanden des Online-Fragebogens, der per E-Mail an Kegelvereine versendet wurde. Die in der Literatur, genauer gesagt in der überwiegenden Populärliteratur gemachten Aufzeichnungen, sollen in der Auswertung vernachlässigt werden. Es hat sich dessen ungeachtet gezeigt, dass die in der Umfrage elizitierten Termini von der Populärliteratur (Zakl 1962; Gensert 1970; vgl. Tetzlaff & Mell 1987) teilweise bestätigt werden. Die Auswertung soll einerseits die Benennungsmotive oder die Etymologie der Namen klären. Zudem wird das Konzept der metaphorischen Übertragung und eine mögliche diatopische

Relation angesprochen. Es muss jedoch kritisch zur Kenntnis genommen werden, dass die empirischen Daten des Korpus nicht statistisch repräsentativ sind, da sie nur einen Teil der Wirklichkeit widergeben und das Verhältnis deutscher und rumänischer Antworten stark imparitätisch ist. Dennoch sind gerade diatopisch gewisse Korrelationen von Begriffen und Dialektzonen erkennbar. Zum besseren Verständnis ist hier eine Karte mit den bayerischen Dialekten abgebildet (siehe Abbildung 4).

Von großer Relevanz in der kognitiven Linguistik ist die Semantik, da spätestens seit Saussure die Dichotomie des sprachlichen Zeichens bestehend aus einer Formebene (Signifiant) und einer Bedeutungsebene (Signifié) als basal gilt (vgl. Saussure 2014). Das Verhältnis von Signifié und Signifiant ist in den meisten Fällen arbiträr. Diese Annahme findet sich auch in neueren kognitiven Ansätzen, vor allem in der Konstruktionsgrammatik wider. Die CxG ist gekennzeichnet durch ein holistisches, nicht partikularistisches Verständnis von Sprache und sieht daher das Verhältnis von Lexikon und Grammatik als ein Kontinuum an, was beispielsweise die Erklärung von idiomatischen Wendungen und nicht kompositionellen Phrasen erleichtert. Grundlegend sind die Konstruktionen, die (Goldberg 1995: 4) wie folgt definiert: „C is a CONSTRUCTION iffdef C is a form-meaning pair <Fi, Si> such that some aspect of Fi or some aspect of Si is not strictly predictable from C’s component parts or from other previously established constructions“. Mithilfe dieser Konstruktionen können sowohl die Fachlexeme des Kegelsports in diesem Kapitel als auch aus dem Kegelsport stammende und in der Gemeinsprache vorkommende idiomatische Wendungen in Kapitel 9 erklärt werden. Später definiert (Goldberg 2006: 5) Konstruktionen in Bezug auf die Vorhersagbarkeit neu: „In addition, patterns are stored as constructions even if they are fully predictable as long as they occur with sufficient frequency“.

6.1 Kegelvokabular

In diesem Abschnitt werden die fachspezifischen Termini zu Kegel, kegeln, Fehlwurf, Nullwurf und vorletzter Wurf sowie deren Synonyme abgehandelt, da es in diesem Fall neben den offiziellen Standardtermini eine große Varianz im Sportjargon gibt.

6.1.1 Kegel

Der Fachterminus Kegel bezeichnet die Zielobjekte im Kegelsport und leitet sich von ahd. kegil ˈNagel, Pflockˈ ab (vgl. Pfeifer 1993: 664; vgl. Kluge 2011: 485). Für die neun Zielobjekte zeichnen sich zwei frequente Synonyme ab: Keil (62,2%) und Holz (32,4%). Grimm & Grimm (1998-2017) sowie Krome (2009: 432) sehen Keil etymologisch verwandt zu Kegel. Bei Holz liegt eine Metonymie vor, bei der das Material für das Produkt steht, da früher Holz das traditionelle Material war, aus dem die Kegel produziert wurden. Eine weitere, weniger häufig elizitierte Variante ist Stecken (2,7%). Etymologisch geht das Lexem auf ahd. stecko ˈStab, Stock, Stangeˈ zurück und ist vermutlich auch mit stechen verwandt. Demnach rekurriert diese Variante auf die Form und das Material der Objekte, da Stäbe prototypisch aus Holz waren. Eine dialektale Korrelation kann bei den hier angeführten Varianten ausgeschlossen werden.

Die rumänischen Termini zeigen eine paritätische Distribution zwischen lemn ˈHolzˈ und beţe ˈStöcke, Stäbeˈ, SG. băţ, sodass die gleichen Konzepte für die metonymische bzw. metaphorische Übertragung wie im Deutschen vorliegen. Laut dexonline (2004-2017) wird băţ für ein langes und dünnes Stück Holz verwendet, sodass auch hier wieder die Metonymie des Materials vorliegt.

6.1.2 kegeln

Bei der Ereignisvorstellung kegeln erfolgt mittels morphologischer Wortbildung der deutschen Sprache eine Derivation, sodass eine Konversion aus der Objektvorstellung ˈKegelˈ vorliegt. Im mündlichen Sprachgebrauch der Fachsprache wurden von den Probanden am frequentesten die Varianten schieben (32,9%), scheiben (23,7%), schussern (14,5%) und werfen (6,6%) als Äußerungen getätigt.

Grimm & Grimm (1998-2017) nennen das Lexem schieben schon in Verbindung mit dem Kegelsport und den typischen Kollokationen wie Kegel schieben, ein Loch schieben oder Holz schieben. Schieben existiert diachronisch demnach schon sehr lange um die Ereignisvorstellung zu verbalisieren. Unklar und umstritten ist jedoch, inwiefern scheiben mit schieben volksetymologisch verwandt ist, da schieben auf ahd. skioban und mhd. schieben zurückgeht, während scheiben als ahd. skîban und mhd. schîben belegt ist. Grimm & Grimm (1998-2017) sowie Olschansky (2017: 135) nennen scheiben als bairisches Lexem. Die Erklärung hierfür liegt jedoch in einer Konversion der Objektvorstellung ˈScheibeˈ in eine Ereignisvorstellung: „es ward oder wird nämlich hie und da nach den kegeln mit einer discusartigen scheibe […] geworfen [sic!]“ (Grimm & Grimm 1998-2017). Scheiben wird bis auf eine Exzeption nur im mittelbairischen Sprachraum verwendet. Die in der Umfrage elizitierte Variante schussern ist vermutlich ironisch gemeint, weil Schusser kleine Kugeln sind, mit denen Kinder spielen (vgl. Grimm & Grimm 1998-2017). Durch die Referenz auf Kinder wird die Ironie des Leichtseins erzeugt, sozusagen ein Kinderspiel. Ironie ist „a figurative meaning opposite to the literal one“ (Jorgensen, Miller & Sperber 113: 112). Zur Verwendung ironischer Äußerungen existieren viele Theorien. Eine These, genauer gesagt die Tinge Hypothese, besagt, dass verbale Ironie zur Verringerung der Kritik gebraucht wird (vgl. Schwoebel, Dews, Winner & Srinivas 2000: 49). Andererseits könnte Ironie auch als eine Form des tabuistischen Sprachgebrauchs aufgefasst werden, da eine direkte Bezeichnung aufgrund sozialer Konventionen nicht erlaubt ist, sodass die Beziehung zwischen Inhalt und dem eigentlichen Signifiant gestört werden muss. Eine Möglichkeit der Vermeidung des Tabus ist Ironie, da so eine als negativ bewertete Handlung durch die sprachliche Kommentierung mittels Ironie weniger negativ wird, ähnlich dem Euphemismus (vgl. Schulze 2009c: 4). Schussern wird vorwiegend von Probanden aus dem Niederbairischen genannt. Dagegen wird werfen in der Umfrage eher in geringem Maße als Antwort genannt, was insofern verwundert, als dass dies ein offizieller Terminus für die Ereignisvorstellung ist, die beispielsweise in Satzungen und Statuten gebräuchlich ist (vgl. Vereinigung Bayerischer Freizeitkegler e.V. 2017). Die Kollokation Kegel werfen ist laut Grimm und Grimm diachronisch schon seit dem 15. Jh. belegt (vgl. Grimm & Grimm 1998-2017).

[...]

Ende der Leseprobe aus 121 Seiten

Details

Titel
Gut Holz, noroc. Eine Analyse des deutschen und rumänischen Lexikons des Kegelsports
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
121
Katalognummer
V539818
ISBN (eBook)
9783346163431
ISBN (Buch)
9783346163448
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cultural Linguistics, Cognitive Linguistics, Kognitive Linguistik, Kegeln, Kegelsport, Lexik, Lexikon, Deutsch, Rumänisch, Fachsprache, Languages for specific purposes, Soziolinguistik, Sportsprache, Metapher, Metonymie, Bowling
Arbeit zitieren
Lisa Graf (Autor), 2017, Gut Holz, noroc. Eine Analyse des deutschen und rumänischen Lexikons des Kegelsports, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/539818

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